Thailand- die ganze Nation ist eine einzige Geisterbahn

Posted in Aberglaube, Aktuell, AKTUELLES, Aus Aller Welt, Ausland, Bildung und Einbildung, Glauben & Besserwissen, Kultur & Moral, Neues aus Wahnsiristan, Süd-Ost Asien, Thailand with tags , , , on Juni 30, 2017 by pheneas

Die Frau meines Freundes Micky Wolf, schreibt unter dem FB Namen Boese Wölfin Geschichten, unter der Rubrik „Neues aus der Geisterbahn“. Darin beschreibt sie ihre Erlebnisse mit Spacken, nervenden Veganer Gören, die beim Ruf zur Ordnung plötzlich nicht mehr auf den wohlklingenden Namen Sven Oliver reagieren wollen und Telefontrompetern, auf dem Weg zur Arbeit in der Hamburger S-Bahn.

Liebe Boese Wölfin, das klingt für mich ja fast nach einem Paradies, denn ich lebe in einem Land, dass eine komplette 24/7/365 Geisterbahn ist. Hier ein paar aktuelle Beispiele davon, was inspirierende, bunte und bewusstseinserweiternde Erfahrungen aus der wunderbaren Welt der Betäubungsmittel, Alkohol, Geldgier, Spiritismus und missinterpretierten Buddhismus so anrichten können:

Unter dem verwirrenden Slogan: “There’s nothing under the sky that Thai police cannot do,” erweist sich die Thai Polizei als nutzlos, wenn es darum geht, betrügerische Äbte in Klöstern zu verhaften, während viele Morde und andere Verbrechen, unaufgeklärt bleiben. Endlich scheinen die Boys in Brown einen Aufgabenbereich gefunden zu haben, der ihren Fähigkeiten entspricht: sie beschützen den vom Spiritismus besoffenen Furchenadel im Osten des Landes vor Geistern. Also wenn das kein upgrade in Richtung Thailand 4.0 ist, was dann?

In der verträumten Amnat Charoen Provinz wurde eine Polizeieinheit abgestellt, um die einfältigsten aller Kevins vor einem weiblichen Geist (phi pop) zu beschützen, der seit Monaten die Reiswein Enthusiasten terrorisiert. Bisherige Jagdstrecke von Frau Pop: vier tote Kühe und vier erkrankte Mitglieder der Grenzwachen. Das gibt dem Begriff „Borderliner“ eine völlig neue Bedeutung.

Die Dorf-Häuptlinge schrieben einen Brief an den Polizeichef, weil die Bevölkerung in Angst und Schrecken vor Frau Sensenmann lebt. Also bat man um Polizei Patrouillen, damit keine Panik aufkommt und die Bewohner wieder friedlich, bei Sato und Betelnuss kauend vor sich hindämmern können. Der Ober-Cop gab in einem Telefoninterview bekannt, dass zusätzlich noch buddhistische Zeremonien veranstaltet wurden. Er gab dann sogar noch einen Einblick in den aktuellen Stand der Evolution innerhalb seiner Gemeinde indem er sagte: „es gibt hier mehr Leute die an Geister glauben, als Leute die es nicht tun.“ Die Gegend muss eine Hochburg, bevölkert mit Opfern von Enkeltrickbetrügern, sein.

Nun, in vielen kühleren Gefilden gibt es Leute die glauben, dass jemand von einer Jungfrau geboren, auf Roadshows übers Wasser wandelte, das danach zu Wein wurde und 33 Jahre später für seine Houdini Nummern heftig ans Kreuz genagelt wurde, woraufhin er starb, um sich ein paar Wochen später mit dem Kai aus der Kiste Trick endgültig zu verabschieden. Natürlich muss man das glauben, denn wer von uns hat nicht so einen Entertainer im Bekanntenkreis?

Landesweit sollen in Hokuspokustan über 20 Geister ihr Unwesen treiben. Die Devise scheint zu lauten; wer nicht genügend Terroristen hat, der besorgt sich welche aus der Twilight Zone.

Frau Pop war ursprünglich die Hauptdarstellerin in einer Filmserie, die unter dem Namen „Baan Phi Pop“ Einzug in die Gemüter von anfälligen Einfältigen hielt. Auch Fuß Fetischisten kommen im Land des unbegründeten Lächelns nicht ohne eigenen Geist aus, den kann man sogar getrost als echten Leckerbissen bezeichnen. Phi Poang Khang heißt der Bengel, der sich in Gestalt eines schwarzen Affen im Dschungel herumtreibt und am großen Zeh von Leuten lutscht, die im Tropenwald schlafen. Von dem Zeug, was angeblich Betroffene rauchen, würde ich die Finger lassen.

Und der gespenstischste aller Geister ist Phi Kra-sue. Die Dame wird von Vernebelten als „beautiful woman“ beschrieben, die sich in lange Gewänder hüllt, damit man nicht sieht, dass sie die Mutter aller Damen ohne Unterleib ist. Augenzeugen berichten, dass ihre inneren Organe und das Gedärm direkt aus dem Kopf heraushängen. Aber es ist vielleicht wie schon Lentulus Batiatus im Film „Spartacus“ bei der Ausbildung von Gladiatoren sagte: „Ein starker Körper mit einem schwachen Gehirn ist so sinnlos wie das Leben an sich.“ Ich glaube das erst, wenn sich bei mir, im Körper eines alten Mannes, ein spontaner Eisprung ereignet. Bisher fand die Selbstbestäubung lediglich auf meinem Schreibtisch statt.

Ich habe in eiskalten Nächten auf der offenen Brücke an Bord eines Schiffs der Marine auf der Ostsee darüber nachgedacht, einen Trick zu finden, wie ich aus der Nummer herauskomme, um mich in einem warmen Krankenhausbett zu erholen. Hat nicht geklappt. Dabei wäre es so einfach gewesen. Ich hätte lediglich in meinen Wachbericht schreiben sollen, ich habe vor Bornholm beobachtet wie, spärlich bekleidete weibliche Geister über das Wasser tanzen. Die hätten mich in eine Psycho-Klinik eingewiesen, noch bevor die Tinte trocken ist…

Hilfe, MMM (Minderwertige Morlam Musik) wird mobil

Posted in Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Bangkok, Süd-Ost Asien, Thailand on Juni 12, 2017 by pheneas

Ich sitze am Abend gern vorm Haus und trinke meine Feierabend-Hopfenknolle. So auch heute und ich dachte dabei an nichts böses,- aber damit fangen hier immer eine Menge Kuriositäten an. Meine Nachbarn saßen etwas abseits und hofierten gerade einen der lokalen „influentials“, weil er Satai Sticks und ein paar Flaschen Bier spendiert hat, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Plötzlich taucht vor mir ein Feuerwerk auf. Genauer gesagt, ein mit mindestens 100 LCD Lichtlein bestücktes Fahrrad, geschoben von einem Typ im zitronengelben Outfit, der eigentlich von seinem mobilen Imbiss kleine getrocknete Tintenfische verkauft. Da alles was blinkt und glitzert bei den „einfachen Leuten“ immer so hoch angesehen ist, wie TV-Seifenopern mit Schiessereien und freundschaftlich gemeinter Vergewaltigung, haben sie den Clown zu sich eingeladen und der postierte sich genau hinter meinem Stuhl.

Ohrenfeind Thai Style

Wie gesagt, ich dachte an nichts böses und plötzlich zerrt der Typ mit 2/3 Glatze, Strohhut und die Resthaare alarmblond gefärbt ein Mikrofon aus der Tasche und fängt an Thai Folklore zu singen, die er über eine auf dem Fahrrad montierten Karaoke Anlage zum Besten Schlechtesten gab. Der Kerl klingt übler, als eine Butterbirne, die schlechter hustet als ein Nikotinpflaster, dazu noch in Klamotten gehüllt, die ihn zur singenden Altkleidersammlung machen. Hätte ich die Macht, würde ich auch die Person inhaftieren lassen, die dem Notenschänder gesagt hat: Kein Kleingeld? Gehen Sie doch nochmal vor die Tür ein bisschen Musik spielen!

Ich habe heute Nachmittag 4 Stunden mit hochgradigen internationalen Musikern für einen Auftritt in einem der besten Clubs der Stadt geprobt. Aber als Mr. Mellow Yello anfing zu kreischen, dachte ich mir werden die Spermen flockig, oder meine Senftube droht zu platzen, wenn ich das auch nur noch eine Minute anhören muss. Inzwischen ist eine Stunde vergangen und der Typ kräht immer noch vor dem Haus, angefeuert von den 100 Baht Scheinen, die ihm meine Nachbarn in seine Zitronenschale stecken. Leider ist diese akustische Nahtoderfahrung hier wahrscheinlich so wenig totzukriegen wie „Dinner for One“ zu Sylvester in Deutschland.

 

Diese Männer sind (fast) alle Verbrecher

Posted in Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Gesellschaft, Glauben & Besserwissen, Kultur & Moral, Neues aus Wahnsiristan, Süd-Ost Asien with tags , on Juni 8, 2017 by pheneas

Manchmal denke ich, der Buddha rotiert in seinem Nirwana in einer Geschwindigkeit, die den gesamten Energiebedarf Zentral-Thailands decken könnte. In einem alten, von Hildchen Knef getexteten Schlager, heißt es: „Die Männer sind alle Verbrecher“. Der Vorteil in Thailand ist, dass man ein gerüttelt Maß der Verbrecher bereits an ihrer alarmfarbenen Kleidung erkennen kann und dabei handelt es sich nicht etwa um Müllmänner, oder ein Äquivalent der „Gelben Engel“ vom ADAC, die tragen hier vorsichtshalber gleich Schwarz.

Im Wat Wang Tawan Tok, in Nakhon Si Thammarat, haben ein paar Roben-Räuber den 79 Jahre alten Abt des Tempels kurzerhand für zwei Jahre in seiner Kemenate eingemauert, wo er täglich von einem „Mönch“ mit Lebensmitteln versorgt wurde. Wie die Polizei nach Alarmierung durch die Bevölkerung ermittelte, kümmerten sich seither ein paar andere Anbetungswürdige um die lukrativen Einnahmen des Tempels. Allein durch Standgebühren für lokale Händler auf dem Tempelgelände, flossen die täglichen Einnahmen von 15.000 Baht (fast 400 €) in die Hände von (Geldschein)heiligen Männern, die nach den Regeln des Buddhismus eigentlich gar kein Geld anfassen dürfen. Aber bei rund 285.576 Euro, die in den zwei Jahren in die Opfergaben-Beutel strömten hat man beim Geldzählen kaum Zeit, sich auch noch um klerikale Vorschriften zu Kümmern.

Einen 17-jährigen Novizen, der wohl zu viel Einblick in die Tempelfinanzen hatte, muss wohl bei seinen Entdeckungen der Schlag getroffen haben und so betonierte man ihn bei einer, hoffentlich halbwegs standesgemäßen Zeremonie, unter einem Schrein ein.

Vom Almosen-Mitesser zum lästigen Mitwisser. Unter diesem Schrein lag der Novize einbetoniert.

Aber es kommt noch bizarrer. Inzwischen wird behauptet, dass die Mönche des Tempels mit all dem nichts zu tun haben und eine lokale Familie sowie ein Transvestit die eigentlichen Drahtzieher hinter den Geldgeschäften und der „aus dem Weg räum Aktion“ seien. Leider gibt es keine Bilder der Videoüberwachung, wie der Katoey, womöglich im Fummel, dem Eingemauerten seine tägliche Ration Reis mit Fischkopf bringt.

Wie eingangs beschrieben, erinnert mich das alles sehr an den alten Knef Schlager, der etwas umgemünzt auf Thai Verhältnisse auch so lauten könnte:

Diese Männer sind alle Verbrecher

ihr Herz ist ein finsteres Loch

hat tausend verschied’ne Gemächer

aber Mönch

aber Mönch

sind sie doch.

NACHTRAG

Krähen hacken einem Artgenossen kein Auge aus,- sie regulieren Probleme

Der Nachrichtensender PBS berichtet:

Das Sangha Supreme Council of Thailand hielt gestern ein Treffen in seiner Bemühung, das Tempelgeschäft“ (das ist das erste Mal, dass jemand das Kind beim Namen nennt) nach dem Mord zu „regulieren“ und den Novizen in einem angesehenen Tempel in Nakhonn Si Thammarat zu begraben.

Aber bei der gestrigen Sitzung des Nationalen Amtes des Buddhismus, einer staatlichen Regulierungsbehörde der Buddhismus-Angelegenheiten, wurden keine regulatorischen Maßnahmen in Bezug auf Tempel-Vermögenswerte vereinbart.

Das Treffen wurde von dem Obersten Patriarchen Somdet Phra Ariyavongsagatayan geleitet. Allerdings wurden die Geschäfte im Wat Wang Tawan Tok nicht weiter erörtert.

Wer Lust auf eine ältere Geschichte über „Buddhist Business“ hat, wird hier bedient.