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Unser Opa fährt im Hühnerstall Motorrad – oder – Easy Rider trifft Wiesenhof

Posted in Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Neues aus Wahnsiristan, Süd-Ost Asien, Shopping, Thailand, Uncategorized with tags , , on Mai 17, 2017 by pheneas

Nach 235 Posts und 200.000 Besuchern auf meinem Blog, habe ich viele aufmunternde Kommentare bekommen. Vielen Dank dafür. Ich erhielt aber auch Beschwerden darüber, dass ich immer nur negativ über meine Wahlheimat berichte. Nun, ich fühle mich nicht berufen, ein Loblied auf Thailands schöne Sonnenuntergänge anzustimmen, die gibt es sogar in der Regenzeit in Lüdenscheid. Und außerdem kann man die in der Stadtmitte BangCock‘s ohnehin nur hinter den Hochhausfassaden vermuten. Ich verstehe meine Sticheleien eher als eine Art  soziale Akupunktur. Und schließlich bedeutet Toleranz, die freie Meinungsäußerung sogar von denen gelassen hinzunehmen, die wir für Trottel halten. Das Thailänder-Allerlei der hoch gelobten Thai Cuisine, hängt mir nach Jahren buchstäblich zum Hals ´raus und ich Träume nachts von Sauerbraten, Grünkohl, Mettbrötchen, Currywurst und Tafelspitz. Aus diesen Gründen überlasse ich die „Hurra Thailand“ Berichterstattung lieber den Experten der Tourismusbehörde.

Aber gut,- um es mit den Worten von Herrn Bahnsen, meinem Grundschullehrer, zu sagen: „ich kann auch anders.“ Zum Beweis, hier eine wirklich ernstgemeinte, absolut ober-megageile, positive Geschichte:

Um eine lobenswerte Geschichte über Thailand zu schreiben, fängt sie natürlich mit einer Einleitung aus dem Ausland an. In diesem Fall aus der Schweiz. Einer meiner wenigen Lieblingsfilme trägt den Titel „Kleine Fluchten“. Der 1979 entstandene Film, war mit einer halben Million Kinobesuchern einer der erfolgreichsten Filme des Landes. Er erzählt die Geschichte des Knechts „Pipe“ auf einem Bauernhof im Jura, der nach 30 Jahren Schufterei aus seinem Leben ausbricht, sich von seiner ersten Rente ein Mofa kauft und zunächst beginnt die Umgebung und dann das Leben zu entdecken.

Pipe entdeckt die Welt

Seine neu gewonnene Freiheit gipfelt in einem Ausflug mit dem Hubschrauber aufs Matterhorn. Durch Pipe inspiriert verspüren urplötzlich alle Menschen in seiner Umgebung Lust, aus ihrem monotonen Alltag auszubrechen…

Man kann den Film hier auf youtube in Originalsprache (französisch) sehen:

Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass so etwas in Thailand auch passieren kann. Doch ein gewisser „Lung Decha“ hat mich überzeugt: geht doch!

Als Lung Decha, mit langen grauen Haaren und Fu Man Chu Bart den Laden des Motorradhändlers in Flip Flops, schmuddeliger Hose und XXL T-shirt  betrat, müssen die Verkäufer Gesichter gemacht haben, als würde in ihrer Stammkneipe ab sofort nur noch Sprudel rumgereicht. So sieht keiner unserer Kunden aus. Dann legt sich der alte Mann auch noch neben die 600.000 Baht Harley Sportster begutachtet sie und macht den Anschein, er versteht etwas von Motorrädern.

Aber dann gab es für die Yuppie-Verkäufer eine Riesenüberraschung: Lung Decha zauberte aus seiner Hosentasche die Knete in bar auf den Tisch, ließ sich nicht auf langweilige Verkäufersabbelei ein und sagte nur: gekauft! Er bewies damit, dass in dem Frühverrentungskörper noch reichlich Suppe kocht. Eine Thai Webseite titelte die Geschichte mit: Gold eingewickelt in Lumpen.

Die Schwester Lung Decha’s sagte, ihr Bruder habe sein Leben lang als Mechaniker hart gearbeitet, nicht getrunken, nicht geraucht und keine Glücksspiele gemacht und jetzt hat er sich seinen Traum erfüllt.

Nun, nachdem jemand den ich für meinen Freund hielt, meine Harley gestohlen hat, kann ich den Traum des alten Manns sehr gut verstehen. Ich zolle ihm meinen höchsten Respekt und hoffe, dass er nun wie Pipe hinaus in die Welt fährt, um sie zu entdecken. Vielleicht werden auch seine Nachbarn danach anfangen darüber nachzudenken, wie sie ihre Träume verwirklichen können und den teigigen Arsch hochkriegen, anstatt sich bei Busfahrten mit Candy Crush die Jugend wegzuleben.

 

Lung Decha, Du bist mein Hero! Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, hat das Leben verstanden!

Ich würde ihn sehr gerne kennenlernen…

Willkommen im Club stolzer Harley Besitzer!

Spirituell ohne religiöse Ambitionen- wie geht das?

Posted in Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Glauben & Besserwissen, Indien, Süd-Ost Asien, Uncategorized with tags , , , , , on Juni 1, 2015 by pheneas

Ist schon irgendwie interessant, welche Gegensätze sich manchmal in der eigenen Psyche befinden.

Egal ob Sikhs, Juden, Hindus, Katholen, Protestanten, Muslime, Buddhisten, Zeugen Tequillas, Pfingstler oder Obstler, ich hab‘ mit organisierten Religionen nix am Hut. Da geht’s nur ums Geld. Ich hege eine tiefe Abneigung gegen jegliche Sektierer.

Umso erstaunlicher ist mein Verhältnis zu einer, zugegeben amateurhaft geschnitzten, Holzfigur des von Hindus verehrten Gott Ganesh. Wer mehr über den Burschen mit dem abgebrochenen Zahn erfahren will, wird hier bedient.

Kennengelernt haben wir uns auf einer Recherche-Reise in Indien. Es ging dabei um Kinderhandel unter dem Vorwand, daß 7-jährige Mädchen gemäß Tradition und dem Willen einer Hindu Göttin, in die Prostitution verkauft werden können. Das war nach meinem Bericht, ohne daß ich es erwartet hatte, ´ne Riesennummer in europäischen Medien. An dieser Stelle geht mein persönlicher Dank an Michael Spreng, meinem damaligen Chefredakteur.

Mein Ganesha

Mein Ganesha

In Goa, wie eigentlich in ganz Indien, gibt es Ganesh Stauen in jeder beliebigen Größe und Form an nahezu jeder Straßenecke zu kaufen. Aus Gold, aus Bronze, aus Silber, Stein und Holz. Ich weiß bis Heute nicht, warum ich mich für die gröbste aller Schnitzereien entschieden habe. Der mir zugeteilte Fotograf fragte mich, ob ich den hässlichen Holzklotz wirklich nach Deutschland schleppen wolle. Jo, hab‘ ich gemacht.

Nun gibt es ein paar Regeln im Umgang mit der elefantösen Naschkatze. Wer eine Ganesh Statue in seinem Haus aufstellt, muß dafür Sorge tragen, daß Shivas Sohn immer in Richtung der Tür blickt.  Geht bei mir gar nicht, weil an der Seite nur Fenster sind. Außerdem darf man laut Hinduregeln den Dickhäuter nicht mit auf Umzüge nehmen. Einmal im Haus, muß er da bleiben, wo er ist.

Nun, meiner ist mit mir von Goa nach Deutschland gereist, von dort nach Singapoor, Malaysia, wieder nach Singapoor und hängt jetzt seit fast zehn Jahren an meiner Wand in BangCock und guckt in Richtung Fenster.

Ich habe in letzter Zeit ein paar Probleme mit säumigen Zahlungen für ausstehende Rechnungen gehabt. Für Thailänder ist es üblich (wie in ganz Asien) die Götter vor Erfüllung ihrer  Träume zu bestechen, indem sie getürkte Opfergaben auf die Schreine legen und Buddha sagen, was sie von ihm erwarten.

So, und hier kommt‘s: Jedes Mal wenn ich Glück hatte oder mir irgendjemand zu Hilfe kommt, „bedanke“ ich mich bei meinem Ganesh mit Jasmin- und Rosengirlanden. Aber eben erst hinterher. Bei der hier üblichen Praxis, den Holz-Jumbo für irgendetwas anzubetteln, käme ich mir ziemlich blöd vor.

Wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich herausgefunden habe, ob ich nicht doch zumindest im Stillen irgendwie „religiös“ bin…

Mein Kampf- gegen unanständiges Gemüse

Posted in Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Gesetz & Recht, Kultur & Moral, Neues aus Wahnsiristan, Süd-Ost Asien, Thailand on Juni 1, 2015 by pheneas

Nachdem ich nochmals auf den Post über illegale Seife, geschaut habe, dachte ich na, haben wir da nicht eine Kleinigkeit übersehen? In Thailand, der letzten moralischen Festung  des Universums, rückte kürzlich eine achtköpfige Spezialeinheit der Polizei aus, um Leute zu verhaften die Penisse aus Seife verkauften. Ausgerechnet in Pattaya, einer Hochburg  für Hechelschwestern im allabendlichen Genitaldrama.

Normalerweise schreib‘ ich hier nur Sauereien ´rein, aber nun hat sich der Empörungsbeauftragte in mir gemeldet und ich gehe schwanger mit dem Gedanken, bei den Cops Anzeige wegen des Verkaufs pornografischer Lebensmittel zu erstatten. Als moralisch gefestigter und verantwortungsbewusster Erziehungsberechtigter, muss man seine Blagen endlich vor den Ferkeleien der Natur beschützen. Jetzt beginnt mein Kampf gegen Gemüsediddel und obszöne Austern, gegen Birnen, die an Muttis Hintern beim Bodenwischen erinnern und Fellatio-Hot Dogs.

Mal sehen, wie es bei der Brigade Lord Helmchens ankommt, wenn ich sie auf ein eklatantes Versäumnis aufmerksam mache. Ich hoffe, dann rückt auch endlich die Obst und Gemüse-Obszönitäten-SWAT-Einheit aus und nicht nur ein paar Dorfpolizisten.

Hier eine Sammlung von Nahrungsmitteln und Gemüse aus dem Bauernplayboy:

Veggieboy

Obszönes Obst ist für’n Arsch

Obszönes Obst ist für’n Arsch!

Von wegen, alles Banane du Pflaume

Von wegen, alles Banane du Pflaume

Dagegen ist Spargel eine saubere Sache

Dagegen ist Spargel eine saubere Sache

Stammt das aus Marika’s Röck‘?

Stammt das aus Marika’s Röck‘?

Früher waren Erdbeeren nicht FSK-pflichtig

Früher waren Erdbeeren nicht FSK-pflichtig

Typisch Norddeutsch: Eine Ferkelei von der Küste

Typisch Norddeutsch: Eine Ferkelei von der Küste

Da lob‘ ich mir doch die arabischen Lander, dort gibt es solche Sauereien nicht. Die haben nichtmal Schweinebraten…

Zum Schluss noch eine positive Meldung aus einem an sich jugendgefährdenden Bereich: Wissenschaftler der Uni-Schweinfurt haben festgestellt, dass Vegetarier potentiell die besseren Liebhaber sind. Hier der Beweis:

Ilz oder Fleich

 

Und hier bekommt die asiatische Hausfrau aber feuchte Augen, oder so…

Video bei Klick auf das Foto, lohnt sich!

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