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Es weht ein scheinheiliger Rauch über Saubermannshausen

Posted in Aktuell, AKTUELLES, Asien, Gesellschaft, Gesetz & Recht, Gesundheit & Gute Besserung, Kultur & Moral, Neues aus Wahnsiristan, Singapur with tags , , , , , , on November 20, 2011 by pheneas

 Immer auf Superlative bedacht, wie die Austragung eines Formel 1 Rennens auf einer etwas vergrößerten Verkehrsinsel beweist, sollte man die nächste Papstwahl in Singapoor, anstatt im Vatikan, abhalten. Vielleicht würde dadurch das tagelange geheime Gerangel der Kardinäle, um die lukrativsten Pfründe der Heiliger Stuhl GmbH verkürzt und die Menschenmassen müssen sich auf Roms Petersplatz nicht mehr die Hälse verrenken, um auf einen Kamin zu starren. Denn,-  abgesehen vom Petersdom zur Papstwahl, steigt nirgendwo sonst flächendeckend so viel scheinheiliger Rauch auf, wie im selbsternannten Saubermannshausen!

Rauchfreie E-Zigaretten

 Während die militanten Nichtraucher der Insel glauben schon Krebs zu bekommen,  wenn sie Dich nur mit dem Glimmstängel auf der anderen Straßenseite erspähen, sind in Singapuritania elektrische Zigaretten derzeit gemäß Chapter 309, Sektion 16 (1) des lokalen Anti-Raucher-Gesetztes, das von der Singapore’s Health Sciences Authority (HSA)  in der Praxis durchgesetzt wird, verboten.  Raucher werden von den Betriebsleitern der LKY-Holding als potentielle Sozialhilfeempfänger, Typ – Quarz IV angesehen, deren eventuelle Lungenkrebsbehandlung den Stadtstaat an den Bettelstab treiben könnte. Wie hoch der Anteil chronisch Übergewichtiger Patienten ist, die dem Staat auf der Tasche liegen wird gern verschwiegen.  Und warum heißt es eigentlich Anti-Raucher Gesetz, was implementiert, daß es eindeutig gegen Personen gerichtet ist, und nicht Anti-Tabak Gesetz? Schließlich gibt es ja auch kein Anti-Trinker,- oder gar Anti-Waffenbesitzer Gesetz. 

Chapter 309, Sektion 16 (1) des lokalen Anti-Raucher-Gesetztes:

„Es ist verboten Produkte zu importieren, zu vertreiben, zu verkaufen oder zum Verkauf anzubieten, egal ob es sich dabei um Süßwaren, andere Lebensmittel, Spielzeug, oder andere Gegenstände handelt, die konzipiert wurden, um Tabakprodukte, inklusive deren üblicher Verpackungen zu ähneln. Zuwiderhandlungen gelten als Straftat, die nach Verurteilung mit Geldbußen bis S$ 5.000 bestraft werden können. Im Wiederholungsfall kann die Strafe bis S$ 10.000 betragen.“

 Theoretisch steht man da für ein verkauftes Marlboro T-Shirt, oder eine Packung Schokoladenzigaretten, schon mit einem Raucherbein im Knast! Wie lange ist es eigentlich her, daß in Singapoor opiumbeladene Dschunken festmachten?

 E-Zigaretten entwickeln keinen giftigen Rauch, sondern lediglich einen kleinen Nebel, der mit dem von Trockeneis vergleichbar ist! Das Argument mit dem Schutz vor Passivrauchen zieht hier also nicht. Daneben werden die rauchlosen Glimmstängel als Alternative bei der Raucherentwöhnung angeboten. Warum also das Verbot?

 Begründet wird die Scharade offiziell mit Anleihen aus der nebulösen Argumentation der amerikanischen Tabakwaren-Industrie, die den Verkauf der No-Smoke-Stãbchen allzu gerne verbieten möchte. Der HSA, die ebenfalls für alle im Inselstaat vertriebenen Medikamente zuständig ist, paßt es nicht, daß sie keinerlei Kontrolle über die E-Zigaretten und besonders die dazugehörigen „Nikotin-Liquids“ hat. Sie behauptet: “Es ist bisher nachgewiesen, daß elektronische Zigaretten weder sicher noch effektiv bei der Raucherentwöhnung helfen.” Gleichzeitig fordert sie jedoch nach weiterer Forschung, „um den Nutzen von E-Zigaretten festzustellen, Menschen zu helfen, mit dem Rauchen aufhören.” Auch der Gesundheitsminister hüstelt sich eine Bemerkung ab: „mit elektronischen Zigaretten würde der Branche versuchen, neue Nutzer zu gewinnen und vermarktet diese Produkte, um jüngere Kunden, darunter Frauen, ansprechen.

 Mit der Argumentation könnte man ebenso gut Karotten unter das Arzneimittelgesetz stellen, weil sie Fresssüchtigen bei einer Diät als Substitut für Eisbein, Pizza und Sahnetörtchen dienen. Aber, so ist das halt  in einer bis auf die Knochen bigotten Gesellschaft, der man inzwischen zwar den Verkauf von Dildos genehmigt, solange die Akku-Gatten wie „Hello Kitty“ oder „Mickey Mouse“ Figuren aussehen, aber nicht im geringsten Papas Pausenfüller ähneln dürfen.

Na wenigstens halten sich die Mädels den Rütteltünnes in Anzeigen nicht mehr an die Backe

Beispiele für die stringente Anwendung des Gesetzes:

 Bis zu 10.000 $Sing  (€ 5.727) Strafe für zwei rauchfreie Fluppen? Bereits vor zwei Jahren wurden die ersten 13 Personen wegen Verstoß gegen das Gesetzt verurteilt. Vier waren lokale Händler, die das Produkt in webshops anboten und 9 wurden belangt, weil sie E-Zigaretten via Internet zum persönlichen Gebrauch bestellt hatten.

 In einem aktuelleren Fall fragt ein verunsicherter Besteller einer E-Zigarette im Internet Forum um Rat: „Ich bestellte eine Joye Ego-T Starter-Kit von Liberty Flights.com und hoffte auf baldige Zustellung. Stattdessen erhielt ich einen Brief der HSA in dem ich gebeten wurde mein Paket bei dem Offizier vom Dienst abzuholen. Ich frage mich, sind die wirklich so nett mir das Paket auszuhändigen, oder ist das eine Falle, um mir eine saftige Geldstrafe aufzubrummen?

 Tatsache ist, die HSA kann den Mann nicht belangen, solange er den Empfang der Ware nicht bestätigt hat! Erst nach der Unterschrift auf der Empfangsbestätigung wird man ihm erklären, daß er nun eine Straftat begangen hat und dafür doch bitte die 5.000 Dollar zügig überweisen soll. Briefe und Pakete zu öffnen, E-Mails zu lesen und Telefongespräche abzuhören, ist übrigens die gängige Praxis in „Uniquely Singapoor.“ Das ist für Sicherheit der Insulaner ebenso wichtig, wie die vielen kleinen Kameras.

 Das beweist, daß es den scheinheiligen Gesetzeshütern nicht darum geht, die Bevölkerung vor Gesundheitsschaden zu schützen, sondern lediglich darum sich auf diesem Weg einen Stückchen des Kuchens auf den Teller zu zerren. Schließlich leidet das Staatssäckel schon unter dem Steuerverlust der tausenden von Zigaretten, die täglich aus Malaysia und Indonesien eingeschmuggelt werden. Dazu kommt der Steuerverlust durch Insulaner, die mal eben an der Tankstelle im malayischen Johor Baru den Tank plus Kanister füllen. Wer versucht mit fast leerem Tank Singapoor zu verlassen, muß an der Grenze ebenfalls mit drastischen Geldstrafen rechnen.

 Das Motto der Kontrollfreaks lautet: Auch wenn wir Internethandel und Auslandstanken nicht verhindern können,- kassieren werden wir trotzdem!

Nachdem sie sonst schon viel vom Dritten Reich abgekupfert haben…

 Das T-shirt im Foto sorgte in Deutschland für großes Aufsehen, wurde aber Laut Gerichtsurteil nicht als Gesetzesverstoß angesehen. Nachdem Inselhäuptling und erklärter Machiavelli-Bewunderer LKY, ohnehin schon viele Ideen aus „Mein Kampf” übernommen hat- wie wär’s hiermit?

 Kaum anzunehmen, daß in seinem Reich ein Zentralrat der Muslime, Zen-Buddhisten oder Hindus, dagegen protestieren würde. Denn, jegliche Protest-Mätzchen sind hier ja, wie alles andere was Spaß macht, ohnehin verboten!

Die Nackten und die Doofen – Singapuritania läβt die Hose ´runter

Posted in Asien, Gesellschaft, Gesetz & Recht, Kultur & Moral, Singapur with tags , , , , , , , , , , , , on Juni 23, 2011 by pheneas

Singapur Playboy Centerfold: Die Minderjährige des Monats!

 „Kleider machen Leute! Nackte Leute haben wenig, oder gar keinen Einfluss auf die Gesellschaft.“ Zu diesem Zitat ließ sich einst der berühmte  amerikanische Schriftsteller Mark Twain hinreißen. Tja, der Mann war eben nie in Singapur. Trotz der künstlich erzeugten arktischen Temperaturen in den Büros und Discos, sind Singapurs weibliche Bioeinheiten schon darauf bedacht sich „sexy“ zu kleiden, wenngleich keine darauf aus ist, wegen einer durchsichtigen Bluse ohne BH eine Verhaftung zu riskieren.

 Vor ein paar Wochen wurde ich bei einem Besuch in Bangkok Zeuge folgender Situation. Mitten auf der Einkaufsstraße Sukhumvit Road, ging ein splitternackter Thai im Lasterfari Look spazieren. Keiner der Passanten regte sich darüber auf, Mütter hielten ihren Kindern nicht die Augen zu um eventuell spätere Traumata zu vermeiden, und der Polizist in seinem Verkehrskontroll-Häuschen, drehte sich bei dem Anblick gelangweilt zur Seite. Schaden an der Moral der Thaigesellschaft: Null! Die sind so normal,- oder verrückt- wie immer.

Mr. Nackedei-Phobie. Als Kind mal einen Schock vorm Spiegel erlebt?

 Während das gerade mal ein halbes Jahrhundert alte Singapur krampfhaft versucht sich und seiner „Kultur“ Nippel, Phalli und knackige Hintern vom Hals zu halten, fragt man sich, wie viele Seiten sie denn hier aus den Geschichtsbüchern herausgerissen, oder umgeschrieben haben? Hey Reisbällchen, können wir mal eben wachwerden? Wenn inzwischen die viktorianische Periode als Brutstätte der Prüderie gilt, in der eine blaublütige Trockenpflaume vom Thron aus die Moral neu erfand, dann ist Singapur der Ort, an dem man diesem Treiben das Sahnehäubchen plus Cocktailkirsche  verpasst hat. Mit anderen Worten, sogar Prüderie wurde- ebenso wie die meisten anderen Dinge auch- leider nicht in Merlion City erfunden, aber immerhin zur Norm erhoben. Auf 51 Flughäfen sitzen inzwischen weltweit Berufsspanner vor Nacktscannern und auf Eurer Verkehrsinsel werden Leute wegen des Besitzes einer Soft-Porn-CD verhaftet und mit bis zu € 5840,- zur Gerichtskasse gebeten.

Jetzt heißt es: Runner mit de Büx!

One Nation under FKK

 Und ausgerechnet hier reiβen sich die Insassen auf der Insel der hautfreien Glückseligkeit plötzlich in Scharen die Klamotten vom Leib und spazieren durchs Disneyland ohne Lachen. Die Zeitungsüberschrift: „Nackter Mann  telefoniert vor McDonalds Restaurant – er wurde nicht bedient“, ließ mich nicht los und ich wollte mehr darüber wissen. Bei der Recherche stieß ich auf: „Nackte Frau im Bus verhaftet“ und „Immer mehr Leute ziehen sich aus.“ Der Busfahrer soll sofort gestoppt haben und  ordnete an, die männlichen Passagiere auf den vorderen Sitzen  und Frauen auf die hinteren Sitze zu verteilen, wo sie helfen sollten die Frau vor gierigen Blicken abzuschirmen…

 Und das in einem Staat, in dem schon eine nackte Glühbirne (polnischer Kronleuchter)  der Hauch des Verbotenen umweht. Im Jahr 2008 war es unter den Frustrierten in Temasek-Land noch Mode, Motorräder abzufackeln. Sie brachten es in einem Jahr auf über 100 private Feuerwerke. Inzwischen scheint die Maxime zu lauten: Hose runter, Brust ´raus und ab zum Bad in der Menge. Da scheint sich zumindest  im Bereich Umweltbewusstsein einiges zum Guten gewandelt zu haben. Aus psychologischer Sicht betrachtet, scheint es jedoch in einem Staat der nahezu alle Bereiche des Lebens reguliert, nicht verwunderlich, wenn über 100 Einwohner pro Jahr dem Wunsch nachgeben sich frei zu machen, selbst wenn es nur von den Klamotten ist.

"Speakers Corner" freie Rede ja, aber vor laufender Kamera und gleich neben der Polizeiwache!

 Wer in Singapurs Öffentlichkeit  seine Wertsachen freilegt, muß mit Verhaftung, Geldstrafe und bei Ebbe in der Kasse mit Knast rechnen, oder man endet in der Klappsmühle. Es gibt weder Nackte am Zeitungsstand  zu sehen, „anzügliche Werbe-Plakate“ (was immer sich die malaiischen 50-something Zensoren im Ministerium darunter vorstellen) sind Tabu, Playboy und Cosmopolitan stehen auf dem Index der Verbotenen Publikationen. Selbst die Liste der verbotenen Bücher ist so geheim, daß sie keiner kennt. Und außer der Tittensuppe (Swimmingpool voller Bikini Girls) hinter den Mauern des Condominiums, gibt’s fast nix unanständiges zu sehen. Abgesehen von den 105 im ersten Halbjahr 2010 hier und da auftauchenden Nackten, die durch die Stadt spazierten und als Exhibitionisten, oder „Aufmerksamkeitssuchende“ eingestuft werden.

 Andere, um nicht zu sagen weitaus bedeutendere Kulturen, hatten da ein weit weniger gestörtes Verhältnis zum ach so menschlichen Körper und Sexualität:

 So wurde bei den alten Griechen an dem Ort wo man nackt ist (Übersetzung von „Gymnasion“), für die Olympischen Spiele trainiert, die ebenfalls nackt ausgetragen wurden. Wahrscheinlich gibt’s deshalb in Singapur nur die Formel1.

 In Sparta (kann wohl getrost als antiker Gegenpol zu Singapur betrachtet werden), fanden nackte Ringkämpfe zwischen Knaben und Mädchen statt…

 Tempel, öffentliche Gebäude und Wohnhäuser wurden mit nackten Statuen verziert, ohne dass sich Scharen von Anhängern ungesunder sexueller Begierden darum versammelten…

Die Römer hatten kein Problem damit textilfreie Akteure und Tänzer in den Theatern anzusehen. Aber hier wimmelte es im Gegensatz zu Merlion City auch nicht von „Molestern“, wie ein Blick in Singapurs Tageszeitungen glauben macht…

Die freien Künste in Singapoor

In Singapurs „Sex Shop“ auf der Orchard Road dürfen inzwischen immerhin Dildos verkauft werden. Einzige Bedingung der Behörden: die Dinger dürfen auch nicht nur im Ansatz aussehen wie ein Penis. Da sitzt Madam Tan dann wohl doch wieder lieber am Nachmittag auf der Waschmaschine…

 In einer Nation, in der mit Vorliebe alles durch Gesetze geregelt wird, kann man da wirklich den Jurastudenten die Tatsache vorenthalten, dass es in Rom Brauch war beim Schwur vor Gericht eben nicht die Hand auf die Bibel zu legen, sondern sich an die Klöten zu packen. Wer die „Cochones“ hat, das vor Gericht in Singapur zu machen, wird wohl beim Abendessen fehlen. „Testis“, Latein für „Zeuge der Wahrheit“, ist bis zur Gegenwart die medizinische Bezeichnung für Hoden.

 Vorsicht auch vor dem Versuch sich hinter religiösen Argumenten als Grund für verordnete Nacktblindheit zu verstecken! Das haut nicht hin, wie ein Beispiel aus Nepal zeigt: Wie die Himalayan Times berichtete, haben Frauen in Baijapur im Südwesten des Landes, wegen anhaltender Dürre die Reisfelder völlig unbekleidet bestellt. Eine ur-alte Tradition, den Regengott anzutörnen, um ihm ein paar Tröpfchen abzuzapfen.

Geburtenrate des Inselstaats - Black Hawk down!

 Nun ist es ja nicht so, dass LKY’s Untertanen keine sexuellen Phantasien hegen. Den Beweis liefert die Gabe der Singapuritaner aller Altersgruppen und sozialer Stellungen, immer wieder bei der Aussicht auf das fünfte  Nudelsüppchen des Tages in orgasmische Erregung zu geraten, während der Gedanke an Sex, schon wegen der vielen Vorschriften, eigentlich mehr als willkommene Gelegenheit sich hinzulegen angesehen wird. Das Einzige, was bei dem Thema wirklich buchstäblich in die Hose geht, ist die sinkende Geburtenrate.

 Mit besonderer Schadenfreude bei Betrachtung der hilflosen Versuche sich als die weißeste Weste Asiens auszugeben, fällt der Blick auf das „Paramount“. Ausgerechnet im Wahlbezirk (Marine Parade) des ehemaligen Premierministers und Senior Minister, Goh Chok Tong, befindet sich einer der ausschweifendsten Puffs des Inselstaats. Hier bieten in einem ehemaligen Einkaufszentrum hunderte Philppinas (eingereist für 4 Wochen mit Touristen-Visa) in einem Dutzend Bars betagten Taxifahrern und Security Guards für kleines Geld Blowjobs am Tresen an, aber Playboy am Zeitungsstand bleibt verboten! Tzzzzzzz

Mal nicht so vollmundig hier, Oral-Sex ist in Singapoor immer noch strafbar... Wie die das wohl kontollieren?