Archiv für Pattaya

Dollhouse im Tollhaus von Dr. NO

Posted in Aberglaube, Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Bildung und Einbildung, Gesellschaft, Glauben & Besserwissen, Kultur & Moral with tags , , , , , on Mai 21, 2016 by pheneas

 

Dr NODer Volksmund sagt: Ärzte sind die schlimmsten Patienten. Seit Kurzem bin ich mir da auch absolut sicher. Dass es jedoch so schlimm um einige zur Verschreibung verpflichteten steht, hätte ich nicht erwartet. Kommt doch so ein Weißkittel, Dr Sukrittanon, um 1 Uhr 20 auf die Polizeiwache in Pattaya, um einen Einbruch in seine Beauty Clinic zu melden. Er fährt mit den Cops zu seiner Liposuktions-Laube und zeigt ihnen ein Loch im Dach seines Badezimmers im vierten Stock und weist darauf hin, dass Diebe sich dadurch Zugang verschafft haben. Von dort seien sie dann zu seinem Behandlungszimmer gegangen, haben das Schloss aufgebrochen und aus seinem Schreibtisch 10.000 Baht gestohlen, während sie weitere 40.000 Baht unangetastet ließen. Bis zu diesem Punkt hielt ich den Botox Buben noch für alltagstauglich.

Aber hier kommt’s:

Dr NO Go

Ob er sich mit der Nummer wohl als Dr. NO (go) qualifiziert?

Der Herr Doktor gab weiter zu Protokoll, dass er früher am Abend Fuß Getrampel auf den Treppen gehört habe, aber glaubte, dass diese von seinen 14 Amulett Geister Kindern stammten, die das Haus zusammen mit ihm bewohnen. Normalerweise spielen seine adoptierten Geister um diese Zeit im Haus und so dachte er sich nichts dabei und ignorierte den Lärm.

Eigentlich habe ich nix gegen eine schöne kleine Verhaltensauffälligkeit, solange sie zur Unterhaltung dient, Aber, musste der Mann wirklich so deutlich darauf hinweisen, dass mit ihm was nicht stimmt?

Um den Cops noch einen detaillierten Eindruck seiner geistigen Kapazitäten zu geben schob er nach, dass seit einem Jahr bereits mehrfach auf dieselbe Weise bei ihm eingebrochen wurde. Mit so einer Aussage ist man doch höchstens als Netzspanner beim Volleyball der Komik dabei.

Ich glaube ja schon seit einiger Zeit, dass geistige Unterzuckerung einen Teil thailändischen Brauchtums ausmacht, aber an einen praktizierenden Arzt stelle ich sogar hier nach wie vor einige Mindestanforderungen. Nach einer Schönheitsoperation mit frankensteinischem Hintergrundrauschen, durch einen vom Virus der Geistergläubigkeit befallenen Arzt, würde ich erwarten danach auszusehen, als hätte ein Schimpanse mit Down-Syndrom an mir seine erste Obduktion geübt. Jetzt frage ich mich, wird man eigentlich so, wenn man bei Kaiserwetter als einziger Nachbar nie zum BBQ eingeladen wird?

Andernorts bekäme er in der nächsten Zeit Besuch von einem Vertreter seiner Uni, der mit schwarzem Filzstift wie von Geisterhand den Namen der Hochschule, auf der Ernennungsurkunde an der Wand seiner Praxis, übertüncht. Aber so viel Geistreiches ist hier dann doch nicht zu befürchten.

So, und mit welcher epochalen Erkenntnis gehe ich heut‘ zu Bett? Richtig! Ich gehe in Thailand erst zum Arzt, wenn’s nicht aufhört zu bluten, gebrochen ist, fault oder ‚runterfällt!

Willkommen im Land illegaler Seife

Posted in Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Gesellschaft, Süd-Ost Asien, Thailand with tags , , on Mai 27, 2015 by pheneas

Einmal abgesehen von der Tatsache, daß Thailands Pattaya sowieso ein anderer Planet ist, passieren hier Sachen, die selbst Erich von Däniken nicht für möglich gehalten hätte.

Und um es gleich vorweg zu sagen, die Rede ist hier von einem Land, in dem über 100 Auftragskiller auf freiem Fuß sind und die Cops nichts besseres zu tun haben, als sich mit bekloppten Aktionen in die Presse zu bringen.

Wahrscheinlich hatte das SWAT Team am vergangenen Dienstag dem 26. Mai ein Kammeradschaftstreffen und so musste das achtköpfige Chonburi Provincial Police Special Operations Unit in Pattaya ausrücken, um zwei Läden zu stürmen, in denen  Penisse und weibliche Brüste aus Seife verkauft wurden.

Im ersten Laden fanden sie zwei Angestellte und kistenweise unanständige Seifenartikel vor, aber natürlich nicht den Besitzer der zwei Läden, der die „Diddel und Titten raus, Frühling!“ Aktion angezettelt hat.

Ergebnis der  ersten Halali Jagdstrecke- 11 Kisten mit 1.263 Hormonlanzen aus Seife. Beim zweiten Laden konnten lediglich 107 Vaginal-Injektionsreiniger und 38 mammografische Völkerverständigungsdrüsen, als Handschmeichler für Alleinduscher erlegt werden.

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Der Ladenbesitzer und die zwei Verkäufer wurden verhaftet  und werden nun wegen des Verkaufs pornografischen Materials angeklagt. Das alles passiert in einem Land in dem Prostitution „theoretisch“ illegal ist, es aber gleichzeitig den Status hat, die meisten Sextouristen des Planeten zu beherbergen.

Aber so ist das mit der Moral in einem Land, wo jeder 16-jährige Motorradtaxi-Jockey glaubt einen Penis wie ein Säugling zu haben- 50 cm lang und 10 Pfund schwer- und die Zahl der weiblichen Dorfbewohner  das glaubt mit dem Ergebnis, daß es  im Jahr zu 130,000 Teenager-Schwangerschaften führt.

Zwei Fragen bleiben nach der moralischen Säuberungsaktion jedoch für mich offen: Auf welcher gesetzlichen Grundlage definieren Thailands Richter pornografische Seife?

Und warum nehmen die Verkäufer für sich nicht das Recht in Anspruch, es handelt sich bei den Objekten um Gegenstände zur rituellen Reinigung, während Dildo Altäre im ganzen Land geduldet werden?

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Willkommen beim Schaulauf der Copy Lotti’s

Posted in Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Gesellschaft, Kultur & Moral, Neues aus Wahnsiristan, Süd-Ost Asien, Sicherheit, Thailand, TRAVEL with tags , , , , , on Mai 10, 2015 by pheneas

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Ich kann von mir zwar leider nicht behaupten, daß mir eine unbeschwerte, wohl behütete Kindheit beschert wurde, aber skurril im Sinn von belustigend, war sie allemal. Einige meiner Anfangsjahre durfte ich auf dem Kiez, zwischen Hamburgs Hafenkrankenhaus und der Washington-Bar (dem Geburtsort der Karriere eines- diesmal bartlosen Österreichers- mit Vorliebe für maritimes Liedgut), mit Nutten, Zuhältern (die wir damals Onkel nannten, weil sie uns öfter ein 30 Pfennig Eis spendierten, als die eigenen Eltern) und Hafenarbeitern verbringen.

Als mich mein, ohnehin nur teilzeitnüchterner, Stiefvater zum Frühschoppen in die besagte Washington Bar schleppte, lernte ich die erste Transe meines Lebens kennen. Der Laden war damals ein echtes Kuriositäten-Kabinett. Ich war mit zwölf Jahren nicht etwa auf der Suche nach sexuellen Alternativen. Ich glaube inzwischen der Mann, den meine Mutter nach ein paar Eckes Edel Kirsch geheiratet hat, aber schon eher. Wenngleich Inkontinenz bei Zwölfjährigen extrem selten ist, habe ich fast vor Lachen in Pfützen gestanden, als der Gatte meiner Mutter nach dem siebten „Lütt un Lütt“ einen breitschultrigen Kerl in Frauenkleidern angebaggert hat.

Und nun, als fast Rentner, lebe ich im Hub of Hubs von umgebauten Lady,- und Tomboys, die wohl bei der Vergabe sexueller Orientierung einen Moment unaufmerksam waren und im falschen Moment „hier“ gerufen haben, und als geschlechtsverkehrt  in die Namensliste eingetragen wurden.

In einem Land, in dem man sogar Hühnerei in Mangroven Labors kopiert, ist es kein Problem, in nicht lizensierten Kliniken, das da unten gegen etwas anderes einzutauschen. Selbst die lästigen Überreste, die hier ohnehin nicht so üppig ausfallen, werden verwertet. Das Gewebe und die Cohones gelten als willkommene Anreicherung bei der Produktion von Hormon-Cremes, ähnlich wie Nabelschnüre, die dann in Form von Hautcremes auf Muttis gute Nacht (Gurken?)Maske landen. Man muß bei der Herstellung eben nur darauf achten, daß sie nicht nach Säugling, oder abgelegtem Freudenspender riechen.

In einer pömpspösen Veranstaltung mit Glanz und Glamour wurde in der Nacht zum vergangenen Samstag, von einer V.I.P.-Jury im bekannten Tiffany’s Show Theater in Nord Pattaya, unter 30 Ladyboys die „Miss Tiffany Universe 2015“ gewählt. In den USA würde man sagen, hier werden Trekker auf einer Sportwagen-Ausstellung präsentiert.

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Das, was die Veranstalter für Charme, Humor, Talent und gutes Aussehen halten, wurde ab 21:00 Uhr landesweit live im thailändischen Fernsehen übertragen.

Ich habe mir (vielleicht wegen meiner frühkindlichen Erlebnisse) die Sendung geschenkt, will Euch aber nicht die Bilder von der „dekontaminierten Partyzone“ vorenthalten. So nennt man es, wenn auf einer Veranstaltung zuwenig spaltbaren Gewebes im Schritt vorhanden ist.

Am Ende der „Thailand hat doch Talent“ Show, gewann das 22-jährige „Studentchen“ (ich habe den Ausdruck gewählt, weil ich mich nicht zwischen den Artikeln der oder die entscheiden konnte) mit dem Namen Sopidar und ging mit € 2,653 und ein paar Sponsorenverträgen Heim. Das entspricht nicht einmal einem Drittel dessen, was das „customizing“ gekostet hat.

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Nun hat die ganze Nummer aber auch eine dunkle Seite. Dafür sorgen die „Trümmertransen“ (eigentlich ein Affront gegenüber der Shemaleität) in den bevorzugten Zielen der Sex-Touristen wie Pattaya und Phuket. Zu deren Kunden vornehmlich japanische Touristen gehören, die sonst auch gern an Teeny-Schlübbern aus dem Automaten schnüffeln. Wer nach Einbruch der Dunkelheit etwa auf der Beach Road Pattaya‘s flaniert und einem der „two in one“ Geschöpfe erklärt, daß der Griff an die eigenen Kronjuwelen doch nicht so willkommen ist, bekommt schon mal die Absätze von Pömps in Geigenkastengröße über die Deoroller Frisur gezogen. Wer sich wehrt, hat meist schlechte Karten und riskiert von einem ganzen Rudel der Hodenlosen attackiert zu werden.

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„Zer-Trümmertransen“ in Pattaya (die ohne Kinderkanone). Sie werden nach blutigen Angriffen auf Touristen, nach belegloser Zahlung einer kleinen Ordnungswidrigkeit an die Cops, gern schnell wieder auf freien Fuß gesetzt. Im Umgang mit den gewaltbereiten „Ladyboys“ sollte man sich in doppelter Hinsicht nicht der Illusion hingeben, es handle sich dabei um eine harmlose Gurkentruppe. „Miss Rummelringer“ (der gelbe Hulk) wurde in einer Woche gleich 2x vorstellig.

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Wie sagte schon der junge Donald Trump?

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