Bewusstseinskontrolle unmöglich – Schade eigentlich

Posted in Aberglaube, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Bangkok, Bildung und Einbildung, Gesellschaft, Glauben & Besserwissen, Kultur & Moral, Neues aus Wahnsiristan, Süd-Ost Asien, Thailand on Juni 3, 2017 by pheneas

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, wurde ich in einem Ausländerforum mit den Worten erwähnt: „eigentlich ist mir der Mann ja zu negativ bei seinen Posts über Thailand, aber zu diesem Thema (hier) muss ich ihm recht geben.“

Ich lade ihn hiermit herzlich ein, diese Geschichte so zu redigieren, dass die Nation in einem positiven Licht erstrahlt. Bin echt gespannt, ob er das Angebot annimmt…(Kleiner Tipp am Rande: Presseberichte aus Nord Korea verraten wie es geht)

Vor fast genau einem Jahr fühlte sich der Sprecher des „Ministry of Science and Technology“ genötigt die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass es derzeit keine Geräte gibt, um Kontrolle über den menschlichen Geist zu erlangen. „In der heutigen Zeit gibt es keinen glaubwürdigen, wissenschaftlichen Beweis für eine Technologie, die auf menschliche Gehirne zugreifen kann, um ihre Gedanken und Gefühle abzurufen“, sagte Worawarong Rakreungdet in einer Erklärung. Ich frage mich seitdem, ob die bei ihren Statements im Hintergrund die Musik der Benny Hill Show laufen lassen, oder nebenberuflich auch auf Kindergeburtstagen bei Mc Donalds auftreten.

Damals wie Heute bin ich der Meinung- keine Gehirnkontrolle? Schade eigentlich, denn für eine Menge Leute hier könnte das ein Ausweg sein.

Im April gab einer der Top Cops des Bangkoker Drogendezernats eine Pressekonferenz der besonderen Art. Es war eine tolle und medienwirksame Vorstellung. Wenngleich Kritiker anmahnen könnten, sie kollidiert andererseits und unglücklicherweise etwas mit seiner Jobbeschreibung.

Bei einem Inspektionsbesuch in der Wat Phrayakrai Polizeistation überraschte er lokale Polizisten und Reporter, als er um Wasser bat, um eine reinigende Exorzismus-Zeremonie durchführen zu können. (Ich bin offen für alle Vorschläge, wie man das Thailand-positiv beschreiben kann). Ich tendiere eher zu der Einschätzung, hier erlebt gesunder Menschenverstand täglich eine Simbabwe-Dollar-artige Inflation. Die Suche danach ist in etwa so aussichtsreich wie die, ein Minarett im Vatikan zu finden.

Top Cop Chaiyaporn Phanitatra sagte, er habe beim Passieren der Zellen, in denen Verdächtige gehalten werden, Atemnot bekommen. Ich kenne die Symptome auch,- nach ausgedehnter Expedition ins Bierreich am Vorabend. Während seine Untergebenen wie euphorisierte Sessionmusiker einer Baptistengemeinde die Hände vor der Brust falteten, opferte er das zeremonielle Wasser für die Seelen der Verdächtigen, die in Polizeigewahrsam gestorben waren, im zweiten Stockwerk der Polizeistation.

Nachdem ein anderer Top Cop ein „Beratergehalt“ von einer Brauerei erhielt frage ich mich, ob dieser von Nestlé gesponsert wird

Leute mit Nahtoderfahrungen geben ja gerne an, sie hätten ein Licht am Ende des Tunnels gesehen. Ähnlich erging es wohl dem Ober-Drogenfahnder, denn als in ihm in ähnlicher Weise offenbar ein Funke von Verstand aufflackerte, sagte er den Reportern die seine Inspektionstour begleiteten, dass er nicht wünsche, dass darüber berichtet wird, weil die Leute ihn für leichtgläubig und unwissend halten könnten. „Es ist nur eine kleine Sache, um für den Frieden der Seelen der Verstorbenen zu sorgen“, sagte er in Bezug auf das strömende Wasser. „Und es belastet nicht das Budget der Polizeistation“.

Ich glaube, der würde auch einen Taubstummen Drogendealer bei der Verhaftung darüber informieren, dass er das Recht hat zu schweigen.

Er gab weiter an, dass Vorgesetzte, die er sehr respektiert, ihm gesagt haben es sei für ihn als Top-Polizist wichtig, die Geister der Toten zu befriedigen, die im Polizeigewahrsam gestorben seien. Dann betrat der diensthabende Offizier der Polizeistation die Bühne, um die Aussagen seines  Chefs mit einer weiteren Geistergeschichte zu untermauern, bei der sich die Nackenhaare der Reporter kräuselten.

Polizeistation, oder ein Käfig voller Narren?

Vor drei Jahren hatte sich hier ein Drogenverdächtiger erhängt, sagte Suk, während ein anderer Inhaftierter sich darüber beschwerte, dass er seither vom Geist des Toten besessen war.

Suk fügte hinzu, er habe in den letzten zehn Jahren geholfen, das Leben von drei anderen Verdächtigen in Drogenfällen zu retten, die erfolglose Versuche unternommen hatten, sich zu erhängen. Er dankte seinem Chef für die Durchführung der Zeremonie, die dazu beitrug, dass sich nun alle auf der Polizeistation wohl fühlen. Über die Tatsache, dass einige Leute unter mysteriösen Umständen im Polizeigewahrsam starben, wurde nicht gesprochen.

Das erscheint mir alles so absurd wie die Idee, sich einen Eugen Jehovas zu einem gemütlichen Grillabend einzuladen. Vielleicht sollten die es in Zukunft bei der Eignungsuntersuchung für den gehobenen Polizeidienst nicht dabei belassen einmal kurz mit dem Hammer auf die Kniescheibe zu zielen, sondern auch den Schädel auf Hohlräume abzuklopfen.

Unser Opa fährt im Hühnerstall Motorrad – oder – Easy Rider trifft Wiesenhof

Posted in Uncategorized on Mai 30, 2017 by pheneas

Source: Unser Opa fährt im Hühnerstall Motorrad – oder – Easy Rider trifft Wiesenhof

Dummheit + Unfähigkeit + Fatalismus = chronische Verstopfung

Posted in Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Bangkok, Neues aus Wahnsiristan, Süd-Ost Asien, Thailand, Uncategorized on Mai 27, 2017 by pheneas

Während ich dies schreibe tönt nicht endender Applaus in meine Ohren, noch lauter als der, den ich Gestern mit meiner Band für unseren Auftritt bekam. Dazu gibt es unregelmäßige Schlagzeug Beats, die Zac Brown in einem Song als „Kick Drum in the sky“ bezeichnet.

OK, OK ihr habt mich ertappt. Nach der 2ten Hopfenknolle tendiere ich wohl dazu, mir die Welt schön zu schreiben. Ultra-Realisten würden wohl insistieren, dass es sich bei dem „Applaus“ lediglich um den prasselnden Regen auf dem Alu-Vordach meines Appartements handelt und ich nicht der Bass Drum von Keith Moon lausche, sondern einfach nur dem Donner eines Monsungewitters. Aber da halte ich es mit Albert Einstein, der einmal sagte: „Imagination is more than knowledge.“

Wie in jedem Jahr hat sich im Mai, übrigens für Thais wieder einmal völlig überraschend, der Monsun angemeldet. Weniger überraschend ist die Tatsache, dass die Regierungspropaganda, ebenfalls alljährlich behauptet, die Provinz,- und Stadtverwaltungen seien auf die Öffnung der Himmelsschleusen bestens vorbereitet. Inzwischen reagieren selbst die hartgesottensten Regierungs-Fans darauf wie auf die Darbietungen einer Philippino Band auf einem Seniorenschlepper mit Casino zwischen Singapoor und Phuket. Nach sintflutartigen Regenfällen sind in Thailand in der vergangenen Woche mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt wurden von den Fluten mehr als 20.000 Haushalte überschwemmt.

Vermisst habe ich in diesem Jahr lediglich eine Kampagne der Tourismusbehörde, dem ohnehin austrocknendem Strom der Besucher mit einer neuen haarsträubenden Aktion, etwa unter dem Motto: „Von Mai bis Oktober – spezielle Rabatte für Pärchen-Urlaub in Gummistiefeln“ vorzubeugen. Aber das ist eh nur etwas für Leute, die auch darauf eingehen, wenn ein gewisser Schlemihl aus der Sesamstrasse ihnen ein U verkaufen will.

Neben dem Regen hagelt es nun auch noch. Nicht etwa Eiswürfel, die bei der Hitze vielleicht sogar noch willkommen wären, sondern Entschuldigungen von Generälen, Provinz Gouverneuren, Bürgermeistern und Beamten der Stadtverwaltungen, die wieder einmal vom Monsun überrascht wurden und somit in den vergangenen 8 Monaten wegen Überlastung in Couchville Sessions nicht dazu kamen ihre Hausaufgaben zu machen.

Land unter“ oder vielleicht doch „mitunter Land?

Ich bin mir nicht sicher, was die aktuelle Situation in Thailands Städten und Provinzen besser beschreibt- „Land unter“ oder vielleicht doch „mitunter Land“. Aber diese rhetorische Frage ist vergleichbar mit der eines Kellners im Nobel-Restaurant, wenn er einen unentschlossenen Gast beim Studieren der Menükarte fragt: „Wat is nu- entweder Gans oder Kranich?

Die Venedisierung BangCocks ist ein „man made problem. Zunächst muss bei der Entscheidunsfindung unter Zeitdruck ein paar Leuten das Wasser bis zum Hals gestanden haben, als es darum ging, einen Standort für eine Hauptstadt zu finden. Also wählte man flux ein Sumpfgebiet aus. Dank des Grundwasserspiegels sinkt BangCock mehrere Zentimeter pro Jahr. Die traditionellen Kanäle (Khlongs) wurden weitgehend durch wesentlich wichtigere Straßen ersetzt, die verbliebenen lassen kaum noch Wasser erkennen, weil sie mit Wasserhyazinthen überseht sind, die die Schleusen verstopfen.

Allein der Drainagetunnel unter einer der Hauptverkehrsstraßen BangCocks, (Rama 9), musste vor zwei Tagen bei einer Reinigungsaktion von rund 10 Tonnen Hausmüll mit Baggern befreit werden. Von Matratzen bis zu abgewetzten Sofas, Holzzäunen und Plastikmüll gab es alles was der Durchschnittsbürger nicht mehr braucht. Laut Stadtverwaltung besteht der Müll in den Khlongs zu 90 Prozent aus Hausmüll.

BangCock’s Khlongs – kostenlose Müllschlucker

Naiv wie ich war fragte ich mich anfangs, warum sich die Leute nicht über die Situation beschweren. Aber dann dämmerte es mir. Auf den 450 Metern meiner Soi gibt es über 30 Hawkerstalls, die allesamt ihren Müll in der Abwasserleitung entsorgen. Kommt der Monsun, steigt das Wasser und überflutet ihre hinter dem Stand liegenden Wohnzimmer. Da ist es einfacher und bequemer, die feuchte Matratze und den Fernseher im nächsten Khlong zu entsorgen, als nach einer Beschwerde eventuell gewisse Auflagen zum Betrieb eines Fressalienstands erfüllen zu müssen.

Hoffentlich schiebt er das Teil nicht auch noch in die Khlongs