Archiv für Singapur

Die Nackten und die Doofen – Singapuritania läβt die Hose ´runter

Posted in Asien, Gesellschaft, Gesetz & Recht, Kultur & Moral, Singapur with tags , , , , , , , , , , , , on Juni 23, 2011 by pheneas

Singapur Playboy Centerfold: Die Minderjährige des Monats!

 „Kleider machen Leute! Nackte Leute haben wenig, oder gar keinen Einfluss auf die Gesellschaft.“ Zu diesem Zitat ließ sich einst der berühmte  amerikanische Schriftsteller Mark Twain hinreißen. Tja, der Mann war eben nie in Singapur. Trotz der künstlich erzeugten arktischen Temperaturen in den Büros und Discos, sind Singapurs weibliche Bioeinheiten schon darauf bedacht sich „sexy“ zu kleiden, wenngleich keine darauf aus ist, wegen einer durchsichtigen Bluse ohne BH eine Verhaftung zu riskieren.

 Vor ein paar Wochen wurde ich bei einem Besuch in Bangkok Zeuge folgender Situation. Mitten auf der Einkaufsstraße Sukhumvit Road, ging ein splitternackter Thai im Lasterfari Look spazieren. Keiner der Passanten regte sich darüber auf, Mütter hielten ihren Kindern nicht die Augen zu um eventuell spätere Traumata zu vermeiden, und der Polizist in seinem Verkehrskontroll-Häuschen, drehte sich bei dem Anblick gelangweilt zur Seite. Schaden an der Moral der Thaigesellschaft: Null! Die sind so normal,- oder verrückt- wie immer.

Mr. Nackedei-Phobie. Als Kind mal einen Schock vorm Spiegel erlebt?

 Während das gerade mal ein halbes Jahrhundert alte Singapur krampfhaft versucht sich und seiner „Kultur“ Nippel, Phalli und knackige Hintern vom Hals zu halten, fragt man sich, wie viele Seiten sie denn hier aus den Geschichtsbüchern herausgerissen, oder umgeschrieben haben? Hey Reisbällchen, können wir mal eben wachwerden? Wenn inzwischen die viktorianische Periode als Brutstätte der Prüderie gilt, in der eine blaublütige Trockenpflaume vom Thron aus die Moral neu erfand, dann ist Singapur der Ort, an dem man diesem Treiben das Sahnehäubchen plus Cocktailkirsche  verpasst hat. Mit anderen Worten, sogar Prüderie wurde- ebenso wie die meisten anderen Dinge auch- leider nicht in Merlion City erfunden, aber immerhin zur Norm erhoben. Auf 51 Flughäfen sitzen inzwischen weltweit Berufsspanner vor Nacktscannern und auf Eurer Verkehrsinsel werden Leute wegen des Besitzes einer Soft-Porn-CD verhaftet und mit bis zu € 5840,- zur Gerichtskasse gebeten.

Jetzt heißt es: Runner mit de Büx!

One Nation under FKK

 Und ausgerechnet hier reiβen sich die Insassen auf der Insel der hautfreien Glückseligkeit plötzlich in Scharen die Klamotten vom Leib und spazieren durchs Disneyland ohne Lachen. Die Zeitungsüberschrift: „Nackter Mann  telefoniert vor McDonalds Restaurant – er wurde nicht bedient“, ließ mich nicht los und ich wollte mehr darüber wissen. Bei der Recherche stieß ich auf: „Nackte Frau im Bus verhaftet“ und „Immer mehr Leute ziehen sich aus.“ Der Busfahrer soll sofort gestoppt haben und  ordnete an, die männlichen Passagiere auf den vorderen Sitzen  und Frauen auf die hinteren Sitze zu verteilen, wo sie helfen sollten die Frau vor gierigen Blicken abzuschirmen…

 Und das in einem Staat, in dem schon eine nackte Glühbirne (polnischer Kronleuchter)  der Hauch des Verbotenen umweht. Im Jahr 2008 war es unter den Frustrierten in Temasek-Land noch Mode, Motorräder abzufackeln. Sie brachten es in einem Jahr auf über 100 private Feuerwerke. Inzwischen scheint die Maxime zu lauten: Hose runter, Brust ´raus und ab zum Bad in der Menge. Da scheint sich zumindest  im Bereich Umweltbewusstsein einiges zum Guten gewandelt zu haben. Aus psychologischer Sicht betrachtet, scheint es jedoch in einem Staat der nahezu alle Bereiche des Lebens reguliert, nicht verwunderlich, wenn über 100 Einwohner pro Jahr dem Wunsch nachgeben sich frei zu machen, selbst wenn es nur von den Klamotten ist.

"Speakers Corner" freie Rede ja, aber vor laufender Kamera und gleich neben der Polizeiwache!

 Wer in Singapurs Öffentlichkeit  seine Wertsachen freilegt, muß mit Verhaftung, Geldstrafe und bei Ebbe in der Kasse mit Knast rechnen, oder man endet in der Klappsmühle. Es gibt weder Nackte am Zeitungsstand  zu sehen, „anzügliche Werbe-Plakate“ (was immer sich die malaiischen 50-something Zensoren im Ministerium darunter vorstellen) sind Tabu, Playboy und Cosmopolitan stehen auf dem Index der Verbotenen Publikationen. Selbst die Liste der verbotenen Bücher ist so geheim, daß sie keiner kennt. Und außer der Tittensuppe (Swimmingpool voller Bikini Girls) hinter den Mauern des Condominiums, gibt’s fast nix unanständiges zu sehen. Abgesehen von den 105 im ersten Halbjahr 2010 hier und da auftauchenden Nackten, die durch die Stadt spazierten und als Exhibitionisten, oder „Aufmerksamkeitssuchende“ eingestuft werden.

 Andere, um nicht zu sagen weitaus bedeutendere Kulturen, hatten da ein weit weniger gestörtes Verhältnis zum ach so menschlichen Körper und Sexualität:

 So wurde bei den alten Griechen an dem Ort wo man nackt ist (Übersetzung von „Gymnasion“), für die Olympischen Spiele trainiert, die ebenfalls nackt ausgetragen wurden. Wahrscheinlich gibt’s deshalb in Singapur nur die Formel1.

 In Sparta (kann wohl getrost als antiker Gegenpol zu Singapur betrachtet werden), fanden nackte Ringkämpfe zwischen Knaben und Mädchen statt…

 Tempel, öffentliche Gebäude und Wohnhäuser wurden mit nackten Statuen verziert, ohne dass sich Scharen von Anhängern ungesunder sexueller Begierden darum versammelten…

Die Römer hatten kein Problem damit textilfreie Akteure und Tänzer in den Theatern anzusehen. Aber hier wimmelte es im Gegensatz zu Merlion City auch nicht von „Molestern“, wie ein Blick in Singapurs Tageszeitungen glauben macht…

Die freien Künste in Singapoor

In Singapurs „Sex Shop“ auf der Orchard Road dürfen inzwischen immerhin Dildos verkauft werden. Einzige Bedingung der Behörden: die Dinger dürfen auch nicht nur im Ansatz aussehen wie ein Penis. Da sitzt Madam Tan dann wohl doch wieder lieber am Nachmittag auf der Waschmaschine…

 In einer Nation, in der mit Vorliebe alles durch Gesetze geregelt wird, kann man da wirklich den Jurastudenten die Tatsache vorenthalten, dass es in Rom Brauch war beim Schwur vor Gericht eben nicht die Hand auf die Bibel zu legen, sondern sich an die Klöten zu packen. Wer die „Cochones“ hat, das vor Gericht in Singapur zu machen, wird wohl beim Abendessen fehlen. „Testis“, Latein für „Zeuge der Wahrheit“, ist bis zur Gegenwart die medizinische Bezeichnung für Hoden.

 Vorsicht auch vor dem Versuch sich hinter religiösen Argumenten als Grund für verordnete Nacktblindheit zu verstecken! Das haut nicht hin, wie ein Beispiel aus Nepal zeigt: Wie die Himalayan Times berichtete, haben Frauen in Baijapur im Südwesten des Landes, wegen anhaltender Dürre die Reisfelder völlig unbekleidet bestellt. Eine ur-alte Tradition, den Regengott anzutörnen, um ihm ein paar Tröpfchen abzuzapfen.

Geburtenrate des Inselstaats - Black Hawk down!

 Nun ist es ja nicht so, dass LKY’s Untertanen keine sexuellen Phantasien hegen. Den Beweis liefert die Gabe der Singapuritaner aller Altersgruppen und sozialer Stellungen, immer wieder bei der Aussicht auf das fünfte  Nudelsüppchen des Tages in orgasmische Erregung zu geraten, während der Gedanke an Sex, schon wegen der vielen Vorschriften, eigentlich mehr als willkommene Gelegenheit sich hinzulegen angesehen wird. Das Einzige, was bei dem Thema wirklich buchstäblich in die Hose geht, ist die sinkende Geburtenrate.

 Mit besonderer Schadenfreude bei Betrachtung der hilflosen Versuche sich als die weißeste Weste Asiens auszugeben, fällt der Blick auf das „Paramount“. Ausgerechnet im Wahlbezirk (Marine Parade) des ehemaligen Premierministers und Senior Minister, Goh Chok Tong, befindet sich einer der ausschweifendsten Puffs des Inselstaats. Hier bieten in einem ehemaligen Einkaufszentrum hunderte Philppinas (eingereist für 4 Wochen mit Touristen-Visa) in einem Dutzend Bars betagten Taxifahrern und Security Guards für kleines Geld Blowjobs am Tresen an, aber Playboy am Zeitungsstand bleibt verboten! Tzzzzzzz

Mal nicht so vollmundig hier, Oral-Sex ist in Singapoor immer noch strafbar... Wie die das wohl kontollieren?

 

Euthanasie Tourismus – Killing me softly, oder Last Exit Bangkok

Posted in Gesetz & Recht, Gesundheit & Gute Besserung, Thailand with tags , , , , , , , , , , on Mai 29, 2011 by pheneas

country icon Aus aktuellem Anlaβ! Eine über 60 Jahre alte Frau hat in den USA nach dem Krebstod ihres Mannes angefangen „Suizide Kits“ per Post zu versenden, hier noch eine Geschichte aus dem vergangenen Jahr. Derzeit geistert die alte Dame durch die Medien; und demnächst wahrscheinlich durch die Gerichte.

Die Pattaya Variante

Fensterstürze und Freiflüge ohne Fallschirm von Hotelbalkons, die nahezu ausschließlich von Ausländern gebucht werden, gehören in Thailands Freizeitpark für Geschlechtsreife (Pattaya), zum Alltag. Ob nun jemand trotz schmerzhafter Arthrose in den Knien, aus freien Stücken über die Balkonbrüstung steigt, etwa 67-jährige im beliebten Albaner-Smoking, die an der unverstandenen Liebe zu einer 17-jährigen Thai verzweifeln, vernunftresistente Familienflüchtlinge aus Rostock, die sich unerklärlicher Weise wegen der neuen Software zum Kopieren von Kreditkarten mit der Russenmafia überworfen haben, oder Leukämie-Patienten aus australischen Bauxitminen,- die „gildoeske Sauerei“ im Erdgeschoss ist immer gleich. Oder wie man es in Kneipen oft kommentierte: „Hossa hat es noch geschallt- und dann ist er aufgeprallt!“

 Da niemand gefragt wird, ob er in diese Welt geboren werden möchte, sollte sich auch niemand herausnehmen, jemandem das Recht auf einen selbstbestimmten Austritt aus der Welt zu verweigern! In Singapur kann eine Person die versucht, Selbstmord zu begehen für bis zu einem Jahr inhaftiert werden. Da muss man diese oft brutale Variante des Kirchenaustritts wenigstens nicht mit religiösen Vorbehalten (Selbstmord als Tod-Sünde) verdammen. Allerdings kommt hier auch niemand auf die Idee, den Aufenthalt hinter Gittern als Therapie verstanden wissen zu wollen.

Nembutal- der finale "Absacker"

 Auf der anderen Seite erscheint es schon etwas verantwortungslos, wenn sich in- und ausserhalb Thailands (via Internet Bestellung), jeder Todeskandidat in der Warteschleife die schwarze Pille wie am Kaugummi-Automaten besorgen kann. Wobei der eigentliche Verwesungsgeruch wohl eher von den skrupellosen Geschäftemachern im Hause „Gierschlund & Raffke” weht. Und wer weiß schon, ob nicht ein geplagter Ehemann mit Hilfe des finalen Absackers  Nembutal, den Diskussionen mit seiner nervenden Schwiegermutter einen endgültigen Schlusspunkt setzen möchte? Mal von den normalen Nachbarschaftsstreitigkeiten- „Na Klaus, noch’n ´Absolut´ zur Versöhnung?“ abgesehen. Aber was soll‘s, früher hat man die Leute einfach zum traditionellen Pilzragout eingeladen.

 Das Angebot der Woche: Für 63 € mit Nembutal ins Nirwana!

 „Australier, die Tierarztprodukte kaufen wollen sind willkommen!“ So werben derzeit immer noch mindestens drei Veterinär-Kliniken in ihren Schaufenstern in Bangkok um potentielle Gift-Käufer, die von dieser Welt die Nase voll haben. Hier braucht man keine Apotheke oder Rezept vom Arzt. Nach dieser unbeabsichtigten Reklame kann es ja auch nicht mehr lange dauern, bis man nach der Landung der Touristenbomber aus Düsseldorf am Immigration-Schalter hört: „Oh mein Buddha, jetzt kommen die German farrangs schon zum Sterben hierher!”

Dead end - copy, copy

 Richtig kriminell wird das Geschäft, wenn die bekannten Panscher von Aufstiegshilfen für Totgeglaubte wie Viagra, Cialis & Co. ihre Angebotspallette auf den lukrativen Marktbereich erweitern. Die australische Recht-auf-Freitod-Organisation „Exit“, empfiehlt auf ihrer Website sogar den Kauf der Euthanasie-Drogen in Thailand, Mexiko, oder Peru. Thailand ist wie immer am preisgünstigsten! Ich weiβ, jetzt horchen besonders die eingefleischten ALDI-Kunden auf. Ausserdem- für Australier ist Bangkok, schon wegen der billigen Flüge, das Paradies für rezeptfreies Endzeitshopping. Da fallen die 36 € für das Austrittsticket kaum noch ins Gewicht. Aber wer wird angesichts der bevorstehenden Aktion schon knauserig werden? Zu den beliebtesten „Näher mein Herr zu Dir‘‘  Mixturen zählt Nembutal, dass in 3o Minuten tödlich wirkt. Ohne Reanimationsmöglichkeit! Beschwerden über Unverträglichkeit mit anderen Medikamenten, oder Nebenwirkungen, sind naturgemäss nicht bekannt. Deshalb gibt der Hersteller auch keine Garantie. Beschwert hat sich wohl noch keiner.

 Allein im vergangenen Jahr bekam Dr. Nitschke, australischer Autor eines natürlich nicht unumstrittenen Buches mit detaillierten Anleitungen zum Selbstmord- ohne Fenstersturz, 300 Anfragen von interessierten Käufern. Extrem Hypochonder horten seitdem die flüssige Sensenmann-Einladung nach eigenen Angaben schon im Voraus in ihren Nachttischschubladen.

Zu laut, zu argumentativ, zu rasant

Zu langsam, zu aufwendig

 Aber,- ähnlich wie die Balkonbrüstung für Arthrose Patienten, gibt’s auch hier eine letzte Hürde. Die Einfuhr einer tödlichen Dosis Nembutal (6 Gramm), fällt in fast jedem Land unter die Rubrik „Drogenschmuggel“. Im Land der Kängurus kann das eine bis zu 25-jährige, haftbedingte Verzögerung, der Selbstmordabsichten bedeuten. Das versaut einem dann sogar die allerletzte Seite im Terminkalender.

Unsere totsichere Markanalyse zeigt: Zum besten Produkt gibt’s keine Alternative!

P.S. Gebt mir bitte Bescheid, wenn die ersten Euthanasie-Reisen á la „SOILENT GREEN” in Deutschland angeboten werden, oder Yellow Press Magazine unter dem Titel „Schöner sterben“ am Kiosk aushängen.

Der Herrgott war ein lausiger Koch

Posted in Gesundheit & Gute Besserung, Kultur & Moral, Süd-Ost Asien with tags , , , , , , , , , , , , , , on Mai 28, 2011 by pheneas

“Ein Weiß überdeckt drei Häßlichkeiten” (jap. Sprichwort)

 „Diese Plätze sind für Menschen mit weißer Haut reserviert“ – Der Text, der jeden sofort an Südafrikas Apartheit, oder den tiefen Süden der USA in den 60er Jahren erinnert, war jedoch im Januar 2011 die Aussage einer Reklametafel für „Weißmacher-Kosmetik“ in den Zügen der BTS Sky Trains in Bangkok. Was offensichtlich als eine Persiflage auf die Hinweisschilder gedacht war, die Sitzplätze für Mönche und ältere Mitbürger reservieren, löste heftige Diskussionen aus. Man stelle sich den internationalen Aufschrei vor, hätte diese- zumindest geschmacklose Werbung- in einem ICE gehangen!

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 In Thailand kursiert eine höchst eigene Version der Schöpfungsgeschichte: Am Anfang schuf Gott die Menschen, jedoch kochte er das Volk zu lange mit dem Ergebnis, daβ er dunkelhäutige Menschen schuf. Dann kochte er sie zu wenig, das ergab käsige Westler. Schließlich kochte er sie mit der richtigen Temperatur und erschuf hellhäutige Asiaten. Bingo! Soviel zur Unfehlbarkeit Gottes und der katholischen Kirche, wenn man das Märchen mal asiatisch-pragmatisch betrachtet.

Holy shit! Es gibt nichts Schlimmeres als Amateure in der Kueche!

 Man unterscheidet allgemein vier Haupt- und 42 ethnische Untergruppen auf dem Globus. Vierzehn davon sind eindeutig dunkelhäutig und lediglich drei von ihnen sind eindeutig als weiß zu bezeichnen. Der Rest läuft unter der Rubrik hell- bis dunkelbraun.

 Der Markt für Whitening Cremes, Deo’s, Seife, Lotion und was auch immer man sich sonst noch auf die Pelle schmiert, boomt in Asien wie sonst nirgends auf der Welt. Einzig nennenswerte Aussnahme auβerhalb Asiens war vielleicht die Neverland Ranch. In Singapur, wo das Pro-Kopfeinkommen weit über dem der Nachbarländer liegt, kann man sich Tonnen von Kalkweissern leisten. Und während man es nach dem Abgang des Kinderfreundes und King of Pop für mitteilungswürdig hielt zu erwähnen, daß man in seinem Boudoir 37 Tuben verschiedener Bleichmacher gefunden hat, findet man eine ähnlich hohe Anzahl wahrscheinlich in jedem Badezimmer eines staatlichen Bausparerghettos (HDB) des Inselparadieses. Wer schon nicht alltagsgrau aussehen will, strebt hier zumindest die Konkurrenz zu einem Glas Milch an.!

 Nach Angaben der Vereinigung von Singapurs Parfüm und Kosmetik-Händlern, machten die Verkäufe von Weißmacher-Kosmetik 2008 in Warenhäusern 14 Prozent des Hautpflegemittel-Verkaufs aus.

Das Entspricht  21 Millionen Dollar (4,55 Dollar pro Kopf der Bevölkerung vom Baby bis zum Greis) und einer Zunahme von 3.1 Prozent zum Vorjahr.

 Interessanter Weise ist Singapur einer der wenigen Staaten in Süd-Ost Asien, in dem ethnische Harmonie gesetzlich vorgeschrieben ist. Für den o.g. Werbe faux pas, würde man hier einen Knastaufenthalt riskieren! Etwas verwirrend ist die „racial harmony policy“ schon, wenn man ein paar andere Eigenheiten des Stadt-Staats betrachtet, die gleichzeitig relevant sind. So gilt man nicht als zweisprachig (bilingual), wenn nicht eine der (egal wie viele) beherrschten Sprachen, Mandarin ist. Es tut der „racial harmony“ auch keinen Abbruch, wenn bei der Vergabe von Stipendien Singapurianer der chinesischen Mehrheit systematisch bevorzugt werden. Dasselbe gilt für Zuzugsbedingungen aus anderen asiatischen Ländern, bei der Vergabe des PR-Status‘, oder gar der Staatsbürgerschaft (Restaurantkellner aus Hong Kong und Annimierdamen aus Beijing – Ja!- IT-Spezialisten aus Vietnam oder Kerala- eher nicht so). Es gibt hier noch eine bedeutende Anzahl weiterer rassistischer Benachteiligungen.

Asiatische Weis(s)heit

 Zu den grotesken Hinterlassenschaften der Kolonialzeit gehört die Klassifizierung zwischen heller und dunkler Haut und die damit verbundene soziale Stellung. Das ist jedoch kein Grund für Europäer darüber die blassen Nasen zu rümpfen. So lange ist es nun auch wieder nicht her, daß jede Blankeneser Trockenpflaume mit nahezu hanseatisch blauem Blut, gepuderter Nase und sogenannter vornehmer Blässe besser angesehener war, als die sonnengebräunte Obstpflückerin aus dem Alten Land, von der anderen Seite der Elbe. In Süd-Ost Asien wird eine hellere Haut noch immer mit vornehm und aristokratisch assoziiert. Und welche 18-jährige Studentin, deren Eltern das Geld für ihr Studium mit einem Hawkerstall, oder unter brennender Sonne auf dem Reisfeld verdienen, träumt nicht davon in dieser Liga zu spielen?

 Nun zeichnet sich Süd-Ost Asien nicht nur durch Geschäftstüchtigkeit, sondern eben auch durch beispiellose Gier nach schnellem Reichtum aus, und da ist der Handel mit den unglaublichsten Sachen (legal – illegal -scheißegal) schon fast eine Verpflichtung.

Quecksilber Quelle

 Da man, besonders in Hong Kong und Singapur, gedrillt wird erfolgsorientiert zu denken, scheint es nur natürlich, wenn Weißmacherprodukte nicht nach Preis oder Ingredienzien gekauft werden, sondern welche den schnellstmöglichen „Dracula-Effekt“ erzielen. Und da nimmt man es dann auch in Kauf wenn die unter dem Ladentisch verhökerten Produkte wie „Rosedew“ (Hong Kong) und „La Rose Blanche“ (Paris) aus chinesischen Giftküchen, den zulässigen Quecksilbergehalt zwischen dem 9.000- und 65.000-fachen zugelassenen Gehalt übersteigen. Da kann man eigentlich gleich aus dem Thermometer trinken!

Danach gehören Frisurmutationen á la Kojack eher zu den Bagatellunfällen. In der quecksilbernen Halbliterklasse wird man mit Schüttelkrämpfen, Nierenversagen, Hirnschäden und Koma vom Platz getragen.

Die annehmbare Dosierung von Quecksilber, wie nach Chinas „Hygienischen Standards für die Kosmetik“ angegeben, ist ein Teil pro Million (1 ppm). Die Firmen gaben an, dass es sich bei den Produkten wahrscheinlich um Falsifikate handelt- eine typisch asiatische Weiβwäscherei-Antwort!

 Quecksilber ist so toxisch und gefährlich, daβ Arbeiter die es im 19ten Jahrhundert verwendeten um Filzhüte herzustellen, psychische Veränderungen durchmachten, die Beobachter dazu animierte den noch immer gültigen Begriff  „mad-as-a-hatter“ (verrückt wie ein Hutmacher) zu prägen.

 Unter Hautärzten gilt: Je wirksamer ein „whitening“ Produkt  ist, desto weniger sicher ist es, und mit einem starken Produkt, wird wie erwartet, die Reaktion heftiger sein. (Mehr zu Auswirkungen von Quecksilber-Vergiftungen unter:

(http://edition.cnn.com/2002/WORLD/asiapcf/east/05/14/asia.mercury/index.html)

 Aber was soll’s? Wer nicht zünftig pudert, schminkt nicht am Limit! Ein Europäer, der am Montag genervt von den Werbeaktionen für Bräunungscremes und Sonnenstudios die Heimat verlässt und am Dienstag in Süd-Ost Asien ankommt, muss umdenken! Leute denen man zuhause bescheinigt, sie sähen aus wie eine Kalkleiste, Guantanamo bei Nieselregen, oder wie Jesus am Karfreitag, sind hier hoch angesehen.

 Es gibt eine große Auswahl an Produkten (Weißmacher) in den USA, aber die meisten dieser inländischen Bleichmittel enthalten Hydrochinon, ein mögliches Karzinogen, wie durch die amerikanische Aufsichtsbehörde für Lebensmittel und Medikamente (FDA) angemerkt wurde. Kurioser Weise ist diese Substanz in Asien verboten. Naja, irgendwo muss der Begriff „totenbleich“ ja schließlich beheimatet sein.

 In meinen Augen ist diese Art des legalisierten Rassismus der zweitgrösste Marketing-Stunt der Geschichte. Spitzenreiter in dieser Rubrik ist unangefochten der besonders von Österreichern favorisierte Irrglaube, daß Adolf Hitler (ehemaliger Maler/Anstreicher) jemals ein legitimer deutscher Staatsbürger war.

 Mehr dazu hier:

http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/16141/wie_hitler_deutscher_wurde.html