Archiv für Sukhumvit Road

Thailand Hartz IV Kutte „Wenn Sie hier nochmal eben ‘reinschlüpfen möchten…“

Posted in Asien, Neues aus Wahnsiristan, Thailand with tags , , , , , , , , , , , , , , on Juni 22, 2011 by pheneas

Wie heißt es bei Wilhelm Busch so treffend? Schneider Schneider mek mek mek…

„Alltagsröcke, Sonntagsröcke, lange Hosen, spitze Fräcke, Westen mit bequemen Taschen, warme Mäntel und Gamaschen – Alle diese Kleidungssachen wußte Schneider Böck zu machen.

 Tja, der Typ war eben kein Thailand-Schneider…

 „Ich mag ihren Anzug, die Leute versichern mir zwar immer wieder ich hätte einen schlechten Geschmack, aber ihr Anzug gefällt mir!“

…und so etwas trägt man jetzt? Nur wenn man es sich leisten kann!

 Wer diesen Satz zu hören bekommt, trägt wahrscheinlich ein Mitbringsel-Gewand, hergestellt in einer der tausend Textil-Garküchen Thailands. So einen Zwirn braucht man so dringend wie einen Behindertenparkplatz vor einer schwarz markierten Ski-Abfahrt! Wer jedoch einmal die Sukhumvit Road in Bangkok, oder Phuket‘s Rat U-Thit Road in Patong entlang spaziert, wird alle paar Meter von den Koberern der Low-Budget-Lagerfeld’s angequatscht: „Hey Sir, want cheap suit?“ Insidern sind daher die Verkaufsförderer auch als „Cheap Suit Serenaders“ bekannt. Wer immer noch nicht gelernt hat, ohne Muttis Rat Hemden, oder Anzüge zu kaufen, ist natürlich hier richtig, und gleichfalls leichte Beute für die Verkäufer schnell zusammengeferkelter Hartz IV Kutten.

und die Kinder riefen Thailand, Thailand,Thailand!

 Die vorrangig anvisierten Marketingopfer der tapferen Schneiderlein, sind besonders einkommensferne Schichten, die bereits in jedem Ferienflieger als Bad Taste Contest-Gewinner auszumachen sind, und daheim in Nadelstreifen, so breit wie eine Nonne im Spagat, mal so richtig auf „dicke Hose“ machen wollen. Sie sitzen mit der letzten „Wochenend“ Ausgabe in der Hand, im Balkansmoking aus Ballonseide, bevorzugt in metallic Rot,  in der Economy Class, und zeigen stolz im Feinripp-Unterhemd ihre Tätowierungen, die an naive Bauernmalerei erinnern.    

 Für unter 75 Euro versprechen Thailands Katastrophen-Couturiers, einen Anzug plus Oberhemd und farblich abgestimmten Genitalanzeiger (Krawatte), gefertigt in 24 Stunden, als passgenaues und eindrucksvolles Outfit für die nächste Silberhochzeit im Emsland, oder Jubelfeiern zum 40-jährigen Betriebsjubiläum in Arbeitslosen-Metropolen wie Sheffield zu liefern. In Thailand wurde der „Ein-Anzug-drei-Krawatten-für-Peanuts-Kunde“ erfunden! Aber nicht nur die Herren sind hier die Castingopfer. Auch Supermarktkassiererinnen lassen sich hier gern von zumeist indischen Heiβnadel-Yogis und Sofakissen Designern aufbretzeln, wie die Fronleichnams-Tischdekoration einer mexikanischen Lastwagenfahrer Kneipe. Da wird Mutti schnell zum Topfmodel in Topflappen!

Wieviele Acrylics mußten dafür ins Gras beißen?

 Denn was man bekommt, ist Schrott mit dem man selbst auf der Geburtstagspolonäse unter Luden im Knast von Santa Fu nur ein mitleidiges Lächeln erheischen könnte. Das ist absolut nix für Leute, die gern dem knistern von Designer Brennholz im Kamin lauschen! Andererseits besagt eine alte Büro-Weisheit jedoch: Je schlichter das Hirn, desto teurer der Zwirn.

 Um es gleich vorweg zu sagen, unter den hunderten Tailor Shops in Bangkok gibt es lediglich ein halbes Dutzend, die Qualitätsware liefern!

 Hinter den Hochglanzmagazin Anzeigen, die unglaubliche Schnäppchen versprechen und aufgemotzten Verkaufsräumen, gibt es eine dunkle Seite, der Thai-Schneiderei. Dabei  werden arglosen Touristen ohne Kenntnis des Textilkennzeichnungsgesetzes Klamotten verkauft, die lediglich den Schaufensterpuppen wirklich passen und aus billigstem Tuch gefertigt sind.

Hat jemand die Vorhänge vom Kinderzimmer gesehen?

 Schlechte Schneider, und das betrifft die Mehrheit, werden die Kunden in einer Vielzahl von Möglichkeiten, um schnelles Geld prellen. Sie nutzen, zum Beispiel, billige Materialien, behaupten aber, dass sie teure Wollstoffe aus Italien, Spanien, oder England importiert haben. Sie erzählen den Kunden auch gerne ihre Leidensgeschichte, wonach ihr Gewinn lediglich 25% beträgt. Bullshit!

 Allererstes Alarmsignal sollte für den Kunden sein, wenn er schon kurz nach dem Eintritt in den Laden in einem „freundlichen“ Gespräch mit dem Armani-Animateur danach gefragt wird, wie lange er schon in Thailand ist,- und wie lange er noch bleibt. Danach, und nur danach, richtet sich der Termin für die letzte Anprobe. Wer am nächsten Tag abreist, hat keine Chance für Reklamationen! Wer auf eine zeitnahe zweite Anprobe besteht, fällt bei den Singer-Sikh’s unter die Diagnose: Stoffwechselkrankheit. Nicht selten stehen Thailands Urlauber-fashion-victim drei Stunden vor Abflug in einem Anzug vor dem Spiegel, der aussieht wie ein Vierfruchtpyjama, dem noch der Kleiderbügel in der Jacke steckt und Muttis Alcantara Mantel entpuppt sich als eine Vileda-Badehausburka, in der sie aussieht wie Germany’s next Topmoppel.

 Eine weitere beliebte Betrügerei bei dieser als Verkauf getarnten Altkleidersammlung, ist die Qualitäts-Luftnummer. Beim Gang zur Kasse erfährt man, daβ sich der Preis des Anzugs verdreifacht hat! Erklärung der Turban-Täuscher: „Der 79 Dollar Preis betrifft nur das Basismodell, Sie haben jedoch Kashmir-Wolle in Hornhaut-Umbra von Paschtunen-Schafen ausgesucht, die mit Belutschistan Hochlandgerste gefüttert wurden, so eine Qualität gibt’s doch nicht zum Hennes & Lauwitz Preis!“ Da bleibt nur eine Lösung, langsam die fünf Schritte in Richtung Ausgang zu spazieren und lauschen, wie sich bei jedem Schritt der Preis um 10 Prozent verringert! Aber damit hat man den Couchbezug-Fummel immer noch zu teuer erworben.

Referenzkunde im Thai-Tailor shop!

 Wer wegen des nahen Abflugtermins erst in der Heimat sein Gewand anziehen kann, kommt häufig zu der Erkenntnis: Komisch, es ist einfach nicht dasselbe, wenn man es nüchtern betrachtet! Oft kommt es auch zu schmerzhaften Kommentaren von nahen Angehörigen oder Nachbarn wie:„ So etwas trägt nicht einmal mein Hundefriseur.“ Es könnte schlimmer kommen. Was sagt man zu einem rumänischen Hütchenspieler im Anzug? Der Angeklagte möchte sich bitte erheben…

 Bei Reklamationen von Business-Reisenden, die gelegentlich wieder nach Thailand kommen und sich über den eingenähten Lochfraβ, verdrehte Hosenbeine oder herabfallende Ärmel beschweren, hört man nicht selten serviceorientierte Floskeln wie: „Wenn du eine Garantie haben willst, kauf‘ dir einen Toaster.” Nichts hält länger als ein Provisorium.

Das Schneiderei-Business in Thailand ist einfach. Man bekommt die Stoffe auf Kredit für 6 bis 12 Monate und hat ausser der Ladenmiete keine Kosten. Wenn Aufträge vorliegen, vermittelt man diese an den favorisierten Sweatshop (Schweissladen), wo die „first class Bekleidung” in irgendeiner Hinterhofgarage von ausländischen, 100 Baht/Tag Singer-Maschinen-Amateuren, die von keinerlei Sachkenntnis getrübt sind, hergestellt wird. Das ist Textildesigners Antwort auf den Straßenmusikstrich.

100 bis 150 Baht am Tag für 12 Std. Nadelarbeit!

Shopping Paradies für perverse Alleinunterhalter

Posted in Gesellschaft, Gesetz & Recht, Kultur & Moral, Süd-Ost Asien, Thailand with tags , , , , , , on Juni 12, 2011 by pheneas

Mama’s Liebling vom Wochenmarkt- geht ja noch

 Sicher gibt es zu elterlichen Geburtstagen wieder hier und da gequältes Lächeln, wenn der Alte die übliche Krawatte, das Geschenk-Set mit 200m Camouflage Angelschnur und drei farbenfrohen Barracuda-Wobblern, oder Mutti den lange herbeigesehnten Staubsauger auspacken. Immerhin erscheint es offensichtlich, dass sie nichts Illegales auf dem Wunschzettel hatten, selbst wenn Mutti einen handgedrechselten Dildo vom Wochenmarkt auf St. Pauli aus der Tüte zaubert. Verkaufsargument des Anbieters: „Ich selbst hab‘ nur noch Caritas Sex- Sie klappert mit dem Döschen, aber ich tu nix mehr ´rein!“

 Die hardcore Touristen Bangkoks, etwa gemütskranke Hinterwäldler verschiedener Nationen, die durch den übermäßigen Konsum von Blumentopf-Hanf und sündigen Sexualpraktiken im Bereich der heimischen Fauna über Generationen aus der Bahn geworfen wurden, haben da ganz andere Sachen auf dem Einkaufszettel. Aber eigentlich wird hier jeder bedient, der nicht mehr dem Irrglauben nachhängt, dass es zu einer gelungenen Festtagsvorbereitung gehört, wenn man mit seiner Schwiegermutter bei Obi Tapeten aussucht.

Kinderpornografie vom Grabbeltisch

 Nun haben bestimmte Regionen in Süd-Ost Asien den traurigen Ruf erworben, eine Art Streichelzoo für Pädophile aus aller Welt zu sein. Aber, hier scheinen die Leute ohnehin ein gestörtes Verhältnis zu dem Thema zu haben. In meiner Nachbarschaft gibt es einen pensionierten Juristen, der allabendlich mit einem Rudel 5 bis 10-jähriger Jungs durch die Gassen wandert, die er groβzügig mit Eiscreme, Cola und Snacks versorgt. Ab und zu verschwindet der gesamte Tross für eine Zeit von der Bildfläche. Unter den Eltern hat sich noch niemand darüber gewundert, lästige Fragen verkneift man sich, solange man selbst nicht für das Naschwerk in die Taschen greifen muβ. Einer der Security Guards (!?) zerrt in aller Öffentlichkeit ständig kleinen Jungs die Hosen herunter und fummelt an ihnen herum. Er greift sogar Windelträgern zwischen die Beine. Reaktion der Nachbarn: Null! 

Da versucht man jahrelang seine Brut von Bonbon spendierenden Seniorenstiften fern zu halten, und dann glotzen sie einen fragend an, wenn sie knutschende Opas in Frauengewändern im Fernsehen erspähen…

Pattaya Beach Road- Für das Wegwerfen einer Kippe kassiert die Polizei 45€ Strafe, aber…

 Wie lange würde es in Husum, Hagen oder Hindelang dauern, bis die Handschellen klicken, wenn jemand in aller Öffentlichkeit auf einem Markt in der Fußgängerzone DVD’s mit Kinderpornografie verkauft? 10 bis 20 Minuten? Käufer und Verkäufer würden gleichermassen belangt und das ist gut so! Anders in Bangkok oder Pattaya. Während auf den Flughäfen noch alle harmlosen Herrenmagazine züchtig in Plastik eingeschweisst sind, blüht der offene Handel mit derlei Schund Tag und Nacht auf Pattaya‘s Beach Road, unter dem von schwarzen Sonnenbrillen getrübten Blick der Polizei.

 Nach wiederholten Presseberichten wurden diverse Razzien in Bangkok’s Sukhumvit Road veranstaltet, die den offenen Handel vorerst eindämmten. Provinzübergreifendes Ergebnis: Jetzt boomt der Markt im 90 Autominuten entfernten Pattaya! Der Verkauf findet inzwischen auch tagsüber statt und die meisten Käufer sind Ausländer, die dort einen Wohnsitz haben, oder zumindest Langzeittouristen sind. Keiner der Kinderficker zeigt beim Shopping auch nur die geringste Scham, oder gar Angst in Sachen herumzustöbern, die sie unter Umständen in die Abendnachrichten bringen könnten. Im Vergleich zum Bratwurstfressen auf dem heimischen Christkind’l Markt, erscheint ihnen das natürlich als die schlechtere Alternative, weil anstrengend und womöglich noch mit erwachsenen Frauen.

Einige kaufen den Schund sogar dutzendweise. Vielleicht sollte man zumindest hier den Verkauf und Handel mit Pfizer’s Begattungs-Pillen gleichfalls unter Strafe stellen. Thais sind kaum unter den Käufern. Die Händler bieten die Ware auch nicht Thais an, weil sie fürchten, diese arbeiten verdeckt für die Polizei.

So läuft der Verkauf ab:

 Die Händler stehen meist ein paar Meter neben oder hinter ihrem Stand, um nicht sofort als solche erkannt zu werden und beim unerwarteten Besuch der Polizei unbeteiligt davon zu schreiten. Auf den Klapptischen liegen die leeren Cover von bis zu 100 Hardcore- und Kinderpornos. Nähert sich ein interessierter Kunde, treten die Verkäufer hervor. Kunden, die nicht gleich fündig werden, bittet man in einen Stauraum in Geh Weite, wo eine weit grössere Auswahl wartet. Hat sich der Kunde zum Kauf entschlossen, wird die Nummer auf dem Cover notiert und ein Läufer bringt die Ware aus einem Lager in wenigen Minuten an den Mann. Inzwischen haben sich einige Händler zusammengeschlossen und unterhalten ein Netzwerk von Spähern, die per Handy die Händler warnen, sollte sich die Polizei nähern. Die Preise für VCD oder DVD liegen bei € 2,50 aber es gibt Mengenrabatt.

 Auf der einen Seite gibt es halbherzige Bemühungen der Thai Tourism Authority, Pattaya als familienfreundliche Urlaubsdestination zu präsentieren, das ist so rührselig naiv, als würde man einen Bären zum Friseur schicken. Auf der anderen Seite haben eben auch Kinder und Jugendliche Blick auf die Auslagen, wenn sie mit ihren Eltern auf der Beach Road flanieren. Allerdings muss ich sagen, wer so bescheuert ist, mit seiner Brut ausgerechnet Ferien in Pattaya zu machen, der kann sie auch gleich mit in den heimatlichen Erlebnis-Puff nehmen. Eher würde ich mir während der Regenzeit im Dschungel lediglich mit Aspirin-Narkose und einem „Leatherman“ den Blinddarm selbst herausnehmen.

Schamlose Rocksäume sind ein Aufreger,- Kinderpornografie eher nicht so!

 Obwohl der Ursprung des größten Teils der Ware ausgemacht ist, der Ban Mor Markt in Bangkok, scheint die Produktion der silbernen Schweinerei-Scheiben unbehelligt Nachschub zu liefern. Während Kinderpornografie dort zurzeit nicht öffentlich ausliegt, verkaufen über 20 Händler hier Hardcore. Kaum anzunehmen, dass die DVD’s mit Kindersex nicht von ihnen, sondern von den Gemüsehändlern vertrieben werden.

 Wie üblich zeigt die breite Öffentlichkeit wenig Interesse für das schmutzige Geschäft. Wer angestachelt durch einen ausgeprägten „Gierfaktor“ Kohle macht, wird eher bewundert als verdammt Wenn einer aus Scheiße Geld macht, ist es lediglich das Geld, was zählt!. Geradezu lächerlich erscheint aber, daß gleichzeitig in den Medien eine endlose Diskussion darüber im Gange ist, daß einigen besorgten Bürgern, Schul-Rektoren und Politikern die Röcke der Studenten Uniformen zu kurz sind. Wenn also einer gesamten Nation der Blick fürs Wesentliche abhanden gekommen ist, fragt man sich schon, wo gucken die denn eigentlich den ganzen Tag hin?