Archiv für Phuket

Thailandurlaub- die große Abzocke wird Tradition

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ATM-final

„In einem Land in dem Talent und Tugend keine Weiterentwicklung bewirken, wird das Geld zur nationalen Religion erhoben: in Thailand ist es der Bahtismus!“

Es scheint inzwischen in Thailand zur Gewohnheit zu werden Auslandstouristen so schnell über den Tisch zu ziehen, dass sie in ihrer Verwirrung die dabei entstehende Reibungshitze als vermeintliche Warmherzigkeit ihrer Gastgeber empfinden. Überhaupt macht sich im „Land of Smiles“ (LOL 555) langsam aber sicher so eine Art  Raubtierkapitalismus breit. Aber in einem Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung Korruption toleriert, weil man in irgendeiner Form selbst davon profitiert, wird das zu gegebenem Anlass von höchster Stelle als eine Form von Tradition präsentiert. So haben zum Beispiel Polizisten am vergangenen Neujahrsfest der Chinesen, Geld von einem indischen Ladenbesitzer verlangt (nicht etwa darum gebeten). Das ganze wurde auf Video aufgenommen. Kein Geringerer, als der ehemalige Vize Premierminister und ehemalige Polizei Oberst Chalerm, vertrat dann vor der Presse die Ansicht, die Beamten hätten sich keines Vergehens schuldig gemacht, das gehört zur Thai Tradition! Aber was soll man schon von einem ehemaligen Polizeichef und Vize-Premier erwarten, der sich in einem rosafarbenen Bentley chauffieren läßt und gelegentliche motorische Ausfälle mit der Einnahme von Ohrenmedizin erklärt. Noch Fragen?

Chalerm

Thailands ehemaliger Ohrensausen-Vize (Bildmitte) beim offiziellen Besuch im vorwiegend moslemischen Malaysia. Da stand wohl auf der Einladung: Erscheinen Sie bitte in heiterer Stimmung und Aufmachung…

Wer dennoch keinen Gefallen an einem System findet in dem 30% aller Steuergelder die von der Regierung für zum Teil populistische Projekte ausgegeben werden verschwinden, dem wird gesagt dass Korruption erst von den chinesischen Emigranten ins Land gebracht wurde. Vorher war die Thai Gesellschaft so rein wie belgisches Leinen. Nun, wenn sich die Thais also schon untereinander ständig übers Ohr hauen, dann ist es wohl nur eine logische Konsequenz, wenn sie bei der Abzocke von „reichen Touristen“ gemeinsame Sache machen und keinerlei Scham dabei empfinden.

Auslandstouristen werden egal auf welcher Ebene, von den Bargirls über den Restaurantbesitzer bis zu Polizisten und Beamten im öffentlichen Dienst, als Milchkühe der Nation angesehen und entsprechend entsaftet.

Thailands Allgemeine Touristen Melkmaschine

So wird man zum Beispiel beim Devisentausch in den Banken nur mit Herr und Sie angesprochen. Allerdings in der Thai-Variante: Her mit dem Geld und sieh‘ zu, dass du noch mehr heranschleppst! Aktuelles Beispiel der Preise beim Devisentausch: Wenn man 250 € bei einem offiziellen Kurs von 40 Thb/Euro in Thai Baht wechselt wären das 10.180 Thb Aus der ATM müsste normal der Betrag von 10.181 Thb berechnet werden, minus 5€ (203 Thb) Bankgebühr das ergibt 9.978 Thb also 245 € Die Maschine legt aber nur einen Umtauschkurs von 38 Thb pro Euro fest. Das ergibt 9.500 (233,26 €)  minus 180 Thb (4,41 €)  ATM Gebühr minus 200 Thb (4,91 €)  Bankgebühr bleiben 9.120 Thb also 223,93 € Das System wurde in der ursprünglichen Version schon im April 2009 eingeführt, aber seither schon öfter zu Gunsten der Banken korrigiert. Beim offiziellem Wechselbüro in der Sukumvit bekommt man 9.950 Thb also 248,50 € Beim lizensierten Moneychanger 9.850 Thb also 246,25 € Und beim Umtausch von Reiseschecks 9.880 Thb minus 33 Thb Gebühr 9.848 also 246,20 €

Staatlich genehmigte Abzocke

abzockeEin weiteres Ärgernis ist die von oben abgesegnete Praxis in Nationalparks, Zoologischen Gärten und Touristenattraktionen von Auslandsbesuchern den bis zu 10-fach erhöhten Eintrittspreis zu verlangen. Begründet wird die Abzockerei mit der lapidaren Erklärung, ausländische Besucher sind eben reich. Dass aber auch der Durchschnittseuropäer eine Weile sparen muß, um sich einen Asienurlaub zu leisten, interessiert hier nicht.  Vergessen wird dabei ebenfalls die Tatsache, dass es in Thailand eine stattliche Anzahl von Superreichen gibt, die auch in den Genuß der Thai-Preise kommen. Wer in Thailand arm ist, dem fehlt es wirklich am Nötigsten, wer aber zur Gesellschaftlichen Oberschicht gehört, ist im wahrsten Sinne „stinkreich.“

Taxifahrer verlangen häufig von Ausländern den 3-fachen Fahrpreis

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Taxifahrer in Bangkok, und besonders die TukTuk Mafia in den Touristenzentren wie Phuket oder Pattaya, treten täglich tausendfach den Beweis dafür an, dass Thailand in Geldangelegenheiten eine moralfreie Zone ist. Von Kreuzfahrern, die mit einer der schwimmenden Seniorendeponien im Hafen von Phuket ankommen, werden, ebenso wie von amerikanischen Marinesoldaten auf Landgang, für die 16 km lange Strecke nach Patong 2000 Baht verlangt! Für den Betrag müssen viele Thais 10 Stunden an 7 Tagen arbeiten. Die GI’s hatten sich für die Fahrt ein paar Busse bestellt, woraufhin die Drei- und Vierradmafia die Ausfahrt des Hafens blockiert hat. Häufig werden aber auch Touristen von den Fahrern angelockt und auf halber Strecke, bevorzugt in abgelegenen Regionen zum Aussteigen aufgefordert, um den doppelten Fahrpreis zu erpressen. Da wird der gemeine Sextourist zur Frischfleischgeisel. Wer nicht zahlt, kann auch schon mal einen unvorhergesehenen Krankenhausaufenthalt einkalkulieren. Mehr dazu hier.

Zwei-Preis System in Restaurants und Garküchen

Restaurant-grabAuch wenn die Tourism Authority of Thailand (TAT) allwöchentlich fragwürdige Zahlen über das Wachstum im Tourismusbereich verkündet, mit Thailands Tourismus steht es nicht zum Besten. Jeder im Land weiß darüber Bescheid und kein Mensch glaubt mehr an die Prognosen TAT, bei der es zugehen muss wie in Orwells Ministry of truth.

In mageren Zeiten, wie etwa der Monsunsaison, oder bei Hochwasser und Überschwemmungen, kommt eine ganz besondere Form von Thai-Logik zum Tragen: Wenn in der laufenden Saison weniger Gäste ein Restaurant besuchen, müssen die eben für den Verlust im Vergleich zum Vorjahr bezahlen! Nahrungsmittel und Arbeitskräfte sind billig im Land. In den Touristenhochburgen wie den Inseln im Golf von Thailand, ebenso in Khao Lak, auf Phuket und Phi Phi Island gibt es inzwischen zwei Menükarten- eine in thailändischer Sprache und eine für Ausländer mit zum Teil extrem überhöhten Preisen.

Es gibt aber noch andere Abzockmethoden:

Visa-grab_600Kosten für ein Jahres Visa:          1.900 Thb 46,46 € Kosten für ein 3-Monate Visa:   1.900 Thb Kosten für eine 7-Tage Visaverlängerung (weil man vielleicht zum Arzt muss):  1.900 Thb

Zigarettenkippen Abzocke in Bangkoks Innenstadt

Das MBK Center (Ma Boon Khrong Center) in Bangkoks Innenstadt ist ein beliebter Einkaufstempel der Stadt. Weniger beliebt ist die Umgebung, genauer gesagt die Überführung von der BTS Station zu diversen Kaufhäusern. Hier sitzen die Braunen Maden und warten auf ihren Speck in Form von unerfahrenen Touristen, die vor dem Einkaufsbummel schnell noch eine Zigarette rauchen möchten. Aschenbecher wie sonst üblich vor Geschäften gibt es nicht. Aber auch keine Nichtraucher-Schilder wie auf den Bahnhöfen. Wer nun seine Kippe im Regenabfluss der Überführung entsorgt ist dran: Einer der Polizisten, der mit ziviler Jacke über der Uniform den Touristen auflauert schleppt den Umweltfrevler zu seinem Chef, der an einem Campingtisch sitzt auf dem er schon Kuli und

Hier (gelber Kreis) warten die beamteten Kippensammler

Hier (gelber Kreis) warten die beamteten Kippensammler

Quittungsblock bereithält. Kosten der Raucherpause: 2.000 Thb! Derlei Abzocke findet überall in der Stadt der Engel statt.

Nun könnte man sagen, das sei halt konsequenter Schutz vor Umweltverschmutzung. Wären da nicht ein paarhundert Meter weiter entfernt Werkstätten, die Autogetriebe reparieren und jegliches anfallende Alt-Öl in die Kanalisation entsorgen. Merke: Umweltschutz findet in einer ansonsten ziemlich verdreckten Stadt nur dann Beachtung, wenn sich damit Geld verdienen lässt!

Abzocke durch „falsche“ Polizisten

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Ich dachte der war echt…

Wer es aus zivilisierten Ländern gewohnt ist, Uniformträgern ohne Ansehen der Person wenigstens eine Art Anfangsrespekt entgegenzubringen, hängt in Thailand bereits am brennenden Ende des Seils. Falsche Polizisten in echter Uniform bitten Touristen wegen allem Möglichen zur Kasse. Nun ist es kaum anzunehmen, dass ein Schwachmaat ohne Kohle zum Schneider geht und sich eine Uniform mit allen Insignien bestellt. Also, wo kommen die Aufrüstungsklamotten her? Die Wahrscheinlichkeit, dass Familienangehörige die Zweituniform eines echten Polizisten, mit oder ohne Genehmigung aus dem Schrank ausleihen, um etwas zum Familieneinkommen beizutragen ist nicht ganz von der Hand zu weisen.

Krankenhaus Abzocke

Da müssen wir aber jetzt unbedingt eine Ganzkörper-Kernspintomographie machen und die Leberwerte checken.

Da müssen wir aber jetzt unbedingt eine Ganzkörper-Kernspintomographie machen und die Leberwerte checken.

Wer bereits seit zwei Tagen an Schüttelfrost, Fieber und Gliederschmerzen leidet geht, schon mal in eine Arztpraxis oder in ein Krankenhaus, um sich untersuchen zu lassen. Wer als Ausländer in eine Thai-Klinik geht, kann sich immer gaaaanz besonderer Fürsorge sicher sein. Wer mit den o.g. Symptomen in Europa zu einem Arzt kommt wird wohl mit den üblichen Diagnoseverfahren konfrontiert. Stethoskop, Blutabnahme und physischer Begutachtung. Während besonders in Provinzkrankenhäusern die Einheimischen zum Teil mit dem Kopf unterm Arm seit drei Uhr morgens bis Mittag auf den Arzt warten, werden Sie bevorzugt behandelt und man empfiehlt alle teuren Diagnosen bis hin zur Kernspintomographie im nächsten Grosstadthospital. Aderlass Thai-Style!

E-Mail Abzocke

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Wer sich darüber wundert, dass seine pre-paid Telefonkarte von one-two call ständig an Geld verlert findet hier eine Antwort. Das Unternehmen verschickt messages des facebook mobile service an seine Kunden und kassiert dafür 9,63 Baht. Selbst wenn der Kunde gar kein facebook user ist. Wer die Telefongesellschaft um Klärung bittet, bekommt keine Antwort.

Motorbike Vermieter Abzocke

3,w=650,c=0.bild (2)Es ist gängige Praxis, für kleinste Schäden an den beliebten Leihmopeds den Mieter um heftige Summen zu prellen, die in keinem Verhältnis zum Preis für ein Ersatzteil stehen. Einer der Gründe für diese Art von Raubrittertum ist die Tatsache, dass die sogenannten Mopedversicherungen nur Schäden abdecken, die vom Halter und nicht etwa einer dritten Person angerichtet wurden. Oft sind die Leih-Mopeds jedoch überhaupt nicht versichert. Mopedklau gehört schon fast in die Rubrik „Volkssport.“ Touristen, denen ein etwa 5 Jahre altes Moped geklaut wird, werden oft sehr eindringlich aufgefordert den Neupreis des Reisbrenners (ca. 47.000 Baht) zu bezahlen. Es soll Fälle gegeben haben, wo der „Diebstahl“ von Familienangehörigen des Vermieters begangen wurde. Die Polizei ist bei dieser Art des Betrugs aber meist auf der Seite des Vermieters.

…und ganz neu im Programm: Schwimmwesten Abzocke

2013-07-25_085934Zum Schluß noch eine Meldung die durch die Ausländer-Foren geisterte. Auf einer Anzahl von Speedbooten die Touristen auf die verschiedenen Ferieninseln bringen und deren Unfallstatistik ziemlich eindrucksvoll ist, gibt es oft nur wenige, oder gar keine Schwimmwesten. Eine Erklärung dafür könnte man auf Koh Larn finden. Dort hat ein 28-jähriger Thai eine Gruppe Touristen aufgefordert seine Schwimmwesten zum Stückpreis von 1.500 Baht zu mieten. Er behauptete es gäbe eine behördliche Vorschrift die Westen beim Baden zu tragen und Zuwiderhandlung würde von der Behörde bestraft. Der Reiseleiter der Gruppe wollte diesen Unfug unterbinden und wurde von dem Thai verprügelt. Die Gruppe meldete den Vorfall der Polizei und erstattete Anzeige. Der Westenvermieter erhielt lediglich wegen „Rangelei“ eine Geldstrafe von 500 Baht…

Jet-Ski Abzocke mehr dazu hier und hier

Duty free Abzocke am Flughafen mehr dazu hier

Wenn das so weitergeht (und wer soll den Trend schon stoppen?), kann die TAT wohl bald eine Friedhofskommission für den Tourismus im Land of Smiles einrichten.

Pattaya & Phuket – Traumziele der Selbstmörder

Posted in Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Bangkok, Gesetz & Recht, PHUKET, Reise, Reisen, Süd-Ost Asien, Sicherheit, Thailand with tags , , , , , , , , , on Dezember 27, 2011 by pheneas

 „Nur für alle Fälle: sollte ich hier in Thailand sterben, dann ist die Todesursache ganz sicher kein Selbstmord!“

 …so lautet ein posting in einem Forum, zum Thema Ausländer-Selbstmorde im Land of Smiles (LOS). Ein Kürzel, daβ zumindest in den Touristenhochburgen auch in „Land of Suicides“ umbenannt werden kann.

 Offensichtlich besteht eine Kausalität zwischen unfähigen Ermittlungsbeamten und einer außergewöhnlich hohen Zahl an Todesfällen, speziell unter Auslandstouristen, von denen die meisten als „Selbstmorde“ klassifiziert werden. In Pattaya und auf Phuket sterben durchschnittlich in einem Monat mehr Leute beim freien Fall von Balkons und Hoteldächern (Lemming-Syndrom) als seit 1934 Klippenspringer (Clavadistas) in Mexiko! Ob es sich dabei um eine Art finale  Balkonbrüstungstherapie gegen Liebeskummer, oder eine Fensterrahmenhandlung der lokalen Mafia handelt, wird in den seltensten Fällen untersucht. Erstaunlich erscheint auch die Tatsache, daβ andere Touristenmetropolen, Hua Hin und auch Bangkok, kaum zu den bevorzugten Suizidrampen der Ausländer zählen.

Natürlicher Tod durch Messer & Gabel ist weniger bekannt

 Wann hat man zum letzten Mal (wenn überhaupt) in Europa davon gehört, daß sich jemand zum Freitod eine Plastiktüte über den Kopf zieht, um sich so endgültig seines schlechten Atems zu entledigen? Unter den Expats mit Höhenangst (Hypsiphobie), ist diese Variante -Tod in Plastiktüten- in Thailands Urlaubsorten jedoch außerordentlich beliebt. Eine stattliche Anzahl Houdinis unter den Lebensmüden, bringt das sogar mit auf dem Rücken gefesselten Händen fertig. Immerhin werden die niemanden mehr mit Bildern vom Thailandurlaub auf die Nerven gehen. 

Kalte Abreise- Jargon, wenn ein Hotelgast stirbt

Nicht nur mir fällt es schwer zu glauben, daβ eine so groβe Anzahl Männer jeden Alters eine Pauschalreise mit Rückflug bucht, zuhause den Koffer für vier Wochen packt, sich 11 Stunden in einen Touristenflieger setzt, um im Sonnenschein eines Urlaubsortes, möglichst spektakulär am Super Single Selbstmord Sonntag biologisch beiseite zu treten. Dabei gibt es doch Alternativen: laut einer Kriminalstatistik gab es im Jahr 2008 allein auf Phuket, 370 vollendete und 376 versuchte Morde. Da muβ man doch nicht ums Verrecken selbst Hand anlegen. Im Gegensatz zur Gemütlichkeit des Todes, mit dem traditionellen Fön in der eigenen Badewanne, geht dabei obendrein auch noch Erbmasse verloren. 

 Allein für 50 Australier wird Phuket jährlich das Foyer zur letzten Ruhe. Kaum anzunehmen, daβ die down under nicht genügend mehrgeschossige Hotels mit einem zünftigen Seniorenkatapult auf dem Dach haben.

Forensik als natürlicher Feind investigativer Thai-Polizeiarbeit

 Frau Dr. Phornthip Rotchanasunan, ist Pathologin, Autorin und Menschenrechts-Aktivistin. Und als ob das allein noch nicht ausreicht, um sich Feinde bei der Polizei zu machen, könnte man sie aufgrund ihrer Erscheinung, die absolut nicht dem thailändischen „business attire“ entspricht, auch als die Nina Hagen ihres Gewerbes bezeichnen. Punkfrisur mit blauen und roten Strähnchen, Schuhe mit Plateausohlen, schrille T-Shirts und enge Jeans gehören zum Markenzeichen der 56-jährigen Kadaver- Koryphäe. Nun hat in Thailand die Polizei fast totale Kontrolle über jeden Aspekt einer strafrechtlichen Ermittlung. In Kombination mit dem Ruf eines der korruptesten Organe im Land zu sein, kann man sich leicht ausrechnen, welche Ergebnisse von polizeilichen Untersuchungen, sofern sie denn stattfinden, zu erwarten sind. Um sie bei den „Boys in Brown“ gänzlich unbeliebt zu machen, ist sie als Frau nun ausgerechnet noch die einzige vertrauenswürdige und international anerkannte Forensik-Expertin in Thailand. 2003 wurde sie zusammen mit dem damaligen Puff-Besitzer und heutigem Abgeordneten,  Chuwit Kamolvisit, von der Zeitung „THE NATION“ zur Person des Jahres gekürt. In Umfragen nach vertrauenswürdigen Personen des öffentlichen Lebens im Land, nimmt sie seither unangefochten die Poleposition, weit vor jedem Politiker,- oder gar Polizisten, ein. Schon wegen der Kombination der Awardwinner, muß das jedem der zahlreichen Polizeigeneräle wie ein Schlag mit der „Schwarzen Lola“ in die Weichteile vorgekommen sein.

Khun Watson- Kombiniere, die Todesursache ist eindeutig Herzstillstand!

 Sie ist keineswegs respektlos gegenüber den bornierten Uniformierten, aber ihr berufliches Ethos läβt sie schon mal aufmucken. Etwa als 2006 ein Mann mit fünf (!) Kopfschüssen in seinem Haus gefunden wurde, und der Polizeibericht „Selbstmord“ als Todesursache angibt. Pornthip stellte die Umstände richtig und wurde prompt von der Polizei beschuldigt, sie sei publicitygeil und man verklagte sie wegen Verleumdung. Angesichts der fünf Geschosse im Kopf des Opfers, gab der Richter jedoch der Expertin Recht und wies die Klage ab. Da fragt man sich, ob man die erste polizeiliche Untersuchung einem Parkplatzwächter mit Krankenpfleger-Phantasien überlassen hat.

 1999 widersprach Dr. Death den „Ordnungshütern“ nachdem ein reicher Politiker, angeblich anstatt nach deutscher Manier zum Baden nach Genf zu fahren, oder im Möllemann Stil den Schirm zuzumachen, im eigenen Heim den Krepeur gegeben hat. Nach Obduktion und Spurensicherung kam sie zu dem Schluβ,  daβ der Herr durch nicht-ganz-Fremdeinwirkung devitalisiert wurde. Die Beweise reichten aus, um den Bruder des Toten zu überführen, worauf die Ermittlerin Todesdrohungen erhielt und einen Bodyguard engagierte. Wie sagte die Medizinerin einst so treffend? „Arbeit mit Menschen schafft immer Probleme und Konflikte. Arbeiten mit den Toten ist leicht.“ Vielleicht sitzt sie deshalb lieber vor ihrer pathologischen Schlachtplatte und obduziert…

Von Wegen letzte Ruhe und so...

 Soviel zu der möglichen Fehlannahme, daβ Thailands Polizei den Ben Hur nachdreht, bloβ weil ein pensionierter Landwirt aus der Pfalz in Pattaya oder Phuket, einheimischen Nachbarn den Prager Fenstersturz demonstriert, oder von einem 21-jährigen Ladyboy beim „Spiel mir am Glied bis zum Tod” gebarschelt wird. Und da Dr. Death eigentlich nicht für die Bagatellfälle zuständig ist, und nicht überall sein kann, käme sie wohl nur zum Tatort, wenn sich der Landmann mit einem  iranischen Speck-weg-Gürtel aus Ammoniumnitrat in Bang Cocks U-Bahn entleiben würde.

Sternstunden polizeilicher Ermittlungen

 Beginnen wir mit dem letzten Todesfall, der von Phukets Polizei als „Selbstmord“ behandelt wird. Ein 69-jähriger Mann aus Südafrika, der seit Jahren auf Phuket lebt, erhält per e-mail den Auftrag nach der Jacht eines Besitzers zu sehen, die 800 m vom Strand ankert, da ein Sturm erwartet wird und der Besitzer sicher gehen will, daβ die Jacht darauf vorbereitet wird. Auf Anrufe bekommt der Besitzer keine Antwort. Die Polizei wurde inzwischen  benachrichtigt, daβ ein Mann nach seinem Selbstmord tot auf der Jacht gefunden wurde. Die Polizei findet die Leiche mit einer Plastiktüte über dem Kopf in einer Koje. Nach Angabe eines lokalen Polizei Captain gibt es keine Anzeichen für einen Kampf und nichts wurde gestohlen.

  • Diese zusammengetragen Informationen reichen der Polizei aus, keine Obduktion anzuordnen.
  • Woher weiβ die Polizei, daβ nichts gestohlen wurde, wenn sie keine Inventarliste hat?
  • Seit Jahren werden ausländische „Selbstmörder“ bevorzugt in Pattaya mit Plastiktüten über dem Kopf gefunden. Niemand fragt nach einem Zusammenhang.
  • Es ist sehr unwahrscheinlich, daβ jemand sich zu einem Auftrag begibt, sich in eine Koje an Bord legt, sich eine Plastiktüte über den Kopf zieht und daran erstickt. Das hätte der Mann auch zuhause haben können.
  • Fazit: klassischer Fall von Freitod!
  • Da die Leiche erst nach vier Tagen gefunden wurde, hätte ein möglicher Mörder genügend Zeit gehabt alle Spuren zu beseitigen.
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  • Ein absoluter Knaller war der Fall, bei dem vor Jahren eine Leiche gefunden wurde, deren Kopf in einer Tasche an einer Brücke hängend gefunden wurde. Polizeilich bestätigte Todesursache: Selbstmord!

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  • Es wurde eine Leiche vor einem Hotel in Pattaya gefunden, die keinerlei Blutspuren aufwies. Trotzdem stand im Polizeibericht, daβ der Körper aus groβer Höhe vom Balkon eines der Hotelzimmer gefallen war. Todesursache: Selbstmord!

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  • Im Fall des Todes von David Carradine wurden auf Drängen der Familie britische Experten und Kriminalisten aus den USA  um Aufklärung gebeten. Sie bescheinigten der Thai Polizei einen schockierenden Mangel an Befähigung, schlechte Laboranalysen, Technik, Fähigkeiten der Gerichtsmediziner und schlechter Spurensicherung

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  • Sehr suspekt, der Brite Kevin Attew wird im Chaweng See tot aufgefunden. Trotz erheblicher Kopfverletzungen und Würgemale am Hals, lautet die Todesursache erstmal Suizid durch Ertrinken.

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  • 1996 wurde in Thailand ein neues System eingeführt, das dazu beitragen sollte Todesfälle aufzuzeichnen, ohne dabei die Todesursache medizinisch feststellen zu lassen. Seitdem wird selbst bei Opfern mit Einschuβlöchern im Kopf der Einfachheit halber gerne als Todesursache „Herzstillstand“ diagnostiziert.

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  • In fast der Hälfte aller Todesfälle unter Thais, wird die Familie nach der Todesursache befragt, die dann auch amtlich bestätigt wird. Ärzte haben jedoch ermittelt, daβ die „Familiendiagnose“ lediglich in 28 der Fälle zutreffend war.  In angemeldeten Fällen von Suizid, betraf die Trefferquote lediglich 4 %. Na, wenn das kein Grund ist als betuchter Rentner eine Thai im Alter der eigenen Enkel  im Isan zu heiraten…

Keine Sorge, bei der Kremation und etwas "Sanuk" sind sie sich alle einig über den gelungenen Freitod

So und nun muβ ich mich wohl auch so langsam etwas vorbereiten. Beim letzten Besuch der Braunen klopften sie an meine Tür um zu fragen, ob ich mit meiner Frau etwa ein illegales Kartenspiel in unseren eigenen vier Wänden am Laufen habe. Zeitgleich war die Annahmestelle für illegale Fussballwetten an der Rezeption des Appartmenthauses geöffnet. Das Wettbüro wird angeblich von einem ihrer Kollegen betrieben. Nach Einführung des „Computer Crime Acts“, nachdem man für so ziemlich alles belangt werden kann, werden sie wohl bei ihrem nächsten Besuch etwas andere Fragen vom mitgebrachten Formblatt ablesen. Und um mich der Aussage des Forum-Posters anzuschliessen: sollte ich in Thailand sterben, dann ist die Todesursache ebenfalls ganz sicher kein Selbstmord!

Neues vom Planeten Phukit I

Posted in AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Gesetz & Recht, Korruption, Neues aus Wahnsiristan, PHUKET, Reise, Reisen, Süd-Ost Asien, Thailand with tags , , , , , , , on Oktober 21, 2011 by pheneas

 Wer kennt nicht den Spruch, der bevorzugt in Krisenzeiten, seit Jahrhunderten aus den Mündern von Religionsprovidern in nahezu allen Sprachen der Welt auf die schweigenden Lämmer niederprasselt: „Glaube kann Berge versetzen“?

 Nun gehöre ich zu jener infidelen Minderheit, die nie Augenzeuge eines allein durch mentale Anstrengung in Bewegung geratenen Bergmassivs wurde. Aber ich kann damit leben. Tauscht man jedoch nur ein paar Buchstaben dieser klerikalen Durchhalteparole aus, beschreibt sie treffsicher eine Situation aus der realen Welt: „Gier kann Berge versetzen.“ Und das passiert tagtäglich irgendwo auf der Welt, wie das Beispiel Thailands größter Ferieninsel,- Phuket- zeigt.

 Wer aber ohne eine biblische Erklärung für Phänomene, wie sie in Gravitationslehre, Physik und Statik auftauchen nicht leben kann, der kann sich hier bedienen: Am Anfang war das Nichts und Gott sprach: „Es werde Licht“. Dann war da zwar immer noch nichts, aber jeder konnte es sehen!

Der Berg ruft: Timeshare irgendjemand?

 Während in Deutschland Erdrutsche eine der FDP vorbehaltende Domäne zu sein scheint, sind sie in den Tropen ganz natürliche Erscheinungen. In vielen Regenwaldgebieten muß man zirka 18 Meter tief bohren, um auf eine feste Gesteinsschicht zu stoßen. Der kontinuierlich kompostierende Regenwald schafft eine dicke Schicht Boden Ablagerungen, die den Kräften der Schwerkraft, Wasser und der Zeit unterliegen.

Da würd‘ ich nicht mehr tapezieren

 Wenn man lernen möchte, mit welchen Tricks man Bauvorschriften umgeht, geologische Gutachten modifiziert und mit einem dem Untergang geweihten Hanglage-Grundstück noch kurz vor dem Abrutsch Millionen kassiert, gibt es keine bessere Schule als Phuket. Das ist als würde man einem Kaffeefahrten-Magier die Backstage-Pässe für Houdini- und Copperfield-Shows in die Hand drücken. Gemessen an Bausünden und Raubbau an der Natur, kann man getrost behaupten: Phuket- eine Ferieninsel als Schurkenstaat. In vertrauter Dreifaltigkeit plündern korrupte Beamte, skrupellose Immobilienhändler und deren Kunden den Restwald und sämtliche Ressourcen der Insel, ähnlich der Meute des letzten „Hooligan-Sommerschlussverkaufs“ in den Elektronik-Shops Londons.

 Noch im Juli 2010 explodierten die Hanglagen-Grundstückspreise. Manche Immobilienhändler glaubten, das inselweite Verbot von Bauten über einer Höhe von 80m über dem Meeresspiegel, würde auf 100, oder gar 120m erweitert. Das wurde jedoch nicht umgesetzt. Es hindert aber offensichtlich viele Bauherren und entsprechende Beamte nicht daran, dieses Verbot permanent zu ignorieren. Allein die Bergkette im Rücken Patongs zählt mehrere Dutzend Häuser, Hotels und Spas, die deutlich über der Grenze liegen und deren Gewicht die Talfahrt der durchnässten Berghänge auf Dauer nur beschleunigen wird.

Neu auf der Insel: Immobilien-Surfing!

 Die Reaktion der Behörden auf die durch Bausünden forcierten Erdrutsche der jüngsten Zeit, ist gleich Null. Aber das war so voraussehbar, wie die zu erwartenden Talfahrten beliebter Immobilien. Der Schaden beläuft sich bisher lediglich auf 100 Mio. Baht (2,4 Mio. Euro).

 Wie sagt man so treffend: Das Lieblingsmöbel des Teufels ist die lange Bank. Wenn die Provinzverwaltung noch den einen oder anderen Monsun ausharrt, werden sich eine Menge der Hanglagen-Villen ohnehin und ganz von selbst zur genauen Bestandsaufnahme vor der Tür des Rathauses in Patong versammeln.

Das nennt man seit 1869 eine solide Hanglage ihr Deppen!

 Im Wang Nam Khieo Distrikt von Nakhon Ratchasima und dem Nadi Distrikt von Prachin Buri. hat man dagegen kürzlich 25 Resorts dem Erdboden gleich gemacht, die illegal im Nationalpark errichtet wurden. Insgesamt gibt es 116 Fälle von illegalen Bauten dort, von denen einige noch vor Gericht verhandelt werden. Es gibt Gegenden, da werden die Menschen durch entstandenen Schaden tatsächlich Klug. Auf Phuket nicht! Wenn man eines aus der thailändischen Vergangenheit lernen kann, dann daß Pyjamas beim  Einkaufen einfach scheiße aussehen. Aber was soll’s- Die Deutschen fahren schließlich ins Ausland, um auch mal andere Vorurteile kennenzulernen.

Nachtrag: 

 Vor Kurzem meldete sich der Direktor des Mineral Resources Department Geologie Office, Lerdsin Raksasakulwong, zu Wort. Unter den „Neuigkeiten“, die er zu verkünden hatte, waren Aussagen wie diese: „Die zunehmende Präsenz von Hotels in bewaldeten Gebieten sei die Hauptursache für Erdrutsche! In diesen Bereichen hat es in den vergangenen Jahren viele Erdrutsche gegeben, aber niemand spricht darüber, weil es dem Tourismus schaden würde. Wenn die Niederschlagsmenge 80 Millimeter in 24 Stunden übersteigt,  ist jeder an der gesamten Westküste der Insel von Erdrutschen bedroht.“

 Derweil wird an einem Hang mit 70% Neigung gegenüber der Moschee in Patong fröhlich weiter gebaut. Die Baustelle liegt für alle sichtbar ca. 150m über dem Meeresspiegel. In Patong wird gemunkelt, daß der Bauherr, ein ehemaliger Offizier, dort wahrscheinlich einen Tempel errichten wird. Nach dem Gesetz wäre dies erlaubt, denn für Tempel gilt das Verbot- keine Bauten höher als 80m über dem Meeresspiegel, nicht (!?)