Archiv für Nationalstolz

Nicht genügend Mücken auf den Eiern?

Posted in Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Bangkok, Gesellschaft, Gesetz & Recht, Süd-Ost Asien, Thailand, Uncategorized with tags , , , , , , , , , , on März 4, 2014 by pheneas

Der wohl folgenschwerste Fehler der Menschheit im Bereich „Maritime Security“, ist zweifellos dem Türsteher von Noah’s Arche anzulasten, indem er dem Moskitopärchen Zugang zur Apokalypsen-Dschunke der Überlebenskünstler gewährte. Andererseits würde uns ohne sie ein absolutes Highlight philosophischer Erkenntnisse fehlen:

fly-swatter„Erst wenn man einen Moskito beim Landeanflug auf die eigenen Hoden erspäht, kommt einem die Einsicht, dass es immer einen Weg gibt Probleme zu lösen, ohne Gewalt anzuwenden!“

Wenn es um rechtmässige Verurteilung, Strafe und Sühne geht, oder den häufig strapazierten Satz „um sein Recht zu kämpfen“, gehen die Vorstellungen oft ziemlich weit auseinander, wie ein jüngstes Ereignis in der moralischen Festung Thailand zeigt.

Die vergangenen Monate im Land des gequälten Lächelns haben lediglich jede Menge Beispiele dafür geliefert, dass die Thais, im Gegensatz zu ihren Nachbarstaaten, nicht einmal eine anständige Revolution auf die Beine bringen. Mit Verweis auf die Französische Revolution, die sich nach gewisser Zeit auch durchgesetzt hat. In den Köpfen festgesetzt, könnte man sagen, hat man die Hauptstadt mit T-shirt Ständen auf den Hauptverkehrs-Kreuzungen dekoriert und in stoiischer Ruhe abgewartet, während  bei Bühnenunterhaltung und Spendenaktionen Granaten und Pistolenschüsse auf die Protestler abgefeuert wurden. Vielleicht haben die täglichen Soap-Operas im Thai-Fernehen, bei denen Gewalt zum Hauptbestandteil guter Abendunterhaltung gehört, ja abgefärbt. Das ist wie Musikantenstadl ohne mitklatschen, dafür aber mit Beschuss aus der Kulisse.

Man kommt nicht umhin zu glauben, dass Gewalt vom Großteil der Bevölkerung ebenso akzeptiert, wenn nicht gar bewundert wird, wie Korruption und die Liebe zum Geld. Der Klimax wird erreicht, wenn sich alle Komponenten in wundersamer Weise vereinigen.

Zu den paar Dingen, auf die Thais mehr oder weniger berechtigt stolz sein können, gehört Thai-Boxing (Muay Thai), auch häufig als filigrane Form der körperlichen Abmahnung mißverstanden. Das „Weniger“ hat Bezug auf die Tatsache, dass unter den 522 Fightern der  World Kickboxing Federation, 2014 gerade einmal 2 Thais zu finden sind, von denen nur einer in Thailand lebt. Da braucht man schon ein paar Strohhalme, um in einem Bereich der als tragende Säule der eigenen Kultur betrachtet wird, zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Richtige Gladiatoren müssen her, die trotz Moskitos auf den Klöten nicht von pazifistischen Anwandlungen übermannt werden. Aber woher nehmen,- und nicht stehlen?

Knast-Gladiatoren

Jetzt ist Phantasie gefragt!

Man stelle sich vor, ein 18-jähriger Vollpfosten dieses Mal ohne Migrationshintergrund, hat morgens um 10 in Deutschland in einer der immer mehr Anhänger findenden U-Bahnschlägereien einen harmlosen Rentner krankenhausreif geschlagen. Angenommen er wird verhaftet und vom Gericht zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt (ich weiß ich neige zu Übertreibungen). Nach sechsmonatigem Dasein als Einzeller, offeriert ihm die Gefängnisleitung eine vorzeitige Entlassung. Was er dafür tun muß, entspricht durchaus seinen Neigungen und Fähigkeiten: Man erwartet von ihm, dass er zu Ruhm und Ehre der Bundesrepublik einen Ausländer verprügelt. Als Bonus bekommt er zur besseren Integration in Freiheit auch noch eine Abwrackprämie.

Bildschirmfoto 2014-02-03 um 18.49.52_vice_670

Wer jetzt sagt: Das wäre in Deutschland unter den Zeugen Seehofers unmöglich, hat gottseidank Recht. Erstens hält sich nach den Ereignissen in der Geschichte des Landes der Patriotismus in Grenzen, zweitens steht in unserem Grundgesetz der Satz – Die Würde des Menschen ist unantastbar- und drittens werden bei uns schon genug Ausländer,- sogar unentgeltlich- verprügelt.

Dass es auch anders geht beweist Thailand, wo man vom Nationalstolz geradezu besoffen ist.

In Bangkoks Klong Prem Gefängnis, wird männlichen Insassen nach dem K.O. eines der ohnehin unbeliebten Ausländer (Farrang), ein Tag der offenen Zellentür angeboten. Die Anstaltsleitung und das „Department of Corrections“, scheinen der Auffassung zu sein: Gewalt ist keine Lösung, sondern ein Mittel. Das kommt dabei heraus, wenn Gefängniswärter, gelangweilt von Hahnenkämpfen ihre Fachkenntnis im Bereich Resozialisation ausschließlich aus Jean-Claude van Damme Filmen beziehen. Die Zuschauer rekrutieren sich aus Insassen beider Klassen: Gefangene und Wärter.

Knast boxing 1

 Ob es sich bei den Prügelprinzen um Betrüger, Kinderschänder, oder Angehörige der „Golden Triangle Pharmaceutical Cooperative“ unter den mehr als 5,240 Übernachtungsgästen handelt, spielt im Boxring hinter Gittern keine Rolle. In diesem Fall sind die humanen Verschlußsachen schlichtweg als glorreiche, thailändische Gladiatoren anzusehen, die laut Herrn Pek, Koordinator des Fratzentangos, der Nation den Anteil an Ruhm und Ehre einbringen, der ihr auf Schlachtfeldern, ebenso wie in Bagatell-Disziplinen wie Wissenschaft und Forschung, bisher vorenthalten blieb.

Angeblich gibt es sogar eine Faustregel, wonach Mörder auch mit unzähligen Gewinnerkerben in ihren Bettpfosten, von einer vorzeitigen Entlassung ausgeschlossen sind. Ein anderer Beamter sagte hingegen, dass Gefangene, die eine Meisterschaft gewinnen und dadurch das Gefängnis Image gleich mit aufpolieren, eine realistische Chance haben, dass ihre lebenslange Strafe in eine begrenzte Haftzeit umgewandelt wird. Er versicherte auch: dies gilt für alle Gefangenen, unabhängig von der Größe ihrer Verbrechen. Ein kleiner Trost wenn man mit einer anderen Weisheit hinter Gittern konfrontiert wird, wonach die erste Nacht am Galgen immer die schlimmste ist.

Man verweist auch gerne auf die Tradition, die Gefängniskämpfe in Thailand haben. Die ersten fanden bereits 1767 statt. Leider ist auch dieses liebgewonnene Brauchtum kein Thai Original. Damals verdroschen burmesische Soldaten ihre thailändischen Kollegen, nach dem Untergang der damaligen Hauptstadt Ayutthaya. Für die Spiele der Neuzeit erklang der Gong erstmals im Januar 2013.

Knast boxing 2Da stellt sich die Frage, was haben nun Ausländer mit Gladiatoren-Mindset, Merowinger Aggressionsstufe, Bock auf Platzwunden und Freude am körperlichen Ausdruck zuungunsten anderer, von diesem für sie unlukrativen Spektakel? Nun, wenn ein Boxbuden-Enthusiast, der jahrelang  in Norwegen oder Neuseeland trainiert hat, einem thailändischem  Schwerverbrecher im Mutterland des Muay Thai einen Tunnel ins Gesicht zimmert, dass der seine Zähne in einer Tüte in die Zelle trägt, gibt das der „street credibility“ in seinem Heimatort einen ordentlichen Aufschwung. Da kann sich ein stammhirngesteuerter Maulschellen-Manni schon seine Obermaaten Raute in thailändischer Version auf den Bizeps tätowieren lassen.

Obwohl Meldungen über die Kämpfe zahlreich in internationale Medien gelangten, gibt es keinen einzigen Hinweis darauf, wer die Wettbörse verwaltet. In Thailand heisst das Motto schliesslich: Nichts ist so schlecht, dass sich damit kein Geld verdienen lässt!

Knast boxing 3

Ob die Herren die Kampfbörse und Wetteinnahmen verwalten ist nicht bekannt…

Bleibt abzuwarten, wann hier zwischen Thailands Fischkuttern die ersten Galeeren-Regatten, mit unter Deck versklavten Burmesen an den Riemen, stattfinden.

Ein Leckerli für Touristen könnte auch sein, wenn sich Ladyboys im preisgeldträchtigen Handtaschen-Boxing, unter der Schirmherrschaft von Louis Vitton oder Gucci, gegensitig Pflegestufen verpassen.

Führer Furore, (Miss)Bildung und Thai-Gefühle

Posted in Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Bangkok, BilDUNG, Gesellschaft, Kultur & Moral, Neues aus Wahnsiristan, Reise, Reisen, Süd-Ost Asien, Thailand with tags , , , , , , , , , , on September 30, 2011 by pheneas

 Wer erinnert sich nicht an die Posse um den Thai-Flieger auf dem Münchner Flughafen, dem vom Insolvenzverwalter der Walter Bau AG und einem deutschen Gericht die Flügel gestutzt wurden? Niemand wird gerne an seine ausstehenden Schulden erinnert, aber es bleiben Schulden. Es gilt das Prinzip: Unkenntnis der Gesetze schützt nicht vor Strafe. So ist es eben, wenn man Geschäfte mit einem Land macht, das nicht zu den Bananen-Republiken zählt. Das müssen notfalls auch erlauchte „Erdbeerpflücker“ erfahren.

 Kein Geringerer als der damalige Außenminister, Kasit Piromya, hatte die ˶Cochones“ in einem Interview mit der Bangkok Post eine „Warnung“ an die Adresse Deutschlands zu richten, weil sich die Freigabe des Fliegers verzögerte. Zitat:

 „If this takes too long it might affect the feelings of Thai people towards German people and the country because this is related to the monarchy,“ he warned. Das kommt aus einer Nation, in der Fahrgäste in Taxis vor Warnschildern sitzen, die sie dazu auffordern während der Fahrt nicht zu furzen!

Thai Feinfuhligkeit par excellence…

 So, spätestens seit dieser offiziellen Äußerung wissen wir, die Thais haben also Gefühle, die allzu gern und häufig von anderen Nationen verletzt werden. Neben den- aus Thai-Sicht- notorisch takt- und gefühllosen Nachbarländern wie Kambodscha, Laos, Burma und Malaysia, zählte nun auch die Bundesrepublik dazu. Dieses nationalistische Gegacker findet immer dann statt, wenn sich die große Nation Thailand, mit all ihren herausragenden Dichtern und Denkern, großartigen Erfindern, den einzig wahren Hütern der Moral, des (bequem modifizierten) Buddhismus (oder heißt es „Bahtismus?) und des Hub of Hubs, mal wieder diffamiert fühlt. Der Drill zum Nationalismus, oder Nationalstolz, beginnt spätestens am ersten Schultag. Auf Fragen, worauf man denn als Thai explizit stolz sein könnte, bekommt man aber so gut wie nie eine erklärende Antwort.

 Nun ist Sensibilität aber eben keine Einbahnstraße. Hier ein Beispiel dafür, wie takt- und gefühlvoll der gemeine Thai im Umgang mit anderen Nationen ist:

Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun! Weil ihre Lehrer zu ungebildet sind!

 Ausgerechnet in der Sacred Heart Catholic School in Chiang Mai, fand anlässlich des jährlichen „Summer Sports Day“ eine Parade von Schülern in Nazi Uniformen, mit Plastik-Maschinenpistolen und Hakenkreuzfahnen statt. Angeblich wollten die Schüler bei der Parade mit Fanfaren und eingeübten Stechschritt Eltern und Lehrer überraschen, was besonders unter den Eltern ausländischer Schüler gelang, die dem Treiben mit offenen Mündern zusahen.

Wenn red shirt Proteste keinen Kick mehr geben, muss eine Nazi-Parade her

Euer Idol hätte euch wohl einen anderen Finger gezeigt. Bereits 1935 verbot die Gestapo Juden und Ausländern die Reichs- und Nationalflagge zu hissen oder die Reichsfarben zu zeigen.

 Angeführt wurde die Parade von einer jungen Schülerin, die als Hitler Double mit Bärtchen, vor Mitschülern in selbstgemachten, nachempfundenen SS-Uniformen marschierte, die die Menge mit ˶Sieg Heil“ Rufen und dem Hitlergruß zu unterhalten suchte. Daß ihr Idol sie als „Minderwertige Rasse“ angesehen hätte, tut der Verehrung dieser Dumpfbacken keinen Abbruch. Eindeutig als Nazi Embleme zu identifizierende Hakenkreuze (schwarzes Hakenkreuz auf weißem Grund vor rotem Background), auf T-shirts, die auch schon gerne mal am Schalter von BTS Angestellten getragen werden, Hakenkreuz Tätowierungen, Motorradhelme mit SS Runen und Hitler Portraits in der Werbung, gehören zum Thai Alltag. Nun wird das von einigen Locals gerne damit begründet, daß es sich bei „Swastika″ um ein altes religiöses Symbol handelt. Stimmt,- aber eben nicht in der zuvor erwähnten Farbgebung!

Zugegeben, manchmal ist es in Asien nicht leicht die Symbolik auseinander zu halten:

Es soll Leute geben, denen ein gewisser Unterschied nicht entgangen ist

Einige nennen Singapur schlicht: Hitlers kleines Paradies

 Am 29. September haben die zuvor mit dem Hitlergruß beschäftigten Arme etwas zurückgerudert. Das geschah wohl weniger aus plötzlicher Einsicht der katholischen Pãdagogen, sondern dem allgemeinen Medieninteresse, daß die Aktion von England (Daily Mail) über die USA (CNN) und Frankreich (AFP), bis hin zum Simon Wiesenthal Center und der Botschaft Israels erweckte. 

Hitler Reklame des Wachsfiguren Kabinetts

 In der offiziellen Entschuldigungs-Erklärung der Schule hieß es, daß es sich bei der Parade um einen internen „Sport Tag“ handelte, bei dem das rote Schulteam das Hakenkreuzthema wählte, weil es eben auch einen roten Hintergrund hat. Eine Erklärung, die angesichts der SS-Uniformen und Plastik Maschinenpistolen fast noch dümmer erscheint als der Auftritt der „unwissenden“ Schüler. Auch hier scheint wieder die alte Weisheit zum Tragen zu kommen: Der Fisch stinkt vom Kopf her!

 Die Nazi Verherrlichung ist kein Einzelfall in Thailand, wie der Rabbi Abraham Cooper, vom Wiesenthal Center bekannt gab. Bereits 2007 habe es einen ähnlichen Fall gegeben und auch die Bannerwerbung mit Hitler-Portrait des Wachsfiguren Museums in Pattaya ist nicht vergessen. Sie wurde erst auf öffentlichen Druck, unter Anderem einer Beschwerde der deutschen Botschaft, demontiert.

Schwiegermütter aufgepaßt! 112 Auftragskiller erwarten ein Angebot

Posted in Gesellschaft, Sicherheit with tags , , , , , , , , , , , on Mai 23, 2011 by pheneas

 Ab und zu liest man in deutschen Nachrichten davon, daβ irgendwelche Spinner Waffenarsenale von Handgranaten bis zu Kalaschnikows, und Munitionsdepots einer mittleren Kaserne unter der Matratze verstecken. Zum Glück sind Waffennarren in Deutschland bisher eher Außenseiter, oder bestenfalls Möchtegern-Schützenkönige. Aber was zum Teufel ist mit einer Nation los, in der offenbar die gesamte Gesellschaft in jede Art von Waffen verliebt ist?

 Thais leiden geradezu unter ihrem Nationalstolz. Fragt man aber jemanden, worauf sie denn eigentlich stolz sind, erntet man hochgezogene Augenbrauen und Achselzucken. Auβer kopierten Designerwaren, Jasmin-Reis (Kao Horm Mali), Orchideen und Thai-Seide (das Original wurde erstmalig in China 3000 Jahre v. Chr. erwähnt) wurde bisher nichts Nützliches hergestellt, oder gar erfunden, worauf die Welt gewartet hat. Immerhin, 18 Militärputsche seit 1932 lassen jeden 14-jährigen Realschüler in demokratischen Ländern glauben: „Regelmäßiges Versagen ist auch eine Form der Zuverlässigkeit.“

Thainess? Alles nur geklaut...

 Beispiele für die den häufig strapazierten Begriff von „Thainess“, bietet das Museum of Siam. Demnach zählen Tuc Tuc’s zur Quintessenz der Thaikultur- tatsächlich sind die billig Taxis eine japanische Erfindung mit ein paar Thai Modifikationen. Das berühmte Gericht, „Pad Thai“ wurde von vietnamesischen Händlern ins Land gebracht. Das parlamentarische System wurde von den Briten übernommen. Die königlichen Barken und klassische Tänze kamen von den Khmer.** Alle aus Stein gebauten Tempel in Thailand stammen ebenfalls von den Khmer,- Thai-Konstruktionen wurden traditionell aus Lehm gebaut. Die berühmteste Rock Band des Landes (Carabao), ist eine zweitklassige Kopie aus einer Fusion von Scorpions und Santana (ironischerweise trägt einer ihrer Hits den Titel „Made in Thailand“). Die Chakri Mahaprasat, ist der größte Saal in Bangkoks Grand Palais, 1882 von britischen Architekten und unter der Leitung von ausländischen Bauleitern errichtet, mit Materialien aus dem Ausland (z.B. italienischer Marmor). Dieser Stil wird als Farang saichadaa bezeichnet, übersetzt: „Western in einer thailändischen Krone.“***

 Ob man sich wegen gewisser Defizite nun als Nation wichtiger fühlt, wenn man sich bis an die Zähne bewaffnet, kann auch niemand ehrlich beantworten.

Einmal volltanken bitte!

 Die Nation leistet sich einen second hand Flugzeugträger (Chakri Naruebet), für den es weder geeignete Flugzeuge, entsprechende Versorgungs- und Begleitschiffe hat, und zudem nicht über die Mittel verfügt, das Monstrum wenigstens vollzutanken. Nun stehen zwei nagelneue schwedische Grippen Kampfflugzeuge und mehrere 30 Jahre alte deutsche Ü-Boote, die  weder zur Landesverteidigung, noch zum Küstenschutz in den flachen Gewässern tauglich sind, zum Kauf an. Die Logik von derlei Shopping grenzt an Leute, die das Haus vom Keller bis zum Boden schrubben, bis es glänzt wie Bankiershoden im Mondschein, obwohl es am nächsten Tag der Abrissbirne anheimfällt.

 Die Regierung bildet Lehrer der Dorf Verteidigung Milizen (VDM) aus, um in den drei Südprovinzen, in denen es täglich zu Terroranschlägen kommt, die bisher über 4,300 Tote forderten, 9 bis 17-jährige an Waffen zu trainieren.*

 An Tagen der offenen Tür posieren Schulkinder in Armee-Kasernen mit automatischen Waffen für Familienfotos, wahrscheinlich weil Handfeuerwaffen im Fernsehen gepixelt werden müssen.

16-jährige werden bei Verkehrskontrollen mit Sturmgewehren und automatischen Pistolen festgenommen, von denen niemand weiβ, ob sie die Knarren zum Aufbau einer neuen Karriere erworben haben.

 Ein Infanterie-Korps mit Hauptsitzes in der Prachuab Khiri Khan Provinz reichte am 4. Mai 2011 eine Beschwerde bei der Polizei ein, dass hunderte von Waffen aus ihrem Depot gestohlen wurden. Unter ihnen waren 130 M16-Sturmgewehre, Mörser, 11-mm-Pistolen und Minimi-Gewehre! In welchem Land läβt sich die Armee schon ständig die eigenen Waffen klauen?

Unbemerkter Waffenklau? Bei welcher Armee gibt's denn sowas?

Irgendwie kommen einem da drei Zitate aus grundverschiedenen Quellen in den Sinn:

„Wir lassen sie keine eigenen Ideen haben. Warum sollten wir sie Waffen haben lassen?“

Josef Stalin

„Die Waffen und die Bomben, Raketen und Kriegsschiffe, sind alle Symbole des menschlichen Versagens.“

Lyndon B. Johnson

„Deutsche, die Schusswaffen benutzen möchten, sollten der SS oder SA beitreten- normale Bürger brauchen keine Waffen, da sie damit nicht dem Staat dienen.“

Heinrich Himmler

 Nun ist Öffentlichkeitsarbeit nicht unbedingt eine Domäne der thailändischen Behörden, oder gar Ministerien. Das führt dann dazu, daβ sich ausgerechnet kurz vor „demokratischen Wahlen“ die Polizei genötigt sieht, auf ihr eigenes Versagen hinzuweisen, wonach 112 polizeibekannte Auftragskiller frei im Land herumlaufen. Einige davon bereits seit fünf Jahren!

Most wanted list,- oder Jobbörse für Auftragskiller ?

 Eine Forschungs-und Gutachter Einheit der Royal Thai Police kam zu dem erstaunlichen Ergebnis, daβ die erneute Veröffentlichung der Steckbriefe lediglich das Dilemma der Behörden unterstreicht, die einerseits die Feinde des Systems kennt, andererseits aber machtlos ist gegen die Mächtigen im Land, die sie unterstützen. Das wurde wiedermal bewiesen durch das Attentat auf einen ehemaligen Abgeordneten in der vergangenen Woche.

 Nach den Untersuchungen gelten politische Auseinandersetzungen auf lokaler und nationaler Ebene als Hauptmotiv für professionelle Tötungen, neben Konflikten um Unternehmensinvestitionen unter „einflussreichen“ (einschuβreichen?) Persönlichkeiten.

Lediglich ein Journalist der Zeitung The Nation hat bisher gewagt das Problem beim Namen zu nennen, indem er/sie fragte: „Wie kann es angehen, daβ die Polizei nur von 112 Auftragskillern weiβ, wenn bereits jeder 15-Jährige in Teeküchen und Hawkerstalls den lokalen Don de Don und seinen Hitman identifizieren kann…“

*Quelle: Coalition to Stop the Use of Child Soldiers and the Justice for Peace Foundation (JPF)
** Quelle: “Bizarre Thailand ” von Jim Algie
*** Quelle: Wiki