Archiv für Monsunregen

+++ Thailand Flut update 14. Okt. 2011+++

Posted in Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Bangkok, Reise, Reisen, Süd-Ost Asien, Sicherheit, Thailand with tags , , , , , , , , , , , on Oktober 13, 2011 by pheneas

Inzwischen gibt auch das Fremdenverkehrsamt Thailands updates zur Flutsituation unter:

http://www.tatnews.org/latest_update/index.asp 

Nicht nur nach Aussagen des Direktors des International Environmental Park Energy for Environment Centres, Seree Supharatid, steht es aus wissenschaftlicher Perspektive fest, daß Bangkok zur Liste der neun asiatischen Städte gehört, die in der nächsten Dekade permanent überflutet sein werden. Für das kommende Wochenende 15./16./17. rechnet man mit dem Schlimmsten.  Bereits in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag kam es wieder zu schweren Regenfällen  die sich auch am Freitag fortsetzten.

 Sollten durch  die Flüsse der Stadt in Zukunft, wie erwartet, 4.100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde fließen, und der Monsunregen nur um 5 Prozent ansteigen (aktuell sind es 50% Plus), führt das zu einer Absenkung der Stadt um 4 Millimeter pro Jahr und einem Anstieg des Golfs von Thailand um 1,3 Zentimeter. Die Rede ist hier von einer Metropole, die ohnehin in einem Sumpfgebiet errichtet wurde, deren ursprüngliche Drainagewege (die Klongs) größtenteils zum Straßenbau asphaltiert wurden. Rund 680.000 Einwohner in 1,16 Millionen Gebäuden wären, besonders in den Stadtteilen Bang Khun Thian, Bang Bon, Bang Khae und PhraSamut Jedi, von der Gefahr betroffen. 

  Wer sich einmal die Mühe macht, die shop houses in den alten Stadtteilen genauer unter die Lupe zu nehmen, wird beobachten können, daß die Straßen und Fußwege davor bereits um mehrere Handbreit tiefer liegen.

 Bangkoks Gouverneur, Sukhumbhand Paribatra, hat am 13. Oktober den Bewohnern der Stadt erklärt, die Behörden würden alles Mögliche versuchen, um eine Überschwemmung des Stadtzentrums zu vermeiden. Dazu werden Kanäle geöffnet, die die Wassermassen in den Westen und Osten der Stadt umleiten sollen. Sollte jetzt ein 14-jähriger Realschüler auf die Idee kommen zu fragen, ob denn dort keine Leute wohnen, fliegt er wahrscheinlich von der Schule.

  Hinter vorgehaltener Hand fragen sich einige Anwohner der Stadt bereits, ob es bei all diesem Hype um „Rettet die Hauptstadt“ nicht eher darum geht, die Pfründe der Banken, Shopping Malls und Hotels zu retten, als die alten Shophouses und Eigenheime der Bewohner in den Randgebieten.

 Wer mit den Besitzverhältnissen in der Stadt der Engel vertraut ist und eine vage Idee davon hat, wem denn eine Menge erster Sahne Grundstücke mit internationalen Hotels, Banken, Firmen und High Society Apartments gehören, wundert sich nicht mehr über die ungleichmäßige Verteilung des Unabwendbaren. Aber das ist auch gleichzeitig der Punkt, an dem man in Thailand keine weiteren Fragen mehr stellt.

 Die Armee ist unter Anderem damit beschäftigt Kanäle und Klongs von Müll und Wasserhyazinthen zu reinigen, um den Abfluss zu beschleunigen.  Auf die Idee, daß man das vielleicht regelmäßig machen sollte, kommt man mit trockenen Füßen in Bangkok  nicht.

Vorsicht, wenn sich der Minister für Wissenschaft und Technik zu Wort meldet! 

Zeit für einen der beliebten "Reshuffles"?

 Man kann sich nur an den Kopf fassen. Wieder einmal hat der neue Minister für Wissenschaft und Technik, Plodprasop Suraswadi, (der mit der Propeller Idee und dem Löwenmenü im Chiang Mai Safari Park) einen Beweis dafür abgeliefert, daß er in dem Job eine krasse Fehlbesetzung ist. Er forderte die Bewohner der Bangkok Bezirke Pathum Thani, Klong Luang, Lamlukka , Thammasat Universität Rangsit Campus und der nördlichen Teile des Don Muang Bezirks und Rangsit dazu auf, wegen eines gebrochenen Schleusentors in Klong Ban Phrao unverzüglich ihre Häuser zu verlassen und sich zum Don Mueng Flughafen zu begeben. „Die Regierung kann nicht sagen, wie viele Stunden bleiben“, sagte Herr Plodprasop, um damit eine Panik auszulösen. Kurz darauf wurde von Polizei General, Pracha Promnok, der den Vorsitz des Fluthilfe Zentrums hat, der vorerst letzte Stunt  Plodprasops als falscher Alarm entlarvt!

 Wie durch ein ungenanntes Kabinettsmitglied bekannt wurde, waren Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra und Mitglieder des Kabinetts, äußerst bestürzt über den Fehlalarm.

 Die Quelle gab weiter an, daß, während eine Fluthilfe Sitzung mit der Premierministerin und anderen Ministern im Gange war, Herr Plodprasop aus dem Sitzungssaal stürzte, um den Alarm zum späteren Schock der Ministerpräsidentin und anderer Minister, auszulösen.

 Das National Flood Relief Centre hat den derzeitigen Wasserabfluß auf 18 Milliarden Kubikmeter geschätzt, die mehr als 20 Tage brauchen werden, um aus 14 Bezirken ins Meer zu gelangen.

 Justizministerin, Pracha Promnok, sagte daß allein bei Nakhon Sawan 8 Milliarden Kubikmeter abfliessen müßten. Die Kapazität des Chao Phraya beträgt lediglich 550 Millionen Kubikmeter pro Tag.

Thais lieben Thais? Aber klar doch- wenn sie genug Bares haben!

Bevor sich keiner mehr Sardinenbüchsen leisten kann...

 Während vielerorts Nahrungsmittel Bekleidung, Toilettenartikel etc. für die Flutopfer gesammelt werden, nimmt die wachsende Gier vieler Profiteure der Flutkatastrophe erschreckende Ausmaße an. Der Rak Prathet Thai Party Chef, Chuwit Kamolvisit, warnte bereits vor Chaos und möglichen Plünderungen, da Flutopfer bereits steigende Preise für Konsumgüter und den Mangel an notwendigen Utensilien beklagen. Die Preise für ein kleines Paket der beliebten Instant Nudeln sind in den betroffenen Gebieten bereits von 5 auf 30 Baht gestiegen. Kleine Flaschen Trinkwasser kosten inzwischen ebenfalls fast 30 Baht anstatt 7. Mauersteine, um die Hauseingänge zu schließen, sind nun 200% teurer als vor der Flut und die Kosten für Sandsäcke sind wegen Verknappung auf 80 bis 100 Baht pro Stück explodiert! Auch Bootsbesitzer, die Habseligkeiten und Flutflüchtlinge bergen langen kräftig hin und verlangen bis zu 500 Baht für eine Fuhre, beklagte Chuvit gegenüber der Presse. Da erscheint der Name von Thaksins ehemaliger Partei „Thai rak Thai“ (Thais lieben Thais), wie der blanke Hohn.

Inzwischen zählt das Land 283 Todesopfer durch die Fluten und über 1000 Fabriken (darunter Toyota und Honda), sowie unzählige kleine Produktionsstätten stehen unter Wasser. 

Aber wie bereits gesagt, die thailändische Tourismuszentrale in Frankfurt gab ja schon Entwarnung für Touristen, die das Land besuchen wollen. Für einen Badeurlaub in von Reptilien verseuchten Flüssen,- oder wie von den Kollegen in München propagiert- um das Königreich auf seinen Wasserwegen zu entdecken, herrschen beste Bedingungen.