Archiv für Monsun 2011

+++ Thailand Flut update 9. Okt. 2011+++

Posted in Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Bangkok, Reise, Reisen, Sicherheit, Thailand with tags , , , on Oktober 9, 2011 by pheneas

Tipp für den Herbsturlaub in Thailand: Picknick am Wasser

 Nachdem die BILD.de Redaktion die meisten Journalisten abgefunden hat, um mit billigeren Studenten zu arbeiten, hat wohl nun endgültig deren Anzeigenabteilung die Berichterstattung übernommen. Zitat:

 „Das thailändische Fremdenverkehrsamt” in Frankfurt/Main gibt Entwarnung. Der Flugverkehr von und nach Thailand ist nach wie vor nicht beeinträchtigt, bislang musste kein Flieger gestrichen werden. Auch ist von keinem Reiseveranstalter bekannt, dass Pauschal- oder Rundreisen abgesagt worden wären.

 Was die aktuelle Lage im Konigreich angeht, sind die Leute vom Fremdenverkehrsamt im naturgemäß etwas relaxteren Süden (Mûnchen), auch brand aktuell: 

Kategorie: Aktuelle Lage / Montag 31. of Mai 2010

Und soviel Sarkasmus hätte ich den Klongtauchern auch nicht zugetraut:

...noch Fragen?

 Hier eine kleine Recherehilfe für die BILD Erstsemstler:

  • 30 Provinzen in allen Regionen mit Ausnahme des tiefen Südens sind überschwemmt.
  • 2,34 Millionen Menschen in über 760.000 Hauhalten sind betroffen
  • 253 Personen wurden durch Hochwasser und daraus resultierenden Unfällen getötet und vier Thai werden noch vermißt.
  • Die bergigen Gebiete Phukets (besonders nahe Patong) sind massiv von Erdrutschen bedroht.
  • 214 Straßen , 60 Autobahnen in 17 Provinzen und 154 Landstraßen in 28 Provinzen stehen unter Wasser.
  • Über 1. 376 000 Hektar Ackerland wurden überflutet  und 9,9 Mio. Rinder und andere Tiere sind von den Fluten betroffen.
  • 12 Provinzen in den zentralen Ebenen und an der Ostküste sind weiterhin von schwerem Regen und überlaufenden Flüssen bedroht: Ayutthaya, Bangkok, Chanthaburi Chon Buri, Nakhon Nayok, Nakhon Pathom, Nonthaburi, Pathum Thani, Phetchaburi, Ratchaburi, Rayong und Trat.
  • Bangkoks Gouverneur gab bekannt, daß Evakuierungsmaßnahmen für 13 Stadtteile der Hauptstadt vorgesehen sind, da in der kommenden Woche damit zu rechnen ist, daß einige Teile der Stadt durch Wassermassen aus dem Chao Phraya Fluß überflutet werden.

 Für wen das nicht nach einem Traumziel für den Herbsturlaub klingt, dem kann man nur noch Haiti empfehlen. Dort gibt es wenigstens schon die meisten Krankheiten, die auch während und nach Flutkatastrophen auftauchen. Aber darüber redet man nicht einmal in Thailand selbst. Vielleicht hat sich der Gesundheitsminister ja beim Golf nasse Füß geholt und erkältet…

+++Süd-Ost Asien Flut update+++

Posted in Asien, Aus Aller Welt, Kambodscha, Laos, Reise, Reisen, Süd-Ost Asien, Sicherheit, Vietnam with tags , , , , , , , , , , on September 28, 2011 by pheneas

Kambodscha

Angkor Wat - Zeit zum Umdenken?

 Auch hier hat der Monsun 2011 weite Teile des Landes überflutet. 183 internationale Touristen mußten Anfang dieser Woche mit Hubschraubern aus den historischen Tempelanlagen von Banteay Srei, nahe Siem Reap, evakuiert werden. In nur drei Stunden fielen 200 mm Regen und das Wasser des Siem Reap Flusses stieg so hoch, daß es den Besuchern den Rückweg abschnitt. Viele Dorfbewohner retteten sich auf die Dächer ihrer Häuser. Es wird vermutet, daß im Königreich rund 56.000 Hektar Reisfelder zum Teil drastisch überflutet sind, von denen 97% keine Ernte einbringen, wenn das Wasser nicht zügig abfliesst. Damit ist aber laut Wettervorhersagen kaum zu rechnen. Viele Anwohner leiden unter Durchfall und Erkältungskrankheiten.

Laos

In der Trockenzeit kaum zu sehen, schwillt der Mekong zum Monsun um die 10-fache Breite an und erreicht 12m Pegelstand

 Wie tückisch der Mekong besonders in der Provinz Vientiane sein kann. wissen die Anwohner noch aus der letzten großen Flut 1966. Damals stiegen die Fluten so rasant an, daß kaum einer in der Stadt rechtzeitig flüchten konnte. Die Stadt Vientiane liegt an einer Flussbiegung. Während der Mekong zur Trockenzeit eigentlich nur ein 100 m breites Rinnsal, in einem riesigen flachen Flussbett bildet, drängen die Wassermassen nach Monsun Regenfällen gewaltsam auf die Stadt zu.

 Auch hier scheinen die Katastrophen einen handgemachten Hintergrund zu haben, wenngleich es bisher keine konkreten Beweise dafür gibt: Drei Dämme in China, Manwan, Dachaoshan und Jinghong, mit zusammen etwa 16,5 Mio. Kubikmeter Fassungsvermögen. Genug um den nördlichen Mekong zu regulieren. Werden die Dämme jedoch wegen Hochwassers geöffnet, stehen die Anrainer Staaten Laos und Thailand in weiten Teilen unter Wasser. Von offizieller Seite wird das Problem jedoch auf die Beseitigung von Stromschnellen geschoben. Die Rodung großer Teile des Regenwaldes von 70% des Landes auf 40% trägt ebenfalls zum Problem bei. Betroffen sind natürlich in erster Linie die Ärmsten des Landes. Auch ohne zusätzliche Katasrophen, sind rund die Hälfte der Kinder in Laos unterernährt!

 Die aktuellen Schäden an Brücken und Straßen belaufen sich auf 300 Mio. Dollar. Rund 65.000 Hektar stehen unter Wasser. In den Provinzen Attapeu, Sekong, Saravan, Savannakhet, und Champassack, starben 17 Menschen und 178.000 sind auf verschiedene Weise betroffen. In Onechanh Thammavong, stehen 27.000 Behausungen unter Wasser.  Die UN haben bisher 10 Mio. Dollar zur Unterstützung bereitgestellt.

 Neben fehlender Sanitäreinrichtungen, Malaria und Dengue Fieber birgt Laos ein besonderes Gesundheits-Risiko, das sich aus der „bombastischen“ Altlast des Vietnamkriegs ergibt: Laos ist pro Kopf der Bevölkerung die am stärksten von Blindgängern (UXO)-verseuchte Nation in Asien! Die Freispülung verrosteter Minen, Bomben und Granaten stellt eine erhebliche Gefahr dar!

Vietnam

Reisfeld oder Shrimp Farm?

 Bisher gab es sechs Todesfälle bei den Überflutungen und Erdrutschen im Land. 22 Personen starben bereits bei Fluten im Juni. 72.000 Hektar Farmland stehen unter Wasser und über 2000 Häuser wurden beschädigt oder zerstört. Ein besonderer, lokaler Effekt in Vietnam sind die vielen Blitzschläge bei den Unwettern, denen allein 12 Menschen zum Opfer fielen.

 Neben den herkömmlichen gesundheitsschädigen Folgen, birgt Vietnam ein ganz besonderes Risiko: ˶Agent Orange“, das todbringende Erbe des Vietnamkrieges, wurde über zehn Jahre lang vornehmlich über abgelegene Dschungelregionen versprüht. Dabei wurden ursprünglich rund 80 Mio. Liter des Giftes auf 2,5 Mio. Hektar verteilt! Man sollte aber nicht glauben, daß das in dem Zeug enthaltene Dioxin, einer der langlebigsten Giftstoffe, einfach so verduftet. Im Gegenteil, Monsunregen und Erosion haben inzwischen 5,8 Mio. Hektar Tropen- und Regenwald kontaminiert. Die ausgedehnten Fluten, tragen das Gift nun auf Reisfelder und in Dörfer, die bisher davon verschont blieben. Wie nachhaltig das Zeug wirkt beweist die Tatsache, daß nicht nur Millionen Opfer durch direkten Kontakt sogar nach rund 50 Jahren noch darunter leiden, selbst in der dritten Generation kommt es zu schweren Mißbildungen bei Neugeborenen.

Wen das noch nicht abschreckt, der kann ja immer noch eine Zugreise durch China buchen! 

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Sorry, wenn jetzt so mancher Urlaubstraum den Bach 'runter gehen sollte…

+++Vor 12 Std.: Die E-Mail Chiang Mai berichtet, dass Zugverbindungen nach Bangkok wegen Hochwassser auf den Gleisen abgesagt wurden.  Schulen wurden wegen anhaltender Überschwemmungen geschlossen! +++