Archiv für Laos

+++Süd-Ost Asien Flut update+++

Posted in Asien, Aus Aller Welt, Kambodscha, Laos, Reise, Reisen, Süd-Ost Asien, Sicherheit, Vietnam with tags , , , , , , , , , , on September 28, 2011 by pheneas

Kambodscha

Angkor Wat - Zeit zum Umdenken?

 Auch hier hat der Monsun 2011 weite Teile des Landes überflutet. 183 internationale Touristen mußten Anfang dieser Woche mit Hubschraubern aus den historischen Tempelanlagen von Banteay Srei, nahe Siem Reap, evakuiert werden. In nur drei Stunden fielen 200 mm Regen und das Wasser des Siem Reap Flusses stieg so hoch, daß es den Besuchern den Rückweg abschnitt. Viele Dorfbewohner retteten sich auf die Dächer ihrer Häuser. Es wird vermutet, daß im Königreich rund 56.000 Hektar Reisfelder zum Teil drastisch überflutet sind, von denen 97% keine Ernte einbringen, wenn das Wasser nicht zügig abfliesst. Damit ist aber laut Wettervorhersagen kaum zu rechnen. Viele Anwohner leiden unter Durchfall und Erkältungskrankheiten.

Laos

In der Trockenzeit kaum zu sehen, schwillt der Mekong zum Monsun um die 10-fache Breite an und erreicht 12m Pegelstand

 Wie tückisch der Mekong besonders in der Provinz Vientiane sein kann. wissen die Anwohner noch aus der letzten großen Flut 1966. Damals stiegen die Fluten so rasant an, daß kaum einer in der Stadt rechtzeitig flüchten konnte. Die Stadt Vientiane liegt an einer Flussbiegung. Während der Mekong zur Trockenzeit eigentlich nur ein 100 m breites Rinnsal, in einem riesigen flachen Flussbett bildet, drängen die Wassermassen nach Monsun Regenfällen gewaltsam auf die Stadt zu.

 Auch hier scheinen die Katastrophen einen handgemachten Hintergrund zu haben, wenngleich es bisher keine konkreten Beweise dafür gibt: Drei Dämme in China, Manwan, Dachaoshan und Jinghong, mit zusammen etwa 16,5 Mio. Kubikmeter Fassungsvermögen. Genug um den nördlichen Mekong zu regulieren. Werden die Dämme jedoch wegen Hochwassers geöffnet, stehen die Anrainer Staaten Laos und Thailand in weiten Teilen unter Wasser. Von offizieller Seite wird das Problem jedoch auf die Beseitigung von Stromschnellen geschoben. Die Rodung großer Teile des Regenwaldes von 70% des Landes auf 40% trägt ebenfalls zum Problem bei. Betroffen sind natürlich in erster Linie die Ärmsten des Landes. Auch ohne zusätzliche Katasrophen, sind rund die Hälfte der Kinder in Laos unterernährt!

 Die aktuellen Schäden an Brücken und Straßen belaufen sich auf 300 Mio. Dollar. Rund 65.000 Hektar stehen unter Wasser. In den Provinzen Attapeu, Sekong, Saravan, Savannakhet, und Champassack, starben 17 Menschen und 178.000 sind auf verschiedene Weise betroffen. In Onechanh Thammavong, stehen 27.000 Behausungen unter Wasser.  Die UN haben bisher 10 Mio. Dollar zur Unterstützung bereitgestellt.

 Neben fehlender Sanitäreinrichtungen, Malaria und Dengue Fieber birgt Laos ein besonderes Gesundheits-Risiko, das sich aus der „bombastischen“ Altlast des Vietnamkriegs ergibt: Laos ist pro Kopf der Bevölkerung die am stärksten von Blindgängern (UXO)-verseuchte Nation in Asien! Die Freispülung verrosteter Minen, Bomben und Granaten stellt eine erhebliche Gefahr dar!

Vietnam

Reisfeld oder Shrimp Farm?

 Bisher gab es sechs Todesfälle bei den Überflutungen und Erdrutschen im Land. 22 Personen starben bereits bei Fluten im Juni. 72.000 Hektar Farmland stehen unter Wasser und über 2000 Häuser wurden beschädigt oder zerstört. Ein besonderer, lokaler Effekt in Vietnam sind die vielen Blitzschläge bei den Unwettern, denen allein 12 Menschen zum Opfer fielen.

 Neben den herkömmlichen gesundheitsschädigen Folgen, birgt Vietnam ein ganz besonderes Risiko: ˶Agent Orange“, das todbringende Erbe des Vietnamkrieges, wurde über zehn Jahre lang vornehmlich über abgelegene Dschungelregionen versprüht. Dabei wurden ursprünglich rund 80 Mio. Liter des Giftes auf 2,5 Mio. Hektar verteilt! Man sollte aber nicht glauben, daß das in dem Zeug enthaltene Dioxin, einer der langlebigsten Giftstoffe, einfach so verduftet. Im Gegenteil, Monsunregen und Erosion haben inzwischen 5,8 Mio. Hektar Tropen- und Regenwald kontaminiert. Die ausgedehnten Fluten, tragen das Gift nun auf Reisfelder und in Dörfer, die bisher davon verschont blieben. Wie nachhaltig das Zeug wirkt beweist die Tatsache, daß nicht nur Millionen Opfer durch direkten Kontakt sogar nach rund 50 Jahren noch darunter leiden, selbst in der dritten Generation kommt es zu schweren Mißbildungen bei Neugeborenen.

Wen das noch nicht abschreckt, der kann ja immer noch eine Zugreise durch China buchen! 

Thailand info hier klicken

Sorry, wenn jetzt so mancher Urlaubstraum den Bach 'runter gehen sollte…

+++Vor 12 Std.: Die E-Mail Chiang Mai berichtet, dass Zugverbindungen nach Bangkok wegen Hochwassser auf den Gleisen abgesagt wurden.  Schulen wurden wegen anhaltender Überschwemmungen geschlossen! +++

Women ‘Я’ ours! Asiens getarnter Rassismus

Posted in Gesetz & Recht with tags , , , , , on April 15, 2011 by pheneas

 Historisch gesehen hat der Raub von Frauen und Mädchen Tradition, egal wie weit man die Geschichte zurückverfolgt. Von der Steinzeit (Massaker von Talheim vor 7.000 Jahren) bis zu den alten Römern, auf Feldzügen von Alexander dem Grossen, bis zu Pippin dem Kurzen hieβ die Devise: „Frauen klauen bringt Selbstvertrauen“. Während in der Vergangenheit jedoch die Eigentumsverhältnisse mit Keule oder Schwert entschieden wurden, ist in der Moderne das Einkommen und der damit verbundene soziale Status, die letzte Entscheidungshilfe sich als willige Beute zu präsentieren. Wenngleich gerade in Asien auch noch gewaltsame Entführungen durch Menschenhändler an der Tagesordnung sind. In Laos zum Beispiel, gab die Regierung im Oktober zu, daβ „human trafficking“ in allen 17 Provinzen gegenwärtig ist. Kunststück, mit diversen NGO’s im Land, die permanent auf das Problem hinweisen, das heisst jedoch nicht, daβ man bisher etwas wirksames dagegen unternommen hat. Business as usual.

Frauenklau traditionell und modern

 Regierungen im Raum des pazifischen Asiens handeln kaum, um die Nachfrage nach geraubten Frauen Einzudämmen. In nahezu allen Fällen stehen jedoch Familienmitglieder oder Respektspersonen hinter dem „Raub“, der damit eigentlich mehr zum Verkauf, und somit als devisenbringende Einkommensquelle gesehen wird.

Bevor einem das Weibervolk ausgeht, kommen die Regierungen schon mal auf Ideen, die weder mit allgemein geltendem Menschenrecht, noch mit persönlichen Rechten in Einklang stehen, wie die Situation in der Demokratischen Volksrepublik Laos zeigt.

Man beachte die Hörnchen...

 Eine Tatsache, die vielen Besuchern des Landes nicht bekannt ist die, daβ jede Beziehung zwischen unverheirateten Laoten und Ausländern ungesetzlich ist. Das ist Rassismus pur! Man stelle sich den internationalen Aufschrei vor, wenn in Deutschland Beziehungen zwischen Einheimischen und Türken, Italienern oder Polen verboten würden! In Laos geht es soweit, daβ einen selbst der Besuch einer(s) Laoten im Hotel schon einen Aufenthalt im Knast bescheren kann, egal aus welchem Grund der Besuch stattfindet! Das erinnert an das in Malaysia und Indonesien praktizierte „Khalwat“, wonach es unverheirateten Muslimen verboten ist sich mit dem anderen Geschlecht auch nur zu treffen. Um aus dem Dilemma wieder herauszukommen, wird die Geldbörse des Ausländers um mehrere tausend Dollar erleichtert. Jawoll! So macht man Geschäfte! Damit eröffnen sich für Denunzianten und niedere Beamtenränge ungeahnte Nebenerwerbsquellen. Hier hat man es nicht mit Hartgeldluden zu tun, sondern mit staatlich sanktionierter Abzocke! Daβ der, oder die Betreffende Einheimische Person, ebenfalls eingekerkert werden kann, hat bisher jedoch weder männliche noch weibliche Prostitution unterbinden können. Es erklärt aber, warum unschuldige Menschen auf Polizeiwachen extravagante Geständnisse unterschreiben. Ausserdem gibt die Regelung den lokalen Medien eine ausgezeichnete Gelegenheit die nationalistische Trommel zu rühren, wenn Betroffene vorgeführt werden, als wären sie während einer Pilgerreise durch Altötting zusammen mit einem Rudel Friseur-Transen in der öffentlichen Bedürfnisanstalt einer Autobahnraststätte verhaftet worden.

Die Euro-Zonen Version

 Es gibt jede Menge vorgeschobener Gründe für die Regelung. Zu den aberwitzigsten gehört der, daβ man vermeiden will, ähnlich wie Thailand, eine Destination für Sextouristen zu werden! Und das in einem Land, das neben Kambodscha weder als Traumstranddestination, Birdwatcher-Paradies oder El Dorado für Tempeltanz Enthusiasten berühmt ist, sondern international den Ruf hat, ein Disneyland für Schmalspur-Polanskis zu sein.

 Selbst wer sich mit Genehmigung der Eltern und des Dorfchefs mit einer Laotin in einer traditionellen Zeremonie verlobt, muβ damit rechnen Besuch von den Cops zu bekommen, die ihn mit Hilfe des Gesetzes wegen einer wahrscheinlich sexuellen Beziehung auβerhalb einer Ehe, um eine ansehnliche Spende für den Polizeisportverein erleichtern. Das gilt selbst dann, wenn es sich bei der „Verlobten“ um eine „Mehlschwalbe“ (Bargirl mit grauen Haaren) handeln sollte. Der Spruch: „Beziehungsprobleme können sich auch auf das Privatleben auswirken,“ erfährt damit ungeahnte Relevanz.

Nun wird das Gesetz nicht unbedingt strikt angewandt. In manchen Hotels schaut man schon diskret zur Seite, wenn man sich mit einer Berufsbeischläferin zum Zwei-Personen Skat aufs Hotelzimmer zurückzieht. Wer sich jedoch wegen der geringsten Kleinigkeit mit Einheimischen anlegt, macht sich damit zum potentiellen Opfer einer unangenehmen und kostspieligen Prozedur. Denn ein Tipp an den Dorfsheriff genügt, um das persönliche Chaos in Laos auszulösen. Wie sagte Charles Bukowski so treffend: „I don’t like jail, they got the wrong kind of bars in there“.