Archiv für Khalwat

1175 € Stundenlohn! Wer arbeitet ist bloβ zu blöd zum Zaubern!

Posted in Aberglaube, Gesellschaft, Kultur & Moral, Malaysia with tags , , , , , , , , , , on Mai 29, 2011 by pheneas

country icon myx Das eigentlich faszinierende an Malaysia ist, daß es auf der einen Seite eine Menge Leute gibt, die clever genug sind ein Vermögen anzuhäufen, von denen allerdings andererseits ein Grossteil bekloppt genug ist, beträchtliche Summen Bargeld, Familienschmuck und Aktien für einen bestimmten Zeitraum auf dem Friedhof zu begraben, weil das böse Geister vertreiben soll. Wer einmal die 374 km von der Hauptstadt Kuala Lumpur nach Singapur fährt, bekommt am Wegesrand kaum etwas Anderes zu sehen als Rest-Dschungel, Palmölplantagen und Schrottplätze. Um Palmen anzupflanzen und Altmetall zu sammeln, reicht ja schon ein IQ, der knapp über dem eines Kaschmir Pullovers liegt. Vielleicht erklärt das die Leichtgläubigkeit und Naivität der Malaien, wenn es um betrügerischen Hokuspokus geht, um es einmal nett auszudrücken.

common sensex

 Nicht weniger erstaunlich ist die Tatsache, dass Malaysia zwar den Islam zur Staatsreligion erklärt hat, seinen rund 27 Millionen Einwohnern aber offensichtlich die unislamische Geisterbeschwörung nicht austreiben kann. Während der Islam Okkultismus eigentlich verbietet, gibt es sogar moslemische Bomohs, die Geister (Jinns) mit Koransuren austreiben. Kurioserweise versuchen nun diese Bohmos, den „Ungläubigen“ der Zunft das Handwerk zu legen…

Relax?

 Ganz nebenbei erwähnt, leistet sich Malaysia auch eine fragwürdige Organisation wie die Religionspolizei (RELA). Die oft nur 17-jährigen Sheriffs machen zum Beispiel schon mal nächtliche Besuche bei Ausländischen Senioren, die unter dem Programm „Malaysia your second Home“ im Lande ihren Lebensabend verbringen, um sie wegen „Khalwat“ (Zusammensein ohne verheiratet zu sein) zu verhaften, wenn sie keine gültige Heiratsurkunde vorlegen können. Ansonsten arbeiten auch viele von ihnen undercover in Ferienhotels, um „unislamisches Treiben“ aufzuspüren. In diese Kategorie fallen in Afghanistan „Drachensteigen“ und in Malaysia sogar „Ballroom Dancing“. Daß die Vorschriften eigentlich nur für Muslime gelten, scheinen die Jungs gelegentlich zu vergessen.

Bomoh bei der „Arbeit“

  Nahezu alle Zeitungen und Zeitschriften in Malaysia sind voll von Anzeigen für „Liebestränke“ (Baccardi Breezer läβt grüβen) und „Low-Energy-Drinks (Koala-Cola, oder Henkell Trocken?)“ gegen streunende Ehegatten, Mixturen gegen Rachegelüste von Mitbewerbern und Gartenzaun-Kontrahenten. Die Elexiere sind ziemlich teuer, aber das schert niemanden bei einem konspirativen Treffen von klimaktierenden Eigenurin-Trinkerinnen mit Nano-Intellekt. Genaugenommen legitimieren die öffentlichen Werbeaktionen eine ständig wachsende Betrügerbande. Man stelle sich nur einmal vor, Berlusconi würde ein Land regieren, in dem ein Groβteil der Bevölkerung dazu neigt, vornehmlich Ausssagen von Zauberern, Klempnern, Automechanikern und anderen Besitzern, abgelegener privilegierter Fachkenntnisse zu vertrauen.

Überraschuuuung!

 Zu den beliebtesten Stunts der rabenschwarzen Schafe unter den „Heilern & Sehern“ gehört ein inzwischen ziemlich alter Trick, Besessene und von Geistern Verfolgte um ihr Erspartes zu bringen: Bei einem Ritual wird dem Hilfesuchenden dringend empfohlen, sein gesamtes Bargeld für 23 Std. in einem von den Merlins vorgeschlagenen Sarg zu deponieren. Es sind Fälle bekannt, in denen so umgerechnet über 23.500 € bis hin zu 176,560 € ins Erdreich gelangten. Natürlich waren Bomoh und Vermögen wie von Geisterhand ohne irgendwelche Fisimatenten vor Ablauf der Frist verschwunden, ohne dass das Geld zu Kohle wurde! Stundenlohn des Scharlatans, wenn er denn selbst 20 Std. bis zur Exhumierung gewartet hat: 1175,- € !!! Dagegen ist der Stundenlohn eines angestellten Oberarztes im städtischen Krankenhaus in Deutschland mit 54,50 € ziemlich popelig.

 Hinterher wird auf den Polizeiwachen immer gerne gejammert, daß man vom Bomoh entweder verhext, hypnotisiert oder gar unter Drogen gesetzt wurde, um seinen Anweisungen zu folgen. Was bei weniger Realitätsresistenten die Frage aufwirft, wie bekifft oder halluziniert man wohl sein muss, um überhaupt einen Bomoh aufzusuchen.

 Hier eine kleine Auswahl von haarsträubenden Nummern (mit Quellenangaben), die sich Malaysias Zauberer allein im vergangenen Jahr geleistet haben. Demnach scheinen sich viele in der Branche als ausgefuchste Mauerblümchenpflücker zu betätigen. Man kann davon ausgehen, daß die bekannten Fälle nur die Spitze des Zuberberges darstellen.

Dirty Bomohs hit list 2010:

Viagra Fasching?

Das geht nur mit Pfizer’s Bums-Bonbons

Kuching 26. Aug. 2010: Ein 63-jähriger Bomoh vergewaltigt drei Schwestern um in dem „Ritual“ deren Krankheiten zu heilen und ihre Jungfernschaft wieder herzustellen. Urteil: 69 Jahre Gefängnis und 12 Schläge mit dem Rattanstock! Rapist bomoh gets 69 years and 12 strokes of rotan

Fummeln für besseren Umsatz

Immer auf die Hupen

Johor Baru 12. Aug 2010: Ein 41-jähriger Bohmo wird wegen „outraging the modesty” (Gräueltaten am Anstand) an einer weiblichen Kundin angeklagt. Sie suchte bei ihm Hilfe, um ihr Restaurant profitabler werden zu lassen. Er wurde zu einer Geldstrafe von umgerechnet 1,174 € verurteilt. Part-time bomoh fined RM5,000 for outraging lady client’s modesty

Daher der Name „Migränestäbchen“

Eindeutig Migräne-Behandlung!

11 Aug. 2010: Mutter und Tochter, die unter Migräne leiden, wurden in einem bizarren Therapie Ritual von einem weiblichen Bomoh mit dem Rohrstock verprügelt, um die bösen Migränegeister loszuwerden. Bomoh whips duo to rid them of evil spirits

Es saugt und klopft der Heinzelmann…

Kuantan 19. Jun. 2010: Eine geschiedene 21-jährige beklagt, daß sie während eines traditionellen „Reinigungsrituals‘‘ von einem Bomoh im Haus ihrer Grossmutter belästigt wurde. Divorcee molested during ‘cleansing ritual’

Mit solchen Freunden braucht man keine Feinde

27. Mai 2010: Eine Verkäuferin zahlt 4.570 € weil ihre beste Freundin versicherte, deren Tante könne sie von den bösen Geistern befreien, die sie verfolgen. Salesgirl loses RM19,400 to chase away evil spirits

Mit Seepferdchen zum Goldkehlchen

Der ist schon als Kind in den Seepferdchentopf gefallen

21. Mai 2010: Eine 21-jährige College-Studentin (Bildung ist Alles!) zahlt einem Bomoh 280 € für einen Drink aus getrockneten Seepferdchen. Dieser sollte ihr dazu verhelfen eine wunderbare Gesangsstimme, wie die einer berühmten Popsängerin des Landes, zu bekommen. Singer-wannabe goes hoarse with seahorse potion

Alter Hippie Spruch: Fighting for peace is like fck ‘ing for virginity!

…was heißt hier „satisfaction“?

8. Mai 2010: Anstatt in eine der zahlreichen auf Hymenrestauration spezialisierten Kliniken zu gehen, endete eine 19-jährige bei einem flotten Dreier mit zwei trickreichen Bomohs, die ihr Jungfernhäutchen auf diese Weise „reparierten“. Das beweist, daß auch Angehörige bildungsferner Gesellschaftsschichten über ein erstaunliches gynäkologisches Fachwissen verfügen. Aber könnte man da nicht genauso gut mit einem Brathähnchen beim Tierarzt aufkreuzen und fragen: „Is‘ da noch was zu machen?!“ Two fall forbomoh’s virginity ‘restoration’ con

12 Zeugen für’s Zeugen?

Jetzt wirds aber eng im Zeugenstand

15. März 2010: Angeklagt wegen Vergewaltigung von drei Schwestern, plädiert ein 64-jähriger Bohmo vor Gericht auf „nicht schuldig“. Wahrscheinlich hofft er darauf, dass Frauen unter „Sharia-Gesetz“ vier männliche Zeugen für eine Vergewaltigung beibringen müssen. Kaum anzunehmen, dass die Mädels das Dutzend vor Gericht zusammenbringt. Bomoh, 64, charged with raping 3 sisters

Hold on – I’m coming!

Hold on Im comming

Wenn Sie hier nochmal eben festhalten möchten…

12. Jan. 2010: In einem Spa fordert ein Bomoh eine Frau dazu auf seine Genitalien zu halten, um sie von einem Fluch zu befreien, den man ihr auferlegt hat. Bomoh’s private spell too much for woman

Familienbande

Das muß aber unter uns bleiben…

Ipoh 20. Feb. 2010: Ein 70-jähriger (!) Bomoh landet vor Gericht, weil er Inzest (?) mit seiner 24-jährigen Stieftochter begangen haben soll. Part-time bomoh charged with incest

Statistik der bekannten Inzest Fälle in Malaysia:

http://imageshack.us/photo/my-images/151/incestmalaysiagy0.jpg/

Wer also etwa so scharf ist wie ein Karton Ratten, ohne attraktives Einkommen und dem gemäß entsprechend geldgeil ist, sollte vielleicht einen Orts- und Berufswechsel in Richtung Malaysia in Betracht ziehen…

Women ‘Я’ ours! Asiens getarnter Rassismus

Posted in Gesetz & Recht with tags , , , , , on April 15, 2011 by pheneas

 Historisch gesehen hat der Raub von Frauen und Mädchen Tradition, egal wie weit man die Geschichte zurückverfolgt. Von der Steinzeit (Massaker von Talheim vor 7.000 Jahren) bis zu den alten Römern, auf Feldzügen von Alexander dem Grossen, bis zu Pippin dem Kurzen hieβ die Devise: „Frauen klauen bringt Selbstvertrauen“. Während in der Vergangenheit jedoch die Eigentumsverhältnisse mit Keule oder Schwert entschieden wurden, ist in der Moderne das Einkommen und der damit verbundene soziale Status, die letzte Entscheidungshilfe sich als willige Beute zu präsentieren. Wenngleich gerade in Asien auch noch gewaltsame Entführungen durch Menschenhändler an der Tagesordnung sind. In Laos zum Beispiel, gab die Regierung im Oktober zu, daβ „human trafficking“ in allen 17 Provinzen gegenwärtig ist. Kunststück, mit diversen NGO’s im Land, die permanent auf das Problem hinweisen, das heisst jedoch nicht, daβ man bisher etwas wirksames dagegen unternommen hat. Business as usual.

Frauenklau traditionell und modern

 Regierungen im Raum des pazifischen Asiens handeln kaum, um die Nachfrage nach geraubten Frauen Einzudämmen. In nahezu allen Fällen stehen jedoch Familienmitglieder oder Respektspersonen hinter dem „Raub“, der damit eigentlich mehr zum Verkauf, und somit als devisenbringende Einkommensquelle gesehen wird.

Bevor einem das Weibervolk ausgeht, kommen die Regierungen schon mal auf Ideen, die weder mit allgemein geltendem Menschenrecht, noch mit persönlichen Rechten in Einklang stehen, wie die Situation in der Demokratischen Volksrepublik Laos zeigt.

Man beachte die Hörnchen...

 Eine Tatsache, die vielen Besuchern des Landes nicht bekannt ist die, daβ jede Beziehung zwischen unverheirateten Laoten und Ausländern ungesetzlich ist. Das ist Rassismus pur! Man stelle sich den internationalen Aufschrei vor, wenn in Deutschland Beziehungen zwischen Einheimischen und Türken, Italienern oder Polen verboten würden! In Laos geht es soweit, daβ einen selbst der Besuch einer(s) Laoten im Hotel schon einen Aufenthalt im Knast bescheren kann, egal aus welchem Grund der Besuch stattfindet! Das erinnert an das in Malaysia und Indonesien praktizierte „Khalwat“, wonach es unverheirateten Muslimen verboten ist sich mit dem anderen Geschlecht auch nur zu treffen. Um aus dem Dilemma wieder herauszukommen, wird die Geldbörse des Ausländers um mehrere tausend Dollar erleichtert. Jawoll! So macht man Geschäfte! Damit eröffnen sich für Denunzianten und niedere Beamtenränge ungeahnte Nebenerwerbsquellen. Hier hat man es nicht mit Hartgeldluden zu tun, sondern mit staatlich sanktionierter Abzocke! Daβ der, oder die Betreffende Einheimische Person, ebenfalls eingekerkert werden kann, hat bisher jedoch weder männliche noch weibliche Prostitution unterbinden können. Es erklärt aber, warum unschuldige Menschen auf Polizeiwachen extravagante Geständnisse unterschreiben. Ausserdem gibt die Regelung den lokalen Medien eine ausgezeichnete Gelegenheit die nationalistische Trommel zu rühren, wenn Betroffene vorgeführt werden, als wären sie während einer Pilgerreise durch Altötting zusammen mit einem Rudel Friseur-Transen in der öffentlichen Bedürfnisanstalt einer Autobahnraststätte verhaftet worden.

Die Euro-Zonen Version

 Es gibt jede Menge vorgeschobener Gründe für die Regelung. Zu den aberwitzigsten gehört der, daβ man vermeiden will, ähnlich wie Thailand, eine Destination für Sextouristen zu werden! Und das in einem Land, das neben Kambodscha weder als Traumstranddestination, Birdwatcher-Paradies oder El Dorado für Tempeltanz Enthusiasten berühmt ist, sondern international den Ruf hat, ein Disneyland für Schmalspur-Polanskis zu sein.

 Selbst wer sich mit Genehmigung der Eltern und des Dorfchefs mit einer Laotin in einer traditionellen Zeremonie verlobt, muβ damit rechnen Besuch von den Cops zu bekommen, die ihn mit Hilfe des Gesetzes wegen einer wahrscheinlich sexuellen Beziehung auβerhalb einer Ehe, um eine ansehnliche Spende für den Polizeisportverein erleichtern. Das gilt selbst dann, wenn es sich bei der „Verlobten“ um eine „Mehlschwalbe“ (Bargirl mit grauen Haaren) handeln sollte. Der Spruch: „Beziehungsprobleme können sich auch auf das Privatleben auswirken,“ erfährt damit ungeahnte Relevanz.

Nun wird das Gesetz nicht unbedingt strikt angewandt. In manchen Hotels schaut man schon diskret zur Seite, wenn man sich mit einer Berufsbeischläferin zum Zwei-Personen Skat aufs Hotelzimmer zurückzieht. Wer sich jedoch wegen der geringsten Kleinigkeit mit Einheimischen anlegt, macht sich damit zum potentiellen Opfer einer unangenehmen und kostspieligen Prozedur. Denn ein Tipp an den Dorfsheriff genügt, um das persönliche Chaos in Laos auszulösen. Wie sagte Charles Bukowski so treffend: „I don’t like jail, they got the wrong kind of bars in there“.