Archiv für Goa

Spirituell ohne religiöse Ambitionen- wie geht das?

Posted in Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Glauben & Besserwissen, Indien, Süd-Ost Asien, Uncategorized with tags , , , , , on Juni 1, 2015 by pheneas

Ist schon irgendwie interessant, welche Gegensätze sich manchmal in der eigenen Psyche befinden.

Egal ob Sikhs, Juden, Hindus, Katholen, Protestanten, Muslime, Buddhisten, Zeugen Tequillas, Pfingstler oder Obstler, ich hab‘ mit organisierten Religionen nix am Hut. Da geht’s nur ums Geld. Ich hege eine tiefe Abneigung gegen jegliche Sektierer.

Umso erstaunlicher ist mein Verhältnis zu einer, zugegeben amateurhaft geschnitzten, Holzfigur des von Hindus verehrten Gott Ganesh. Wer mehr über den Burschen mit dem abgebrochenen Zahn erfahren will, wird hier bedient.

Kennengelernt haben wir uns auf einer Recherche-Reise in Indien. Es ging dabei um Kinderhandel unter dem Vorwand, daß 7-jährige Mädchen gemäß Tradition und dem Willen einer Hindu Göttin, in die Prostitution verkauft werden können. Das war nach meinem Bericht, ohne daß ich es erwartet hatte, ´ne Riesennummer in europäischen Medien. An dieser Stelle geht mein persönlicher Dank an Michael Spreng, meinem damaligen Chefredakteur.

Mein Ganesha

Mein Ganesha

In Goa, wie eigentlich in ganz Indien, gibt es Ganesh Stauen in jeder beliebigen Größe und Form an nahezu jeder Straßenecke zu kaufen. Aus Gold, aus Bronze, aus Silber, Stein und Holz. Ich weiß bis Heute nicht, warum ich mich für die gröbste aller Schnitzereien entschieden habe. Der mir zugeteilte Fotograf fragte mich, ob ich den hässlichen Holzklotz wirklich nach Deutschland schleppen wolle. Jo, hab‘ ich gemacht.

Nun gibt es ein paar Regeln im Umgang mit der elefantösen Naschkatze. Wer eine Ganesh Statue in seinem Haus aufstellt, muß dafür Sorge tragen, daß Shivas Sohn immer in Richtung der Tür blickt.  Geht bei mir gar nicht, weil an der Seite nur Fenster sind. Außerdem darf man laut Hinduregeln den Dickhäuter nicht mit auf Umzüge nehmen. Einmal im Haus, muß er da bleiben, wo er ist.

Nun, meiner ist mit mir von Goa nach Deutschland gereist, von dort nach Singapoor, Malaysia, wieder nach Singapoor und hängt jetzt seit fast zehn Jahren an meiner Wand in BangCock und guckt in Richtung Fenster.

Ich habe in letzter Zeit ein paar Probleme mit säumigen Zahlungen für ausstehende Rechnungen gehabt. Für Thailänder ist es üblich (wie in ganz Asien) die Götter vor Erfüllung ihrer  Träume zu bestechen, indem sie getürkte Opfergaben auf die Schreine legen und Buddha sagen, was sie von ihm erwarten.

So, und hier kommt‘s: Jedes Mal wenn ich Glück hatte oder mir irgendjemand zu Hilfe kommt, „bedanke“ ich mich bei meinem Ganesh mit Jasmin- und Rosengirlanden. Aber eben erst hinterher. Bei der hier üblichen Praxis, den Holz-Jumbo für irgendetwas anzubetteln, käme ich mir ziemlich blöd vor.

Wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich herausgefunden habe, ob ich nicht doch zumindest im Stillen irgendwie „religiös“ bin…

Lallend zur Landeerlaubnis?

Posted in Relaxed Reisen - Entspannt ankommen with tags , , , , , , , , on April 11, 2011 by pheneas

 „Incredible India“ so lautet der Tourismus Slogan des Subkontinents. Nun kann man „incredible“ mit unglaublich, aber auch mit haarsträubend, oder gar wahnsinnig übersetzen. Wie die Times of India berichtet, muss am indischen Himmel teilweise der Teufel los sein. Hier geben die Piloten nicht nur vollen Schub auf der Landebahn, sondern offenbar auch volle Pulle am Tresen der Bars in den Crew-Hotels. Wie heiβt es so treffend? Kein Fachmann ohne Flachmann! Über (indischen) Wolken muss die Promille-Freiheit wohl grenzenlos sein…

Pilot-Projekt Pils Vergiftung

 Am 11. März legte das Ministerium für Zivilluftfahrt  im Parlament eine Liste vor, wonach in den vergangenen zwei Jahren 56 Piloten der staatlichen Fluglinie, aber auch privater Airlines wie IndiGo und Jet Airways, durch Alkoholtests gefallen sind. Da taucht für Passagiere die Frage auf, waren das gerade Turbulenzen,- oder lag’s am „Toddy“? Das beweist: Blaue Jungs gibt’s eben nicht nur in der Marine. Nur zehn der Fahnenflieger wurden bisher entlassen, der Rest kam mit zeitweiliger Suspendierung oder Geldbuβen davon. In Indien herrscht chronischer Mangel an Verkehrspiloten.

 Nur zwei Tage zuvor wurde bekannt, daβ eine Pilotin in Goa zuerst mit dem Bugrad aufsetzte. Erste Untersuchungen ergaben, daβ die Dame das schon öfter gemacht hat, woraufhin ein check ihrer Personalakte erfolgte. Ergebnis: Ihre Pilotenlizenz und Angaben über absolvierte Flugstunden waren gefälscht und die Fliegerin ist sieben Mal (!) durch die Pilotenprüfung gefallen. Und in good old Germoney regt man sich über einen Plagiaturvirtuosen als Verteidigungsminister auf. tzzz

Alte Stuntmen-Weisheit: Es geht auch anders, aber so geht's auch

 Hinzukommt, daβ die Landebahn des Airports Dabolim in Goa ohnehin schon auβergewöhnliche Anforderungen an die Piloten stellt: Sie fängt nur wenige hundert Meter hinter der Steilküste an, ist nicht eben sondern führt durch eine Senke und hat auf der Mitte eine kreuzende Straβe mit einer Art „Bahnübergang“, auf dem es schon mal zu Verkehrsstaus kommt. Incredible India- voll normaal ey!

Yupp, das kennt man- klassische Lebensmittelvergiftung

 Verglichen mit den indischen Promille-Kamikaze war ja selbst der Sonntagspilot Franz-Josef Strauss noch ein Aerobatik-Genie. Derzeit überprüfen die Behörden die Papiere sämtlicher Verkehrspiloten (4000). Nach den ersten 500 wurden bereits zwei mit gefälschten Dokumenten in den Akten verhaftet.

Berühmte letzte Worte: "Erbidde La-La-Lannelaubnis aisokee?"