Archiv für Carabao

Chiang Mai 2011 – The Day the Music Died

Posted in Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Gesetz & Recht, Korruption, Kultur & Moral, Reise, Reisen, Relaxed Reisen - Entspannt ankommen, Süd-Ost Asien, Thailand with tags , , , , , , , , , , on Dezember 31, 2011 by pheneas

Zur Einleitung der eigentlichen Geschichte, hier eine Anekdote aus meiner Zeit als aktiver Musiker:

Toronto, Kanada, 1999

Mr. „Kentucky schreit Ficken“

 Bevor wir mit unserer Band auf Tournee gingen, haben wir gerne das Programm mit akustischen Instrumenten auf dem Straβenmusik-Strich getestet. Dieses „Bezahlte Üben“ erwies sich als gutes Barometer, um zu sehen wie die Stücke beim Publikum ankommen. Bevor wir also in Europa auf Tournee gingen, spielten wir fünf Tage lang vor einer Ladenpassage und U-Bahnstation in Torontos Innenstadt. Jeden Tag zur selben Zeit kam ein älterer Herr vorbei. Er sah beinahe so aus wie Colonel Sanders, der KFC-Hühner Hugo im Krankenpfleger Outfit. Er hörte sich zwei, drei Songs an und warf dann lächelnd, je nachdem wie ihm die Musik gefiel, 5 oder 10 Dollar in den Gitarrenkoffer. Ich glaube, sein Lieblingssong war „Don’t fence me in“ von Cole Porter.

 Am fünften Tag kamen zwei Cops vorbei, verboten uns weiterzuspielen und konfiszierten unsere Instrumente. Straβenmusik war zu dieser Zeit in Toronto verboten. Wir sollten am nächsten Tag zum Gericht kommen, wo unsere Strafe festgesetzt wird und nachdem wir diese bezahlt hätten, würden wir die Instrumente zurückbekommen.

 Vor den ausladenden Treppen des Gerichts war ein Fuβgänger-Übergang und wir warteten auf Grün, als der besagte Herr erschien, er fragte uns lächelnd was wir den vorhätten und wir erzählten ihm was passiert war. Er sagte nur breit grinsend „hm“ und verabschiedete sich.

 Im Gerichtssaal war es gerammelt voll, Stadtstreicher, Nutten und Leute die wegen „drunk in public“ oder „Fünf-Finger-Rabatt“ (Ladendiebstahl) etc. angeklagt wurden. Wir staunten nicht schlecht, als sich herausstellte, daβ unser „Colonel Sanders“ auf dem Richterstuhl saβ! Er erklärte den Cops, daβ er persönlich gesehen hat, daβ wir nicht auf öffentlichem Grund, sondern im Eingang der Passage gespielt hätten und die sei Privatgrund. Und da sich die Besitzer nicht beschwert haben, wird die Klage abgewiesen! Zack aus, der nächste bitte. Unnötig zu erwähnen, daβ wir fast mitten auf dem Gehweg musiziert haben…

Nochmals vielen Dank Judge ♫ ♪♫ 

 Daβ es auch anders geht, beweist diese Geschichte aus Chiang Mai in Thailands Norden. Hier haben die Erbsenzähler und Kulturtaliban der Polizei und Einwanderungsbehörde das Sagen. Glücksspiel, Prostitution, Drogen-, und Menschenhandel, Handel mit Schmuggelware und Waffen, sowie Schmuggel von Diesel sind in Thailand die eigentliche Domäne der „Boys in Brown“. Es gibt im Land zwischen 700.000 und 1 Mio. illegale Spielhöllen und Casinos, davon allein 170 in Bangkok, die unbehelligt ihr Geschäft betreiben. Das geht! Zwischen 3 und 20 Prozent der weiblichen Bevölkerung im Königreich geht „anschaffen“. Auch das geht, obwohl Prostitution verboten ist. In den Sois 3 und 4 der Shukumvit Road in Bangkoks Innenstadt bieten Afrikaner jedem Passanten Drogen und geklaute Pässe an. Das geht auch!  Wenn jedoch ein Ausländer in Chiang Mai in seinem 3-wöchigen Urlaub auf die Bühne eines Live Music Clubs steigt  und an den wöchentlichen  „open mic“ sessions teilnimmt, dann geht das nicht!

Thai Cops- nicht genug Musik im Blut?

 Warum? Weil sich damit für die Cops kaum Geld verdienen lässt. Und eine Verhaftung wegen Musizierens ohne Arbeitserlaubnis hilft den Beamten das ohnehin popelige Gehalt zu rechtfertigen. Bereits im März und April 2011 wurden zahlreiche Ausländer, speziell in den Clubs Guitarman und Northgate, verhaftet. Damit hat man dem bisherigen Ruf der Muckerschuppen,  Kultstätten der Völkerverständigung unter Musikern und Publikum zu sein, den Schlussakkord gesetzt..

 Besonders grotesk wird die Nummer, wenn man bedenkt, daβ sich Chiang Mai bei der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation) um den „Creative City Status“ beworben hat. Man glaubt das damit zu rechtfertigen, daβ Chiang Mai „kulturelle und kreative Aktivitäten als integrale Bestandteile der Stadt gewährt die eine wirtschaftliche und soziale Funktion erfüllen.” Klingt für mich irgendwie mehr nach Schmelztiegel für Hirnschmalz! Hier wird es aber jetzt höchste Zeit für den:

A long long time ago

I can still remember how that music used to make me smile…

And I knew if I had my chance

That I could make those people dance

And maybe they’d be happy for a while…

American Pie / Don McLean

 Wäre es nicht in aller Interesse, die Kreativität auch durch ausländische Musiker interpretieren zu lassen? Oder ist das Thailands Verständnis von Völkerverständigung, im gleichen Stil, wie sie schon Demokratie missinterpretieren? Man stelle sich den garantiert unmusikalischen Aufschrei im Land vor, wenn man die Mitglieder der im ammerländischen Rastede aufgetretenen Pattaya Marching Band nach Arbeitsgenehmigungen gefragt hätte. Schaut man sich die entsprechenden Clubs und deren Klientel an, so findet man neben wenigen Thais hauptsächlich Touristen und Expats vor.  Hier traf sich ein Publikum, dessen Hörgewohnheiten kaum kompatibel sind mit betrunkenen, freitagabendlich gestimmten Karaoke-Pavarottis, die im Lübke-Englisch 25 Jahre alte Boney M. Titel als Niegelungenlied präsentieren, Thai-Rap (früher nannte man das Stottern, aber es galt als heilbar), oder Reisbauern Cha-Cha-Cha und Befruchtungswalzer für Ejakulations-Assistentinnen im 3-tägigen Erziehungsurlaubs-Dilirium. Aber das gehört zum musikalischen Thai-Alltag, denn hier gilt: Ohrenschmerz ist nur Hysterie des Körpers! 

Gary Glibber- Jailhouse Rock nach Pädo-Polka

 Nun ist es ja nicht so, daβ Gary Glitter aus dem benachbarten Kambodscha allabendlich die Bühnen erklomm, um Pädophilen-Potpourris zu Gehör zu bringen. Hier trafen sich gelegentlich Profis und Amateur-Musiker im Urlaub mit lokalen Künstlern, um sich abseits von Bananenmusik und Autoscootertechno mit anderen Künstlern auszutauschen. Ein gegensaitiges Geben und Nehmen also. Wer so etwas verbietet, sollte sich seine Liederschmerzen und Mittelohrvergiftung bei „Lock ‚n Lao“ während  der nächsten Bücherverbrennung zum Schutz der heimischen Thai-Kultur holen! 

 Aber die Kultur,- und Arbeitsplatz-Protektionisten haben nichts Besseres zu tun, als einen Rucksacktouristen zu verhaften, der bei seinem eintägigen Thailandaufenthalt bei einer „offenen Bühne“ Veranstaltung ein paar Songs zum Besten gibt! Das ist wie Hoyerswerda morgens halb 10 auf nüchternen Magen. Klar, jeder Shopping Cart-Schubser spielt hier Gitarre, aber nur ein Bruchteil der Vollchlore-Klampfer ist in der Lage einen einfachen 12-Takt Blues zu spielen. Vielleicht boomt hier der Verkauf von Ukulelen nur deshalb, weil man glaubt, Led Zeppelins „Stairway to heaven“ läβt sich auf vier Saiten schneller erlernen.

 Also, was soll dieser Bühnen-Rassismus? Ausgerechnet in einem Land in dem  mehr Raubkopien westlicher Musiker verkauft werden als irgendwo sonst auf der Welt! Erstaunlich finde ich auch, daβ sich Thailands „Lock-Star“ Nummer eins, Carabao, der sonst für jeden Scheiss Reklame macht, nie zu dem Thema gemeldet hat. Aber wahrscheinlich fürchtet er, daβ durch Einflüsse ausländischer Musiker noch andere Karaoke Clowns auf die Idee kommen, mit abgekupferten Songs der Scorpions und Carlos Santana Licks Kohle zu machen.

 Ein anonymer Musiker aus eine beliebten ausländischen Band in Chiang Mai sagte dem Magazin Citylife: „Open Mic Nights sind fertig, Musiker in Chiang sind Mai fertig!” Er erklärte auch, daß eine große Zahl ausländischer Musiker ihre Auftritte aus Angst von Einwanderungsbehörde verhaftet zu werden, abgesagt hat. Gleichzeitig hat sich eine wachsende Zahl ausländischer Musiker von Chiang verabschiedet, da die Stadt nicht mehr das Gefühl bietet, ein kreatives Zentrum für Künstler zu sein.

 Wenn eine Band ausländischer Musiker, etwa die Hauskapelle eines Clubs stellt und für regelmäßiges Engagement entlohnt wird, erscheint es ganz normal, daβ dafür eine Arbeitsgenehmigung erwartet wird. Das ist in jedem Land gleich.  Aber wieviele engstirnige Bürokraten braucht der Staat um Touristen zu verhaften die im dreiwöchigen Urlaub 3X an einer Jamsession teilnehmen?

 Fakt ist:

  • Die Auftritte sind spontan und werden nicht auf Plakaten vorher angekündigt.
  • Jamsession Musiker erhalten weder eine Gage, noch eine freie Mahlzeit oder gratis Getränke für ihre Darbietung.
  • Sie machen keinem Einheimischen den Arbeitsplatz streitig.
  • Auch die Einheimischen Bands zahlen keine Steuern für ihre „bezahlte“ Arbeit.

♪§§♪§§♪§§♪§§♪§

Das Gesetz sagt:

 Ohne Arbeitserlaubnis ist es Ausländern untersagt Geld für Tätigkeiten zu empfangen. Das Gesetz schlieβt jedoch nicht einmalige Darbietungen bei open mic sessions  ein! Die Polizei versucht jedoch das Gesetz auf jeden anzuwenden, selbst wenn derjenige sich einer illegalen Arbeit nicht bewuβt ist. Unwissenheit schützt vor Gericht nicht vor Strafe.

Mit „Ausländer Musik“ Kohle machen, aber keine GEMA bezahlen…

 Könnte man unter diesem Vorwand nicht jeden verhaften, der in einer der zahllosen Karaoke-Bars „Hänschen Klein”, als Demonstration deutscher Vollchlore, zur Belustigung der Thais zum Besten gibt? Und das in einem Land, in dem es nicht einmal so etwas wie eine GEMA gibt?

Was sagen die Verantwortlichen?

 Ruchuchai Potha, vom Chiang Arbeitsamt, Abteilung Arbeitsbewilligungen, erklärt, dass seine Abteilung und die Fremdenpolizei auch die Macht haben, Musiker für on-the-Spot Beschäftigungsverstöße zu verhaften. Im Falle Guitarman, war eine offizielle Beschwerde von jemandem Grund für die Verhaftungen. Ruchuchai sagte, es gebe ähnliche Umstände im Fall der Northgate Verhaftungen, aber leider geriet ein unschuldiger Backpacker  in das Netz, ohne etwas falsch gemacht zu haben. Dieser muβte zwar durch die ganze Verhaftungsprozedur gehen, aber es wurde keine Anklage erhoben. Ein Anwalt dazu: Viele ausländische Musiker „jammen“ tatsächlich ohne Bezahlung und brechen daher  keine Einwanderungsgesetze. Ruchai sagt jedoch es sei schwierig für die Beamten zu erkennen wer jammt oder wer bezahlt wird. Wie üblich in Thailand, muβ man seine Unschuld beweisen um einer Strafe zu entgehen. Ruchuchai weiter: Jeder Ausländer kann bei mir im Department of Work Permits in Chiang Mai eine auf 15 Tage befristete Arbeitserlaubnis zum jammen beantragen. Seine Leute haben damit kein Problem, aber er kann das nicht für andere Behörden sagen. Er geht sogar so weit, zu beanstanden, daβ selbst die Touristen-Polizei in Chiang Mai ausländische „Freiwillige“ engagiert, die genaugenommen ohne offizielle Arbeitserlaubnis arbeiten,  das ist ebenfalls illegal! Das gleiche gilt für viele Behörden und Non-Profit-Organisationen, die ausländische Lehrer  beschäftigen. „Wir werden uns am Ende womöglich alle gegenseitig verhaften,” beklagt der Beamte.

 Die Interviewer von CityLife fragten, wie es denn im Fall eines Benefiz-Konzerts für die japanischen Tsunamiopfer steht, das mit vielen ausländischen Musikern von dem Magazin veranstaltet wurde. Antwort: „Citylife hätte Geldstrafen bis zu 100.000 Baht pro Musiker erhalten können. Stellen sie beim nächsten Mal sicher, dass Sie mich um meine Erlaubnis bitten!”

 Hier ein paar  der Thai-LaLa Hörsturzproben, damit ihr wißt, was Euch im Urlaub erwartet. Wer alle Nummern bis zum Schluss durchsteht, sollte mal sein Hörgerät entwachsen…

http://www.youtube.com/watch?v=R0n4T0SQt70&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=5RaLl802DiI

http://www.youtube.com/watch?v=l9l0MhiBauk&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=_G7D_xSW_GM&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=avVWHd_liHc&feature=fvwrel

Und wer jetzt meint, ich wäre überheblich gegenüber anderen Kulturen, dem sei gesagt:

Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz!

Der Strassenmusiker des Jahres 2011

Schwiegermütter aufgepaßt! 112 Auftragskiller erwarten ein Angebot

Posted in Gesellschaft, Sicherheit with tags , , , , , , , , , , , on Mai 23, 2011 by pheneas

 Ab und zu liest man in deutschen Nachrichten davon, daβ irgendwelche Spinner Waffenarsenale von Handgranaten bis zu Kalaschnikows, und Munitionsdepots einer mittleren Kaserne unter der Matratze verstecken. Zum Glück sind Waffennarren in Deutschland bisher eher Außenseiter, oder bestenfalls Möchtegern-Schützenkönige. Aber was zum Teufel ist mit einer Nation los, in der offenbar die gesamte Gesellschaft in jede Art von Waffen verliebt ist?

 Thais leiden geradezu unter ihrem Nationalstolz. Fragt man aber jemanden, worauf sie denn eigentlich stolz sind, erntet man hochgezogene Augenbrauen und Achselzucken. Auβer kopierten Designerwaren, Jasmin-Reis (Kao Horm Mali), Orchideen und Thai-Seide (das Original wurde erstmalig in China 3000 Jahre v. Chr. erwähnt) wurde bisher nichts Nützliches hergestellt, oder gar erfunden, worauf die Welt gewartet hat. Immerhin, 18 Militärputsche seit 1932 lassen jeden 14-jährigen Realschüler in demokratischen Ländern glauben: „Regelmäßiges Versagen ist auch eine Form der Zuverlässigkeit.“

Thainess? Alles nur geklaut...

 Beispiele für die den häufig strapazierten Begriff von „Thainess“, bietet das Museum of Siam. Demnach zählen Tuc Tuc’s zur Quintessenz der Thaikultur- tatsächlich sind die billig Taxis eine japanische Erfindung mit ein paar Thai Modifikationen. Das berühmte Gericht, „Pad Thai“ wurde von vietnamesischen Händlern ins Land gebracht. Das parlamentarische System wurde von den Briten übernommen. Die königlichen Barken und klassische Tänze kamen von den Khmer.** Alle aus Stein gebauten Tempel in Thailand stammen ebenfalls von den Khmer,- Thai-Konstruktionen wurden traditionell aus Lehm gebaut. Die berühmteste Rock Band des Landes (Carabao), ist eine zweitklassige Kopie aus einer Fusion von Scorpions und Santana (ironischerweise trägt einer ihrer Hits den Titel „Made in Thailand“). Die Chakri Mahaprasat, ist der größte Saal in Bangkoks Grand Palais, 1882 von britischen Architekten und unter der Leitung von ausländischen Bauleitern errichtet, mit Materialien aus dem Ausland (z.B. italienischer Marmor). Dieser Stil wird als Farang saichadaa bezeichnet, übersetzt: „Western in einer thailändischen Krone.“***

 Ob man sich wegen gewisser Defizite nun als Nation wichtiger fühlt, wenn man sich bis an die Zähne bewaffnet, kann auch niemand ehrlich beantworten.

Einmal volltanken bitte!

 Die Nation leistet sich einen second hand Flugzeugträger (Chakri Naruebet), für den es weder geeignete Flugzeuge, entsprechende Versorgungs- und Begleitschiffe hat, und zudem nicht über die Mittel verfügt, das Monstrum wenigstens vollzutanken. Nun stehen zwei nagelneue schwedische Grippen Kampfflugzeuge und mehrere 30 Jahre alte deutsche Ü-Boote, die  weder zur Landesverteidigung, noch zum Küstenschutz in den flachen Gewässern tauglich sind, zum Kauf an. Die Logik von derlei Shopping grenzt an Leute, die das Haus vom Keller bis zum Boden schrubben, bis es glänzt wie Bankiershoden im Mondschein, obwohl es am nächsten Tag der Abrissbirne anheimfällt.

 Die Regierung bildet Lehrer der Dorf Verteidigung Milizen (VDM) aus, um in den drei Südprovinzen, in denen es täglich zu Terroranschlägen kommt, die bisher über 4,300 Tote forderten, 9 bis 17-jährige an Waffen zu trainieren.*

 An Tagen der offenen Tür posieren Schulkinder in Armee-Kasernen mit automatischen Waffen für Familienfotos, wahrscheinlich weil Handfeuerwaffen im Fernsehen gepixelt werden müssen.

16-jährige werden bei Verkehrskontrollen mit Sturmgewehren und automatischen Pistolen festgenommen, von denen niemand weiβ, ob sie die Knarren zum Aufbau einer neuen Karriere erworben haben.

 Ein Infanterie-Korps mit Hauptsitzes in der Prachuab Khiri Khan Provinz reichte am 4. Mai 2011 eine Beschwerde bei der Polizei ein, dass hunderte von Waffen aus ihrem Depot gestohlen wurden. Unter ihnen waren 130 M16-Sturmgewehre, Mörser, 11-mm-Pistolen und Minimi-Gewehre! In welchem Land läβt sich die Armee schon ständig die eigenen Waffen klauen?

Unbemerkter Waffenklau? Bei welcher Armee gibt's denn sowas?

Irgendwie kommen einem da drei Zitate aus grundverschiedenen Quellen in den Sinn:

„Wir lassen sie keine eigenen Ideen haben. Warum sollten wir sie Waffen haben lassen?“

Josef Stalin

„Die Waffen und die Bomben, Raketen und Kriegsschiffe, sind alle Symbole des menschlichen Versagens.“

Lyndon B. Johnson

„Deutsche, die Schusswaffen benutzen möchten, sollten der SS oder SA beitreten- normale Bürger brauchen keine Waffen, da sie damit nicht dem Staat dienen.“

Heinrich Himmler

 Nun ist Öffentlichkeitsarbeit nicht unbedingt eine Domäne der thailändischen Behörden, oder gar Ministerien. Das führt dann dazu, daβ sich ausgerechnet kurz vor „demokratischen Wahlen“ die Polizei genötigt sieht, auf ihr eigenes Versagen hinzuweisen, wonach 112 polizeibekannte Auftragskiller frei im Land herumlaufen. Einige davon bereits seit fünf Jahren!

Most wanted list,- oder Jobbörse für Auftragskiller ?

 Eine Forschungs-und Gutachter Einheit der Royal Thai Police kam zu dem erstaunlichen Ergebnis, daβ die erneute Veröffentlichung der Steckbriefe lediglich das Dilemma der Behörden unterstreicht, die einerseits die Feinde des Systems kennt, andererseits aber machtlos ist gegen die Mächtigen im Land, die sie unterstützen. Das wurde wiedermal bewiesen durch das Attentat auf einen ehemaligen Abgeordneten in der vergangenen Woche.

 Nach den Untersuchungen gelten politische Auseinandersetzungen auf lokaler und nationaler Ebene als Hauptmotiv für professionelle Tötungen, neben Konflikten um Unternehmensinvestitionen unter „einflussreichen“ (einschuβreichen?) Persönlichkeiten.

Lediglich ein Journalist der Zeitung The Nation hat bisher gewagt das Problem beim Namen zu nennen, indem er/sie fragte: „Wie kann es angehen, daβ die Polizei nur von 112 Auftragskillern weiβ, wenn bereits jeder 15-Jährige in Teeküchen und Hawkerstalls den lokalen Don de Don und seinen Hitman identifizieren kann…“

*Quelle: Coalition to Stop the Use of Child Soldiers and the Justice for Peace Foundation (JPF)
** Quelle: “Bizarre Thailand ” von Jim Algie
*** Quelle: Wiki