Archiv für Bahtismus

Thailand: Auf der Suche nach hierarchischer Demokratie

Posted in Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Bangkok, Gesellschaft, Korruption, Reise, Reisen, Süd-Ost Asien, Thailand with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , on Januar 26, 2014 by pheneas

Es gibt Eltern, die ihre Kinder autoritär, gleichwohl zur Unselbständigkeit erziehen. Die Blagen werden ständig bevormundet, aber mit der Möglichkeit im Alter von 25 Jahren mietfrei im Kinderzimmer zu wohnen, während Mutti die Klamotten wäscht und das Essen auf den Tisch stellt.

Wächst die Brut zu allem Unglück auch noch in einer dörflichen Gemeinschaft auf, die sich einer Lebensweise unter bestimmten kulturellen und religiösen Regeln verschrieben hat, ist Zappen duster.

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Wenn die männlichen Nachkommen sich dann später in ihrer eigenen Familie wie die Paschas aufführen, während die Mädels dem Prinzessinnen-Syndrom anheimfallen, braucht man sich nicht wundern. Ihr Leben betreffende Entscheidungen werden zumeist von anderen getroffen. Sie leben weiterhin unter einer Glocke der Bequemlichkeit, unfähig von anderen zu lernen, eigene Wege zu gehen und sich vom Dasein des Befehlsempfängers zu emanzipieren.

Im übertragenen Sinn ist die Thai-Gesellschaft so ein Problemkind.

Immer wieder tauchen in den Medien Berichte auf, in denen der Versuch gemacht wird, den Split in der Bevölkerung zwischen arm und reich, oder den Amart (übersetzt:aristokratisch/Elite) und den Prai (einfache Bürger) wie man es hier nennt, nicht als Wurzel der gegenwärtigen Proteste darzustellen. Das gelingt selten. Man gibt dem hierarchischen System, genannt „Belamy“, dass jedem Thai bereits in der Familie, im Tempel und der Schule eingebläut wird, lediglich einen anderen Namen.

Das Prinzip „Wir hier oben- ihr da unten“ bleibt von der Namensänderung unberührt, denn für die mit Geld und Einfluß funktioniert es wunderbar. Der Rest ordnet sich unter, oder im besten Fall ein. So lebt man eben unter derselben bequemen Glocke, wie die zuvor erwähnten Kinder.

Seit Abschaffung der absoluten Monarchie im Jahr 1932, haben nacheinander verschiedene Familien-Clans und deren Unterstützer die Macht im Land übernommen. Sie nutzten die anerzogene Obrigkeitshörigkeit und daraus resultierenden Fatalismus, während assistierende Aufkleriker den religiösen Faktor „Karma“ übernehmen, wonach ohnehin alles im Leben vorbestimmt ist. Damit ist gewährleistet, dass eine überschaubare Elite in Reichtum und dementsprechend unantastbar schalten und verwalten kann. Kaum einer der Abgeordneten im Parlament hat eine weiße Weste und kaum einer im Clan der Superreichen, ist auf legale Weise zu immensem Vermögen gelangt. Andererseits zahlen unter meinen Prai-Nachbarn, von denen nun viele nach einem Ende der Korruption schreien und einen Regierungswechsel fordern, auch keine Steuern. Das alles ist Teil dessen, was man im Land unter  dem Begriff„Thainess“ versteht.

Wer genug Geld verdient, muß sich nicht auch noch Respekt verdienen

Nach außen wird das Hierarchie-System nicht nur durch die Begrüßung der Thais untereinander sichtbar. Das gilt zumindest für Thailandkenner und aufmerksame Beobachter.

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Thai „Wai“ und Indiens „Namastee“

Der „Wai“, ist die allgemeine Begrüßung unter den Thais. Dabei werden zuerst die Ranghöchsten und Ältesten begrüßt, danach diejenigen, die sozial gleichgestellt sind. Dabei werden die Handflächen bei einer gleichzeitigen leichten Verbeugung flach vor dem Körper aneinandergelegt. Je höher der Rang des Gegenübers, um so höher Wandern die Hände in Richtung Kopf und Stirn. Der Gruß von einer niedriger gestellten Person hingegen wird lediglich mit einem Lächeln oder einem Nicken erwidert, denn ein Wai als Antwort wäre der blanke Hohn. Aber es gibt eine ganze Reihe Varianten dieser Prozedur, wer, wem, wann diesen Gruß erweist. Die müssen hier nicht beschrieben werden. Das ist für Ausländer eher eine Art Lokalkolorit, wenn man von einigen Kuriositäten in diesem Zusammenhang absieht. Etwa als der ehemalige Premier Thaksin nach dem Kauf des englischen Fußballclubs Manchester City verlangte, dass ihm die Fans des Clubs bei seinem Erscheinen im Stadion den Wai erweisen sollten, waren viele Mancunians eher geneigt den Zeigefinger an die Stirn zu tippen.

Unterwürfig bis zum Kniefall

Aber die Respektsbezeugung von Prais gegenüber den Amart, geht in Thaksins Heimat noch tiefer. Genauer gesagt, bis auf den Boden. Bei offiziellen Meetings mit anwesenden Ministern wird vom Servierpersonal erwartet, dass sie in der Lobby Getränke und Häppchen auf den Knien servieren. Diese Art der Abgrenzung zwischen oben und unten braucht man wohl in einem Land, in dem man sich Respekt nicht verdienen muß,- er wird erkauft und folglich vorausgesetzt. Für Ausländer stellt sich sie Frage, ob diese zur Schau getragene Unterwürfigkeit, egal in welcher Kultur, im 21. Jahrhundert wirklich angemessen ist. Au Weia, mag sich manch „Westerner“ dabei denken. Zumindest das läßt sich nicht unter den Teppich kehren.

Ausländern und besonders Journalisten, die in westlichen Kulturkreisen und Demokratien aufgewachsen sind, wird immer wieder vorgeworfen, sie verstünden nicht was Thais unter dem Begriff „Thainess“ verstehen. Kein Wunder, denn darunter fällt auch alles, was von Fremden mit westlicher Bildung und entsprechendem Selbstverständnis gar nicht verstanden werden soll.

Selbst wenn etwas absolut aus dem Ruder gerät, hält man sich unter Thais mit jeglicher Kritik zurück, damit niemand das Gesicht verliert. Gleiches Verhalten wird jedoch auch von Ausländern erwartet, wenn sie sich das Leben im Land nicht unnötig erschweren wollen. Alles unter dem Motto Thais werden nicht böse, sondern süß sauer! Leider fallen sämtliche Verfehlungen von Lügen, über die allgegenwärtige Korruption, Betrug, bis hin zum Mord, ebenfalls unter den Mantel des Schweigens. Dass man als „Farrang“ eventuell ein Problem damit hat, wird von Thais nicht verstanden, oder gar toleriert.

Eine Abac-Umfrage unter 1.561 Personen in Bangkok ergab:

Lügen ist OK!

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87,5 Prozent der Befragten in Bangkok gaben an, Lügen sind akzeptabel, wenn sie dem eigenen Vorteil dienen. Allerdings werden selbst die haarsträubendsten Variationen gerne damit gerechtfertigt, dass weder der Belogene noch der Lügner das Gesicht verliert. Auch das ist „Thainess.“

80 Prozent gaben zu in den vergangenen 12 Monaten Beamte bestochen zu haben.

92 Prozent der Schüler und Studenten kopierten ihre Hausaufgaben von Kommilitonen.

74 Prozent betrügen bei den Examen. Sogar bei der Aufnahmeprüfung zum Polizeidienst

88 Prozent glauben, dass alle Ämter und Behörden korrupt sind.

Spricht man Thais direkt auf die Tatsache an, dass die Nation in einem Jahr von Platz 88 auf 102 im internationalen Korruptionsindex gelandet ist, bekommt man verblüffende Antworten. Eine davon ist die, dass die Idee zur Bestechung erst mit den chinesischen Einwanderern ins Land kam, deren „Tea-Money-Kultur“ nun eben zum Teil der eigenen Kultur wurde. Wenn etwas anrüchig wird, sind Thais immer in der Lage Auslandseinflüsse dafür verantwortlich zu machen. Wie heisst es so treffend? Patriotismus ist die Tugend der Boshaften.

 So langsam wird sichtbar, was alles hinter dem Vorhang „Thainess“ steckt.

Anhänger der PDRC* Protestbewegung fordern Demokratie und ein Ende der Korruption

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Weiss er wirklich, was er da herbeipfeift?

Es ist nur verständlich, wenn man als Ausländer die Frage stellt: ach, wirklich? Zu tief scheint unter Thailands Buddhisten der Brauch verankert zu sein, in Tempeln und auf Hausaltären Opfergaben unter die Stauen Buddhas, Ganesh oder König Rama V zu platzieren. Der Begriff Opfergabe wird allerdings weithin ad absurdum geführt, da das „Opfer“ ausnahmslos als Bestechung für die Erfüllung persönlicher Wünsche angesehen wird. Je mehr man gibt, um so höher die Erwartung. Wen wundert es da, wenn man die Taktik auch auf das Alltagsleben überträgt und als legitim empfindet. Wenigstens diesen Aspekt von „Thainess“ habe ich begriffen.

76.5 Prozent der Altersgruppe 20-29 finden Korruption akzeptabel, solange sie selbst davon profitieren. Schwer zu glauben, dass sie nun eine Gruppe unterstützt, die die gegenwärtige Shinawatra Übergangsregierung allein wegen Korruption aus dem Amt jagen möchte. Also fällt auch noch das Messen mit zweierlei Maßstäben unter „Thainess.“

Buddhismus und Bahtismus sind für Thais durchaus kompatibel

Wenn also ein Premierminister, wie Thaksin Shinawatra, korrupt ist und sein Amt zur eigenen Vermögensbildung mißbraucht, wird das von den einfachen Bürgern akzeptiert. Erstens steht er in den Augen der Prai, ebenso wie jede andere reiche Person, ohnehin über dem Gesetz und zweitens gilt es als für sie als erwiesene Tatsache, dass niemand in die Thai-Politik einsteigt, ohne sich bereichern zu wollen. Erstaunlich ist nur, dass sich gleichzeitig alle für gute Buddhisten und Staatsbürger halten.

Im Thai-Alltag sieht es so aus: Ein Dorf-Chef, der aufrecht und ehrlich seinen Aufgaben nachgeht, der keine „Geschenke“ zur Vorteilsgewährung annimmt und daher dementsprechend bescheiden lebt, hat keine Chance gegen einen neuen Bewerber für das Amt, wenn dieser im Mercedes vorfährt und Stimmen für seine Wahl erkauft. Wenn er anschließend als erste Amtshandlung mit Geldern des Dorfbudgets die einzige asphaltierte Straße zu seinem Haus bauen läßt, wird das akzeptiert. Er bekommt stets den Wai zur Begrüßung und im Provinzhotel wird ihm der Tee in der Lobby auf Knien serviert. Man verbeugt sich im Grunde genommen vor jeder goldenen Rolex, schwarzen Limousine, Amts- und Würdenträgern, selbst wenn man weiß, dass sein Gegenüber reichlich Dreck am Stecken hat. Thainess eben.

Unterwürfigkeit vor Geld und Einfluß kennt keine Grenzen. Wenn der Besitzer meines Apartmenthauses vom Parkplatz fährt, rennen die Securityguards auf die Straße, um den Verkehr zu stoppen, damit der Herr freie Fahrt hat. Dennoch weist, bis auf den Lexus seiner Frau, jedes seiner zwölf Autos Beulen und Schrammen auf, weil er offensichtlich andernorts nicht in seiner Stellung erkannt wird, um standesgemäß aus der Parklücke gewunken zu werden.

Thailands Elite kreierte für sich einen Staat der Kleptokratie (persönliche Bereicherung durch Ausnutzen gesellschaftlicher Privilegien).  Davor verbeugt man sich im „Land of Smiles.“

Um  den Status Quo zu halten, leistet man sich Institutionen wie etwa das „Ministry of Culture“, dass mittels Zensur und bindende Vorgaben an Bildungseinrichtungen, als eine Art Benehmen- und Gedankenpolizei fungiert.

Die derzeitigen Proteste der “PDRC”*, ebenso wie die vergangenen der „Redshirts“, sind weniger ein Ausdruck der Bevölkerung gegen Korruption, oder die Unfähigkeit  und Verfehlungen der jeweiligen Regierung. Sie stammen eher aus Rivalitäten verschiedener Clans und Gruppierungen innerhalb der Elite, bei dem Versuch die eigenen Festungen zu sichern.  Ihre Gelder machen es dem einen Clan möglich, Reisbauern-Hausfrauen aus dem Isan zu einem bezahlten Ausflug in die Hauptstadt einzuladen. Klingt nach Kaffeefahrt ohne Heizdecken, dafür aber mit Fear-Faktor Demo Handgranaten-Feuerwerk und brennenden Banken und Shopping Malls. Auf der Gästeliste des anderen Lagers stehen Angestellte und gut betuchte Bürger aus Bangkok, denen man den Alltag mit Entertainment, freier Verpflegung und etwas Taschengeld zu versüßen sucht, um sie vor ihren Polit-Karren zu spannen. Neun Todesopfer und über 500 Verletzte, verursacht durch Schiessereien und Handgranaten, wurden dabei seit Dezember 2013 in Kauf genommen.

Die Partei von Thaksins Schwester Yingluck (Pheu Thai), scheint derweil die alte Küchenweisheit, wonach ein Soufflé nicht zweimal aufgeht, zu vergessen. Es gilt als wahrscheinlich, dass sie die von ihrer Übergangsregierung anvisierten Wahlen gewinnen würde. Fraglich ist nur, ob sie stattfinden und ihr die Reisbauern, die seit Monaten auf ihr Geld des von der Regierung zu weit überhöhten Preisen gekauften Reis warten, noch einmal ihre Stimme geben.

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Rothemden und PDRC- Same Same but different?

Der Ruf nach „Demokratie“ kommt in beiden Lagern gleich gut an. Das Problem scheint zu sein, dass niemand in der protestierenden Masse wirklich versteht, welche Version von Demokratie den Initiatoren der Demonstrationen vorschwebt. Woher soll das Verständnis auch kommen, in einem Land in dem Elternhaus, Schule, Kultur- und Religionshüter lediglich unbedingten Gehorsam gegenüber Älteren, Lehrern, Amtsträgern und Mitgliedern der reichen Elite verlangen? Ohne eine Revolutionierung der kulturellen Mentalität (Thainess), bleibt dieses Land ohne Chance auf dauerhaften Frieden. Solange die Prai die bestehende hierarchische Gesellschaftsform anerkennen und als unabänderlichen Teil ihrer Kultur akzeptieren, regieren „Thainess“ und deren Interpreten, nicht aber Demokratie im Land.

Flächendeckende Aufklärung, Erziehung zur Selbständigkeit, zu kritischem Denken, zum Hinterfragen und  Förderung von Selbstvertrauen kommender Generationen, wären Ansätze in Thailand Demokratie zu erlangen. Aber dafür stehen die Zeichen nach wie vor schlecht, solange Einfluß in Thailand bedeutet, genug Geld und Macht zu besitzen, um genau das zu verhindern.

*„People’s Democratic Reform Committee“

Wer beschließt, sein Leben der Politik zu widmen, weiß, dass Geld zu verdienen, nicht die oberste Priorität ist…

Angela Merkel

Thailandurlaub- die große Abzocke wird Tradition

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„In einem Land in dem Talent und Tugend keine Weiterentwicklung bewirken, wird das Geld zur nationalen Religion erhoben: in Thailand ist es der Bahtismus!“

Es scheint inzwischen in Thailand zur Gewohnheit zu werden Auslandstouristen so schnell über den Tisch zu ziehen, dass sie in ihrer Verwirrung die dabei entstehende Reibungshitze als vermeintliche Warmherzigkeit ihrer Gastgeber empfinden. Überhaupt macht sich im „Land of Smiles“ (LOL 555) langsam aber sicher so eine Art  Raubtierkapitalismus breit. Aber in einem Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung Korruption toleriert, weil man in irgendeiner Form selbst davon profitiert, wird das zu gegebenem Anlass von höchster Stelle als eine Form von Tradition präsentiert. So haben zum Beispiel Polizisten am vergangenen Neujahrsfest der Chinesen, Geld von einem indischen Ladenbesitzer verlangt (nicht etwa darum gebeten). Das ganze wurde auf Video aufgenommen. Kein Geringerer, als der ehemalige Vize Premierminister und ehemalige Polizei Oberst Chalerm, vertrat dann vor der Presse die Ansicht, die Beamten hätten sich keines Vergehens schuldig gemacht, das gehört zur Thai Tradition! Aber was soll man schon von einem ehemaligen Polizeichef und Vize-Premier erwarten, der sich in einem rosafarbenen Bentley chauffieren läßt und gelegentliche motorische Ausfälle mit der Einnahme von Ohrenmedizin erklärt. Noch Fragen?

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Thailands ehemaliger Ohrensausen-Vize (Bildmitte) beim offiziellen Besuch im vorwiegend moslemischen Malaysia. Da stand wohl auf der Einladung: Erscheinen Sie bitte in heiterer Stimmung und Aufmachung…

Wer dennoch keinen Gefallen an einem System findet in dem 30% aller Steuergelder die von der Regierung für zum Teil populistische Projekte ausgegeben werden verschwinden, dem wird gesagt dass Korruption erst von den chinesischen Emigranten ins Land gebracht wurde. Vorher war die Thai Gesellschaft so rein wie belgisches Leinen. Nun, wenn sich die Thais also schon untereinander ständig übers Ohr hauen, dann ist es wohl nur eine logische Konsequenz, wenn sie bei der Abzocke von „reichen Touristen“ gemeinsame Sache machen und keinerlei Scham dabei empfinden.

Auslandstouristen werden egal auf welcher Ebene, von den Bargirls über den Restaurantbesitzer bis zu Polizisten und Beamten im öffentlichen Dienst, als Milchkühe der Nation angesehen und entsprechend entsaftet.

Thailands Allgemeine Touristen Melkmaschine

So wird man zum Beispiel beim Devisentausch in den Banken nur mit Herr und Sie angesprochen. Allerdings in der Thai-Variante: Her mit dem Geld und sieh‘ zu, dass du noch mehr heranschleppst! Aktuelles Beispiel der Preise beim Devisentausch: Wenn man 250 € bei einem offiziellen Kurs von 40 Thb/Euro in Thai Baht wechselt wären das 10.180 Thb Aus der ATM müsste normal der Betrag von 10.181 Thb berechnet werden, minus 5€ (203 Thb) Bankgebühr das ergibt 9.978 Thb also 245 € Die Maschine legt aber nur einen Umtauschkurs von 38 Thb pro Euro fest. Das ergibt 9.500 (233,26 €)  minus 180 Thb (4,41 €)  ATM Gebühr minus 200 Thb (4,91 €)  Bankgebühr bleiben 9.120 Thb also 223,93 € Das System wurde in der ursprünglichen Version schon im April 2009 eingeführt, aber seither schon öfter zu Gunsten der Banken korrigiert. Beim offiziellem Wechselbüro in der Sukumvit bekommt man 9.950 Thb also 248,50 € Beim lizensierten Moneychanger 9.850 Thb also 246,25 € Und beim Umtausch von Reiseschecks 9.880 Thb minus 33 Thb Gebühr 9.848 also 246,20 €

Staatlich genehmigte Abzocke

abzockeEin weiteres Ärgernis ist die von oben abgesegnete Praxis in Nationalparks, Zoologischen Gärten und Touristenattraktionen von Auslandsbesuchern den bis zu 10-fach erhöhten Eintrittspreis zu verlangen. Begründet wird die Abzockerei mit der lapidaren Erklärung, ausländische Besucher sind eben reich. Dass aber auch der Durchschnittseuropäer eine Weile sparen muß, um sich einen Asienurlaub zu leisten, interessiert hier nicht.  Vergessen wird dabei ebenfalls die Tatsache, dass es in Thailand eine stattliche Anzahl von Superreichen gibt, die auch in den Genuß der Thai-Preise kommen. Wer in Thailand arm ist, dem fehlt es wirklich am Nötigsten, wer aber zur Gesellschaftlichen Oberschicht gehört, ist im wahrsten Sinne „stinkreich.“

Taxifahrer verlangen häufig von Ausländern den 3-fachen Fahrpreis

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Taxifahrer in Bangkok, und besonders die TukTuk Mafia in den Touristenzentren wie Phuket oder Pattaya, treten täglich tausendfach den Beweis dafür an, dass Thailand in Geldangelegenheiten eine moralfreie Zone ist. Von Kreuzfahrern, die mit einer der schwimmenden Seniorendeponien im Hafen von Phuket ankommen, werden, ebenso wie von amerikanischen Marinesoldaten auf Landgang, für die 16 km lange Strecke nach Patong 2000 Baht verlangt! Für den Betrag müssen viele Thais 10 Stunden an 7 Tagen arbeiten. Die GI’s hatten sich für die Fahrt ein paar Busse bestellt, woraufhin die Drei- und Vierradmafia die Ausfahrt des Hafens blockiert hat. Häufig werden aber auch Touristen von den Fahrern angelockt und auf halber Strecke, bevorzugt in abgelegenen Regionen zum Aussteigen aufgefordert, um den doppelten Fahrpreis zu erpressen. Da wird der gemeine Sextourist zur Frischfleischgeisel. Wer nicht zahlt, kann auch schon mal einen unvorhergesehenen Krankenhausaufenthalt einkalkulieren. Mehr dazu hier.

Zwei-Preis System in Restaurants und Garküchen

Restaurant-grabAuch wenn die Tourism Authority of Thailand (TAT) allwöchentlich fragwürdige Zahlen über das Wachstum im Tourismusbereich verkündet, mit Thailands Tourismus steht es nicht zum Besten. Jeder im Land weiß darüber Bescheid und kein Mensch glaubt mehr an die Prognosen TAT, bei der es zugehen muss wie in Orwells Ministry of truth.

In mageren Zeiten, wie etwa der Monsunsaison, oder bei Hochwasser und Überschwemmungen, kommt eine ganz besondere Form von Thai-Logik zum Tragen: Wenn in der laufenden Saison weniger Gäste ein Restaurant besuchen, müssen die eben für den Verlust im Vergleich zum Vorjahr bezahlen! Nahrungsmittel und Arbeitskräfte sind billig im Land. In den Touristenhochburgen wie den Inseln im Golf von Thailand, ebenso in Khao Lak, auf Phuket und Phi Phi Island gibt es inzwischen zwei Menükarten- eine in thailändischer Sprache und eine für Ausländer mit zum Teil extrem überhöhten Preisen.

Es gibt aber noch andere Abzockmethoden:

Visa-grab_600Kosten für ein Jahres Visa:          1.900 Thb 46,46 € Kosten für ein 3-Monate Visa:   1.900 Thb Kosten für eine 7-Tage Visaverlängerung (weil man vielleicht zum Arzt muss):  1.900 Thb

Zigarettenkippen Abzocke in Bangkoks Innenstadt

Das MBK Center (Ma Boon Khrong Center) in Bangkoks Innenstadt ist ein beliebter Einkaufstempel der Stadt. Weniger beliebt ist die Umgebung, genauer gesagt die Überführung von der BTS Station zu diversen Kaufhäusern. Hier sitzen die Braunen Maden und warten auf ihren Speck in Form von unerfahrenen Touristen, die vor dem Einkaufsbummel schnell noch eine Zigarette rauchen möchten. Aschenbecher wie sonst üblich vor Geschäften gibt es nicht. Aber auch keine Nichtraucher-Schilder wie auf den Bahnhöfen. Wer nun seine Kippe im Regenabfluss der Überführung entsorgt ist dran: Einer der Polizisten, der mit ziviler Jacke über der Uniform den Touristen auflauert schleppt den Umweltfrevler zu seinem Chef, der an einem Campingtisch sitzt auf dem er schon Kuli und

Hier (gelber Kreis) warten die beamteten Kippensammler

Hier (gelber Kreis) warten die beamteten Kippensammler

Quittungsblock bereithält. Kosten der Raucherpause: 2.000 Thb! Derlei Abzocke findet überall in der Stadt der Engel statt.

Nun könnte man sagen, das sei halt konsequenter Schutz vor Umweltverschmutzung. Wären da nicht ein paarhundert Meter weiter entfernt Werkstätten, die Autogetriebe reparieren und jegliches anfallende Alt-Öl in die Kanalisation entsorgen. Merke: Umweltschutz findet in einer ansonsten ziemlich verdreckten Stadt nur dann Beachtung, wenn sich damit Geld verdienen lässt!

Abzocke durch „falsche“ Polizisten

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Ich dachte der war echt…

Wer es aus zivilisierten Ländern gewohnt ist, Uniformträgern ohne Ansehen der Person wenigstens eine Art Anfangsrespekt entgegenzubringen, hängt in Thailand bereits am brennenden Ende des Seils. Falsche Polizisten in echter Uniform bitten Touristen wegen allem Möglichen zur Kasse. Nun ist es kaum anzunehmen, dass ein Schwachmaat ohne Kohle zum Schneider geht und sich eine Uniform mit allen Insignien bestellt. Also, wo kommen die Aufrüstungsklamotten her? Die Wahrscheinlichkeit, dass Familienangehörige die Zweituniform eines echten Polizisten, mit oder ohne Genehmigung aus dem Schrank ausleihen, um etwas zum Familieneinkommen beizutragen ist nicht ganz von der Hand zu weisen.

Krankenhaus Abzocke

Da müssen wir aber jetzt unbedingt eine Ganzkörper-Kernspintomographie machen und die Leberwerte checken.

Da müssen wir aber jetzt unbedingt eine Ganzkörper-Kernspintomographie machen und die Leberwerte checken.

Wer bereits seit zwei Tagen an Schüttelfrost, Fieber und Gliederschmerzen leidet geht, schon mal in eine Arztpraxis oder in ein Krankenhaus, um sich untersuchen zu lassen. Wer als Ausländer in eine Thai-Klinik geht, kann sich immer gaaaanz besonderer Fürsorge sicher sein. Wer mit den o.g. Symptomen in Europa zu einem Arzt kommt wird wohl mit den üblichen Diagnoseverfahren konfrontiert. Stethoskop, Blutabnahme und physischer Begutachtung. Während besonders in Provinzkrankenhäusern die Einheimischen zum Teil mit dem Kopf unterm Arm seit drei Uhr morgens bis Mittag auf den Arzt warten, werden Sie bevorzugt behandelt und man empfiehlt alle teuren Diagnosen bis hin zur Kernspintomographie im nächsten Grosstadthospital. Aderlass Thai-Style!

E-Mail Abzocke

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Wer sich darüber wundert, dass seine pre-paid Telefonkarte von one-two call ständig an Geld verlert findet hier eine Antwort. Das Unternehmen verschickt messages des facebook mobile service an seine Kunden und kassiert dafür 9,63 Baht. Selbst wenn der Kunde gar kein facebook user ist. Wer die Telefongesellschaft um Klärung bittet, bekommt keine Antwort.

Motorbike Vermieter Abzocke

3,w=650,c=0.bild (2)Es ist gängige Praxis, für kleinste Schäden an den beliebten Leihmopeds den Mieter um heftige Summen zu prellen, die in keinem Verhältnis zum Preis für ein Ersatzteil stehen. Einer der Gründe für diese Art von Raubrittertum ist die Tatsache, dass die sogenannten Mopedversicherungen nur Schäden abdecken, die vom Halter und nicht etwa einer dritten Person angerichtet wurden. Oft sind die Leih-Mopeds jedoch überhaupt nicht versichert. Mopedklau gehört schon fast in die Rubrik „Volkssport.“ Touristen, denen ein etwa 5 Jahre altes Moped geklaut wird, werden oft sehr eindringlich aufgefordert den Neupreis des Reisbrenners (ca. 47.000 Baht) zu bezahlen. Es soll Fälle gegeben haben, wo der „Diebstahl“ von Familienangehörigen des Vermieters begangen wurde. Die Polizei ist bei dieser Art des Betrugs aber meist auf der Seite des Vermieters.

…und ganz neu im Programm: Schwimmwesten Abzocke

2013-07-25_085934Zum Schluß noch eine Meldung die durch die Ausländer-Foren geisterte. Auf einer Anzahl von Speedbooten die Touristen auf die verschiedenen Ferieninseln bringen und deren Unfallstatistik ziemlich eindrucksvoll ist, gibt es oft nur wenige, oder gar keine Schwimmwesten. Eine Erklärung dafür könnte man auf Koh Larn finden. Dort hat ein 28-jähriger Thai eine Gruppe Touristen aufgefordert seine Schwimmwesten zum Stückpreis von 1.500 Baht zu mieten. Er behauptete es gäbe eine behördliche Vorschrift die Westen beim Baden zu tragen und Zuwiderhandlung würde von der Behörde bestraft. Der Reiseleiter der Gruppe wollte diesen Unfug unterbinden und wurde von dem Thai verprügelt. Die Gruppe meldete den Vorfall der Polizei und erstattete Anzeige. Der Westenvermieter erhielt lediglich wegen „Rangelei“ eine Geldstrafe von 500 Baht…

Jet-Ski Abzocke mehr dazu hier und hier

Duty free Abzocke am Flughafen mehr dazu hier

Wenn das so weitergeht (und wer soll den Trend schon stoppen?), kann die TAT wohl bald eine Friedhofskommission für den Tourismus im Land of Smiles einrichten.

Von scharfen Chili, unlustigen Witwen, Geistern und einem Riesenpenis

Posted in Aberglaube, Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Gesellschaft, Glauben & Besserwissen, Kultur & Moral, Süd-Ost Asien, Thailand, Uncategorized with tags , , , , , , , , , , , , , , , , on März 27, 2013 by pheneas

Bhut JolokiaNicht umsonst habe ich als Hintergrundbild die brennenden Chili ausgewählt. Einige der Geschichten brannten mir schlichtweg auf den Lippen und sie mussten erzählt werden. Aber, wie sagt man so schön? Ein gutes Chilli,- oder Curry- brennt dreimal: im Mund, im Arsch und dem Kanalarbeiter in den Augen. Bisher glaubte ich immer, das Schärfste in das man sich verbeissen kann (abgesehen von meiner Nachbarin) sei ein herzhafter Biss in „Bih Jolokia,“ auch bekannt unter dem Namen Geister-Pfeffer, oder Geister Chili. „Bhi” bedeutet im Dialekt der Bewohner Assams in Indien so viel wie Gift und „Jolokia” ist die Übersetzung für Pfeffer.

Zur Erklärung des Begriffs „Schärfe“ sollte man die Scoville heat untits zu Rate ziehen. Dabei handelt es sich um eine Skala, die die Hitze (oder Verbrennungsgrade) misst, die  bestimmte Substanzen zunächst im Rachenraum und später in anderen Körperteilen entwickeln. Zum Vergleich: die handelsübliche Karambatunke Tabasco erreicht gerade einmal 7.000 bis 8.000 Einheiten auf der Afterburnerskala. Bih Jolokia erreicht laut Guinness Buch jedoch satte 1.001.304 Einheiten! Das Zeug ist geeignet um seine Villeroy&Boch Schüssel in einer einzigen Sitzung nachhaltig anzurauhen. Ein feuchter Furz nach dem Verzehr kommt biologischer Kampfführung, oder Selbstverbrennung gleich.

Aber was ist das schon im Vergleich zu dem schärfsten Objekt auf diesem Planeten,- einer liebeshungrigen Witwe, die in den letzten Jahren vor dem Ableben des Ehemanns ohnehin nur ein Dasein als Ersatzpatrone geführt hat? Davon scheint es in einem kleinen thailandischen Ort eine Menge zu geben.

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Man sollte annehmen, wir leben in einer relativ aufgeklärten Epoche in der Geschichte der Menschheit. Homo sapien sind auf dem Mond gelandet, Hexenverbrennung wurde als Abendunterhaltung durch Talk- und Castingshows ersetzt. Ein Papst kann seinen Job kündigen, wenn ihm sein Vorgesetzter zu abgehoben erscheint und es gibt heute auf der Welt 30 Prozent mehr Menschen, die an Adipositas (Fettleibigkeit) leiden, als an Unterernährung. Wobei an Fettleibigkeit leiden vielleicht etwas zu vollmundig klingt. Eigentlich eine positive Bilanz, wären da nicht ein paar Hinterwäldler unterwegs, aus deren intellektueller Froschperspektive Damenwahl im Neandertal immer noch als das non plus ultra auf ihrem Paradiespunktekonto angesehen wird. Ein Umstand, der mich mich auf so vielen Ebenen verstört…

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Thailand ist dem Rest der Welt ohnehin schon wenn nicht egal, dann doch durch eine Reihe skurriler Sitten und Bräuche bekannt. Hier, wo man permanent von der eigenen Wichtigkeit, Moral und Kultur besoffen ist, wo man überzeugt ist, dass Buddhismus, Bahtismus und Voodoo-Zauberei kompatibel sind, wo Korruption und öffentliche Ämter nicht einmal mehr eine Scheinehe führen, glaubt man auch, dass alles was im Land zu sehen und zu bestaunen ist (vom Reiskocher bis zum Ferrari) auch nur hier erfunden und hergestellt werden konnte. Da fallen vernunft- und intelligenzresistente Dorfbevölkerungen kaum noch ins Gewicht.

So, und nun sind wir endlich an dem Punkt angelangt, der den geneigten Leser dazu veranlasst sich zu fragen, was haben nun chillischarfe Witwen, Geister und ein Riesendiddel miteinander zu tun.

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Giant Penis? Wohl eher zentralafrikanisches Mittelmass. Der tut nix, der will bloss spielen

Eines der hervorstechendsten Beispiele geistiger Unterzuckerung der jüngsten Vergangenheit bietet Nong Yai, in der Nähe von Rayong, an der Ostküste des Landes. Eine Gegend, die Insidern auch als terror incognita bekannt ist. Die von der englischen Zeitung Daily News als abergläubige Bauerntrampel bezeichneten Bewohner des Ortes, haben in der Mitte des Dorfes einen Schrein mit einem großen erigierten hölzernen Penis auferstehen lassen. Nicht etwa um knipsende japanische Touristen anzulocken, sondern um den Witwen-Geist zu beschwichtigen, der angeblich auf mysteriöse Weise seit 20 Jahren verheiratete Männer im Schlaf in der Krematoriumslotterie gewinnen lässt. Der Geist hat nach Angaben der Miniaturhirn Besitzer in der Vergangenheit so viele Männer dahingerafft, dass der Ort inzwischen den Beinamen „Witwendorf“ führt. Der Phallus soll als beschwichtigende Gabe an den männermordenden Geist verstanden werden. Einmal pro Jahr treffen sich die Frauen Nong Yai’s bei dem Zauberstab zum Usertreffen im Erektionstempel, um eine Zeremonie abzuhalten, bei der sie heiliges Wasser über das Genital spritzen. Nun, manchmal wirkt eine rasche Abkühlung Wunder. Natürlich leidet die ursprüngliche Farbe des Dorfplatzdildos darunter. Der ehemals rote Schaft und der goldene Kopf, die Farbgebung entstammt der Erinnerung der hinterbliebenen Witwen, scheinen synchron mit dem Denkvermögen, langsam zu verblassen.

Foto Lynne Hand

Barcelona’s Antwort auf den mickrigen Rütteltünnes von Nong Yai

Eine 47-jährige Witwe des Dorfes erregt inzwischen nur noch der Umstand, dass es Leute gibt, die nicht von dem Hokuspokus überzeugt sind und man die Bewohner für naive Dörfler hält, die an Märchen glauben. Sie gab gegenüber der Presse bekannt, dass viele Männer des Ortes in den vergangenen 20 Jahren in mysteriöser Weise im Schlaf gestorben sind. Wie sagt man so schön? „Die Guten sterben immer zuerst. Man muss sich schämen, wenn man noch lebt.“ Einige Familien haben deswegen sogar den Ort verlassen. Nach einhelliger Meinung von Mönchen und Wahrsagern erfuhren sie, dass der Ort vom Geist einer Witwe heimgesucht wird, der die Männer schwach und erschöpft macht. In der Nacht bevor sie sterben, träumen sie mit Geweihjucken, untermalt von Vögelgezwitscher in einer Art finaler Hodenoffensive davon, Sex mit einer wunderschönen Frau zu haben.

Dildodeponie? Thailands Sextoys-Verbot gilt nicht fur Geister!

Dildodeponie? Thailands Sextoy-Verbot gilt offensichtlich nicht für Geister!

Sie ist jedoch der Geist, der ihre Seelen stehlen will. Wenn die Frauen am Morgen erwachen, hat der Gatte bereits auf Torfatmung umgestellt. Wie viele Damen Nong Yai’s an der thailändischen Volkskrankheit „Denkwehen” erkrankt sind, ist bislang unerforscht. Da wittert der Hausarzt während des Gesundheitschecks schon die Abwrackprämie.

Es geht inzwischen auch das Gerücht um, dass sich einige der Männer bereits nur noch in Frauenkleidern und geschminkt aufs Nachtlager begeben, um dem spirituellen Hardcore Kuscheln zu entgehen. Ich glaube, die einzige männliche Person die hier mit Fug und Recht an Schwäche und Erschöpfung sterben darf ist der Nachtapotheker, der den Ort mit afghanischem Spinat, Kräutern der Bronx und Tanzdragees versorgt.

Damit keiner meiner Blogbesucher plötzlich, unerwartet und dazu auch noch dumm sterben muß, hier eine Erklärung des Phänomens, bei dem es sich um eine genetisch bedingte Erkrankung (Lai Tai oder bangungot) genannt handelt, die sich hauptsächlich auf wenige ethnische Gruppen in Laos, Thailand und auf den Philippinen beschränkt: Hier klicken

Immerhin habe ich wieder etwas gelernt: dass sich die Anzahl von Absurditäten die mich verwundern täglich verringert und dass ich privilegiert bin, zugleich im 21. Jahrhundert, gemäß Thai-Kalender im 25. Jahrhundert und im Mittelalter zu leben…