Archiv für Apotheke

Vietnam- Na Omi, noch’n Tässchen Kniescheibentee?

Posted in Aberglaube, Essen & mehr trinken, Gesundheit & Gute Besserung, Vietnam with tags , , , , , , , , , on Juni 21, 2011 by pheneas

 Zugegeben, diese Geschichte trug sich schon vor einiger Zeit zu. Aber wer glaubt schon daran, daß sich in Jahrhunderten liebgewonnene Traditionen über Nacht ändern?

 Was macht ein Land zum ständigen Mitglied im „Dritte Welt Club“? Wirtschaftliche Fehlentscheidungen? Kann nicht sein, siehe USA oder Griechenland. Mangel an natürlichen Resourssen? Kann auch nicht sein, siehe Hongkong oder Singapur. Wie wär’s mit niedrigem Bildungsstandard der Bevölkerung als Ursache? Besonders dann, wenn es der Elite einer Nation gut in den Kram paßt, daß sich Allgemeinbildung- zumindest für die Landbevölkerung- auf ein mittelalterliches Maß eingepegelt hat. Die Antwort könnte passen!

 Der ursprünglich offizielle Werbeslogan des vietnamesischen Tourismus-Ministeriums lautete: „Hidden Charm“ (versteckter Charme). Inzwischen wechselt der Werbespruch ständig, weil sich die Tourismusexperten offensichtlich nicht auf den einzig wahren Verkaufsförderer einigen können. „Verborgener Charme“ hat aber was! Ganz besonders, wenn man sich diese Geschichte auf der Zunge (vielleicht beim Tee?) zergehen lässt:

Thor's Hammer uber Vietnam

An nur einem Wochenende hat sich eine höhere Instanz in der Provinz Nghe An entschlossen, sieben Personen mittels Blitzschlags bei schweißtreibender Maloche direkt vom Reisfeld in die ewigen Jagdgründe zu befördern. In Singapur erwischt es die meisten Opfer dieser Variante natürlicher Auslese wenigstens als Mitglieder sündhaft teurer Golfclubs, wo Anwälte und Banker mit geschultertem Golfschläger oder Regenschirmen über das Grün schlurfen, während Thor seinen blitzenden Hammer kreisen lässt. Darüber hinaus haben Lee Kuan Yew’s Betriebsangehörige den Vorteil, daß sie die Gräber der Opfer einer solchen Tragödie nicht auch noch zehn Tage bewachen müssen.

Kniescheibentee- hilft der Omi wieder aufs Fahrrad!

 Anders bei der Familie eines 13-jährigen Mädchens, das bei dieser Mähdrescher-Aktion des Sensenmanns das Leben verlor. Um zu verhindern, daß Grabräuber die Jungfer ausbuddeln, entschloss sich die Familie zu einer zehntägigen rund um die Uhr Totenwache. Der Grund dafür liegt im wahnwitzigen Aberglauben der Dorfbewohner, daß die Kniescheiben von Blitzschlagopfern, fein gemahlen und im Tee verabreicht, alle Krankheiten von Akne bis Zirrhose heilen könnten! Für die lokalen Pharma-Designer ist so ein  Allheilmittel im Regal der ländlichen Bambus-Apotheke  die Lizenz zum Gelddrucken! Aber hier äuβert man sich ja auch freundlich über die Wirkungen des Opiums.

 Nach dem Glauben der einfältigsten aller Vietnamesen, können die Grabschänder sogar unbehelligt davon kommen, solange sie der Leiche auch noch einen Arm abschneiden. Wer diesen Talisman mit sich führt, ist der Legende nach vor dem ohnehin auf dem Lande schwächelnden Arm des Gesetzes gefeit!

Na, wieder Jungfrauen ausbuddeln?

Hola,- nicht zu früh lachen! Die Nummer macht schon irgendwie Sinn. Welcher Dorfsheriff ist schon so bescheuert einem Grabschänder hinterher zu laufen, ihn zu verhaften, um dann einen stümperhaft amputierten und nach Verwesung duftenden Arm auf die kilometerweit entfernte Wache zu tragen???

 Wie gesagt das Motto lautet: Verborgener Charme (nicht Arm!)

 Wer also z.B. eine gemütliche Motorrad-Tour durch die Volksrepublik in Betracht zieht, sollte besser Gewitter meiden und entsprechende Vorkehrungen für den Fall seines Ablebens treffen. Damit könnte man vermeiden, daß seiner Leiche der Schniedel abgeschnitten wird, um fein gemahlen als getrockenetes Wundermittel im Regal einer Nachkriegs-Vietcong Apotheke, gleich neben der Diabetiker-Schuhcreme zu enden, um den Haarausfall eines lokalen Instant-Nudel-Magnaten zu kurieren. Mopedfahrer-Penis Tee läßt einer anderen Legende nach sogar Haare auf einer Bowlingkugel spriessen..  

Euthanasie Tourismus – Killing me softly, oder Last Exit Bangkok

Posted in Gesetz & Recht, Gesundheit & Gute Besserung, Thailand with tags , , , , , , , , , , on Mai 29, 2011 by pheneas

country icon Aus aktuellem Anlaβ! Eine über 60 Jahre alte Frau hat in den USA nach dem Krebstod ihres Mannes angefangen „Suizide Kits“ per Post zu versenden, hier noch eine Geschichte aus dem vergangenen Jahr. Derzeit geistert die alte Dame durch die Medien; und demnächst wahrscheinlich durch die Gerichte.

Die Pattaya Variante

Fensterstürze und Freiflüge ohne Fallschirm von Hotelbalkons, die nahezu ausschließlich von Ausländern gebucht werden, gehören in Thailands Freizeitpark für Geschlechtsreife (Pattaya), zum Alltag. Ob nun jemand trotz schmerzhafter Arthrose in den Knien, aus freien Stücken über die Balkonbrüstung steigt, etwa 67-jährige im beliebten Albaner-Smoking, die an der unverstandenen Liebe zu einer 17-jährigen Thai verzweifeln, vernunftresistente Familienflüchtlinge aus Rostock, die sich unerklärlicher Weise wegen der neuen Software zum Kopieren von Kreditkarten mit der Russenmafia überworfen haben, oder Leukämie-Patienten aus australischen Bauxitminen,- die „gildoeske Sauerei“ im Erdgeschoss ist immer gleich. Oder wie man es in Kneipen oft kommentierte: „Hossa hat es noch geschallt- und dann ist er aufgeprallt!“

 Da niemand gefragt wird, ob er in diese Welt geboren werden möchte, sollte sich auch niemand herausnehmen, jemandem das Recht auf einen selbstbestimmten Austritt aus der Welt zu verweigern! In Singapur kann eine Person die versucht, Selbstmord zu begehen für bis zu einem Jahr inhaftiert werden. Da muss man diese oft brutale Variante des Kirchenaustritts wenigstens nicht mit religiösen Vorbehalten (Selbstmord als Tod-Sünde) verdammen. Allerdings kommt hier auch niemand auf die Idee, den Aufenthalt hinter Gittern als Therapie verstanden wissen zu wollen.

Nembutal- der finale "Absacker"

 Auf der anderen Seite erscheint es schon etwas verantwortungslos, wenn sich in- und ausserhalb Thailands (via Internet Bestellung), jeder Todeskandidat in der Warteschleife die schwarze Pille wie am Kaugummi-Automaten besorgen kann. Wobei der eigentliche Verwesungsgeruch wohl eher von den skrupellosen Geschäftemachern im Hause „Gierschlund & Raffke” weht. Und wer weiß schon, ob nicht ein geplagter Ehemann mit Hilfe des finalen Absackers  Nembutal, den Diskussionen mit seiner nervenden Schwiegermutter einen endgültigen Schlusspunkt setzen möchte? Mal von den normalen Nachbarschaftsstreitigkeiten- „Na Klaus, noch’n ´Absolut´ zur Versöhnung?“ abgesehen. Aber was soll‘s, früher hat man die Leute einfach zum traditionellen Pilzragout eingeladen.

 Das Angebot der Woche: Für 63 € mit Nembutal ins Nirwana!

 „Australier, die Tierarztprodukte kaufen wollen sind willkommen!“ So werben derzeit immer noch mindestens drei Veterinär-Kliniken in ihren Schaufenstern in Bangkok um potentielle Gift-Käufer, die von dieser Welt die Nase voll haben. Hier braucht man keine Apotheke oder Rezept vom Arzt. Nach dieser unbeabsichtigten Reklame kann es ja auch nicht mehr lange dauern, bis man nach der Landung der Touristenbomber aus Düsseldorf am Immigration-Schalter hört: „Oh mein Buddha, jetzt kommen die German farrangs schon zum Sterben hierher!”

Dead end - copy, copy

 Richtig kriminell wird das Geschäft, wenn die bekannten Panscher von Aufstiegshilfen für Totgeglaubte wie Viagra, Cialis & Co. ihre Angebotspallette auf den lukrativen Marktbereich erweitern. Die australische Recht-auf-Freitod-Organisation „Exit“, empfiehlt auf ihrer Website sogar den Kauf der Euthanasie-Drogen in Thailand, Mexiko, oder Peru. Thailand ist wie immer am preisgünstigsten! Ich weiβ, jetzt horchen besonders die eingefleischten ALDI-Kunden auf. Ausserdem- für Australier ist Bangkok, schon wegen der billigen Flüge, das Paradies für rezeptfreies Endzeitshopping. Da fallen die 36 € für das Austrittsticket kaum noch ins Gewicht. Aber wer wird angesichts der bevorstehenden Aktion schon knauserig werden? Zu den beliebtesten „Näher mein Herr zu Dir‘‘  Mixturen zählt Nembutal, dass in 3o Minuten tödlich wirkt. Ohne Reanimationsmöglichkeit! Beschwerden über Unverträglichkeit mit anderen Medikamenten, oder Nebenwirkungen, sind naturgemäss nicht bekannt. Deshalb gibt der Hersteller auch keine Garantie. Beschwert hat sich wohl noch keiner.

 Allein im vergangenen Jahr bekam Dr. Nitschke, australischer Autor eines natürlich nicht unumstrittenen Buches mit detaillierten Anleitungen zum Selbstmord- ohne Fenstersturz, 300 Anfragen von interessierten Käufern. Extrem Hypochonder horten seitdem die flüssige Sensenmann-Einladung nach eigenen Angaben schon im Voraus in ihren Nachttischschubladen.

Zu laut, zu argumentativ, zu rasant

Zu langsam, zu aufwendig

 Aber,- ähnlich wie die Balkonbrüstung für Arthrose Patienten, gibt’s auch hier eine letzte Hürde. Die Einfuhr einer tödlichen Dosis Nembutal (6 Gramm), fällt in fast jedem Land unter die Rubrik „Drogenschmuggel“. Im Land der Kängurus kann das eine bis zu 25-jährige, haftbedingte Verzögerung, der Selbstmordabsichten bedeuten. Das versaut einem dann sogar die allerletzte Seite im Terminkalender.

Unsere totsichere Markanalyse zeigt: Zum besten Produkt gibt’s keine Alternative!

P.S. Gebt mir bitte Bescheid, wenn die ersten Euthanasie-Reisen á la „SOILENT GREEN” in Deutschland angeboten werden, oder Yellow Press Magazine unter dem Titel „Schöner sterben“ am Kiosk aushängen.