Archiv für Amazing Thailand

Heute Nacht Sodomie,- oder so

Posted in Aberglaube, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Glauben & Besserwissen, Kultur & Moral, Reise, Reisen, Süd-Ost Asien, Thailand with tags , , , , on Mai 7, 2013 by pheneas

Zu den absoluten Highlights meines aktiven Berufslebens zählen zweifellos die unvergesslichen Freitagabende, an denen wir zum Teil gut angebrezelt in der Redaktion einer großen deutschen Wochenzeitung die Überschriften fabriziert haben. Mehr abgedrehter Humor geht nicht. Hätten wir zu jener Zeit auch noch afghanischem Spinat, Zaubersalbei, oder Kräuter der Bronx zugesprochen, wäre Erstickungstod durch Lachkoller zum festen Bestandteil eines Radaktions-Karfreitags geworden.

Wieso mir das jetzt einfällt?  Weil ich für diese Geschichte eine Headline brauche und das offensichtlich in eine sehr amüsante Tätigkeit ausartet. Hier ein Schmankerl für Schlangenliebhaber (Lat. Amator Ophicus) und entsprechende Beispiele:

  • Alptraum aller Schwiegereltern
  • Sternstunden der Evolution
  • Ehe,- oder- wenn man sich versieht
  • Frau Python hat geheiratet
  • Der Schlangenvögeler von Udon Thani
  • Ehe = Errae Humanum Est
  • Pfui Spinne- meine Frau ist eine Schlange
  • Mann heiratet Schlange- und jetzt ist auch schon was unterwegs
  • Udon Thani- Frauen zu hässlich, Mann heiratet Schlange!
  • Schlange verführt Adam!

Aber mein Favorit, in Anlehnung an einen alten deutschen Schlager von Jan Kiepura, ist:

„Heute Nacht Sodomie…“

snake loverKommen wir also zur Geschichte, die zwar schon ein paar Jahre alt ist, aber deshalb nicht morgen wieder in diesem unterhaltsamen Land passieren könnte. Ein gewisser Satien Kenkudlung, hat in der Provinz Udon Thani eine Pythonschlange geheiratet. Der Klappskalli glaubte, er sei mit der Schlange Seelenverwandt (grenzt das nicht schon an Inzest?) und ein 600 Jahre alter Geist schließt die Verbindung zu dem Tier. Von dem Kraut, das der raucht, würde ich die Finger lassen! Eventuell hat der Python aber Informationen über die Rechtmäßigkeit solcher Verbindungen gegoogelt, oder die Brautmutter hat interveniert, vom Getuschel der Verwandtschaft einmal ganz abgesehen. Jedenfalls hat sich die Angetraute kurz nach der Hochzeit davongeschlängelt. Danach nahm auch die Zahl der Gratulanten zu seiner Hochzeit in seinem Haus deutlich ab. Seinen Angaben zu Folge legte die Gattin aber noch schnell ein Ei für ihn, das er persönlich ausbrüten wollte. Immerhin, soviel Familiensinn zeigen nicht viele Anwohner eines Landstrichs, wo offenbar der durchschnittliche IQ weit unter der Temperatur eines Bierkellers liegt. Ich hoffe für ihn, er wurde nicht zur Heirat gezwungen, weil der Python schwanger war.

Nun würde jeder Realschüler einer nicht ganz so unterbelichteten Region sagen: Der Typ hat doch ein Ei am Wandern. Nicht so in „Amazing Thailand.“ Nachdem der Schlangenvögler zu großer Bekanntheit durch die Medien gelangte, fühlten sich so genannte „Experten“ und sogar der Gouverneur der Provinz, Supoj Laowansiri, zu öffentlichen Erklärungen genötigt.  Da liegt wohl das eigentliche Problem. Der Humbug endet nicht mit dem Aufstieg in der Hierarchie. Aber was soll man schon von Volksvertretern erwarten, die sich (bei wem auch immer) um ein glückliches Wahlergebnis bewerben, indem sie sich zuvor in einen Sarg legen? (siehe hier)

Offensichtlich besteht in Thailand Bedarf für so etwas

Offensichtlich besteht in Thailand Bedarf für so etwas

Der Gouverneur sagte zwar die Geschichte sei ein Schwindel, um von abergläubischen Dumpfbacken Kohle abzusaugen,  schwieg aber darüber, warum er sich überhaupt mit so etwas beschäftigt. Die Frage, was qualifiziert eigentlich jemanden für den Posten eines Gouverneurs in Thailands Provinz ist zu komplex, um sie hier zu beantworten. Der Mann, der über das Wohlwollen von hunderttausenden Landbewohnern entscheidet, vermutete die Schlange sei aus Publicity-Gründen verschwunden und würde bald eine spektakuläre Rückkehr auf das Lotterbett des Ehemanns hinlegen. Er versprach besorgten Mitbürgern, daß er in diesem Fall bei ihrer Ankunft dabei sein würde. Hat der wirklich nichts Wichtigeres zu tun?

Die-Minderjährigen-des-Monats_500

Aber wenn man schon dabei ist Bullshit zu verkünden, warum dann nicht gleich richtig auf die Tonne hauen? Und so kam es auch. „Ob diese Geschichte von vorne bis hinten von einigen Betrügern erlogen ist, oder ob der arme Herr Satien das Opfer seines eigenen Glaubens wurde, werde ich untersuchen und Maßnahmen gegen diese Kriminellen einleiten“  versprach Gouverneur Supoj.

Mit so einem Backup fühlte sich dann auch ein Heer von „Experten“ berufen noch schnell mit saudummen Aussagen in die Medien zu kommen.  Es kamen, zumindest für Leute mit Dieter Bohlen Bildung, völlig unnötige Erklärungen zum Vorschein, warum der Waldmeister nicht der Vater des Eies sein könne. Etwa diese: das gelegte Ei könne nicht die Frucht der Verbindung zwischen Satien und dem Python sein, da es vom Zeitpunkt der Befruchtung bis zum Eierlegen 80 Tage dauert, und diese Zeitspanne noch lange nicht erreicht worden war. Das Problem kennt man ja sonst nur von Hollywood-Vätern, die nach dreitägiger Ehe zur Unterhaltszahlung von Vierlingen verpflichtet werden. Aber die sind noch auf der glücklichen Seite, denn ein Python legt bis zu 50 Eier, die von der Mutter nie im Stich gelassen werden.

Er war schon als Kind verliebt in sie

Er war schon als Kind verliebt in sie

Irgendwie erscheint mir die Nummer als der größte Flopp in der Geschichte des Marketing. Hätte der Kerl die Vereinigung in beiderseitigem Einvernehmen, zwischen seiner einäugigen Hosenschlange und dem Python als Clip auf YouTube gestellt, würde Gangnam-Kasper Psy wegen der erreichten Klicks vor Neid erblassen!

Und so komme ich wieder einmal zu dem Schluss, das einzige was hier in diesem Land kontinuierlich im Stich gelassen wird, ist der Verstand!

Aber auch in anderen Mensch/Tier Beziehungen gibt es Probleme

Aber auch in anderen Mensch/Tier Beziehungen gibt es Probleme

Jetzt auch „offiziell” – TukTuk-Mafia regiert Phuket!

Posted in Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Gesetz & Recht, Korruption, Reise, Reisen, Relaxed Reisen - Entspannt ankommen, Süd-Ost Asien, Thailand with tags , , , , , on Oktober 1, 2011 by pheneas

Auf einen Blick: Eine lange Schlange von Problemen - ein ratloser Vize Gouverneur - und der neueste Lösungsansatz

 Neben vielen anderen Dingen, lässt die Thai Administration unabhängig auf welchem Level, vor allem eines vermissen: Klare Ansagen! Umso erstaunlicher sind die Eingeständnisse, die am 29.September 2011 von Top Beamten bei einem Treffen unter Vorsitz von Phukets Vizegouverneur Weerawat Janpen, zu hören waren. Erstmals trauten sich Spitzenbeamte, unter ihnen der Chef des Phuket Land Transport Office (PLTO, Teerayout Prasertphol, zu fragen, wer denn wohl den Mut hat gegen die TukTuk und Taxi Mafia anzutreten, wenn ein neues Model preisgünstiger Busverbindungen auf der Insel implementiert werden soll. Die wichtigste Person in diesem Geschäftsbereich, der Kim Jong Il des Phuket Transportwesens und selbsternannte Boss der „TukTuk Mafia“: Porntep Chamkawn, war nicht eingeladen.

 Es steht außer Zweifel, daß sich Gremien, Arbeitsgruppen und Kommitees gelegentlich zu einem Thema im Kreis drehen. Die unzähligen Kommitees jedoch, die das TukTuk/Taxi Problem in den Griff bekommen sollten, rotierten bisher allerdings so heftig, daß sie die ganze Provinz seit Jahren mit Strom versorgen könnten.

 Wanta Phummararossukon, von der PLTO erklärte, daß eine Ausschreibung für Transportunternehmer läuft, um Lizenzen für zunächst 5 Busrouten zu vergeben. Er räumte jedoch ein, daß sich bisher keine Firma getraut hat, einen entsprechenden Antrag zu stellen.

 Auch der stellvertretende Bürgermeister Patongs, Chairat Sukkaban, meldete sich zu Wort. Er sprach davon, daß ihm zwar interessierte Transportunternehmer bekannt seien, man sich aber allgemein vor „einflußreichen Leuten“ auf der Insel fürchtet, die keine Konkurrenz dulden.

Porntep Chamkawn- Der Herr uber die Vierrad Red Devils

 Danach war bei dem Treffen vom 2ten Bürgermeister das gebetsmühlenartige Blahblah zu hören, wonach alle Behörden zusammenarbeiten sollen, um dem Problem Herr zu werden. Eine Lachnummer, wenn man weiß, wer alles auf der Insel in sizilianischen Stiefeln tanzt. Dem hatte PLTO Chef Teerayout Prasertphol nur eine Frage entgegenzusetzen: Wer sollte denn wohl den Job übernehmen? Der stellvertretende Leiter der Phuket Tourist Association, Sarayuth Mallam, schob die Verantwortung auf das Land Transportation Office. Er sagte: „Taxi und Tuk-Tuk-Fahrer haben vor niemandem Angst, außer der LTO- denn Sie vergibt die Nummernschilder. Somit liegt dieses Problem in Ihrer Verantwortung.“

 Tatsache ist: Es gibt jede Menge illegale Taxis auf der Insel. Lizensierte Meter-Taxi-Fahrer werden von der TukTuk Mafia bedrängt und bedroht, wenn sie Gäste über die Insel transportieren. Alle bisherigen, halbherzigen Versuche den Mafia Sumpf trocken zu legen waren erfolglos, mit dem Ergebnis, daß die Transportabsahner nur gestärkt aus jedem Konflikt hervorgingen. Über 60 Webseiten widmen sich dem TukTuk Problem auf Phuket!

 Berühmte letzte Worte des Gouverneurs am Ende des Treffens: „Was, wenn wir an diesen Problemen arbeiten und das nächste Treffen in zwei Wochen abhalten, um zu sehen welche Fortschritte gemacht worden sind?“

Das ist wie „Dinner for one”, die Nummer läuft schon seit 20 Jahren, aber man muß immer noch darüber lachen! Es erinnert an einen Spruch von Groucho Marx: „Es genügt nicht nur, keine Meinung zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.“

 Würde man, wie in den so verhaßten, aber zivilisierten westlichen Ländern, illegale Taxis einfach über Nacht konfiszieren, die Schlägertrupps der TukTuk und Taxi Mafia  für ein paar Jahre hinter Gitter setzen, korrupte Beamte kurzerhand aus dem Staatsdienst entlassen und von den so genannten einflußreichen Personen das Geld beschlagnahmen, das sie durch illegale Geschäfte erworben haben, hätte man das Problem gelöst. Dann bräuchte man nur noch die Armee um Hilfe bitten, um einen Bürgerkrieg zu verhindern. Willkommen in „Amazing Thailand!”