Archive for the Glauben & Besserwissen Category

Diese Männer sind (fast) alle Verbrecher

Posted in Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Gesellschaft, Glauben & Besserwissen, Kultur & Moral, Neues aus Wahnsiristan, Süd-Ost Asien with tags , on Juni 8, 2017 by pheneas

Manchmal denke ich, der Buddha rotiert in seinem Nirwana in einer Geschwindigkeit, die den gesamten Energiebedarf Zentral-Thailands decken könnte. In einem alten, von Hildchen Knef getexteten Schlager, heißt es: „Die Männer sind alle Verbrecher“. Der Vorteil in Thailand ist, dass man ein gerüttelt Maß der Verbrecher bereits an ihrer alarmfarbenen Kleidung erkennen kann und dabei handelt es sich nicht etwa um Müllmänner, oder ein Äquivalent der „Gelben Engel“ vom ADAC, die tragen hier vorsichtshalber gleich Schwarz.

Im Wat Wang Tawan Tok, in Nakhon Si Thammarat, haben ein paar Roben-Räuber den 79 Jahre alten Abt des Tempels kurzerhand für zwei Jahre in seiner Kemenate eingemauert, wo er täglich von einem „Mönch“ mit Lebensmitteln versorgt wurde. Wie die Polizei nach Alarmierung durch die Bevölkerung ermittelte, kümmerten sich seither ein paar andere Anbetungswürdige um die lukrativen Einnahmen des Tempels. Allein durch Standgebühren für lokale Händler auf dem Tempelgelände, flossen die täglichen Einnahmen von 15.000 Baht (fast 400 €) in die Hände von (Geldschein)heiligen Männern, die nach den Regeln des Buddhismus eigentlich gar kein Geld anfassen dürfen. Aber bei rund 285.576 Euro, die in den zwei Jahren in die Opfergaben-Beutel strömten hat man beim Geldzählen kaum Zeit, sich auch noch um klerikale Vorschriften zu Kümmern.

Einen 17-jährigen Novizen, der wohl zu viel Einblick in die Tempelfinanzen hatte, muss wohl bei seinen Entdeckungen der Schlag getroffen haben und so betonierte man ihn bei einer, hoffentlich halbwegs standesgemäßen Zeremonie, unter einem Schrein ein.

Vom Almosen-Mitesser zum lästigen Mitwisser. Unter diesem Schrein lag der Novize einbetoniert.

Aber es kommt noch bizarrer. Inzwischen wird behauptet, dass die Mönche des Tempels mit all dem nichts zu tun haben und eine lokale Familie sowie ein Transvestit die eigentlichen Drahtzieher hinter den Geldgeschäften und der „aus dem Weg räum Aktion“ seien. Leider gibt es keine Bilder der Videoüberwachung, wie der Katoey, womöglich im Fummel, dem Eingemauerten seine tägliche Ration Reis mit Fischkopf bringt.

Wie eingangs beschrieben, erinnert mich das alles sehr an den alten Knef Schlager, der etwas umgemünzt auf Thai Verhältnisse auch so lauten könnte:

Diese Männer sind alle Verbrecher

ihr Herz ist ein finsteres Loch

hat tausend verschied’ne Gemächer

aber Mönch

aber Mönch

sind sie doch.

NACHTRAG

Krähen hacken einem Artgenossen kein Auge aus,- sie regulieren Probleme

Der Nachrichtensender PBS berichtet:

Das Sangha Supreme Council of Thailand hielt gestern ein Treffen in seiner Bemühung, das Tempelgeschäft“ (das ist das erste Mal, dass jemand das Kind beim Namen nennt) nach dem Mord zu „regulieren“ und den Novizen in einem angesehenen Tempel in Nakhonn Si Thammarat zu begraben.

Aber bei der gestrigen Sitzung des Nationalen Amtes des Buddhismus, einer staatlichen Regulierungsbehörde der Buddhismus-Angelegenheiten, wurden keine regulatorischen Maßnahmen in Bezug auf Tempel-Vermögenswerte vereinbart.

Das Treffen wurde von dem Obersten Patriarchen Somdet Phra Ariyavongsagatayan geleitet. Allerdings wurden die Geschäfte im Wat Wang Tawan Tok nicht weiter erörtert.

Wer Lust auf eine ältere Geschichte über „Buddhist Business“ hat, wird hier bedient.

Ärzte behaupten: Illusion ist bei den Kranken alles

Posted in Aberglaube, Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Bangkok, Bildung und Einbildung, Gesellschaft, Glauben & Besserwissen, Kultur & Moral, Neues aus Wahnsiristan, Süd-Ost Asien, Thailand, Uncategorized with tags , , , , , , on Juni 8, 2017 by pheneas

Ich musste kürzlich feststellen, in diesem Land gibt man sich nach einigen Jahren Illusionen hin. Nun gut, Ärzte behaupten gerne, Illusion ist bei den Kranken alles. Ich bin aber noch nicht soweit, mich hier als der Patient zu fühlen. Nachdem das Nackenhaarkräuseln keinen Kick mehr bringt, versteifen sich in der nächsten Phase bei mir langsam die Halswirbel vom ständigen Kopfschütteln.

Es gibt bisher kein einziges Produkt, das in Thailand erfunden wurde und dem Rest der Menschheit in irgendeiner Weise bei der Entwicklung auf die Sprünge geholfen hat. Jeder Oberschüler glaubt seinen Lehrern wenn sie sagen, dass vom Audi Quattro, über Kondome, Eiswürfel bis hin zu Zentrifugen alles auf dieser Welt nur von Thais erdacht und nur in Thailand hergestellt werden konnte.

In der deutschen Sprache bedeutet der Begriff „Friedhof“ soviel, dass es sich dabei um einen Ort des Friedens zur letzten Ruhe handelt. In Thailand kam jetzt ein Notfallsanitäter auf die geniale Idee, den Sawang Utthayan Sathantham Friedhof  in ein „Drive in Kino für Geister“ umzufunktionieren. In Chonburi veranstaltet der Schwachmaat, Prawet Limchareon, 37, nächtliche Filmvorstellungen auf einem chinesischen Friedhof, weil er meint Geister würden ebenso gerne wie lebendige Menschen Filme sehen. Geht’s noch? Seitdem gibt es auf dem Fried(?)hof einen Tumult, als würde die handschriftliche Partitur des Ring der Nibelungen unter Antiquitätenhändlern versteigert.

Prawet fand es passend zur Uraufführung eine Chinese Opera Vorstellung zu geben. Danach gab es zwei weitere Filme, „Ghost Busters“ und „Einer flog über das Kuckucksnest“ gehörten nicht zum Repertoire. Seine Filme könnte ich mir auch sehr gut als Dauerschleife in den Zellen der Polizeistationen vorstellen, um geständnisfördernd zu wirken und die Geister der Selbstmörder zu beschwichtigen.

Der neue Kinobesitzer gab an, dass ihm immer wenn er an dem Friedhof vorbeifährt ein seltsames Gefühl überkommt und er die Geister darum bittet, ihn auf seinen Touren mit Neukunden in der Warteschleife zu beschützen. Ich kann allen Patienten die in seiner Carpaccio-Kutsche auf dem Weg ins Krankenhaus sind nur raten, bloß kein schmerzverzerrtes Gesicht zu zeigen, die Chancen stehen nicht schlecht, dass er sich dann vom Notfallsanitäter zum Notfallexorzisten transformiert.

Nun, dies ist Thailand und da hier niemand einen Geisterzirkus aufzieht, ohne etwas daran zu verdienen bleibt die Frage offen: ob Besucher, die noch nicht auf Torfatmung umgestellt haben, ein Ticket kaufen müssen. Es gibt bisher auch keine Angaben darüber, ob und an wen (Besucher, Leichen oder Geister) er künftig Gespenster Popcorn und rote Ghost Fanta verkaufen will. Immerhin geben Prawet und ein Kumpel zusammen 4.000 Baht für das Endzeit-Entertainment aus.

Während andere Geschäftsideen von Starbuck’s, KFC bis zu iPhone in Thailand darunter leiden, bei Erfolg sofort kopiert zu werden, braucht Prawet dies kaum zu fürchten. Es sei denn, jemand kommt auf die Idee ein Gothic Music Festival auf der Leichendeponie unter dem Motto: „Ghostriders in the sky“ zu veranstalten. Allerdings wird wohl der Friedhofs-Projektor endgültig dunkel bleiben, wenn die Geister spitz kriegen, wie man sich bei Netflix und YouTube einloggt…

Bewusstseinskontrolle unmöglich – Schade eigentlich

Posted in Aberglaube, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Bangkok, Bildung und Einbildung, Gesellschaft, Glauben & Besserwissen, Kultur & Moral, Neues aus Wahnsiristan, Süd-Ost Asien, Thailand on Juni 3, 2017 by pheneas

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, wurde ich in einem Ausländerforum mit den Worten erwähnt: „eigentlich ist mir der Mann ja zu negativ bei seinen Posts über Thailand, aber zu diesem Thema (hier) muss ich ihm recht geben.“

Ich lade ihn hiermit herzlich ein, diese Geschichte so zu redigieren, dass die Nation in einem positiven Licht erstrahlt. Bin echt gespannt, ob er das Angebot annimmt…(Kleiner Tipp am Rande: Presseberichte aus Nord Korea verraten wie es geht)

Vor fast genau einem Jahr fühlte sich der Sprecher des „Ministry of Science and Technology“ genötigt die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass es derzeit keine Geräte gibt, um Kontrolle über den menschlichen Geist zu erlangen. „In der heutigen Zeit gibt es keinen glaubwürdigen, wissenschaftlichen Beweis für eine Technologie, die auf menschliche Gehirne zugreifen kann, um ihre Gedanken und Gefühle abzurufen“, sagte Worawarong Rakreungdet in einer Erklärung. Ich frage mich seitdem, ob die bei ihren Statements im Hintergrund die Musik der Benny Hill Show laufen lassen, oder nebenberuflich auch auf Kindergeburtstagen bei Mc Donalds auftreten.

Damals wie Heute bin ich der Meinung- keine Gehirnkontrolle? Schade eigentlich, denn für eine Menge Leute hier könnte das ein Ausweg sein.

Im April gab einer der Top Cops des Bangkoker Drogendezernats eine Pressekonferenz der besonderen Art. Es war eine tolle und medienwirksame Vorstellung. Wenngleich Kritiker anmahnen könnten, sie kollidiert andererseits und unglücklicherweise etwas mit seiner Jobbeschreibung.

Bei einem Inspektionsbesuch in der Wat Phrayakrai Polizeistation überraschte er lokale Polizisten und Reporter, als er um Wasser bat, um eine reinigende Exorzismus-Zeremonie durchführen zu können. (Ich bin offen für alle Vorschläge, wie man das Thailand-positiv beschreiben kann). Ich tendiere eher zu der Einschätzung, hier erlebt gesunder Menschenverstand täglich eine Simbabwe-Dollar-artige Inflation. Die Suche danach ist in etwa so aussichtsreich wie die, ein Minarett im Vatikan zu finden.

Top Cop Chaiyaporn Phanitatra sagte, er habe beim Passieren der Zellen, in denen Verdächtige gehalten werden, Atemnot bekommen. Ich kenne die Symptome auch,- nach ausgedehnter Expedition ins Bierreich am Vorabend. Während seine Untergebenen wie euphorisierte Sessionmusiker einer Baptistengemeinde die Hände vor der Brust falteten, opferte er das zeremonielle Wasser für die Seelen der Verdächtigen, die in Polizeigewahrsam gestorben waren, im zweiten Stockwerk der Polizeistation.

Nachdem ein anderer Top Cop ein „Beratergehalt“ von einer Brauerei erhielt frage ich mich, ob dieser von Nestlé gesponsert wird

Leute mit Nahtoderfahrungen geben ja gerne an, sie hätten ein Licht am Ende des Tunnels gesehen. Ähnlich erging es wohl dem Ober-Drogenfahnder, denn als in ihm in ähnlicher Weise offenbar ein Funke von Verstand aufflackerte, sagte er den Reportern die seine Inspektionstour begleiteten, dass er nicht wünsche, dass darüber berichtet wird, weil die Leute ihn für leichtgläubig und unwissend halten könnten. „Es ist nur eine kleine Sache, um für den Frieden der Seelen der Verstorbenen zu sorgen“, sagte er in Bezug auf das strömende Wasser. „Und es belastet nicht das Budget der Polizeistation“.

Ich glaube, der würde auch einen Taubstummen Drogendealer bei der Verhaftung darüber informieren, dass er das Recht hat zu schweigen.

Er gab weiter an, dass Vorgesetzte, die er sehr respektiert, ihm gesagt haben es sei für ihn als Top-Polizist wichtig, die Geister der Toten zu befriedigen, die im Polizeigewahrsam gestorben seien. Dann betrat der diensthabende Offizier der Polizeistation die Bühne, um die Aussagen seines  Chefs mit einer weiteren Geistergeschichte zu untermauern, bei der sich die Nackenhaare der Reporter kräuselten.

Polizeistation, oder ein Käfig voller Narren?

Vor drei Jahren hatte sich hier ein Drogenverdächtiger erhängt, sagte Suk, während ein anderer Inhaftierter sich darüber beschwerte, dass er seither vom Geist des Toten besessen war.

Suk fügte hinzu, er habe in den letzten zehn Jahren geholfen, das Leben von drei anderen Verdächtigen in Drogenfällen zu retten, die erfolglose Versuche unternommen hatten, sich zu erhängen. Er dankte seinem Chef für die Durchführung der Zeremonie, die dazu beitrug, dass sich nun alle auf der Polizeistation wohl fühlen. Über die Tatsache, dass einige Leute unter mysteriösen Umständen im Polizeigewahrsam starben, wurde nicht gesprochen.

Das erscheint mir alles so absurd wie die Idee, sich einen Eugen Jehovas zu einem gemütlichen Grillabend einzuladen. Vielleicht sollten die es in Zukunft bei der Eignungsuntersuchung für den gehobenen Polizeidienst nicht dabei belassen einmal kurz mit dem Hammer auf die Kniescheibe zu zielen, sondern auch den Schädel auf Hohlräume abzuklopfen.