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Ärzte behaupten: Illusion ist bei den Kranken alles

Posted in Aberglaube, Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Bangkok, Bildung und Einbildung, Gesellschaft, Glauben & Besserwissen, Kultur & Moral, Neues aus Wahnsiristan, Süd-Ost Asien, Thailand, Uncategorized with tags , , , , , , on Juni 8, 2017 by pheneas

Ich musste kürzlich feststellen, in diesem Land gibt man sich nach einigen Jahren Illusionen hin. Nun gut, Ärzte behaupten gerne, Illusion ist bei den Kranken alles. Ich bin aber noch nicht soweit, mich hier als der Patient zu fühlen. Nachdem das Nackenhaarkräuseln keinen Kick mehr bringt, versteifen sich in der nächsten Phase bei mir langsam die Halswirbel vom ständigen Kopfschütteln.

Es gibt bisher kein einziges Produkt, das in Thailand erfunden wurde und dem Rest der Menschheit in irgendeiner Weise bei der Entwicklung auf die Sprünge geholfen hat. Jeder Oberschüler glaubt seinen Lehrern wenn sie sagen, dass vom Audi Quattro, über Kondome, Eiswürfel bis hin zu Zentrifugen alles auf dieser Welt nur von Thais erdacht und nur in Thailand hergestellt werden konnte.

In der deutschen Sprache bedeutet der Begriff „Friedhof“ soviel, dass es sich dabei um einen Ort des Friedens zur letzten Ruhe handelt. In Thailand kam jetzt ein Notfallsanitäter auf die geniale Idee, den Sawang Utthayan Sathantham Friedhof  in ein „Drive in Kino für Geister“ umzufunktionieren. In Chonburi veranstaltet der Schwachmaat, Prawet Limchareon, 37, nächtliche Filmvorstellungen auf einem chinesischen Friedhof, weil er meint Geister würden ebenso gerne wie lebendige Menschen Filme sehen. Geht’s noch? Seitdem gibt es auf dem Fried(?)hof einen Tumult, als würde die handschriftliche Partitur des Ring der Nibelungen unter Antiquitätenhändlern versteigert.

Prawet fand es passend zur Uraufführung eine Chinese Opera Vorstellung zu geben. Danach gab es zwei weitere Filme, „Ghost Busters“ und „Einer flog über das Kuckucksnest“ gehörten nicht zum Repertoire. Seine Filme könnte ich mir auch sehr gut als Dauerschleife in den Zellen der Polizeistationen vorstellen, um geständnisfördernd zu wirken und die Geister der Selbstmörder zu beschwichtigen.

Der neue Kinobesitzer gab an, dass ihm immer wenn er an dem Friedhof vorbeifährt ein seltsames Gefühl überkommt und er die Geister darum bittet, ihn auf seinen Touren mit Neukunden in der Warteschleife zu beschützen. Ich kann allen Patienten die in seiner Carpaccio-Kutsche auf dem Weg ins Krankenhaus sind nur raten, bloß kein schmerzverzerrtes Gesicht zu zeigen, die Chancen stehen nicht schlecht, dass er sich dann vom Notfallsanitäter zum Notfallexorzisten transformiert.

Nun, dies ist Thailand und da hier niemand einen Geisterzirkus aufzieht, ohne etwas daran zu verdienen bleibt die Frage offen: ob Besucher, die noch nicht auf Torfatmung umgestellt haben, ein Ticket kaufen müssen. Es gibt bisher auch keine Angaben darüber, ob und an wen (Besucher, Leichen oder Geister) er künftig Gespenster Popcorn und rote Ghost Fanta verkaufen will. Immerhin geben Prawet und ein Kumpel zusammen 4.000 Baht für das Endzeit-Entertainment aus.

Während andere Geschäftsideen von Starbuck’s, KFC bis zu iPhone in Thailand darunter leiden, bei Erfolg sofort kopiert zu werden, braucht Prawet dies kaum zu fürchten. Es sei denn, jemand kommt auf die Idee ein Gothic Music Festival auf der Leichendeponie unter dem Motto: „Ghostriders in the sky“ zu veranstalten. Allerdings wird wohl der Friedhofs-Projektor endgültig dunkel bleiben, wenn die Geister spitz kriegen, wie man sich bei Netflix und YouTube einloggt…

Bewusstseinskontrolle unmöglich – Schade eigentlich

Posted in Aberglaube, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Bangkok, Bildung und Einbildung, Gesellschaft, Glauben & Besserwissen, Kultur & Moral, Neues aus Wahnsiristan, Süd-Ost Asien, Thailand on Juni 3, 2017 by pheneas

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, wurde ich in einem Ausländerforum mit den Worten erwähnt: „eigentlich ist mir der Mann ja zu negativ bei seinen Posts über Thailand, aber zu diesem Thema (hier) muss ich ihm recht geben.“

Ich lade ihn hiermit herzlich ein, diese Geschichte so zu redigieren, dass die Nation in einem positiven Licht erstrahlt. Bin echt gespannt, ob er das Angebot annimmt…(Kleiner Tipp am Rande: Presseberichte aus Nord Korea verraten wie es geht)

Vor fast genau einem Jahr fühlte sich der Sprecher des „Ministry of Science and Technology“ genötigt die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass es derzeit keine Geräte gibt, um Kontrolle über den menschlichen Geist zu erlangen. „In der heutigen Zeit gibt es keinen glaubwürdigen, wissenschaftlichen Beweis für eine Technologie, die auf menschliche Gehirne zugreifen kann, um ihre Gedanken und Gefühle abzurufen“, sagte Worawarong Rakreungdet in einer Erklärung. Ich frage mich seitdem, ob die bei ihren Statements im Hintergrund die Musik der Benny Hill Show laufen lassen, oder nebenberuflich auch auf Kindergeburtstagen bei Mc Donalds auftreten.

Damals wie Heute bin ich der Meinung- keine Gehirnkontrolle? Schade eigentlich, denn für eine Menge Leute hier könnte das ein Ausweg sein.

Im April gab einer der Top Cops des Bangkoker Drogendezernats eine Pressekonferenz der besonderen Art. Es war eine tolle und medienwirksame Vorstellung. Wenngleich Kritiker anmahnen könnten, sie kollidiert andererseits und unglücklicherweise etwas mit seiner Jobbeschreibung.

Bei einem Inspektionsbesuch in der Wat Phrayakrai Polizeistation überraschte er lokale Polizisten und Reporter, als er um Wasser bat, um eine reinigende Exorzismus-Zeremonie durchführen zu können. (Ich bin offen für alle Vorschläge, wie man das Thailand-positiv beschreiben kann). Ich tendiere eher zu der Einschätzung, hier erlebt gesunder Menschenverstand täglich eine Simbabwe-Dollar-artige Inflation. Die Suche danach ist in etwa so aussichtsreich wie die, ein Minarett im Vatikan zu finden.

Top Cop Chaiyaporn Phanitatra sagte, er habe beim Passieren der Zellen, in denen Verdächtige gehalten werden, Atemnot bekommen. Ich kenne die Symptome auch,- nach ausgedehnter Expedition ins Bierreich am Vorabend. Während seine Untergebenen wie euphorisierte Sessionmusiker einer Baptistengemeinde die Hände vor der Brust falteten, opferte er das zeremonielle Wasser für die Seelen der Verdächtigen, die in Polizeigewahrsam gestorben waren, im zweiten Stockwerk der Polizeistation.

Nachdem ein anderer Top Cop ein „Beratergehalt“ von einer Brauerei erhielt frage ich mich, ob dieser von Nestlé gesponsert wird

Leute mit Nahtoderfahrungen geben ja gerne an, sie hätten ein Licht am Ende des Tunnels gesehen. Ähnlich erging es wohl dem Ober-Drogenfahnder, denn als in ihm in ähnlicher Weise offenbar ein Funke von Verstand aufflackerte, sagte er den Reportern die seine Inspektionstour begleiteten, dass er nicht wünsche, dass darüber berichtet wird, weil die Leute ihn für leichtgläubig und unwissend halten könnten. „Es ist nur eine kleine Sache, um für den Frieden der Seelen der Verstorbenen zu sorgen“, sagte er in Bezug auf das strömende Wasser. „Und es belastet nicht das Budget der Polizeistation“.

Ich glaube, der würde auch einen Taubstummen Drogendealer bei der Verhaftung darüber informieren, dass er das Recht hat zu schweigen.

Er gab weiter an, dass Vorgesetzte, die er sehr respektiert, ihm gesagt haben es sei für ihn als Top-Polizist wichtig, die Geister der Toten zu befriedigen, die im Polizeigewahrsam gestorben seien. Dann betrat der diensthabende Offizier der Polizeistation die Bühne, um die Aussagen seines  Chefs mit einer weiteren Geistergeschichte zu untermauern, bei der sich die Nackenhaare der Reporter kräuselten.

Polizeistation, oder ein Käfig voller Narren?

Vor drei Jahren hatte sich hier ein Drogenverdächtiger erhängt, sagte Suk, während ein anderer Inhaftierter sich darüber beschwerte, dass er seither vom Geist des Toten besessen war.

Suk fügte hinzu, er habe in den letzten zehn Jahren geholfen, das Leben von drei anderen Verdächtigen in Drogenfällen zu retten, die erfolglose Versuche unternommen hatten, sich zu erhängen. Er dankte seinem Chef für die Durchführung der Zeremonie, die dazu beitrug, dass sich nun alle auf der Polizeistation wohl fühlen. Über die Tatsache, dass einige Leute unter mysteriösen Umständen im Polizeigewahrsam starben, wurde nicht gesprochen.

Das erscheint mir alles so absurd wie die Idee, sich einen Eugen Jehovas zu einem gemütlichen Grillabend einzuladen. Vielleicht sollten die es in Zukunft bei der Eignungsuntersuchung für den gehobenen Polizeidienst nicht dabei belassen einmal kurz mit dem Hammer auf die Kniescheibe zu zielen, sondern auch den Schädel auf Hohlräume abzuklopfen.

Stumpfsinn der Holzhupen

Posted in Aberglaube, Aktuell, AKTUELLES, Asien, Aus Aller Welt, Ausland, Bildung und Einbildung, Gesellschaft, Glauben & Besserwissen, Kultur & Moral, Neues aus Wahnsiristan, Reise, Reisen, Süd-Ost Asien, Thailand, Uncategorized on Mai 14, 2017 by pheneas

Es sollte doch schon etwas nachdenklich stimmen, wenn man in einem Land aus Profitgier den tropischen Regenwald abholzt, um die freigewordenen Flächen danach mit absoluten Vollpfosten zu bepflanzen. Darüber hinaus ist es eher frustrierend zu sehen, wenn es mehr Gründe zum Heulen, als zum Lachen gibt, nachdem die Clowns den Zirkus übernommen haben.

Man sagt: „An einem Familientreffen sind nicht nur die schuld, die es ausrichten, sondern auch die, die es nicht verhindern.“ Die Weisheit scheint aber ebenso,- wenn nicht noch treffender, Zusammenkünfte von ewig mittelalterlichen, geistergläubigen, und somit intelligenz-resistenten Bahtisten zu bezeichnen.

Das im Norden Zentral-Thailands gelegene Wang Pong, im Bezirk Phetchabun, scheint in Konkurrenz mit einer Menge anderer Gebiete, um den Titel „Ultimatives Tal der Ahnungslosen“ zu kämpfen.

Ausgerechnet im buddhistischen (?) Tempel des Ortes, Wat Thep Nimit Khiriwong, liegt ein etwa 5 Meter langer Stumpf eines Takhian-Baums. Gleich daneben liegt ein abgerissener Typ, der vorgibt mit dem Geist des Stumpfes in spiritueller Verbindung zu stehen, der ihm schon mehrfach die Gewinn-Nummern der staatlichen Lotterie verraten hat. Natürlich glauben eine Menge Vollpfosten ihm und warten darauf, gegen einen kleinen Obolus, die Zahlen zu Glück und Reichtum zu erhalten. Um sich der monetären Gefälligkeit als würdig zu erweisen, lässt er die Menge wissen, dass er bereits seit 15 Tagen nichts gegessen hat. Damit sein knurrender Magen nicht die „und nun die Lottozahlen Ansage“  mit dem Geist des Scheites stört, klingelt es im Karton. Irgendwie kann man die Massenversammlung, die eigentlich von der Junta im Land verboten sind, auch als Vereinsversammlung von Abgestumpften aus Fauna und Flora bezeichnen.

Stumpfsinn hoch 3

Nachdem angeblich ein paar Leute in der Lotterie gewannen, was auch ohne Zauberbaum und Quacksalber schon mal vorgekommen ist, gibt es einen stetigen Strom von Menschen, kowtowing und waiing vor dem stumpfen Stumpf,  in der Hoffnung, reich zu werden.

Um seinem Hokuspokus etwas mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen gab der Mann, wie ein Jesus der dunklen Seite an, der Geist beschwert sich über die vielen Taschenlampen der nächtlichen Versammlungsteilnehmer. Nach so einer konkreten Ansage müssen alle folgenden natürlich ebenso real sein. Endlich kamen zumindest drei Ziffern der eigentlich vierstelligen Lotterie Nummer aus dem Mund des Schattenschiebers zum Vorschein: „528“. Das da eine Kleinigkeit fehlt, läuft wohl unter der Rubrik: Sexiness des Ungewissen.

Daraufhin gab es einen Massenansturm, vergleichbar dem einer Büffelherde auf der Flucht vor Buffalo Bill’s Flinte, zu den Losverkäufern, die wahrscheinlich schon rein zufällig hinter der nächsten Hecke im Dunkel des Tempelgeländes mit scharrenden Füssen warteten…

Inzwischen haben ein paar Vollpfosten in Pattaya noch einen 6 m Lotterie-Stumpf ausgebuddelt:

Und hier meine neue Geschaftsidee:

Vorsicht! Wildwechsel der Geister

Nach haarsträubenden Unfällen, fangen in Thailand die Unterhaltungen mit der Polizei meist mit den Worten an: „Ehrlich Herr Wachtmeister…“ oder etwas knapper „defekte Bremse,- na und?“. Da ist es schon eine Nachricht wert, wenn jemand die Sache etwas kreativ oder gar phantasievoll angeht, selbst wenn dies in einer Art Konfusius-Installation endet:

Auf einer Straße durch ein Wohngebiet von Marine Personal überschlug sich der Pick-up Truck mit der 21-jährigen Rithaichanok am Steuer. So etwas passiert täglich irgendwo auf Thailands Straßen. Da muss man sich schon etwas einfallen lassen, um mit der Nummer in die Abendnachrichten zu kommen. Wie durch ein Wunder überlebte das Stunt-Fräulein den Salto ohne einen Kratzer und erlitt laut Polizeibericht lediglich einen Schock. Ihre Mutter gab gegenüber Reportern eine Erklärung für den Unfall, bei der ich auch einen Schock bekommen hätte. Ein riesiger schwarzer Geist stand plötzlich im hellen Tageslicht mitten auf der Straße, dem die junge Frau ausgewichen ist, dann einen Strommast rammte, woraufhin sich der Wagen überschlug. Mütterchen schob noch eine plausible Erklärung hinterher. Der Geist wollte verhindern, dass ihre Tochter auf den Highway gelangt, wo sie wahrscheinlich bei einem Unfall ums Leben gekommen wäre. Frei nach dem Motto: wenn schon Chaos, dann aber auch auf halben Wege.

Anschließend gingen Mutter und die Geister(um)fahrerin in den Tempel, um sich bei wem auch immer zu bedanken, während wie üblich die Schaulustigen die Autonummer, 4431, für die Lotterie notierten. Andernorts hätte man wahrscheinlich die Damen und den Beamten, der den Unfallbericht geschrieben hat, auf ihren Geistes,- bzw. Geisterzustand untersuchen lassen.

Und dieses Land strebt einen permanenten Sitz im Weltsicherheitsrat an. Das kann nur in einer Welt passieren, in der irgendwelche Schattenschieber es möglich machen, dass Saudi Arabien den Vorsitzt in der UN Menschenrechtskommission erhält…