Bewusstseinskontrolle unmöglich – Schade eigentlich

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, wurde ich in einem Ausländerforum mit den Worten erwähnt: „eigentlich ist mir der Mann ja zu negativ bei seinen Posts über Thailand, aber zu diesem Thema (hier) muss ich ihm recht geben.“

Ich lade ihn hiermit herzlich ein, diese Geschichte so zu redigieren, dass die Nation in einem positiven Licht erstrahlt. Bin echt gespannt, ob er das Angebot annimmt…(Kleiner Tipp am Rande: Presseberichte aus Nord Korea verraten wie es geht)

Vor fast genau einem Jahr fühlte sich der Sprecher des „Ministry of Science and Technology“ genötigt die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass es derzeit keine Geräte gibt, um Kontrolle über den menschlichen Geist zu erlangen. „In der heutigen Zeit gibt es keinen glaubwürdigen, wissenschaftlichen Beweis für eine Technologie, die auf menschliche Gehirne zugreifen kann, um ihre Gedanken und Gefühle abzurufen“, sagte Worawarong Rakreungdet in einer Erklärung. Ich frage mich seitdem, ob die bei ihren Statements im Hintergrund die Musik der Benny Hill Show laufen lassen, oder nebenberuflich auch auf Kindergeburtstagen bei Mc Donalds auftreten.

Damals wie Heute bin ich der Meinung- keine Gehirnkontrolle? Schade eigentlich, denn für eine Menge Leute hier könnte das ein Ausweg sein.

Im April gab einer der Top Cops des Bangkoker Drogendezernats eine Pressekonferenz der besonderen Art. Es war eine tolle und medienwirksame Vorstellung. Wenngleich Kritiker anmahnen könnten, sie kollidiert andererseits und unglücklicherweise etwas mit seiner Jobbeschreibung.

Bei einem Inspektionsbesuch in der Wat Phrayakrai Polizeistation überraschte er lokale Polizisten und Reporter, als er um Wasser bat, um eine reinigende Exorzismus-Zeremonie durchführen zu können. (Ich bin offen für alle Vorschläge, wie man das Thailand-positiv beschreiben kann). Ich tendiere eher zu der Einschätzung, hier erlebt gesunder Menschenverstand täglich eine Simbabwe-Dollar-artige Inflation. Die Suche danach ist in etwa so aussichtsreich wie die, ein Minarett im Vatikan zu finden.

Top Cop Chaiyaporn Phanitatra sagte, er habe beim Passieren der Zellen, in denen Verdächtige gehalten werden, Atemnot bekommen. Ich kenne die Symptome auch,- nach ausgedehnter Expedition ins Bierreich am Vorabend. Während seine Untergebenen wie euphorisierte Sessionmusiker einer Baptistengemeinde die Hände vor der Brust falteten, opferte er das zeremonielle Wasser für die Seelen der Verdächtigen, die in Polizeigewahrsam gestorben waren, im zweiten Stockwerk der Polizeistation.

Nachdem ein anderer Top Cop ein „Beratergehalt“ von einer Brauerei erhielt frage ich mich, ob dieser von Nestlé gesponsert wird

Leute mit Nahtoderfahrungen geben ja gerne an, sie hätten ein Licht am Ende des Tunnels gesehen. Ähnlich erging es wohl dem Ober-Drogenfahnder, denn als in ihm in ähnlicher Weise offenbar ein Funke von Verstand aufflackerte, sagte er den Reportern die seine Inspektionstour begleiteten, dass er nicht wünsche, dass darüber berichtet wird, weil die Leute ihn für leichtgläubig und unwissend halten könnten. „Es ist nur eine kleine Sache, um für den Frieden der Seelen der Verstorbenen zu sorgen“, sagte er in Bezug auf das strömende Wasser. „Und es belastet nicht das Budget der Polizeistation“.

Ich glaube, der würde auch einen Taubstummen Drogendealer bei der Verhaftung darüber informieren, dass er das Recht hat zu schweigen.

Er gab weiter an, dass Vorgesetzte, die er sehr respektiert, ihm gesagt haben es sei für ihn als Top-Polizist wichtig, die Geister der Toten zu befriedigen, die im Polizeigewahrsam gestorben seien. Dann betrat der diensthabende Offizier der Polizeistation die Bühne, um die Aussagen seines  Chefs mit einer weiteren Geistergeschichte zu untermauern, bei der sich die Nackenhaare der Reporter kräuselten.

Polizeistation, oder ein Käfig voller Narren?

Vor drei Jahren hatte sich hier ein Drogenverdächtiger erhängt, sagte Suk, während ein anderer Inhaftierter sich darüber beschwerte, dass er seither vom Geist des Toten besessen war.

Suk fügte hinzu, er habe in den letzten zehn Jahren geholfen, das Leben von drei anderen Verdächtigen in Drogenfällen zu retten, die erfolglose Versuche unternommen hatten, sich zu erhängen. Er dankte seinem Chef für die Durchführung der Zeremonie, die dazu beitrug, dass sich nun alle auf der Polizeistation wohl fühlen. Über die Tatsache, dass einige Leute unter mysteriösen Umständen im Polizeigewahrsam starben, wurde nicht gesprochen.

Das erscheint mir alles so absurd wie die Idee, sich einen Eugen Jehovas zu einem gemütlichen Grillabend einzuladen. Vielleicht sollten die es in Zukunft bei der Eignungsuntersuchung für den gehobenen Polizeidienst nicht dabei belassen einmal kurz mit dem Hammer auf die Kniescheibe zu zielen, sondern auch den Schädel auf Hohlräume abzuklopfen.

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3 Antworten to “Bewusstseinskontrolle unmöglich – Schade eigentlich”

  1. Ich denke, dass es doch ein Gerät gibt, um bei den Thai den Rest von Geist zu kontrollieren: den Fernseher.
    Das Teil läuft in einem ungepflegten Haushalt meist den ganzen Tag und gibt ununterbrochen Soap-Operas, Werbung und endlose Monologe des Generalissomos wider. Parallel dazu ein ähnliches Programm auf div. herumquäkenden Smartphones und Tablets.

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    • Du kennst doch den Spruch- ich dachte es hätte ja auch alles viel schlimmer kommen können. Und es kam schlimmer:

      The ruling junta will start broadcasting a 12-episode television programme from today covering its achievements over its past three years in power.

      The episodes will be aired on every TV channel as a special edition of “Thailand Moving Forward” every Sunday for 12 weeks from 6pm, shortly after the Anthem is played in the evening, National Council for Peace and Order (NCPO) spokeswoman Colonel Sirichan Ngathong said yesterday.

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      • Der neueste Spaß vom großen Führer (………) Prayut.
        FYI – Eine solche „Spitznamisierung“ zu posten kann dazu fuehren, dass meine Freizeit auf unbestimmte Zeit verstaatlicht wird.

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