Dummheit + Unfähigkeit + Fatalismus = chronische Verstopfung

Während ich dies schreibe tönt nicht endender Applaus in meine Ohren, noch lauter als der, den ich Gestern mit meiner Band für unseren Auftritt bekam. Dazu gibt es unregelmäßige Schlagzeug Beats, die Zac Brown in einem Song als „Kick Drum in the sky“ bezeichnet.

OK, OK ihr habt mich ertappt. Nach der 2ten Hopfenknolle tendiere ich wohl dazu, mir die Welt schön zu schreiben. Ultra-Realisten würden wohl insistieren, dass es sich bei dem „Applaus“ lediglich um den prasselnden Regen auf dem Alu-Vordach meines Appartements handelt und ich nicht der Bass Drum von Keith Moon lausche, sondern einfach nur dem Donner eines Monsungewitters. Aber da halte ich es mit Albert Einstein, der einmal sagte: „Imagination is more than knowledge.“

Wie in jedem Jahr hat sich im Mai, übrigens für Thais wieder einmal völlig überraschend, der Monsun angemeldet. Weniger überraschend ist die Tatsache, dass die Regierungspropaganda, ebenfalls alljährlich behauptet, die Provinz,- und Stadtverwaltungen seien auf die Öffnung der Himmelsschleusen bestens vorbereitet. Inzwischen reagieren selbst die hartgesottensten Regierungs-Fans darauf wie auf die Darbietungen einer Philippino Band auf einem Seniorenschlepper mit Casino zwischen Singapoor und Phuket. Nach sintflutartigen Regenfällen sind in Thailand in der vergangenen Woche mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt wurden von den Fluten mehr als 20.000 Haushalte überschwemmt.

Vermisst habe ich in diesem Jahr lediglich eine Kampagne der Tourismusbehörde, dem ohnehin austrocknendem Strom der Besucher mit einer neuen haarsträubenden Aktion, etwa unter dem Motto: „Von Mai bis Oktober – spezielle Rabatte für Pärchen-Urlaub in Gummistiefeln“ vorzubeugen. Aber das ist eh nur etwas für Leute, die auch darauf eingehen, wenn ein gewisser Schlemihl aus der Sesamstrasse ihnen ein U verkaufen will.

Neben dem Regen hagelt es nun auch noch. Nicht etwa Eiswürfel, die bei der Hitze vielleicht sogar noch willkommen wären, sondern Entschuldigungen von Generälen, Provinz Gouverneuren, Bürgermeistern und Beamten der Stadtverwaltungen, die wieder einmal vom Monsun überrascht wurden und somit in den vergangenen 8 Monaten wegen Überlastung in Couchville Sessions nicht dazu kamen ihre Hausaufgaben zu machen.

Land unter“ oder vielleicht doch „mitunter Land?

Ich bin mir nicht sicher, was die aktuelle Situation in Thailands Städten und Provinzen besser beschreibt- „Land unter“ oder vielleicht doch „mitunter Land“. Aber diese rhetorische Frage ist vergleichbar mit der eines Kellners im Nobel-Restaurant, wenn er einen unentschlossenen Gast beim Studieren der Menükarte fragt: „Wat is nu- entweder Gans oder Kranich?

Die Venedisierung BangCocks ist ein „man made problem. Zunächst muss bei der Entscheidunsfindung unter Zeitdruck ein paar Leuten das Wasser bis zum Hals gestanden haben, als es darum ging, einen Standort für eine Hauptstadt zu finden. Also wählte man flux ein Sumpfgebiet aus. Dank des Grundwasserspiegels sinkt BangCock mehrere Zentimeter pro Jahr. Die traditionellen Kanäle (Khlongs) wurden weitgehend durch wesentlich wichtigere Straßen ersetzt, die verbliebenen lassen kaum noch Wasser erkennen, weil sie mit Wasserhyazinthen überseht sind, die die Schleusen verstopfen.

Allein der Drainagetunnel unter einer der Hauptverkehrsstraßen BangCocks, (Rama 9), musste vor zwei Tagen bei einer Reinigungsaktion von rund 10 Tonnen Hausmüll mit Baggern befreit werden. Von Matratzen bis zu abgewetzten Sofas, Holzzäunen und Plastikmüll gab es alles was der Durchschnittsbürger nicht mehr braucht. Laut Stadtverwaltung besteht der Müll in den Khlongs zu 90 Prozent aus Hausmüll.

BangCock’s Khlongs – kostenlose Müllschlucker

Naiv wie ich war fragte ich mich anfangs, warum sich die Leute nicht über die Situation beschweren. Aber dann dämmerte es mir. Auf den 450 Metern meiner Soi gibt es über 30 Hawkerstalls, die allesamt ihren Müll in der Abwasserleitung entsorgen. Kommt der Monsun, steigt das Wasser und überflutet ihre hinter dem Stand liegenden Wohnzimmer. Da ist es einfacher und bequemer, die feuchte Matratze und den Fernseher im nächsten Khlong zu entsorgen, als nach einer Beschwerde eventuell gewisse Auflagen zum Betrieb eines Fressalienstands erfüllen zu müssen.

Hoffentlich schiebt er das Teil nicht auch noch in die Khlongs

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