Von Spendenaufrufen und dem Tropfen auf dem heissen Stein

Tja, nun habt Ihr mich wieder mit einer wie ich meine, positiven Geschichte über Thailand erwischt.

In meiner Nachbarschaft gibt es ein kleines Mädchen, sie ist gerade einmal 10 oder 11 Jahre alt und arbeitet vom Nachmittag bis spät in die Nacht im street food stall ihrer „Tante“, weil sich sonst niemand um sie gekümmert hätte. Eigentlich leistet sie Sklavenarbeit für die Else, die den ganzen Tag  lieber die Tastatur auf ihrem Handy strapaziert, aber der Begriff Kinderarbeit wird in diesem Land ohnehin anders bewertet als in zivilisierten Ländern.

 

Ich kannte ihren Vater, ein Motorbike-Taxi Jockey mit IQ unter Zimmertemperatur, der wegen Drogendelikten 7 Jahre im Knast saß und wegen seiner Leidenschaft für Aufputschmittel und Alkohol aller Art  schlussendlich den Löffel abgegeben hat.

 

Leider kann ich wegen meiner fragmentierten Thai-Sprachkenntnisse nicht mit ihr kommunizieren. Aber jeden Tag, wenn ich zum 7-ELEVEN neben ihrem Stand gehe, kaufe ich irgendetwas für sie, von dem ich annehme, sie würde es sonst nie bekommen. Schokolade, Softdrinks, Eiscreme etc.

Außer einer Tüte voll Satang Kupfermünzen ( die außerhalb des 7-ELEVEN) nur einen sehr geringen Wert haben, habe ich ihr nie Bargeld gegeben, weil ich vermeiden möchte, dass sie glaubt die „reichen Farrangs“ werden mich schon über Wasser halten, was wahrscheinlich ihren Einstieg in die Welt der Bar Girls erleichtern würde.

 

Ich würde nie für eine Organisation etwas spenden, die ein tolles Büro und einen riesigen Fuhrpark unterhält. Aber Sollte die Kleine etwas wirklich dringend brauchen, bin ich für sie da…

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2 Antworten to “Von Spendenaufrufen und dem Tropfen auf dem heissen Stein”

  1. 2 nette Geschichten hintereinander – Pheneas, du wirst weich. :-))

    Das du der Kleinen wenigstens einen kurzen Lichtblick im triesten Alltag verschaffst, ist eine feine Sache. Aber … jemand, der einem Kind hilft (eigentlich eine Selbstverständlichkeit) und dann noch ein Farang – das kann im chronisch negativen Denken deiner Umgebung nur zu einer Erkenntnis führen.

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    • Zur Erklärung:
      Ich bin der Kleinen, die ich seit ihrer Geburt kenne, nie näher als eine Armlänge gekommen.
      Wann immer ich sie vor dem Laden antreffe, sind mindestens 10 Leute in nächster Umgebung.
      Ich habe in meinem langen Leben niemals irgendwelche pädophilen Neigungen verspürt.
      Und hier kommt der Hammer:
      In meiner Nachbarschaft gibt es zwei Typen bei denen dies, nicht der Fall ist. Der eine zieht ständig vor den Augen aller Thai Nachbarn, kleinen Jungs die Hosen ´runter und greift Kleinkindern bei jeder Gelegenheit in den Schritt. Darüber hat sich bisher noch niemand beschwert
      Der andere Kerl zieht mindestens 1 x pro Woche mit einem Tross von bis zu 6 Jungen in den Supermarkt, kauft Softdrinks und Snacks für sie und verschwindet dann für unbestimmte Zeit mit ihnen aus dem Blickfeld. Den Eltern scheint das egal zu sein, solange sie nicht selbst für die Cola und Chips bezahlen müssen…
      Also keine Sorge, ich bin harmlos.

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