Stumpfsinn der Holzhupen

Es sollte doch schon etwas nachdenklich stimmen, wenn man in einem Land aus Profitgier den tropischen Regenwald abholzt, um die freigewordenen Flächen danach mit absoluten Vollpfosten zu bepflanzen. Darüber hinaus ist es eher frustrierend zu sehen, wenn es mehr Gründe zum Heulen, als zum Lachen gibt, nachdem die Clowns den Zirkus übernommen haben.

Man sagt: „An einem Familientreffen sind nicht nur die schuld, die es ausrichten, sondern auch die, die es nicht verhindern.“ Die Weisheit scheint aber ebenso,- wenn nicht noch treffender, Zusammenkünfte von ewig mittelalterlichen, geistergläubigen, und somit intelligenz-resistenten Bahtisten zu bezeichnen.

Das im Norden Zentral-Thailands gelegene Wang Pong, im Bezirk Phetchabun, scheint in Konkurrenz mit einer Menge anderer Gebiete, um den Titel „Ultimatives Tal der Ahnungslosen“ zu kämpfen.

Ausgerechnet im buddhistischen (?) Tempel des Ortes, Wat Thep Nimit Khiriwong, liegt ein etwa 5 Meter langer Stumpf eines Takhian-Baums. Gleich daneben liegt ein abgerissener Typ, der vorgibt mit dem Geist des Stumpfes in spiritueller Verbindung zu stehen, der ihm schon mehrfach die Gewinn-Nummern der staatlichen Lotterie verraten hat. Natürlich glauben eine Menge Vollpfosten ihm und warten darauf, gegen einen kleinen Obolus, die Zahlen zu Glück und Reichtum zu erhalten. Um sich der monetären Gefälligkeit als würdig zu erweisen, lässt er die Menge wissen, dass er bereits seit 15 Tagen nichts gegessen hat. Damit sein knurrender Magen nicht die „und nun die Lottozahlen Ansage“  mit dem Geist des Scheites stört, klingelt es im Karton. Irgendwie kann man die Massenversammlung, die eigentlich von der Junta im Land verboten sind, auch als Vereinsversammlung von Abgestumpften aus Fauna und Flora bezeichnen.

Stumpfsinn hoch 3

Nachdem angeblich ein paar Leute in der Lotterie gewannen, was auch ohne Zauberbaum und Quacksalber schon mal vorgekommen ist, gibt es einen stetigen Strom von Menschen, kowtowing und waiing vor dem stumpfen Stumpf,  in der Hoffnung, reich zu werden.

Um seinem Hokuspokus etwas mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen gab der Mann, wie ein Jesus der dunklen Seite an, der Geist beschwert sich über die vielen Taschenlampen der nächtlichen Versammlungsteilnehmer. Nach so einer konkreten Ansage müssen alle folgenden natürlich ebenso real sein. Endlich kamen zumindest drei Ziffern der eigentlich vierstelligen Lotterie Nummer aus dem Mund des Schattenschiebers zum Vorschein: „528“. Das da eine Kleinigkeit fehlt, läuft wohl unter der Rubrik: Sexiness des Ungewissen.

Daraufhin gab es einen Massenansturm, vergleichbar dem einer Büffelherde auf der Flucht vor Buffalo Bill’s Flinte, zu den Losverkäufern, die wahrscheinlich schon rein zufällig hinter der nächsten Hecke im Dunkel des Tempelgeländes mit scharrenden Füssen warteten…

Inzwischen haben ein paar Vollpfosten in Pattaya noch einen 6 m Lotterie-Stumpf ausgebuddelt:

Und hier meine neue Geschaftsidee:

Vorsicht! Wildwechsel der Geister

Nach haarsträubenden Unfällen, fangen in Thailand die Unterhaltungen mit der Polizei meist mit den Worten an: „Ehrlich Herr Wachtmeister…“ oder etwas knapper „defekte Bremse,- na und?“. Da ist es schon eine Nachricht wert, wenn jemand die Sache etwas kreativ oder gar phantasievoll angeht, selbst wenn dies in einer Art Konfusius-Installation endet:

Auf einer Straße durch ein Wohngebiet von Marine Personal überschlug sich der Pick-up Truck mit der 21-jährigen Rithaichanok am Steuer. So etwas passiert täglich irgendwo auf Thailands Straßen. Da muss man sich schon etwas einfallen lassen, um mit der Nummer in die Abendnachrichten zu kommen. Wie durch ein Wunder überlebte das Stunt-Fräulein den Salto ohne einen Kratzer und erlitt laut Polizeibericht lediglich einen Schock. Ihre Mutter gab gegenüber Reportern eine Erklärung für den Unfall, bei der ich auch einen Schock bekommen hätte. Ein riesiger schwarzer Geist stand plötzlich im hellen Tageslicht mitten auf der Straße, dem die junge Frau ausgewichen ist, dann einen Strommast rammte, woraufhin sich der Wagen überschlug. Mütterchen schob noch eine plausible Erklärung hinterher. Der Geist wollte verhindern, dass ihre Tochter auf den Highway gelangt, wo sie wahrscheinlich bei einem Unfall ums Leben gekommen wäre. Frei nach dem Motto: wenn schon Chaos, dann aber auch auf halben Wege.

Anschließend gingen Mutter und die Geister(um)fahrerin in den Tempel, um sich bei wem auch immer zu bedanken, während wie üblich die Schaulustigen die Autonummer, 4431, für die Lotterie notierten. Andernorts hätte man wahrscheinlich die Damen und den Beamten, der den Unfallbericht geschrieben hat, auf ihren Geistes,- bzw. Geisterzustand untersuchen lassen.

Und dieses Land strebt einen permanenten Sitz im Weltsicherheitsrat an. Das kann nur in einer Welt passieren, in der irgendwelche Schattenschieber es möglich machen, dass Saudi Arabien den Vorsitzt in der UN Menschenrechtskommission erhält…

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