Albtraum aller Luden: Wenn die Hühner heiraten

Fragt man „die Jungs“, wie sich die Zuhälter auf dem Kiez in Hamburg St. Pauli selbst nennen, was das Schlimmste in ihrer Karriere ist, bekommt man häufig die Antwort: wenn die Hühner heiraten.

Vielleicht ist das der Grund, warum sie im Soi Dao Distrikt, in Thailands östlicher Provinz Chanthaburi, bisher nicht aufgeprallt sind und lieber Pattaya besuchen. Der Ort ist das Naddel Abd el Farrag unter den Provinz-Städten des Landes, mit einer offensichtlich völlig verhaltensauffällig verkasperten Landbevölkerung.

In dieser Woche fand dort eine Hochzeit mit lokalen Würdenträgern statt, die mit einer 300.000 Baht (ca. 8.100 €) Mitgift, sowie einer Goldkette im Wert von etwa 20.000 Baht (540 Euro) veredelt wurde. Nun das ist eigentlich nichts Besonderes im Land der verkauften Braut und als Würdenträger wird hier ohnehin jeder gefeiert, der einen Mercedes fährt, oder einen versilberten Zimtstern auf den Epauletten und Fallschirmspringer Wings auf dem drei Nummern zu kleinen Uniformhemd trägt.

Wer wurde hier von wem Zwangsverheiratet?

hochzeit-der-huehner

Name des Bräutigams: “Jao Thao Sam Saen” ein Hühnerbock (sprachliche Anleihe aus dem deutsch-polnischen Ruhrpott-Dialekt), der als Champion unter den Hahnenkämpfern gilt, mit einem angeblichen Wert von 1 Mio. Baht (ca. 27.000 €). Es wurde berichtet, sein Besitzer hatte, wie es sich für den Vater des Bräutigams bei der Zeremonie gehört, Tränen in den Augen. Der Name und Alter der fotoscheuen geflügelten Braut ist nicht bekannt. Immerhin durfte ihr Besitzer und Empfänger der Brautgeschenke, Anucha Inthasorn, bei der Zeremonie seinen „Schwiegersohn“ den Kampf-Broiler, wie der Besitzer eines Edelitalieners das letzte schoßwarme Tira mi su seiner verstorbenen Mamma, im Arm halten. Hunderte Gäste waren zu der Feier im Thonchai Camp im Soi Dao Distrikt der östlichen Provinz Chanthaburi erschienen. In Deutschland hätte man zu dem Anlass bestimmt 100 selbstbestrickte Mitglieder der Veganer Miliz,  Grünkern-Salafisten und RTL, zu Tofuwurst, Lindenblütentee und Dinkelkeksen eingeladen. Immerhin wurde über die freudige Hochzeit in allen großen thailändischen TV-Sendern in den Abendnachrichten berichtet.

Da Hähne ja im Allgemeinen nicht unbedingt monogam leben, frage ich mich seitdem, auf wie viel Geld der Brautvater den Besitzer des Kampf-Broilers verklagen wird, wenn er fremd geht? Und eine alte Weisheit der unzähligen Sextouristen im Land besagt: ein Ei kommt selten allein. Also wer ist dann für Unterhalt und Sorgerecht für die Nachkommen verantwortlich? Vielleicht bin ich auch einfach nur zu „normal“.

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