Thailands Puffs im Fadenkreuz. Aber der wilde wilde Osten fängt gleich hinterm Airport an

Thailands Ministerin für Tourismus und Sport, das ist die Dame die allmorgendlich in Weihwasser angereichert mit 100% reinem, umgestecktem Moralin badet und in den Medien eigentlich gern die Vollzeitstattfinderin gibt, ist nach längerer Abstinenz wieder an die Medien herangetreten, um ein erneutes Beispiel dafür zu geben, wie weltfremd man in diesem Land sein darf, um wenigstens einen Ministerposten zu bekleiden. Zu ihren Aufgaben gehört es, die TAT zu dirigieren. Das ist die von mäßig ambitionierten Amateuren betriebene Tourismusbehörde, die sich vornehmlich damit zu beschäftigen scheint negative Statistiken zu „bereinigen“ und gegenstandslose Wahrsagerei zu erwarteten Touristenankünften in die Welt zu posaunen, die so glaubwürdig sind wie ein Wahlergebnis aus Nord Korea.

Frau Minister, Kobkarn Wattanavrangkul, nimmt nun Thailands berühmt/berüchtigte Sex Industrie ins Fadenkreuz, die seit dem Vietnamkrieg unermessliche Beträge ins Land des senkrechten Lächelns ejakuliert hat.

In den vergangenen Wochen gab es auf Phuket, in Pattaya und Bangkok diverse Razzien in entsprechenden Etablissements. Man kann jedoch davon ausgehen, dass die von Angehörigen der Brigade Lord Helmchens betriebenen Besamungsstationen davon verschont bleiben.

Die Ministerin spielt die Rolle des Sex-Tourismus im Land herunter: „Touristen Kommen nicht deswegen hierher, sie kommen wegen unserer wunderbaren Kultur”. Wenn dem so ist, worüber regt sich die Dame dann auf???

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Ich habe bisher weltweit nur drei Orte kennengelernt, wo es mehr Bordelle pro Quadratkilometer Landesfläche gibt: Panama, Guayaquil in Ecuadaor und Cartagena in Kolumbien. Und wieso sind es dann mehr alleinreisende ältere Herren im Touristenflieger gen Thailand, als Geschäftsfrauen und Familien mit Kindern?

„Wir möchten, dass Thailand eine Destination für Qualitätstouristen ist. Wir wollen, dass die Sex Industrie verschwindet“ sagte sie in einem Reuters Interview. Komisch, sagte sie vorher nicht, die Leute kommen ohnehin nur wegen der wunderschönen Thai Kultur ins Land? Glaubt die Frau wirklich, Pattaya ist das Mekka der kulturhungrigen Tempel-Touristen?

Prostitution ist illegal in Thailand. aber das entsprechende Gesetz wird, wie die meisten anderen auch, ignoriert. Experten behaupten, dass es nahezu unmöglich ist die Sex Industrie abzuschaffen, da unzählige Beamte und Polizisten davon profitieren.

Es ist ein geschüttelt Maß von Polizei und Beamten unter denen, die sich durch der Tätigkeit dieser „Krankenschwestern“ gesundstoßen

Es ist ein geschüttelt Maß von Polizei und Beamten unter denen, die sich durch der Tätigkeit dieser „Krankenschwestern“ gesundstoßen

Nach einem UNAIDS Report aus dem Jahr 2014 gibt es angeblich 123,530 Sex Workers in Thailand. Sollte es sich dabei nur um die „Registrierten“ handeln, könnte das zutreffen. Realistischer wäre wohl ein Vielfaches der Zahl, wenn man das Heer der „Freelancer“ einbezieht.

Diese ministeriale Aktion ist wieder einmal ein Meisterwerk der Etwaigkeit, die von Thailand-Kennern mit entsprechender Einnässung zur Kenntnis genommen wird. Damit zeigt die Dame, die plötzlich auf die allgegenwärtige Prostitution reagiert wie Berlusconi auf Frauen seiner Altersgruppe,  eine Realitätsnähe, wie man sie sonst nur von den Hochglanz Menüvorschlägen für Mikrowellen-Junkfood im 7-ELEVEN kennt.

Ablauf einer typischen Razzia gegen illegale Puffs und Prostitution

Wie man einfach aus Erfahrungen in den 20er Jahren mit Prohibition in den USA lernen könnte, schaffen Gesetze zum Verbot von Alkohol, Prostitution und Glücksspiel lediglich mafiöse Strukturen, mit denen sich ein Heer von Polizei, Beamten und Politikern die Taschen füllen. Das Beispiel einer kürzlich veranstalteten „Razzia“ im Nataree, einem der bekanntesten Massagesalons mit vorrangig thailändischen Kunden zeigt, wie man unbehelligt unter dem Deckmantel der Gesetzestreue auf Kosten unbetuchter Sex Worker reich wird. Interessant ist, dass der Moralfeldzug von 100 Beamten des Innenministeriums orchestriert wurde, ohne vorher die Polizei zu informieren.

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In dem Schuppen wurden über 120 Orgasmus-Assistentinnen angetroffen. Die Mehrheit von ihnen stammt aus den Nachbarländern. 15 der Begattungswilligen erweisen sich als minderjährig. 57 der Ausländerinnen wurde eine Geldstrafe abgeknöpft, weil sie keine Arbeitsgenehmigung vorweisen konnten. Mehr Absurdität geht nicht. Wenn Prostitution illegal ist, wie kann man dann dafür eine Arbeitsgenehmigung bekommen?

Polizei und Staatsanwaltschaft erhoben Anklage und verlangten von rund 20 der Migrantentöchter eine Geldbuße von 4000 Baht für illegales Arbeiten, plus 500 Baht weil sie in einem Puff arbeiteten. Kurios ist allerdings die Tatsache, dass die vorgeblich aus dem Menschenhandel „Befreiten“ inhaftiert und erst nach Zahlung der Strafe entlassen wurden.

Ein extrem peinlicher Aspekt der Aktion, ist der Fund eines Notizbuchs, in dem penibel die Verteilung mit Summen der Pussy-Kopeken an Empfänger der Behörden registriert und im Internet veröffentlicht wurde. Das ist schon fast eine „who is how important“ Liste.

Ist das alles nur eine Ablenkung von einem viel größeren Problem?

Während man, besonders nach den jüngsten Ereignissen in den USA, die Amerikaner für die größten Waffennarren der Welt hält, spricht und schreibt niemand in diesem Zusammenhang über Amazing Thailand, mit seinem absurden „Land-des-Lächelns-Image“ mit friedliebenden buddhistischen Monks with Bongs und Horden von angeblich moralisch extrem gefestigten Erdkrustendesignern. Auf Thailands Straßen pfeifen einem bei einem vermeintlich ungerechtfertigten Überholmanöver gelegentlich die Kugeln um die Ohren und Veranstaltungen, wie etwa die beliebten Hochzeiten unter Minderjährigen und Rock-Konzerte im Isaan, werden schnell zu Heckenschützenfesten umgewandelt. Denn das Motto des kontinuierlich fehlinterpretierten Begriffs „Thainess“ lautet: Keine Gewalt- ist auch keine Lösung!

Trigger happy next generation

Was Hänschen nicht lernt… Happy Trigger Session für Kids beim alljährlichen „Army Day“

Ein anderes Motto, diesmal vom Junta General, heißt: „Happiness to all Thais“. Von Trigger Happiness hat er in seinen freitagabendlichen Reden an eine Nation mit Schlussverkaufsstimmung in jedem Waffenladen bisher nicht gesprochen. Hier in „Kugelhagelstan“ werden jedes Jahr mehr als 5000 Menschen erschossen, das sind fast 14 an jedem Tag des Jahres. Die auf andere Weise Gemeuchelten wie, Erdrosselte, Erstochene und Erschlagene sind nicht in dieser Statistik enthalten. Gemessen an der der Einwohnerzahl von 68,98 Millionen, liegt der Anteil der Schusswaffen-Opfer doppelt so hoch wie in den USA: Thailands Trefferquote liegt laut einer Statistik der University of Washington in Seattle bei 7,48 Erschossenen pro 100.000 Einwohner, in den USA sind es lediglich 3,55. In Deutschland liegt der Anteil bei 0,15 pro 100.000. Da besteht in Anbetracht einer vergreisenden Gesellschaft akuter Nachholbedarf, wenn Germoney beim globalen Schützenfest eine Rolle spielen will. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann hier den Post: Urlaub bei Familie Ballermann anklicken.

Dazu hat sich die Touristen-Umschmeichlerin mit dem Charme eines Wedding Planners bisher nicht geäußert. Aber vielleicht schießt sie sich mit ihrer Puff-Phobie erst einmal ein, um sich danach dem größeren Thema: „Mordlust in Thailand“ zu widmen.

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2 Antworten to “Thailands Puffs im Fadenkreuz. Aber der wilde wilde Osten fängt gleich hinterm Airport an”

  1. Hallo Pheneas! Ich wage es gar nicht zu sagen, aber- vieleicht sollte die Ministerin mal Nachholbedarf in Sachen Puffbetrieb beim Privatsender Pro7 nehmen- da wird dann mal in schönster Manier gezeigt, wie man die eh nicht einzudämmende Prostitution mal in beste Bahnen lenkt- aber das nur mal am Rande.
    Ich bin zu Zeit in Thailand- wenn du mal Bock hast, einen völlig überfetteten Deutschen Vollhorst kennen zu lernen, der seine Bildung und Wortschatz aus Mickeymouse-heften hat- via Whatsapp +491712280017, via FB https://www.facebook.com/hagen.wendt
    Wir sind bis zum 3.8. noch in Rayong, und fahren dann noch für eine Woche nach BKK- bevor es dann gepflegt wieder Heim ins Reich des Islamistischen Terrors geht…

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    • Hi Haegar, was fuer eine Ueberraschung. Das mit dem Treffen ist eine gute Idee. Allerdings kann es sein, dass ich in der Zeit im Nachbarland bin… ber wir koennen uns ja zusammentelefonieren, wenn Ihr in BangCock seid.

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