Sag‘ mir wo die Blumen sind- äh Moment mal- nee laß’ das lieber

Fleurop 1Millionen Sex-Touristen können sich nicht irren, deshalb ist hier eigentlich, wie  allgemein bekannt, mehr der Spruch: „Sag’s durch die Bluse“ angesagt.

Jedes Mal, wenn ich in der ohnehin verkuschten Presse etwas lese, was mich mindestens zum Schmunzeln bringt, dauert es keine 24 Stunden bis ein Religions,- Moral,- oder sonst was Hüter eine Gegendarstellung verlangt und damit droht, den Verfasser einer Satire, oder auch nur den Post eines Studenten, der seine Mutter zitiert, auf Millionen Baht zu verklagen.

Da hat es doch irgendein Spaßvogel gewagt, sich über die Zensurpraktiken des Computer Crime Departments der Regierung lustig zu machen. Er, oder sie, hat in heiterer Stimmung einen Post auf FB gelandet und behauptet, dass ein morgendlicher Blumengruß: „Sawatdee Torn Chaaw“ gegen den Computer Crime Act verstößt.

Pete und Marlene

Natürlich hat die Regierung sofort reagiert und damit gedroht, dass der Verfasser des Posts wegen falscher Behauptungen belangt werden kann. Der stellvertretende Chef der Behörde hat versichert, dass dies nicht der Fall ist. Er räumte jedoch ein, dass ein Link auf einigen Applikationen einen Hinweis enthält der besagt: „Denke nach bevor du postest- um eine Gefängnisstrafe zu vermeiden.“

Am nächsten Tag las ich dies:

Preecha KaewbanpaewEin 77-jähriger Mann, pensionierter Lehrer,  wurde wegen Aufwiegelung angeklagt und zu 6 Monaten Gefängnis und Zahlung von 8.000 Baht (225 €) verurteilt, weil er pro Demokratie Demonstranten Blumen überreichte und ihnen Essen von einem Mc Donald Restaurant spendierte. Meinungsfreiheit- Nein Danke!

Wie das Überreichen von Blumen und das Spendieren eines Hamburgers unter den Straftatbestand der „Aufwiegelung“ glitscht, dürfte selbst für einen schlitzohrigen Winkeladvokaten wie Saul Goodman, aus Breaking Bad, schwer zu erklären sein. In einem Rechtsstaat würde die Situation doch wohl einige Fragen aufwerfen:

Gruene RosenHat der Mann selbst aktiv gegen irgendetwas demonstriert?

Hat er als Passant und Einzelperson gegen das Verbot von Versammlungen von mehr als 5 Teilnehmern verstoßen, oder dazu aufgerufen?

Hat er ein Plakat hochgehalten, oder Parolen gerufen?

Könnte man unter gleicher Rechtsauslegung nicht auch jeden 17-jährigen Studenten verhaften, der seiner Oma, die sich als erklärte Regierungsgegnerin (red shirt)  geoutet  hat, einen Blumenstrauß schenkt?

Es würde mich nicht wundern, wenn nach der „great firewall“ die „great flowerwall“ im Anmarsch ist, solange es sich um „rote“ Blumen handelt…

Flower Wall

Ansonsten gilt nach wie vor:

Alles verboten

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