Ich gebe es zu- ich hab’s mir wieder selber gemacht…

Ihr könnt schon allein daran erkennen, dass Ihr zulange im Internet unterwegs seid, um bei der Überschrift nicht gleich wieder an Schweinereien zu denken.

Weit gefehlt liebe Freunde. Dieses Thema hat zwar schon etwas mit zügelloser Lust zu tun, aber es geht dabei lediglich um Gaumenfreuden. Wenngleich ich zugeben muss, auch diese Art von Hedonismus wird ähnlich bestraft, allerdings findet das zu erwartende „Fegefeuer“ am nächsten Tag in den eigenen Kaldaunen statt und nicht etwa in ewiger Verdammnis, mit all inclusive Bändchen am Handgelenk in Luzifers BBQ-Keller.

Cooking for yourself

Der einzige Unterschiet zwischen der gemeinen Thai-Cuisine und Hämorrhoiden ist der, Thai-Cuisine hängt mir inzwischen zum Hals ´raus. Bei dem Angebot der zum Teil komplett versifften Garküchen in meiner Nachbarschaft, bin ich nach 10 Jahren in „Ban-Cook“ bereit, für ein anständiges Schwarzbrot, Mettbrötchen, einen korrekten Sauerbraten, Rouladen und sogar Ammerländer Grünkohl mit Kasseler und Pinkel, eine Anzeige wegen Körperverletzung, wenn nicht gar Meuchelmord, zu riskieren.

cooking with poo

Problem Nr. 1: Der Name ist Programm

 

Ich will ja dem Bäckermeister ein gewisses künstlerisches Talent nicht absprechen, aber beim Abendbrot habe ich vielleicht doch einen etwas traditionellen Geschmack

Ich will ja dem Bäckermeister ein gewisses künstlerisches Talent nicht absprechen, aber beim Abendbrot habe ich vielleicht doch eher einen etwas traditionellen Geschmack, selbst wenn man in Bayern von „Brotlaib“ spricht.

Also bereite ich mir meine Mahlzeiten inzwischen lieber selbst zu. Mein Hamburger Adventskranz war dabei ein Highlight unter den lukullischen Heimweh-Abenteuern des vergangenen Jahres.

Hamburger Adventskranz

Aber auch Männer haben ihre Perioden und so mutiere ich am Herd einmal pro Monat zu einer Art Gefahrensucher mit Kamikazementalität. Anstatt mich mit meinem elitären Premium-Geschmack an einem nahrhaften Beerbecue zu erfreuen, koche ich mir selbst ein Thai-Gericht mit dem harmlos klingenden Namen „Laab Namtok.“ Obwohl ich stolzer Besitzer einer ansehnlichen Gewürzsammlung bin, nutze ich die zeitsparende Variante und koche mit einer fertigen Gewürzmischung.

Lobo Laab Namtok package

Ich bin inzwischen überzeugt, darin ist alles enthalten, wovor die Weltgesundheitsorganisation seit Jahren eindringlich warnt. Die o.g. Kamikazementalität bezieht sich nicht zuletzt auf die Tatsache, dass mich der thailändische Hersteller allein für den letzten Satz auf Schadenersatz wegen Diffamierung verklagen könnte. Eine Gegenklage, für Arbeitsausfall, nachdem ich jedes Mal stundenlang unter Darmkrämpfen leide, die an lebendige Verwesung reichen wenn das Produkt durch meine Darmflora flaniert, hätte kaum Aussicht auf Erfolg. Das Motto hier heißt: Recht hat, wer Geld hat. Nicht einmal eine Sammelklage meiner Nachbarn, wegen Ruhestörung würde akzeptiert, obwohl man nach dem „Genuss“ auf dem Klo Geräusche macht, mit denen man fliegende Hunde vom Himmel holen kann.

Bei Amazon, über die man ein Tütchen des Produkts in den USA für 8 US Dollar (also zum 16-fachen des Thai-Preises!!!) kaufen kann, enthält  allein der Haftungsausschluss 171 Worte! Zu den Kernaussagen zählt diese hier: on occasion manufacturers may alter their ingredient lists. Actual product packaging and materials may contain more and/or different information.

Trotzdem bin ich zu einer Art Lobo Junkie geworden und habe immer mindestens 5 Packungen der „Lass‘ krachen Mischung“ im Haus. Das Zeug schmeckt einfach zu und zu geil. Und wenn man kurz vor dem Rentenalter steht, ist es auch egal ob man 70 oder 80 Jahre alt wird. Die Erlebnisse auf den üblichen Weihnachts,- Neujahrs,- und Geburtstagsfeiern kennt man eh zur Genüge. No pain- no gain!

Mein einziges Lieblings-Thai-Rezept wird im Web als Wasserfall-Rindfleisch und Laab (nördliches Thai-Gericht), die beide sehr zeitaufwendig herzustellen sind bezeichnet (auch als Nam Tok bekannt). Wobei es sich nicht etwa um Wasserfall-Rindfleisch, sondern um Wasserbüffelfleisch handelt. Das Zeug ist so zäh, dass man gut 20 Minuten einkalkulieren muss, um es in schluckgerechte Portionen zu zerkauen. Ich bevorzuge Rinderhack.

Hier mein persönliches Rezept. Und auch ich habe einen Disclaimer dafür: „Selber machen auf eigene Gefahr“. Man braucht dazu:

  • 500 Gramm Rinderhack
  • ½ Becher Saure Sahne
  • Blätter von 1 Strauch Krapao (eine von 3 sehr unterschiedlichen Basilikum Arten)
  • 2 zerkleinerte Tomaten
  • 1 Gemüsezwiebel (fein gehackt)
  • Je nach Geschmack 1 Esslöffel Fisch Sauce
  • 1 Packung Lobo Gewürzmischung
  • 1 Tasse Wasser

Haut das alles rein in die Pfanne und nehmt Euch den nächsten Tag vorsorglich frei.

P.S. Ich hab‘ mich entschlossen, ich lass‘ ab jetzt kochen. Sieht auch gleich viel besser aus…

Ich lass jetzt kochen

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3 Antworten to “Ich gebe es zu- ich hab’s mir wieder selber gemacht…”

  1. >Blätter von 1 Strauch Krapao

    Pheneas, wenn du soviel Blätter nimmst (der Strauch kann immerhin bis zu 1 m groß werden), ist es kein Wunder, dass du Verdauungsprobleme bekommst. :-))

    Was das zähe Fleisch vom Wasserbüffel betrifft: Wickel es in Papayablätter und lass es 2-3 Tage im Kühlschrank liegen. Danach sollte es zart sein. Alternativ kann man das Fleisch auch mit einer Paste aus gemahlenen Papayakernen bestreichen.

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  2. Cristof Cuntze Says:

    Ich könnte das täglich essen. Aber es ließt sich sicher besser, als es schmeck. Cristof

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