DRINGEND! Eltern-Betreuer mit Eugenik Kenntnissen gesucht

Dass die Leute hier in vielerlei Hinsicht schon etwas herkunftsheimatlich herausgefordert  sind, habe ich schon kapiert. Aber plötzlich war er wieder da, einer dieser holy-shit-wo-bin-ich Augenblicke.

In Chinat, einer Stadt in der thailändischen Provinz Kamphaeng Phet, etwa 3 Autostunden nord-westlich der nicht ganz so weltfremden Zivilisation Bangkoks entfernt, haben die Lebensverursacher (der Begriff Eltern fällt mir hier schwer) eines vierjährigen Zwillingspaares ihre eigenen Kinder (immerhin Junge und Mädchen) miteinander verheiratet, um sie von Pech und bösen Geistern in ihrem Leben fernzuhalten. Hier darf man sich benehmen, als habe es die letzten hundert Jahre Zivilisationsgeschichte schlichtweg nicht gegeben, weil sie außerhalb der Landesgrenzen stattfand.

Wie Omi? Du bist seit 40 Jahren verheiratet? Das kann ich locker toppen!

Wie Omi? Du bist seit 40 Jahren verheiratet? Das kann ich locker toppen!

Wenn ein älterer pädophiler Ausländer in Thailand erwischt wird, der sich mit einer 14-jährigen vergnügt hat, wird das in der Presse gefeiert, als habe die Nation zum ersten Mal in ihrer Geschichte erfolgreich einen Staatsstreich vereitelt. Gleichzeitig sind Kinderehen zwischen 14 und 15-jährigen in den dörflichen Regionen mit Volkssport „Spökenkiekerei“ an der Tagesordnung, wenn etwas „unterwegs“ ist. Da geht es dann mehr um die Mitgift, als um die Frage, ob der Liebesakt eventuell fremdbestimmt war. Das geschieht eben nicht nur in Gegenden in denen man fest davon überzeugt ist, dass die korrekte Bezeichnung für das Ungeborene im Mutterleib „Sombrero“ ist.

Die Zeremonie, im Haus der Familie abgehalten, wurde wie eine typische Thai Hochzeit, inklusive Zahlung eines Brautgeldes (Sinsod- etwa € 530), mit einer traditionellen Hochzeitsparade, 150 zu bewirtenden Gästen und dem Segen von lokalen Mönchen abgehalten. Der Vater, Herr Somkiat (32) sagte gegenüber der Presse, dass er die Ehe zwischen seinem Sohn, Nong Crepe und Tochter Nong Creme arrangiert hat, um ihnen viel Glück zu bringen und böse Geister daran zu hindern, ihre Seelen zu vereinnahmen.

OK, Kasse für Brautgeld und Donations bitte links anstellen

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So seltsam es klingt, ist diese Praxis nicht selten in Thailand. Viele Thais glauben, dass Zwillinge verschiedenen Geschlechts ein hohes Risiko in sich tragen, ein von Pech und quälenden bösen Geistern geprägtes Leben vor sich zu haben. Einige Thais glauben, dass Zwillinge unterschiedlichen Geschlechts  in einem vergangenen Leben Liebhaber waren. Ich neige eher zu der Ansicht, dass manche hier nach exzessivem „Vorglühen“ vor dem Besuch des Elternabends im Kindergarten, die Veranstaltung mit Kopulationscasting und Beschlafungsanbahnung verwechseln.

Der Vater, der beim Betrachten der allabendlichen Soap Operas, anstatt Chips wahrscheinlich lieber am Zauberknochen zu knabbern scheint, brachte dann auch noch folgende Weisheit vor: Um die bösen Geister auszutricksen, lässt er sie nun glauben, die Kinder seien ein verheiratetes Paar und das würde die Geister davon abhalten die Kinder heimzusuchen. Ansonsten würden sie wohl durch den Willen der Geister sterben.

Der scheint wirklich überzeugt zu sein, die sonst so machtvollen Geister rauchen dasselbe Zeug wie er. Das beweist wieder einmal: Hier gibt es in einigen evolutionären Problembezirken nur eine eiserne Regel: „Logik ist ein Feind und Erkenntnisse der Wissenschaft sind eine Bedrohung.“  Da fragt man sich, ob die Mutter nicht vielleicht nach ihrem ersten Schuhladen-Orgasmus schwanger wurde.

Der Kleine sieht aus, als hätte er gerade zum ersten Mal seine Mutter als Schwiegermutter gesehen

Der Kleine sieht aus, als hätte er gerade zum ersten Mal seine Mutter als Schwiegermutter gesehen

Hier wird Eugenik (Erblehre) als Teil des Festivals der Ahnungslosigkeit erachtet. Das Erschlaffen, die Kapitulation vor jeder Art rationalen Denkens, ist das eigentlich Schlimme daran.

Aber vielleicht hat das ganze ja auch einen eher praktischen Hintergrund und Herr und Frau Somkiat, sind wegen ihrer musikalischen Vorliebe dabei eine Herde von Banjo Spielern unter ihren Enkeln züchten zu wollen…

Wenn das so weitergeht, gibt's hier bald mehr Banjo Spieler als in der Hölle für Dirigenten

Wenn das so weitergeht, gibt’s hier bald mehr Banjo Spieler als in der Hölle für Dirigenten

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