Sind das vom Aussterben bedrohte Kreaturen, oder kann das weg?

So langsam frage ich mich, wieso sterben hier eigentlich zunehmend die Falschen aus?

Der thailändische Bezirk Hua Hin galt einmal als mondäner Badeort, zumal es dort einen königlichen Sommerpalast gibt. Andererseits zeichnet sich die Provinz, Prachuap Khiri Khan, in dem der Ort liegt, gelegentlich als eine Gegend aus, in der die Bewohner anscheinend allabendlich im Kollektiv die Errungenschaften des Mittelalters zelebrieren. „This is Thailand“.

Im Dorf, Ban Chaloemkiat Pattana des Distrikts, gibt es ein Meditationszentrum unter dem Namen Asom Burapa. Man kann wohl davon ausgehen, daß so eine Vorbeischweb-Anstalt, die den Anspruch erhebt ihre üppig betuchten Kunden in höhere Sphären zu katapultieren, nicht im Besitz von jemandem ist, der zu seinem Lebensunterhalt Nudelsüppchen an der Straßenecke verkauft. Hier kann man sich sogar einen festangestellten, emotions- und energiegeladenen Gärtner leisten.

Ob der Kerl unter Kleinwuchs leidet, sich für erschreckend dünnhäutig hält, oder Probleme mit seinem Rüssel hat, die zu seiner Aversion gegenüber Elefanten führten, ist nicht bekannt. Der Gärtner, Sompong Yaphakdee (48), hat in Heimarbeit einen eigenen elektrischen Zaun um einen Teich gebastelt, zu dem wildlebende Elefanten aus dem zwei Kilometer entfernten  Kaeng Krachan Nationalpark pilgern, um während der anhaltenden Dürre nicht zu verdursten. Drei der vom Aussterben bedrohten Spezies, ein etwa 10-jähriger Bulle, eine 5-jährige Kuh und ein Kalb, traf der Schlag an dem Zaun, dessen Spannung nicht etwa dem einer Kuhwiese entsprach, sondern die Kolosse umgehend ins Nirwana beförderte. Mein Freund Ghanesh wird sehr erzürnt sein über die Nummer.

Mein Ganesha

dead jumbos

In der Gegend gibt es viele Kautschuk Plantagen, für die die Elefanten keine Gefahr darstellen und die Bewohner der umliegenden Dörfer beobachten die Tiere oft auf dem Weg zum Wasserloch. Doch der selbsternannte Großwildjäger, ohne Lizenz für einen bewaffneten Spaziergang, hatte sich in den leeren Kopf gesetzt, unbedingt aus einem Elefanten eine Mücke zu machen. Da wird Buddha eindeutig zum Bagatell-Heiland degradiert.

Natürlich hat der Kerl zunächst abgestritten, daß die Guantanamo-Hecke von ihm gebaut wurde. Aber Zeugen bestätigten der Polizei, dass sie ihn bei der Montage beobachtet haben. Die wenigen freilebenden Elefanten werden von Thais im Allgemeinen hoch geachtet und man war in der Vergangenheit auch bestrebt, sie nicht mehr als Touristenattraktion mit ihren bettelnden Mahuts durch die abgasverpesteten Sois in BangCock zu jagen. Aber die Aufregung unter den Dörflern hielt sich in Grenzen. Im krassen Gegensatz dazu, hätte es unter den Kautschukmelkern einen Aufschrei nach bahtistischem Schadenersatz gegeben, wenn sich der letzte debile Dorfdepp in dem Draht verfangen hätte, um sich final zischend, ohne den Umweg über ein Meditationszentrum, ins Nirwana zu beamen.

Sompong-Yaphakdee (48). Zu lange in der Mittagssonne meditiert?

Sompong-Yaphakdee (48). Zu lange in der Mittagssonne meditiert?

Etwas kurios erscheint die Geschichte schon, zumal nicht namentlich genannte „Offizielle“ sofort nach dem Auffinden der Kadaver zu dem Schluss kamen, die Jumbos seien an Pestiziden gestorben. Die Frage, ob der Idi Armin des Tierreichs nicht in einer Art Zornespolonaise die Tiere in den Zaun getrieben hat, bleibt offen. Ebenso die Fragen, wer eigentlich von der Endlösung für Elefanten profitiert und ob ein Gärtner von seinem spärlichen Gehalt freiwillig einen Elektro-Zaun finanziert. Darüber würde es sich lohnen, im zufällig nahe gelegenen Zentrum zu meditieren. Vielleicht ist doch nicht in jedem Fall der Gärtner der Mörder.

...und weg damit, gibt ja genug davon.

…und weg damit, gibt ja genug davon.

Um es mit Beisenherz zu sagen: der Typ löst bei mir Gefühle aus wie einer, der am Strand Vögel mit Öl einschmiert.

Aber so ist das eben in einem Land in dem Tiger, Tempelkrokodile und Schlangen, die wenn sie zu alt zum Apportieren sind, als Bettvorleger und Handtaschen enden und deren Fleisch und Knochen in fragwürdigen Gourmet Buden und chinesischen Apotheken verkauft werden. Oder aus dem Land aus dem Nutten nach Afrika geschleust werden, um Nashörner abzuknallen. Also wer ist hier der Dumbo? Kaum anzunehmen, daß der zuständige Richter am Bezirksgericht meinen Vorschlag für den Urteilsspruch im Prozess für den Jumbo-Killer beherzigen wird: „Geh´spielen – am besten mit einer Herde durchgedrehter Elefanten!“

Wie das ausgeht, kann man hier sehen.

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