Wer und wie vermarktet man eigentlich Sklaverei?

Seit 1949 schrieb ein gewisser Walther von Hollander (Bundesverdienstkreuz 1. Klasse), eine regelmäßige Ratgeber-Kolumne in der Springer Verlags-Zeitschrift Hörzu, unter der Bezeichnung „Fragen Sie Frau Irene“. Ob das Pseudonym, als journalistische Travestie, auf sexueller Orientierung beruht, ist nicht bekannt. Eine Antwort auf die Frage der Überschrift, wird Irene nicht mehr geben, er/sie starb 1973.

Auch bei „Bild kämpft für Sie“ würde ich nicht nach Antworten suchen. Jemand der die Antwort eigentlich kennen sollte, ist die Kaltmamsell der Modebranche  bei der Bild am Sonntag, Carolin Dendler. Sie wäre vielleicht eher geeignet als Ansprechpartner. Aber die Dame fällt mehr unter die Rubrik „Convenience Redakteur“, mit außerordentlich gut bezahltem Autorenvertrag in der Hierarchie der Maurerbibel. Die Frau hat kein Luxusproblem, sie ist eins. Wie ich zu dieser dreisten Aussage komme, ist einfach erklärt: ich war einmal ein Kollege von ihr.

Über die journalistische Qualität ihrer „Kolumnen“ zu urteilen steht mir nicht zu, davon kann sich jeder selbst im Archiv der Bild am Sonntag überzeugen,- etwa hier, oder hier  „Stil-Ikone Miss Piggy und BamS-Kolumnistin Carolin Dendler im Puder-Talk: über Lieblings-Designer und warum Blondinen mehr Spaß im Leben haben.“

Aber der absolute Hammer ist ihre Hommage an den rentnermetallic silbergrauen Herrn Armani. Ein 80- jähriger Multimillionär, der seine überteuerten Luxus-Jeans von Arbeitssklaven, unter menschenverachtenden Bedingungen, in Kambodscha herstellen läßt.

Dendler und ihr Giorgio

Dendler und ihr Giorgio

 Das Duo gehört zu den Leuten, die man in Dixi-Klos einsperren sollte, bevor man sie auf den Kopf stellt und anzündet.

 Kostproben aus Dendlers Feder:

Ich habe Armani an die 50-mal getroffen, zu Interviews, Modenschauen, Abendessen; in Peking, Paris, London, Mailand. Er schickte mir schon Dankesschreiben, gekrönt mit weißen Blumen. Jedes Mal hüpfte dann mein Herz – so viel Stil wie er hat keiner mehr.

Armani, Inhaber eines auf sieben Milliarden Euro geschätzten Imperiums (6700 Angestellte, fast 2500 Boutiquen), schenkte sich zum Firmengeburtstag eine Art Museum, gefüllt mit dem Besten aus vier Jahrzehnten: Skizzen, Mode-Unikate, Schmuck. Dafür hatte Giorgio das „Silo“, eine frühere Néstle-Fabrik, für 50 Millionen Euro gekauft.

Ich frage mich, ob der Sklavenhalter seinen Hollywood-Kunden dort auch Bilder seiner Arbeiter und Produktionsstätten zeigt und wie viele Leser der Maurerbibel sich Armani Fummel leisten können…

Die neue Uniform der Bild Leserinnen?

Die neue Uniform der Bild Leserinnen?

Zur Hitliste meines aktualisierten Schimpfwort-Repertoires zählen ab sofort: „Fashion Blogger“, „Lifestyle-Luder“ und „Convenience-Redakteur“.

Die aus NS-Prozessen bekannte übliche Aussage: „Ich hab‘ von all dem nichts gewusst“ zieht hier nicht, denn daß der Herr seit Jahren Millionengewinne durch Sklavenarbeit einstreicht, ist zumindest in der britischen und australischen Presse bekannt. Auch die norwegische Zeitung Aftenposten  hat ein eindrucksvolles Portrait über die Sklavenarbeit ausgegraben. An der Nummer sollten sich die Redakteure der „Bild kämpft für Sie“ Aktion ein Beispiel nehmen und nicht etwa an Borderline-Journalisten die bei Armani, Miss Piggy, Joop und Lagerfeld wahrscheinlich schon Payback Punkte erhalten.

Ich glaubte bisher, mir durch Reisen auf allen Kontinenten ein ziemlich dickes Fell angeschafft zu haben. Aber, beim Ansehen des Aftenposten Videos kamen sogar mir die Tränen.

Das sollten sich jede Fashionista und jeder Label-Freier vorm nächsten Einkaufsbummel ansehen!

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Frida-Ludvig beim Gespräch mit einer Sklavenarbeiterin

Aftenposten hat drei ursprünglich fröhliche, junge „Fashion Blogger“ nach Kambodscha geschickt und sie einen Tag lang in den Sweatshops arbeiten lassen. Ich glaube, die könnten der Shopaholic Fashionista einen Vortrag darüber halten, wie junge Menschen in Armut, einen Multimillionär noch reicher machen. Nun ist das Boxenluder der Out Couture ohnehin nicht die hellste Birne im Kronleuchter der BamS, deshalb nehme ich an, sie würde sich den Wunsch an ihren Hoflieferanten und  Herzbuben Giorgio, einmal die tapferen Schneiderlein in den Sweatshops Kambodscha‘s zu besuchen, eher verkneifen.

Früher hat mich die Promi-Selfinistin vergeblich angebettelt, ich möge ihr durch meine Beziehungen zu den Airlines, doch einen Freiflug zu einer ihrer Partyeinladungen in den USA besorgen. Heute würde ich ihr einen Flug nach Kambodscha, plus einwöchigem „Praktikum“ in einer Sklavenfabrik, aus eigener Tasche bezahlen. Einziger Grund: Ich will sie weinen sehen. Sie soll stundenlang Rotz und Wasser heulen, bevor sie sich wieder an die Tastatur setzt und Loblieder auf einen Sklavenhalter fabriziert.

Hier will ich sie sehen:

Armani sweatshop

Und hier:

cambodia (1)

Na Carolin, denen hüpft auch das Herz. Aber wegen der unerträglichen Hitze, Sklavenlohn für 12 Stunden Nadelarbeit an 6 Tagen in der Woche und leeren Versprechungen auf Besserung der Bedingungen. Bei Protesten  (um € 143,- Mindestlohn im Monat) und gegen die Arbeitsbedingungen in den Garment-Fabriken, wurden in der jüngsten Vergangenheit Arbeiter mit Knüppeln und Eisenstangen von der Riot-Police verprügelt. Es gab viele Verletzte und über 20 Verhaftungen. Selbst in Kambodscha reichen 143 Euro so gerade für den Unterhalt einer einzigen Person,- ohne Arzt- oder Schulbesuche für die Kinder.

So macht man Milliarden...

So macht man Milliarden…

Goldjunge Giorgio und sein PR-Team antworten nicht auf Presseanfragen zu den Vorwürfen, dafür verbreiten sie leere Beteuerungen wie diese hier:

Armani Exchange Corporate Responsibility

Über die wahren Zustände in Giorgio’s Sweatshops, hier mehr in einem Artikel der PhnomPenhpost in English vom 9. Juli 2015

Würde ich jemals wieder Frau Dendler begegnen, oder gar diesem greisen Schmarotzer Armani, würde ich beiden stellvertretend für 100.000de Sklaven mit Anlauf in den Arsch treten.

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