Thailands Mann mit dem „heiligen“ Schein

Thai-Gier

Wenn ich meine Karte für die U-Bahn in BangCock aufpumpen muß, halten die Fahrschein-Fuzzi’s jedes Mal meinen 100 Baht Schein (€ 2,66) unter eine Schwarzlicht-Lampe, um zu checken, ob der Riesenbetrag auch „blütenrein“ ist. Die Vorfeldmitarbeiter des Untergrundunternehmens arbeiten wahrscheinlich schon an einem Formblatt, das ich in Zukunft ausfüllen muss, in dem ich bestätige das Geld ehrlich erworben zu haben und ich keine Geldwäsche betreibe.

Gleichzeitig gibt es im Land aber einige Chefetagen, in denen Gier den Verstand überwindet und zwar in einer Geschwindigkeit, in der Klitschko einen Bulimie-Patienten aus den Puschen hauen würde.

Ein Herr Supachai Srisupa-aksorn, zur Zeit stillgelegter Vorstandsvorsitzender der Klongchan Credit Union Cooperative, der im Verdacht steht seinen Verein um 1,6 Mrd. Baht (€ 42,6 Mio.) erleichtert zu haben, hatte bei einer Hausdurchsuchung des  thailändischen FBI’s noch eine kleine Überraschung im Köcher. Das Finanzgenie hortete bündelweise Dollarscheine in seinem Safe, die jeweils den Betrag von 100 Mio. US$ aufzeigen. Wahrscheinlich hat er damit andere Personen mit abgeschlossener Vermögensbildung von seiner Liquidität überzeugen können, um in seiner Gierschlund & Raffke Klitsche zu investieren.

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Der Klapsskalli bei seiner Verhaftung

Je näher die Fleischtöpfe kommen, desto stärker wird der Speichelfluss und spült alle Bedenken fort. Irgendwie muß die Nummer wohl doch eine Menge Bahtisten in Hoffnung auf bedingungsloses Großeinkommen überzeugt haben. Bei einigen Investoren hat der Raubtierkapitalismus wohl die Tollwut bekommen.  Die müssen geglaubt haben, der hat soviel Kohle, der kann im strömenden Monsunregen einen nassen Wasserbüffel anzünden.

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Bettelmönche?

Denn, allein der Abt, Phra Khru Palad Vijarn, (einer dieser Lehmann Mönche mit dem Motto: Das Glück liegt in uns und nicht in den Dingen) hat 119 Mio. Baht (€ 3,16 Mio.) von ihm, wahrscheinlich zum Zweck der Geldwäsche, erhalten. Ist die Kohle erst mal im Tempel, ist sie auch in trockenen Tüchern.

Jeder TukTuk-Fahrer im Land, hätte dem thailändischen Donald Trumpf die Lappen als fake um die Ohren gehauen. Die sind zwar auch gierig, aber dann doch nicht so bekloppt, um nicht Monopoly Spielgeld von echter Währung zu unterscheiden.

100 Million Dollar

Jeder Taxifahrer hätte den Braten gerochen

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Wir sind uns nicht sicher, holen aber Rat bei der US Botschaft…

Denjenigen, die jetzt über den moralischen Verfall einer Gesellschaft traurig sind, sei gesagt, es gibt auch eine heitere Seite der Geschichte:

Thailands Polizei hat den Ruf einer bewaffneten Einheit zum Schutz der eigenen Gewinnbeteiligung. In Belangen normaler Polizeiarbeit hapert es gelegentlich an Effektivität. Die Thai-FBI Cops sind doch tatsächlich mit den Scheinen bei der US Botschaft aufgeprallt, um sich  bestätigen zu lassen, daß es sich bei den Scheinen mit aufgedrucktem Tiger (George Washington rotiert im Grab) um Falschgeld handelt. Bei der anschließenden stimmungsgeladenen Feierabend-Party des Botschaftspersonals, wäre ich gern dabei gewesen.

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…und so sehen 100 Millionen in echt, dekorativ im Wohnzimmer, aus

Ich spiele jetzt mit dem Gedanken, Angellot mit Popcorn zu bekleben, das Ganze in Goldbronze zu tauchen und es in den einschlägigen Golf-Clubs als Klondike Nugget zu verscherbeln. Bei irgendeiner gestopften, gierigen Holzhupe wird das schon funktionieren…

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