Als Thai würde ich mich in Grund und Boden schämen…

Nach dem Tsunami 2004, schwappte eine internationale Welle der Hilfsbereitschaft über Thailand. Millionen Euro wurden umgehend gespendet, um den Opfern zu helfen. Hier soll nicht die Rede davon sein, wie viel davon in dubiosen Kanälen verschwand, sondern davon, wie schnell man als Empfänger die Hilfe und erfahrene Solidarität mit Notleidenden vergessen kann.

Am 15. Juni wurde öffentlich bekannt gemacht, was viele schon lange wissen. Die Public Warehouse-Organisation (PWO) arbeitet zusammen mit der Polizei daran, herauszufinden wie viel Reis in Thailands Lagern vergammelt. Man hat festgestellt,  daß die aktuell gelagerte und vom Verrotten bedrohte Menge eine Million Tonnen beträgt.

shame-on-you

Davon sind inzwischen 650.000 Tonnen ungeeignet für menschliche und tierische Ernährung. Das „Brot Asiens“ ist so vergammelt, daß es nicht einmal mehr zur Ethanolproduktion taugt. Der Reis kann lediglich als Brennstoff bei der Stromerzeugung eingesetzt werden…

Hier schimmeln also nach „offiziellen“ Zahlen 650’000’000 Kilogramm Reis vor sich hin, während zur gleichen Zeit Menschen verhungern. Allein Im Bürgerkriegsland Südsudan, sind laut einem UN-Bericht, aktuell rund 250.000 Kinder vom Hungertod bedroht.  Hier ist bereits jedes dritte Kind lebensbedrohlich unterernährt. Dabei ist der Sudan bei weitem nicht das einzige Hungerland auf unserem Planeten.

post-65504-0-64491000-1434369547_thumb

Kevin Carter, der dieses mit Purlitzer Preis ausgezeichnete Foto gemacht hat, erschoss sich drei Monate nachdem er den Preis entgegengenommen hatte…

Thailand ist eine Nation, in der jeder noch so unterbelichtete Dorfbewohner vor Nationalstolz zu platzen droht. Fragt man aber, worauf er denn so stolz ist, herrscht Schweigen. In einem Land, in dem der Wert eines Menschenlebens immer nur in Relation zum erwarteten Profit bewertet wird, wo man mit einem Bein im Knast steht, sollte man den „guten Ruf und das Ansehen“ des Landes durch einen Bericht über Sklaverei, Menschenhandel, alltägliche Korruption oder Menschenrechtsverletzungen veröffentlichen, hat man damit die einmalige Chance vertan, sich zur Abwechslung mal in einem positiven Licht darzustellen. Aber, im Land der Gierlappen und Bahtisten heißt das Motto: Hilfe und Solidarität sind nur gut, wenn wir sie bekommen, sonst kosten sie nur unnötig unser Geld. Die Welt hätte die Thais gefeiert, wenn sie ihren Mantel st.martinesk mit den hungernden der Welt geteilt hätten!

Sie hätten dazu lediglich ihren nutzlosen Flugzeugträger (für den sie keine Flugzeuge haben) mit Reis beladen auf Übungsfahrt in Richtung der Buchenwaldschablonen Afrika’s schippern lassen brauchen.

thai8

Wie kam es überhaupt zu Thailands „Rotten Riceberg“?

Die Antwort ist kurz und knapp: Durch Gier! Angezettelt durch ein populistisches Wahlversprechens der ehemaligen Thaksin Premiers. Der einstige, fälschlicher Weise als Wohltäter der Armen gefeierte Milliardär, Thaksin Shinawatra, hat sich in seiner eigenen Profitgeilheit einfach verzockt. Aber es gibt immer noch Bauern in diesem Land, die nicht begreifen, daß sie den Wetteinsatz des Zockers bezahlen.

Ursprünglich betrug der Reisberg durch ein, nach wirtschaftlichen Aspekten absolut hirnrissiges Subventionsprogramm an die Bauern, 18 Mio. Tonnen. Eine Menge davon ist, wie in Korruptistan nicht anders zu erwarten, wie von Geisterhand (nur die kann es gewesen sein) vaporisiert. Mit dem System, das inzwischen im Land als „Rice scam“ bezeichnet wird, wäre jeder BWL Student durch sämtliche Klausuren gerauscht. Doch die Shins schlugen zahlreiche Warnungen internationaler Wirtschaftsexperten in den Wind. Der Mann hatte tatsächlich die Cohones, seinen Bauern zu erklären, dass künftige Naturkatastrophen den Reispreis in die Höhe treiben würden. Wäre interessant zu wissen, welcher seiner Astrologen da wieder den Kaffeesatz gelesen hat.

Der aus dem Land geflüchtete Ex Premier hatte die Idee, die durch überhöhte Preise an die Bauern erlangten 18 Mio. Tonnen Reis so lange zurückzuhalten, bis sich durch Verknappung der Preis verdreifachen würde. Hat nicht geklappt. Es muß in seinem Exil in Dubai eine Menge Leute geben, die mit ihm gerne eine Partie Poker spielen würden. Insgesamt hat das Risotto-Roulette des Ex-PM die Steuerzahler 288 Mio. Euro gekostet,- ausgegeben für Reis der nun verrottet.

Und so sehen die meisten Thai Blagen in meiner Nachbarschaft aus:

Selber essen macht fett

Selber essen macht fett

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: