Nonkonformisten in Uniform? Doch, das geht!

Wie bekommt man restmaskuline, Fußball verachtende Teenager und Twens, die sich für einen alternativen Lebensstil entschieden haben; und nicht wie die klebrige Masse der Jägerzaunenthusiaten und Laubharker leben wollen, unter einen Filzhut? Die Rede ist von denen, die sich dazu die Adamsäpfel wegflexen lassen, um sich trotz Mascara und Lipstick letztendlich doch noch dem Feinschliff gesellschaftlicher Norm zu unterwerfen. Oder, wie streamlined man 16-jährige Mädels, die mit Gaffa-Tape ihre Hupen zurück in den Torso drücken  und sich für eine Mischung aus re-inkarniertem Elvis und einem Boxbudenbesitzer, gespielt von Claude-Oliver Rudolph, halten?

2015-06-09_144025In einem Land in dem man in seine Uniform mehr verliebt ist, als in seinen Lebenspartner und selbst jeder Parkwächter ´rumläuft, als wäre er Generalfeldmarschall im Reich des einzigen Adipositas-Opfers in Mord-Korea, ist die Antwort einfach: in der richtigen (Mogel)Verpackung läßt sich alles verkaufen.

Was sich die Hüter maroder Moral an der Bangkok University, eine der ältesten und größten privaten Universitäten Thailands, an Uniformität ausgedacht haben, ähnelt einer missverstandenen Interpretation eines Zitats aus Orwell’s Farm der Tiere: „Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher“. Hier kommt man jedoch zu der Version: Alle Studenten die nicht gleich sind, werden eben irgendwie gleich gemacht.

wolfgang-joopWas sonst Fummelfetischisten und Chiffonschlachtern, wie dem alten Zopf der Branche- Lagerfeld, oder Potsdams letzter lebender Trümmerfrau, Joop, bei der Uniformierung von Saftschubsern vorbehalten ist, hat man hier dem Team der zur Universität gehörenden ‚School of Fine and Applied Arts‘ überlassen. „Es ging darum, für Tomboys und Ladyboys (Lesben und Transen), angemessene Kleidung für alternative Geschlechter zu basteln, die nicht gegen die Regeln verstößt“, so die Schulleitung zu ihrer Menschenverpackungsverordnung, auf einer hodenlosen Modenschau, die vorsichtshalber unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand.

Was dabei herauskam, steht mit Mode und Kreativität in etwa im gleichen Verhältnis, wie der Name Rainer Calmund zu Liposuktion. Dagegen garantiert ein Auftritt in der Tchibo-Outdoor Kollektion der vergangenen Saison, mehrere Rückrufe zum Blitzlichtgewitter auf den Roten Teppich bei den Filmfestspielen in Cannes. In dem, was sich das Team der „hohen Künste“, mit heisser lauwarmer Nadel abgeschneidert hat, wäre ich als Student nicht mutig genug gewesen, um damit nachts übern Hof zur Toilette zu schleichen. Da hätte ich eher noch auf der Weihnachtsfeier vom FC St. Pauli die Designer Klamotten meiner Mutter aufgetragen:

Armani fuer Arme

Junkie Hosen und Faltenröcke waren schon Out, bevor der Faustkeil erfunden wurde.  Da fehlt halt das gewisse Alles…

Das Ergebnis, das an einen ungeprüften Dachbodenfund erinnert, würde selbst bei der Werkschau der Ergebnisse einer Behinderten-Werkstatt in Lüdenscheid, nur mitleidiges Lächeln hervorrufen.

Die Kreation der Kleiderresterampe gilt nun bestimmt als der letzte (Hilfe)Schrei in einer Stadt, in der jede Isan-Ex-Traktoristin auf Freierfang in Balzmode mit Beischlafutensilienkoffer von „Ton Lui“ und Gucci-Pömps made in China herumstolpert.

Mein Rat an die Studenten und Hochschulleerer der „feinen Künste“:

Ein Einarmiger sollte keinen Second-Hand-Shop leiten!

Buddha sei Dank, gibt es jedoch noch jede Menge „Fashionista-Rebellen“ unter den Studentchen:

sexy_uniform

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