Thai Baby-Griller & Vergewaltiger geht mit seiner „Kunst“ auf China-Tournee…

Bis zum 22. April dachte ich in aller Naivität doch tatsächlich, ich sei immun gegen Sprachlosigkeit. Aber eine Zeitungsmeldung belehrte mich an diesem denkwürdigen Tag eines Besseren. Nachdem ich wieder sprechen konnte sagte ich zu mir selbst (alte Leute machen so etwas gelegentlich): „Alter, das darf doch nicht wahr sein.“ Doch dann kam mir der Gedanke- doch das geht, du lebst schließlich in Thailand.

Einer meiner speziellen Freunde, ein Ex-Mönch, hat hier eine Nummer abgezogen, die an Dreistigkeit weltweit schwer zu übertreffen ist. Ein gewisser Han Raksajit, alias Naen Ae, 55, bereitet eine Tournee in China vor, um vor seinen Anhängern seine Fähigkeiten in Kumarn Thong (schwarze Magie) zu demonstrieren, weil ihm dafür ein Angebot von 20 Millionen Baht (€ 541.806) gemacht wurde. 20 Mio Baht ergeben nicht nur die teuflische Summe von 66.666 Mindestlöhnen pro Tag für Arbeiter in Thailand, sondern entsprechen auch mehr als dem Vierfachen von dem, was alle Künstler zusammen an Gagen für das Woodstock Festival erhalten haben.

Für mich stellt sich eigentlich nur die Frage, ob der Typ einfach nur ein alleinreisender Psychopath ist, oder ob etwa eine ganze Gesellschaft verantwortlich ist, die so etwas zuläßt…

Für mich stellt sich eigentlich nur die Frage, ob der Typ einfach nur ein alleinreisender Psychopath ist, oder ob etwa eine ganze Gesellschaft verantwortlich ist, die so etwas zuläßt…

Und hier kommt‘s: Der Typ wurde 1994 aus dem Tempel gejagt, weil er in einer Voodoo-Zeremonie ein totgeborenes Baby gegrillt hat. Zu seiner Verteidigung sagte der selbsternannte Zauberer, er habe keine sündige Tat in Bezug auf das kumarn Thong Ritual begangen. Zu seiner Rechtfertigung sagte er: Ich verstehe die Aufregung nicht, ich habe schon viele Babies gegrillt, aber die waren ja schon tot, bevor ich das BBQ veranstaltete, um dadurch ihre Seele für schwingende übernatürliche Kräfte anzurufen. Ihm wurde ein Jahr Freiheitsstrafe aufgebrummt für Betrug an der Öffentlichkeit. So etwas droht einem in zivilisierten Ländern schon für wiederholtes verbrennen von Herbstlaub im eigenen Garten, rauchen auf dem Balkon, oder nicht bezahlen von Parkingtickets.

Aber damit nicht genug. 2005 trat er wieder ins Rampenlicht, nachdem die Frauenrechtlerin Paveena Hongsakul, eine Beschwerde einreichte, die ihn der Belästigung und Vergewaltigung von jungen Frauen, unter dem Vorwand, notwendiger ritueller Praktiken beschuldigte. 33 weibliche Opfer machten detaillierte Angaben bei der Polizei, wie er sie sexuell missbraucht und verletzt hatte. Für das Mönchlein galt wahrscheinlich das Motto: der Geist war willig, aber das Fleisch war knapp.

Nach einjähriger Verhandlung, befand das Gericht ihn für schuldig des Betrugs in Zusammenhang mit sexuellen Straftaten.

Bei der ersten Verhandlung wurde er zu insgesamt 100 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Rahmen der Gesetze liegt die maximale Gefängnisstrafe für kombinierte betrügerische und sexuelle Straftaten aber bei 20 Jahren. Das Oberste Gericht bestätigte das Urteil und der Ex-Mönch, Vergewaltiger und Betrüger trat 2010 seine Strafe an.

So, das ist nun also 5 Jahre her. Wie kann es dann angehen, daß der Kerl in diesem Jahr eine China Tournee plant, um mit seinen Fähigkeiten als Bachlor of Baby BBQ und Spezialist für fremdbestimmte Liebesakte, hirnrissige Chinesen zu begeistern?

Zu Beginn dieses Monats, erhielt der Ex- Paradies-Provider  eine königliche Amnestie für gutes Verhalten während seiner Haft, nachdem er in neun von insgesamt 20 Jahren Gefängnis den „Bestzeller“ gegeben hatte. Die Begnadigung wurde gewährt, um den 60. Geburtstag von Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn zu markieren.

Es spazierte nun also ein geldgeiler Psychopath am Gefängnis-Couchologen vorbei in Freiheit. Da kommt selbst bei mir ein Hauch von Sympathie für Sharia-Gesetzgebung auf. Ich frage mich, welcher intellektuell unbewaffnete Richter den Babygriller zur Amnestie vorgeschlagen hat und ob der sich eventuell als Manager der China-Tournee zur Verfügung stellt.

Am schlimmsten ist jedoch jeglicher Verlust von Verhältnismäßigkeit wenn es hier um Rechtsprechung geht. Von wegen Kuscheljustiz  und so. Zum Vergleich:

Am 12. Juli 2010 wurden Udom Siri-on, 51, und seine Frau Daeng Siri-on, 48, von den Behörden festgenommen, nachdem sie ihr Motorrad zum Dong Ranang National Park fuhren, um Pilze zu sammeln. Beide wurden dafür zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Na, ist Euch beim nächsten Thailand -Urlaub vielleicht noch nach einer kleinen Schelmerei zu Mute?

Meine Sehnsucht, nach zumindest etwas Zivilisation, war nie größer. Ich glaub‘ nun endgültig, ich muss hier ‚raus…

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