Wenn Tourismus und Religion Hand in Hand- in die Hose gehen

Irgendjemand sagte einmal: Männer und Frauen passen nicht zusammen. Einzige Ausnahme,- eine kleine Region in der Mitte…

Man muß nicht,- wie ich- in einem Land leben, wo Geschlechtertrennung zu den bizarren Dingen des Alltag gehört. Allerdings geschieht das hier in der Form, daß sich jemand in darauf spezialisierten, manchmal sogar lizensierten Kliniken, von seinem angeborenen Geschlecht trennt. Immerhin bekommt man im Lauf der Jahre ein Gespür dafür, daß die sonst so auf Moral erpichten Thais mit der immensen Anzahl derer in der Mitte zwischen Männern und Frauen kaum ein Problem haben.

atheisten_shirt 1In meinen Jahren in Malaysia, habe ich so nach und nach erfahren, wie sich unterdrückte Sexualität etwas mehr, als nur ein bisschen Freiluft verschafft. Nie zuvor, und kaum danach, habe ich in den Tageszeitungen mehr über alltäglichen Inzest, Vergewaltigungen und sexuellen Missbrauchs durch Familienangehörige und Zauberer (Bohmos) gelesen als hier. Und das, nachdem ich über 100 Länder zwischen Norwegen und Neuseeland, Südafrika und Sibirien, besucht hatte. Mehr dazu hier.

Geht man einfach einmal ganz neutral von pragmatischen, empirischen (nachweisbaren) soziologischen Forschungen aus, kann man sich nicht ernsthaft des Eindrucks verschließen, daß der Sexualtrieb von der Ameise, über den Menschen, den Lindwurm bis zum Zebra, dem Erhalt der Gattung dient und entsprechend wertfrei sein sollte, da er allen Lebewesen zu Eigen ist.  Was die Menschheit angeht gilt, ob wir es gutheißen oder nicht,- in der grauen Vorzeit, der Steinzeit, hat derjenige die attraktivste Frau betören können, der anderen am besten aufs Maul hauen konnte.

Als praktizierenden Atheisten kann man mich gerne für „unfidel“ halten, wenn ich nicht akzeptiere, daß ein virtueller Freund von mir, jemals für meine Frau, Freundin oder Tochter, bindende Kleidervorschriften erlassen hat und von mir, wie von jedem 18-jährigen verlangt, daß ich mir ein Suppensieb im Gesicht wachsen lasse, das mich aussehen lässt wie eine sprechende Hecke.

Nun komme ich endlich zu dem Punkt, was das mit Tourismus zu tun hat:

„Mit mehr als 17.000 Inseln und der reichsten biologischen Vielfalt auf der Erde, ist Indonesien ein Naturparadies. Daneben bietet das Land auch atemberaubende Naturkulissen und ein enorm breites Spektrum von Kulturen und Religionen“, so heisst es wenigstens in den Tourismus-Broschüren.

2014 meinte der Minister für Tourismus, Arief Yahya, es sei unerlässlich das Rebranding des Tourismus Slogans voranzutreiben. Sein Vorschlag war: „“Zum Beispiel, wenn wir“ WOW Indonesia“ (Abkürzung für Welt des Wunderschönen) benutzen.

Und nun kommt dies:

Während von Albuquerque bis Zell am See mit Webseiten geworben wird, auf denen sich verliebte Paare vor dem Kamin oder am Pool räkeln, ist man in Indonesien auf dem Trip, diesem unislamischen Treiben ein für allemal ein Ende zu setzen. Hier scheint unter den Koranschullehrern die Ansicht zu herrschen, Frau und Mann sind wie Essig und Öl – kommen sie zusammen, hat man den (nicht halaltauglichen) Salat.

glauben-ist-leichter-als-denken-shirt_designDie Behörden in Indonesiens Nord-Aceh, scheinen etwas weltfremd eingestellt. Hier hat man gerade ein Gesetz zur strikten Trennung von Männern und Frauen an allen öffentlichen Orten im Rahmen der Durchsetzung der Scharia in der Provinz verabschiedet. Nun ist die Burka-Provinz ohnehin nicht bekannt dafür, daß man auf Schritt und Tritt auf Rosinenschmugglerinnen trifft, deren Nippel in durchsichtiger Kleidung sichtbar werden. Eher dafür, eine Gegend zu sein wo man wahrscheinlich verhaftet wird, wenn man an der Hotelrezeption den Wunsch äußert, einen Tag am Busen der Natur verbringen zu wollen.

Aber in Aceh scheint bei ein paar Religionshütern der plötzliche Reichtum, durch Fluss der üppigen Spendengelder nach dem letzten Tsunami, etwas Verwirrung unter den Arafat-Feudeln entfacht zu haben. Hier werden nicht nur mittelalterliche Gesetze verabschiedet, sondern auch der Verstand.

Als langjähriger Reiseredakteur wurde ich oft gefragt: wo sollte man den hinfahren, um einen wirklich schönen Urlaub zu verbringen? Ich habe mich stets geweigert, daraufhin Tipps zu geben. Aber wenn mich jemand fragt, den ich ums Verrecken nicht ausstehen kann, würde ich Indonesien und Malaysia erwähnen. Was bisher nur in Nord Aceh als moralische Errungenschaft gefeiert wird, wird in Zukunft in beiden Ländern zum Alltag gehören, wie die Erfahrung zeigt:

Nach dem neuen Gesetz werden Jungen und Mädchen in den Klassenzimmern, von der Grundschule bis hin zur Universität getrennt. Es ist demnach ebenfalls verboten, daß unverheiratete Männer und Frauen auf demselben  Motorrad oder Fahrrad fahren, es sei denn, es besteht eine Notsituation.

Von Reiseveranstaltern und Hotel-Anlagen wird verlangt, separate Abschnitte für die Geschlechter zu schaffen, während Unterhaltungsangebote wie Musik-Shows, oder Karaoke-Performances bei Hochzeiten oder Schulveranstaltungen grundsätzlich verboten sind.

Mal ehrlich, wer hat schon Bock darauf, während einer  Urlaubsreise seiner Angebeteten eine Postkarte ins Café auf der anderen Straßenseite zu senden – aber die muslemischen Machos schreiben ja eh keine Karten, sie schreiben Geschichte…

weltfriedenDerlei Gesetze werden in beiden Ländern (Indonesien und Malaisia) nach meiner Erfahrung von Männern erdacht, die in der Öffentlichkeit den Adam simulieren und zuhause die Kings of Pantoffelheldism geben.

Grund- und Realschülern ist es nicht erlaubt, ihre Familie zu Hause nach Einbruch der Dunkelheit zu verlassen und sind gezwungen, am Koran-Unterricht teilzunehmen.

Je mehr solcher Religionshüter ich kennenlerne, desto mehr liebe ich die Tiere!

Händlern ist verboten Kleidung, die nicht den Scharia Leitlinien entspricht, zu verkaufen. Wer also seinen Urlaubs-Bikini vergessen hat, muss auf Burkabaden umschalten. Aber die Badeburka zu bekommen ist auch nicht so einfach wie man vielleicht denkt, denn kein Unternehmen darf während der Gebetszeiten, die fünf Mal am Tag stattfinden, seinen Laden offenhalten. Schaufensterpuppen und Statuen in Tierformen sind ebenso verboten.

Übertretern des neuen Gesetzes wird eine Reihe von Konsequenzen angedroht: sie müssen eine schriftliche Entschuldigung an die Behörden übergeben und werden mit Verbannung aus ihrem Dorf bedroht.

In Malaisia’s Terranganu, an der thailändischen Grenze, wurde im Gegensatz zu Ballroom Dancing, Pool Billiard und Kinobesuche,  Drachensteigen, oder Hufeisenwerfen wie bei den Taliban bisher noch nicht in die Kategorie „unislamisches Verhalten“ aufgenommen. Da besteht doch Handlungsbedarf, um weitere Formel 1 Magnaten als Langzeittouristen mit eigenem Haus anzulocken.

Nach langer Überlegung ob das ganze nicht vielleicht doch eine positive Seite hat, bin ich zu fogendem Schluss gekommen:

Ich denke, das ist eine große Erleichterung für alle die unter Zwangsstörungen (OCD) leiden. Nach Urlaubsressorts für FKK-Anhänger, Swinger-Clubs und Poona-Workshops für pseudo-religiöse Freaks, hat man es endlich geschafft auch diese Klientel zu bedienen, indem man eine ganze Provinz in einer tropischen Region ordentlich in zwei Lager aufspaltet: Frauen auf der linken und Männer auf der rechten Seite.

Frauen auf di andere Seite

Ich nehme auch an, die Gegend könnte ein Magnet für Leute werden, denen die letzte Packung mit Anti-Depressiva ins Klo gefallen ist.  Wer Angst vor den klassischen Suizidmethoden, mit Heliumballon, oder Fön in der Wanne hat, braucht sich hier nur als Gleichstellungsbeauftragter unter dem Passwort „Frauenquote“ zu bewerben. Bei der anschließenden Steinigung muss man nicht einmal den ersten Stein werfen.

Um  es einmal mit den Worten Erich Honeckers zu sagen:

Den Fortschritt in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: