Willkommen beim Schaulauf der Copy Lotti’s

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Ich kann von mir zwar leider nicht behaupten, daß mir eine unbeschwerte, wohl behütete Kindheit beschert wurde, aber skurril im Sinn von belustigend, war sie allemal. Einige meiner Anfangsjahre durfte ich auf dem Kiez, zwischen Hamburgs Hafenkrankenhaus und der Washington-Bar (dem Geburtsort der Karriere eines- diesmal bartlosen Österreichers- mit Vorliebe für maritimes Liedgut), mit Nutten, Zuhältern (die wir damals Onkel nannten, weil sie uns öfter ein 30 Pfennig Eis spendierten, als die eigenen Eltern) und Hafenarbeitern verbringen.

Als mich mein, ohnehin nur teilzeitnüchterner, Stiefvater zum Frühschoppen in die besagte Washington Bar schleppte, lernte ich die erste Transe meines Lebens kennen. Der Laden war damals ein echtes Kuriositäten-Kabinett. Ich war mit zwölf Jahren nicht etwa auf der Suche nach sexuellen Alternativen. Ich glaube inzwischen der Mann, den meine Mutter nach ein paar Eckes Edel Kirsch geheiratet hat, aber schon eher. Wenngleich Inkontinenz bei Zwölfjährigen extrem selten ist, habe ich fast vor Lachen in Pfützen gestanden, als der Gatte meiner Mutter nach dem siebten „Lütt un Lütt“ einen breitschultrigen Kerl in Frauenkleidern angebaggert hat.

Und nun, als fast Rentner, lebe ich im Hub of Hubs von umgebauten Lady,- und Tomboys, die wohl bei der Vergabe sexueller Orientierung einen Moment unaufmerksam waren und im falschen Moment „hier“ gerufen haben, und als geschlechtsverkehrt  in die Namensliste eingetragen wurden.

In einem Land, in dem man sogar Hühnerei in Mangroven Labors kopiert, ist es kein Problem, in nicht lizensierten Kliniken, das da unten gegen etwas anderes einzutauschen. Selbst die lästigen Überreste, die hier ohnehin nicht so üppig ausfallen, werden verwertet. Das Gewebe und die Cohones gelten als willkommene Anreicherung bei der Produktion von Hormon-Cremes, ähnlich wie Nabelschnüre, die dann in Form von Hautcremes auf Muttis gute Nacht (Gurken?)Maske landen. Man muß bei der Herstellung eben nur darauf achten, daß sie nicht nach Säugling, oder abgelegtem Freudenspender riechen.

In einer pömpspösen Veranstaltung mit Glanz und Glamour wurde in der Nacht zum vergangenen Samstag, von einer V.I.P.-Jury im bekannten Tiffany’s Show Theater in Nord Pattaya, unter 30 Ladyboys die „Miss Tiffany Universe 2015“ gewählt. In den USA würde man sagen, hier werden Trekker auf einer Sportwagen-Ausstellung präsentiert.

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Das, was die Veranstalter für Charme, Humor, Talent und gutes Aussehen halten, wurde ab 21:00 Uhr landesweit live im thailändischen Fernsehen übertragen.

Ich habe mir (vielleicht wegen meiner frühkindlichen Erlebnisse) die Sendung geschenkt, will Euch aber nicht die Bilder von der „dekontaminierten Partyzone“ vorenthalten. So nennt man es, wenn auf einer Veranstaltung zuwenig spaltbaren Gewebes im Schritt vorhanden ist.

Am Ende der „Thailand hat doch Talent“ Show, gewann das 22-jährige „Studentchen“ (ich habe den Ausdruck gewählt, weil ich mich nicht zwischen den Artikeln der oder die entscheiden konnte) mit dem Namen Sopidar und ging mit € 2,653 und ein paar Sponsorenverträgen Heim. Das entspricht nicht einmal einem Drittel dessen, was das „customizing“ gekostet hat.

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Nun hat die ganze Nummer aber auch eine dunkle Seite. Dafür sorgen die „Trümmertransen“ (eigentlich ein Affront gegenüber der Shemaleität) in den bevorzugten Zielen der Sex-Touristen wie Pattaya und Phuket. Zu deren Kunden vornehmlich japanische Touristen gehören, die sonst auch gern an Teeny-Schlübbern aus dem Automaten schnüffeln. Wer nach Einbruch der Dunkelheit etwa auf der Beach Road Pattaya‘s flaniert und einem der „two in one“ Geschöpfe erklärt, daß der Griff an die eigenen Kronjuwelen doch nicht so willkommen ist, bekommt schon mal die Absätze von Pömps in Geigenkastengröße über die Deoroller Frisur gezogen. Wer sich wehrt, hat meist schlechte Karten und riskiert von einem ganzen Rudel der Hodenlosen attackiert zu werden.

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„Zer-Trümmertransen“ in Pattaya (die ohne Kinderkanone). Sie werden nach blutigen Angriffen auf Touristen, nach belegloser Zahlung einer kleinen Ordnungswidrigkeit an die Cops, gern schnell wieder auf freien Fuß gesetzt. Im Umgang mit den gewaltbereiten „Ladyboys“ sollte man sich in doppelter Hinsicht nicht der Illusion hingeben, es handle sich dabei um eine harmlose Gurkentruppe. „Miss Rummelringer“ (der gelbe Hulk) wurde in einer Woche gleich 2x vorstellig.

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Wie sagte schon der junge Donald Trump?

fooling

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