Provinz Udon Thani – Leider kein Käfig dafür aber voller Narren!

Thailand feierte in der 2. Aprilwoche Songkran, das thailändische Neujahrsfest. Hier glaubt man seit letzter Woche fest daran, im Jahr 2558 zu leben. Ich persönlich glaube eher, daß diese Art der Zeitrechnung ein weiterer verzweifelter Versuch ist, dem Rest der Welt einen Beweis für die eigene Überlegenheit vorzugaukeln. Bei realistischer Betrachtung, ist ein erschreckend großer Teil der Bevölkerung  jedoch dem Rest der Welt nicht etwa 543 Jahre voraus. Treffender ist eine kleine Korrektur der Jahreszahl zu 1258, denn was hier tagtäglich passiert, hat man in zivilisierten Teilen der Welt bereits im 13. Jahrhundert durchgemacht und wahrscheinlich zum größten Erstaunen der IQ Leichen Thailands, inzwischen abgehakt.

Und natürlich sind es wieder Angehörige des Karottenroben Clubs, die im Zielgruppenlaibchen durch die Lande streifen, um die Lehren Buddhas, oder besser gesagt, das was die Mitglieder dafür halten, gut bezahlt unter das unterbelichtete Volk zu bringen. Immer wieder werden in diesem Zentralrat der Erleuchteten Mörder, Drogenkuriere, Vergewaltiger, Pädophile und andere hoffnungslose Romantiker ausgemacht. Der Job gilt auch als willkommene Alternative für all diejenigen, die absolut keinen Bock auf Arbeit, dafür aber ein Faible für  Privilegien hegen.

Was hier passiert, würde in meiner Heimatstadt wahrscheinlich unter der Überschrift „Ohlsdorf lebt“ in der Presse erscheinen.

Zwei Frauen, aus dem Dorf Ban Non Sa, im Distrikt Prachak Silpakhom, haben bei der Polizei eine Grabschändung angezeigt. Die beiden älteren Frauen besuchten am 12. April den Friedhof, um die Grabstätten ihrer Kinder vor dem Songkran-Fest aufzuhübschen. Sie wurden jedoch leichenblass, als sie entdeckten, daß eine Leiche fehlte und der zweiten der Kopf abgeschnitten wurde.

Die Tochter einer der Frauen, starb im fünften Schwangerschaftsmonat und ist bereits im Mai 2014 beigesetzt worden. Die Leichenschänder hatten den Kopf gestohlen. Der  Sohn, der zweiten Frau wurde bei einem Streit erschossen und im November 2014 begraben. In diesem Fall haben die Leichenfledderer gleich das ganze Erdmöbel mitgehen lassen.

Abrakadaver und Simsalabim

Abrakadaver und Simsalabim

Auch aus einem Nachbardistrikt wurden die Leichen von zwei Kindern, die ertranken und im März beigesetzt wurden, gestohlen.

Inzwischen wurde ein Mönch verhaftet, dem zumindest der Leichenklau im ersten Fall zur Last gelegt wird. Über Mittäter war der Polizei zunächst nichts bekannt. Man könnte jedoch mit etwas gesundem Menschenverstand zu dem Schluss kommen, daß der Typ den Sarg nicht allein auf der Schulter davon getragen hat. Aber gesunder Menschenverstand ist mit der üblichen Polizeiermittlung in der thailändischen Provinz, nicht zwingend kompatibel. Die Cops würden wahrscheinlich auch einem Taubstummen bei der Verhaftung sagen, daß er das Recht hat zu schweigen.

Was macht man eigentlich mit einem Kadaversack voller halbverwester Dörrleichen ?

Fassen wir zusammen: für Wiederbelebungsversuche á la Frankenstein, oder die Künste eines Hobby-Präparators, der seine nächste Körperwelten Ausstellung bestücken möchte, dürften die Reste des Thanksgiving-Festmahls der Würmer und Maden wohl kaum geeignet sein. Einzig logische Erkläung: Die sterbliche Überreste werden für gewinnbringenden Hokuspokus und Simsalabimserei verwendet. BINGO!

Damit hinkt Thailand dann fast 800 Jahre der Zeitrechnung der so verhassten westlichen Zivilisation hinterher, denn die Leichenfledderei des hochmittelalterlichen Reliquienkultes fand, in Gegenden die sich seitdem tatsächlich weiterentwickelten, bereits 1225 statt und wird derzeit nur noch in extrem seltenen Fällen  von heftig verwirrten Psychopathen praktiziert.

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1225 n. Chr. Den Kölner Erzbischof Engelbert von Berg hat’s erst kalt erwischt (47 Schwerthiebe). Danach hat man ihn in Häppchen geschnitten und gekocht, um sie in Erwartung der Heiligsprechung des Religionsanbieters im Bodyshop als Reliquien zu verscherbeln.

Aber auch auf anderen Gebieten sind die hier nicht auf dem aktuellen Stand. Wie die Zeitung „The Nation“ nun berichtet, wurde der 65-jährige Mönch Oon Oonreun, inzwischen wegen seiner Leichenklau-Aktion „disrobed“ (ausgezogen) und nicht wie es korrekt heißen müsste „defrocked“ (aus dem Amt entlassen). Er wurde mit zwei seiner Sargträger verhaftet und gibt den Marcel Marceau, während die Gehilfen mehr dazu zu sagen hatten. Hier kommt die nächste Lachnummer aus dem Reich des andauernden Mittelalters. Die Anklage lautet auf „Diebstahl in der Nacht“ (dafür gibt es höhere Strafen als bei Eigentumsumverteilung bei Tageslicht), und das Entfernen von Körperteilen ohne triftigen Grund. Angaben über triftige Gründe blieben die Cops schuldig.

Motiv: Der Himmelfahrts-Houdini  und seine Kumpels stahlen die Leichen und den abgetrennten Kopf, um davon in einem Voodoo-Abend mit Dunkelkammer-Ritual im Karottenroben Club  die Gewinnzahlen der Lotterie zu erhalten, die gegen Bares vom Mönch an die „Gläubigen“ der Provinz verkauft werden. Die Zauberknochen wurden in Filigranarbeit zu Talismanen („Pan Neng“) verarbeitet, die ebenfalls für horrendes Geld verscheuert werden. Ob dazu einer der berühmten Obst-Schnitzer engagiert wurde, war nicht zu erfahren. Die unbrauchbaren Innereien und der Schädel wurden anschließend in einem See versenkt.

Schnitzer

Wie der Chefermittler der Polizei, Oberstleutnant Chamlong Panchana, bekannt gab, haben ihm Dorfbewohner von einer kleinen Vorgeschichte erzählt. Demnach sei bereits vor Monaten ein ca. 65 Jahre alter Mönch bei ihnen gewesen und versuchte sie zu überreden, Wetten auf die Lotterie abzuschließen und ihm Leichen von Menschen zubringen die kürzlich verstorben sind, um an ihnen Riten für das Beklopptenlotto durchzuführen. Der Mönch wurde seitdem nicht mehr gesehen. Keine der geldgeilen Dorfgarnelen hat über das, in der Provinz offenbar ganz normale Anliegen, die Polizei verständigt…

In Udon Thani scheint es aber auch ein real existierendes Phänomen zu geben: Die Mutter der Dummen ist permaschwanger.

Hirntod450

Abrakadaver hat Tradition im Land der lächelnden Leichensammler

Mehr dazu in englischer Sprache hier

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