Von Hitler’s Blondie, Gretchen und gierigen Chinesen

Kürzlich bekam ich einen Post auf FaceBook zu sehen, von einem ur-alten Freund von mir, der in meiner Heimatstadt lebt. Indianer Michel- wie wir ihn damals nannten, mokierte sich darüber, daß sein treuer 4-beiniger Gefährte „Kalle“ manchmal ziemlich ignorant sein kann. Das Foto belegte tatsächlich, wie Kalle ihm die kalte Hundeschulter zeigt. Später stellte sich heraus, daß das wohl zum Teil an Michels eher virtuellen „Kochkünsten“ lag und Kalle keinen Bock auf angebrannten Kochbeutelreis hat.

Dabei fiel mir eine Begebenheit aus meiner jahrelangen (viel zu langen) Zeit in Singapur ein, das ich gegenüber meinen Angestellten auch gerne als Hitler‘s kleines Paradies bezeichnet hatte. Natürlich fragten mich die Jungs und Mädels danach, wie das gemeint sei. Unerwarteter Weise kam meine Erklärung bei denen immer recht gut und mit verhohlenem Grinsen an. Ich sagte: Wenn Hitler nicht in der Hölle sitzt, sondern auf auf einer Wolke schwebt, dann zeigt er von dort auf den winzigen roten Punkt auf der Weltkarte, den ihr Singapur nennt und sagt: „Na bitte, da habt ihr den Beweis, daß meine Ideen funktionieren.“

Am besten läßt sich die Ansicht des Durchschnitts-Singapurianer über Hitler so beschreiben: Hitler war schon ok, doch daß er bereits vor uns Autobahnen geplant hat, war echt daneben…

Ich wohnte damals in einem der alten Kolonial-Häuser, die die Engländer für ihre Offiziere in der Umgebung des Changi Airports gebaut hatten. Inzwischen standen die Häuser in einem riesigen Gelände, das teilweise noch aus Dschungel bestand, in dem man einen Golfplatz errichtet hatte.

Ich halte Golfer, egal ob Anwälte, Ärzte oder Banker grundsätzlich für Leute, denen ein gewisses Sozialverhalten fehlt. (Mehr dazu hier).

Diese hochbezahlten China-Schmarotzer ballerten ihre Bällchen gegen meine Harley, durch meine Fenster, tobten monatelang durch meinen Garten, in dem meine malaysische Vormieterin einen tollen Kräutergarten, Rambutanbäume mit zwei Zentner Früchten und allerlei exotischen heilmedizinischen Pflanzen angelegt hatte. Die Chinesen rupften alles weg, was ihnen in die Finger kam und klauten im 1.000 Dollar Golfoutfit alles aus meinen Beeten, was sie für wertvoll und exotisch hielten.

Ich habe lange überlegt, wie ich dem Treiben Einhalt gebieten kann. Schließlich bin ich im Tierheim gelandet und habe ein wirklich süßes Schäferhund Baby mit ziemlich großen Pfoten adoptiert, obwohl mir angesichts der Chinesen-Attacken mehr der Sinn nach einem Kampfhund stand. Aber als ich sie sah, war ich sofort verliebt.

DSCN0020

Nach langer Überlegung gab ich ihr den Namen „Gretchen“, um sicherzustellen, daß keines der Reisbällchen jemals in der Lage sein würde, meinen Hund beim Namen zu rufen. Hat blendend funktioniert. Sie hat auf keine Ansprache der Wilderer reagiert.

Soweit war alles gut. Gretchen und ich schliefen gemeinsam bei langweiligen Fernsehsendungen auf dem Sofa ein, sie teilte meine Vorliebe für gekochte Krebse, bekam von mir das beste Futter wie Rinderleber und hat sich stundenlang mit 70 cm langen Markknochen beschäftigt, die ich unter größten Schwierigkeiten besorgen konnte.

Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sie sich von einem Stelzenhamster, zu einer ernstzunehmenden Größe. Als mir ein Biker-Kumpel freundschaftlich auf die Schulter haute, riss sie ihm ein imposantes Dreieck aus der Lederjacke.

Meine Nachbarn (Chinesen, Engländer und sogar ein pensionierter Lufthansa Pilot) liefen Sturm gegen Gretchen und mich. Ich wurde aufgefordert, den „Hitler Hund“ abzuschaffen und hatte tägliche Streitereien mit der Bagage.

Der original "Hitler Hund"

Der original „Hitler Hund“

Obwohl keiner der Golfer mehr unsere Gärten betrat. Chinesen hassen Hunde aus purer Angst, solange es sich nicht um Tafelspitz süß-sauer – Leckeres  Hundegericht kantonesischer Art mit pikant-süßlicher Note handelt. Gerade noch geduldet werden in in HDB-Flats Paris Hiltons Meerschweinchen mit Halsband und Tiere die man als Kanalbürsten bezeichnet.

Und hier kommt’s:

Nachdem ich aus beruflichen Gründen nach Bangkok ziehen mußte und Gretchen bei guten Freunden untergebracht war, wurde innerhalb von drei Wochen in meinem Ex-Haus 3X eingebrochen und bei den „Hitler-Hund Hassern“ 7 X. Danach haben sie verzweifelt nach Gretchens Verbleib gesucht und wollten viel Geld dafür bezahlen, daß sie zurückkommt. Hat nicht geklappt.

Gretchen, I still miss you my darling!

Gretchen 2

Das Schild hing am Eingang

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