Thailand Tourismus – Dann doch lieber Urlaub in Weitfortistan

Wer in der nähe einer Touristenattraktion wohnt, ist gelegentlich vom Andrang knipsender Ausländer genervt, die den eigenen Vorgarten für einen Weltwanderweg der Völkerverständigung halten. Ebenso wie Souvenirladenbesitzer von dem Spruch ausländischer Kulturboten angefressen sind: Ich will nix kaufen,- nur gucken und Selfies machen. Wer um seinen guten Ruf besorgt ist, wird sich hüten, ein Schild mit der Aufschrift- Ausländer ´raus! aufzustellen.

Vorher-Nachher Fotos von Phi Phi Island’s Maya Bay. Vielleicht sind Habgier und Tourismus doch nicht so kompatibel wie man glaubt…

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Die Frage ist also, wie wird man Auslandstouristen ein für alle Mal und dazu noch auf eine mal mehr oder weniger subtile Art los? Die Antwort: empfehlen Sie ihrem nationalen, oder lokalen Tourismusverband einen, oder besser gleich mehrere, Thai-Tourismus Experten zu engagieren. Keiner weiß besser wie man Touristen loswird! Was die Statistiken der Thai-Tourismusbehörde über boomende Ankünfte angeht, kursiert inzwischen der Spruch:

„Warum ist das Geschäftsgebäude der TAT soweit vom Airport entfernt? Aus Sicherheitsgründen, weil die Mitarbeiter am Ende des tagelangen Läutens der Bullshitbimmel auf Kanonenkugeln nach Hause fliegen.“

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Ich nehme nie an irgendwelchen Verlosungen teil. Würde ich also, aus reinem Versehen, einen dreiwöchigen “all inclusive Urlaub“ in Thailand gewinnen, wäre meine erste Reaktion darauf die Frage: Kann ich das Angebot eventuell gegen zehn Tage Vollpension auf Hallig Hooge, unabhängig von der Jahreszeit, eintauschen?

Hier die ersten 4 spannenden Erläuterung für deutsche Touristen, von insgesamt 20 der herausragensten Praktiken, den Tourismus an die Wand zu fahren, ohne daß die Verantwortlichen eingreifen:

1.     Koh Tao

Koh Tao

Der weltweit Medieninteresse erweckende Mord an zwei jungen Touristen aus England, ebenso wie vorangegangene und nachfolgende „mysteriöse Todesfälle“ auf der Insel wurden nur zögernd, wenn überhaupt, durch die Polizei aufgeklärt.

2.     THAI Airways und andere lokale Fluggesellschaften in der Krise

Der Präsident von Thai Airways gab bekannt, daß diverse Flüge von und nach Europa aus dem Angebot der Fluggesellschaft gestrichen werden. Die Airline wurde nach Beratung amerikanischer Wirtschafts-Experten aufgefordert, Grundstücke und Immobilien zu verkaufen, um einem vermeintlich drohenden Bankrott (Schulden: 262 Milliarden Thb über 7,5 Milliarden Euro) zu entgehen. Zurzeit stehen 42 Flugzeuge der Airline zum Verkauf an, die aber bisher niemand haben will.

Alle Beteuerungen von offizieller Seite, die Airline sei nicht in massiven finanziellen Schwierigkeiten, klingen wie Gedichte vom südlichen Ende der Couch.

Ein Rückflugticket von London nach Bangkok kostet bei Thai Airways € 1,324.27, während andere Gesellschaften die Flüge zu Preisen von € 772.48 bis € 882.84 anbieten.

Eurowings (eine Lufthansa Tochter), will zur nächsten Saison im Oktober 2015, Thailandflüge für 199,99 Euro anbieten. Klingt irgendwie nach Konkurrenzkampf zwischen Kranich gegen Pleitegeier.

Wenn Airlines nicht profitabel arbeiten, kann man sich auch als Laie vorstellen wo gespart wird, um nicht hochbezahltem und überproportioniertem Personal in die Tasche zu greifen. Inzwischen wurden Berichte bekannt, dass bis zu 5.000 Arbeitsplatze abgebaut werden sollen.

Airport

Genau an diesem Punkt taucht das nächste Problem auf.

Die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO),  inspizierte im Januar die Maschinen von Thailands Airlines, Flughäfen und Air Traffic Control. Es steht zu befürchten, dass der im Mai veröffentlichte Bericht zu einer Herabstufung führt, was in den meisten Fällen in Start- und Landeverboten in anderen Nationen resultiert.

Übrigens: die „Künste & Fähigkeiten“ der Angestellten in staatlichen Betrieben kommen auch anderweitig zum tragen: die State Railway of Thailand (SRT), ist mit über 80 Milliarden Baht (fast 2,3 Milliarden Euro) verschuldet. Dennoch glaube ich fest daran, den Boardmembers geht es finanziell gut. Also, kein Grund zur Panik ;-))

3.     Ein stattlicher Bullshark (Gemeiner Grundhai) endet bei den “Bachlors of barbecue“ in Phuket

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Wenn Lug & Trug den Tourismus beherrschen, kommt es oft zur Verharmlosung vermeintlicher Gefahren, um nicht den lukrativen Reisfluss in die eigene Schüssel zu gefährden. Die Fukushima-Taktik – Nur das zugeben, was so offensichtlich ist, dass es sich nicht mehr leugnen läßt, scheint hier zu greifen.

„Wissenschaftler“ vom Küstenfischerei Forschungs- und Entwicklungszentrum in Krabi, warfen am 2. Februar einen Blick auf die übriggebliebenen Gräten eines 3,15m langen und 300 Kilo schweren Hais, der tot vor der Küste angetrieben wurde. Im Inneren des Meeresbewohners fand man nach Angaben der Einheimischen 18 tote Baby-Haie.

Tassapon Krajangdara, ein Beamter des Andamanen-See Küstenfischerei Forschungs- und Entwicklungszentrums in Phuket, sagte, nachdem er lediglich Fotos des Hais sah, es handelt sich entweder um ein Bullenhai, oder einen aus der gleichen Familie wie Schwarzspitzen-Riffhaie.

Und hier kommt der „don’t save the whales- save our tourism“ Aspekt zum tragen: Der Herr „Wissenschaftler“ brachte (wahrscheinlich gebührenpflichtig) die Erkenntnis zu Tage: „Diese Spezies frisst nur kleine Meerestiere wie Krabben, Tintenfisch und Baby-Schildkröten. Keine Sorge, das ist kein Weißer Hai- wir haben keine davon in Thailand.“ Diese Einstellung kennt man ja sonst nur von dominanten Ehefrauen, die von ihrem Gatten behaupten: der tut nix,- der will bloß spielen

Hier einige Fakten, um die Nummer klarzustellen:

Bullsharks wurden bisher von Tauchern in den Gewässern um Koh Tao, den Similan Inseln und der gesamten Andamanensee gesichtet und fotografiert..

Zweitens sind die Bullenhaie, auch als Grundhaie bezeichnet, gefährlicher als Weiße Haie, oder Tigerhaie. Sie haben den höchsten Testosteronspiegel aller Lebewesen, einschließlich des Menschen, auf diesem Planeten, was sie extrem aggressiv macht.

Drittens sind Grundhaie für mehr Hai-Angriffe auf Menschen verantwortlich, als jede andere Art von Haien, weil sie sowohl in Salz- und Süßwasser überleben können und sie regelmäßig vom Meer in Flüsse wandern, die  weit hinter den Grenzen liegen, wo  Salzwasser endet. Es gibt viele Dokumentationen über dieses Verhalten von Bullenhaien.

Aber nach touristischer Thai-Logik sind sie harmlos, wie Koi Karpfen, oder die niedlichen Pandas im Zoo. Das gefährliche an Halbwahrheiten ist, dass immer die falsche Hälfte geglaubt wird.

4.     Japaner behauptet auf Facebook: Suvarnabhumi Flughafen ist eine Schande für Thailand

Koki Aki, ein seit zehn Jahren in Thailand lebender japanischer Geschäftsmann, hat kürzlich auf Facebook seinem Ärger Luft gemacht. Er behauptet: Der Flughafen und die Airport Taxis sind eine Schande für Thailand.

Damit steht der Mann nicht allein da. Unter Vielfliegern ist Survanabhumi, das Thaksin Mausoleum, auch als Großklappenflughafen bekannt. Während der neue Berliner Flughafen nicht fertig wird, zeigt man hier, wie man einen Airport fertigmacht, oder ihn zum Fluchhafen umgestaltet.

Kokis Beitrag wurde jetzt schon über 13.500 Mal geteilt und hat mehr als 3.000 Kommentare. Er schrieb in seiner Beschwerde: „Es gibt zu viele schlechte Dinge auf dem Flughafen, wie lange Warteschlangen, unbrauchbare Aufzüge, miserabler Service von Beamten und Taxifahrer, die sich weigern den Taxameter einzuschalten und mit 700 Baht (über 20 Euro) den doppelten Fahrpreis verlangen.

Als er an einem Sonntag um 18:30 in Bangkok landete, waren wie üblich viele Immigration Schalter geschlossen. Wartezeiten von 45 Minuten sind keine Seltenheit. Danach hieß es, wieder anstehen, um den nötigen Schein zum Einstieg in ein ausnahmsweise lizensiertes Airport-Taxi zu erhalten.

Als der Wartbürger  endlich im Taxi saß gab ihm der Fahrer zu verstehen, daß er seinen Taxameter nicht einschalten würde, weil das in großen Taxen unüblich sei. Damit hatte Koki den Geh-Punkt erreicht. Er stieg aus und meldete den Vorfall am Schalter, wo er seinen Schein erhielt. Lakonische Antwort des Angestellten dort: man habe keine Verantwortung für die Fahrer und Beschwerden werden nur schriftlich entgegengenommen.

Natürlich wurde Koki in den Thai Foren entsprechend angefeindet. Aber mehr als, auf Japans Flughäfen gibt es auch Warteschlangen, kam nicht dabei heraus.

Koki stort das nicht. Er sagt er liebt Thailand. Aber der Mann ist eben auch Japaner und die sind bekannt dafür, dass sie sich nicht ergeben.

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Im Umgang mit Thai-Taxifahrern, bekommen zunehmend auch Reisende anderer Länder einfach nur ja-panische Angst.

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