Unbehelligt reich werden, ohne zu arbeiten- in Thailand kein Problem- werden Sie Scharlatan!

„Wenn man in diese Welt geboren wird, bekommt man eine Eintrittskarte zu einer globalen Freakshow. Wenn man in Thailand geboren wird, ist es ein Platz an der Sonne in der ersten Reihe mit „backstage pass for all existing areas.“

Als ich diesen Blog begann, war ich mir zuerst nicht ganz sicher, ob der Titel „Wahnsinn aus dem Wok“ nicht vielleicht etwas zu diffamierend ist, für Berichte aus der Region in der ich nun schon seit fast 15 Jahren freiwillig lebe. Heute kann ich endlich aufatmen und meine Zweifel unter weit gefehlt verbuchen!

Hier isser, der original Wahnsinn aus dem Wok:

Ein Mönch läßt sich bei einem pseudo-religiösen Ritual in kochendem Öl frittieren

Happy Meal

Wobei der wirklich Wahnsinnige nicht etwa derjenige ist, der die klassische Missionar Stellung in einem angeblich mit kochendem Öl gefüllten Wok einnimmt, sondern jeder in der Menge von Dumpfbacken, die ihn hofieren und für den Stunt fürstlich bezahlen. Kurz gesagt- Betrug ist ein verzeihlicher Irrtum bei sträflicher Einfalt des Betrogenen.

Wäre auch interessant zu erfahren was passiert, wenn irgendein party pooper und Hobby-Gourmet im Publikum den Mönch unbedingt lieber flambiert haben möchte?

Um mir nicht unnötig 5 Jahre „attitude adjustment“ in einem Thai-Knast einzuhandeln, werde ich den Teufel tun, hier einen weisen Spruch von Desiderius Erasmus, aus dem 15. Jahrhundert zu wiederholen. Ich will es einmal so sagen: Sogar jemand ohne viel Talent oder Fähigkeiten wird durch diejenigen, die keine Begabung oder Fähigkeiten haben, grundsätzlich als etwas Besonderes angesehen.

lass ihn zischen

Lass ihn zischen, hol dir ‘n Frischen!
Normalerweise können kann man die hässlichen wenigstens kochen!

Das Rezept zum erfolgreichen Absahnen

Der gewinnbringende Hintergrund dieser halbgaren Koch-Show besteht aus folgenden Zutaten:

  1. Man nehme eine mittelalterliche Foltermethode
  2. Eine Prise physikalische Grundkenntnisse
  3. Eine Anstaltspackung Frittieröl
  4. Ein paar Liter Leitungswasser
  5. Man rührt tagelang die Werbetrommel und veranstaltet eine spektakuläre Freakshow mit religiösem Anspruch, die dem Hauptakteur den Anschein übernatürlicher Kräfte verleiht.
  6. Man verscherbelt kleine, vom Unfrittierbaren geweihte Amulette und Tüchlein zu horrenden Preisen und schleicht sich aus der Küche.

Für diejenigen, die von der Geschichte so angetan sind, dass sie zum nächsten Kindergeburtstag, oder bei „Deutschland sucht den Super Schwindler“ einen Mönch, oder gar Dieter Bohlen in die Pfanne hauen wollen, hier also die zum Gelingen unerlässliche Prise physikalischen Grundwissens:

Physik

Das Öl schwimmt auf dem Wasser. Das Wasser absorbiert die Hitze und verhindert, dass das Öl zu kochen beginnt. Die vom kochenden Wasser aufsteigenden Blasen erwecken im kalten Öl den Anschein es würde kochen. Das kann man locker in Muttis Küche ausprobieren:

know how

Zwischen Magie und Maggi- da kommen Schneckenschlachter = Französische Sterneköche, ins Grübeln

Mein Serviervorschlag (sollte ein Unfideler mal das Wasser absaugen):

Brust oder Keule

Brust oder Keule?

Um nochmals auf den „religiösen“ Aspekt einzugehen. Ich denke gerade daran, was wohl aus der katholischen Kirche geworden wäre, wenn Luther die Nummer durchgezogen hätte, anstatt Pro-Thesen an die Tür zu nageln.

Warum läßt man den pseudo-religiösen Humbug überhaupt zu?

Heute las ich in der Zeitung eine Verlautbarung des PM Office Ministers, Suwaphan Tanyuvardhana, über die Rolle der Regierung den Buddhismus im Land zu schützen. Anlass war eine Ankündigung des thailändischen FBI (DSI), eine Unterschlagung von 959 Millionen Baht (heutiger Kurs: 25,8 Millionen Euro), im Jahr 1999, durch den ehemaligen Abt des Dhammakaya Tempels, zu klären. Der Minister sagte:

„Die Regierung unterliegt der Verpflichtung, zur Förderung und Schutz des Buddhismus. Wenn jemand das Ansehen des Buddhismus schädigt, sind wir verpflichtet, zu handeln, um den Glauben der Menschen in den Buddhismus wiederherzustellen.“

Der Schutz des Buddhismus (oder der Spendengelder) sah dann wie folgt aus:

Der Abt wurde ursprünglich für Veruntreuung des Geldes und an den Tempel gespendete Vermögenswerte angeklagt, aber Staatsanwälte haben später die Anklage fallenlassen, nachdem er versprach, das Geld an den Tempel zurückzugeben. Na wenn das keine Ermunterung zum Bankraub ist. Wenns schief geht, geb‘ ich die Knete eben zurück…

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