Wurstgurgeln im Tempel

Als praktizierender Atheist, hatte ich bisher immer Schwierigkeiten mit klerikalen Praktiken. Eine der kuriosesten davon, den Ablasshandel, ein von der katholischen Kirche geregelter Gnadenakt, durch den nach kirchlicher Lehre zeitliche Sündenstrafen gegen Bares erlassen (nicht dagegen die Sünden selbst vergeben wurden), konnte ich schon als Teenager nur belächeln.  Wenn ich mir allerdings über eine aktuelle Geschichte aus Thailand Gedanken mache,- auf die Floskel „sich etwas durch den Kopf gehen zu lassen“ verzichte ich lieber, komme ich zu dem Schluss, dass der Ablasshandel vielleicht doch ein beinahe ehrlicher Handel war.

ablasshandel

Ablasshandel  war seit dem 5. Jahrhundert, die beste finanzielle Energiequuelle  der römisch-katholischen Kirche. Seit 1562 ist er verboten, obwohl inzwischen einige technische Verbesserungen zur Verfügung stünden…

Die neueste Nummer, die es aus einem buddhistischen Tempel direkt in die youtube Charts geschafft hat, übertrumpft eigentlich alles, was sich die Apfelsinen-Roben Barfüsser bisher so abgekniffen haben. An Handtäschchen schwenkende Mönche, rauchende, geschminkte, herumschwuchtelnde, biertinkende Kuttenkallis, oder heilige Männer mit Mercedessammlung und Privat-Jets, hat man sich ja mit der Zeit gewöhnt. Ebenso an eine millionenschwere Porsche fahrende Nonne, die in weißer Robe mit Louis Vitton Taschen durch die Shopping Mall schlendert.

Porsche-Nonne

Forsche Porsche-Nonne im standesgemäß weißen  Cayenne

Ob sexuelle Enthaltsamkeit für einen gesunden Menschen wirklich geeignet ist, ihm religiöse Erleuchtung zu verschaffen, sei einmal dahingestellt. Ich frage mich, wie oft unter klerikalen Vortänzern das Stoßgebet: „Oh Herr, verschaff‘ mir Ablass!“ durch Tempel und Kirchengemäuer gehallt ist. Oder, wie viele Mönche und Pfarrer sich, mehr oder weniger heimlich, einen ganz besonderen Platz an der Nonne verschafft haben. Oder, wie viele Nonnen sich lewinskymäßig in der klerikalen Hierarchie hochgeblowjobt, oder sich hinter Klostermauern in der Kemenate „Latte Vibrato“, dem elektrischen Hausfreund hingegeben haben.

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Mascara Mönche

Nun kann man ja, selbst bei akutem Geweihjucken, nicht mal eben in Talar oder Mönchskutte gewandet die nächste Erlöserkirche aufsuchen, wo die Zeugen Tequilas  am Tresen warten und gegen einen kleinen Obolus skrotalen Ablass gewähren. Und wie soll das auch gehen, in einem Land, in dem Prostitution illegal ist?

Aber, wenn sich ein Mönch mitten in einem buddhistischen Tempel von einer- was auch immer- Gläubigen, die Falten aus der Kutte pusten läßt, ist die Grenze des guten Geschmacks vielleicht doch etwas überschritten. Wie sagt der Volksmund so richtig? „Guter Sex findet im Kopf statt“. Der Zusatz: im Kopf einer devoten Gläubigen- kommt ihm dabei nicht über die Lippen. Vielleicht hat sich das Mönchlein auch nur gedacht, die Luft fühlt sich einfach ganz anders an, wenn man im Tempel die Kutte aufreißt. Was der Frau, (ich will sie aus Gründen der Diskretion einmal Heinz nennen) als sie mit dem Mund zu Tale fuhr, neben dem Zauberknochen des Erleuchtungsuchenden noch so durch den

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Madonna im Tempel?

„When I get down on my knees, it is not to pray

Kopf ging, weiß wiedermal keine Sau. Man könnte meinen, die muß schon ein ernstzunehmendes Guthaben auf ihrem Sündenkonto haben, wenn sie einem heiligen Mann, vor dem frühmorgens beim Almosensammeln alle auf die Knie fallen, bei Zahnfleischgymnastik den Nachwuchs abtrinkt. Erzeugerabfüllung sozusagen. Wäre auch interessant zu wissen, was sie sich von ihrer Aktion erhoffte, etwa die üblichen Lotter-ie Nummern? Da bekäme der Begriff „Wirkungsblasen“ eine völlig neue Bedeutung. Ob die Fotos von einer Überwachungskamera stammen, oder von einem anderen nach Heil und Zuspruch dürstenden Tempelbesucher gemacht wurden, ist nicht bekannt. Mein erster Gedanke beim Betrachten der Fotos war, ob da nicht die Mutter aller Kontaktanzeigen vorangeganen ist: „Suche Mann mit Pferdeschwanz- Frisur egal.“

Interessant ist, dass weder die Behörden, das Buddhist council, noch die buddhistische Bevölkerung im Land, den sonst wegen kleinster Vergehen zu vernehmenden Aufschrei anstimmt. Man stelle sich die öffentliche Diskussion in den Medien vor, hätte sich Deutschlands Protzbischof in Schlechtwetter-Baupausen unter dem Altar-Kruzifix von seiner Haushälterin auch noch den Schaft beschnattern lassen…

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