Mönchlein auf Phuket: Jeden Tag Highligabend

Nachdem alle meine Auftraggeber in Europa, für die ich gelegentlich die Feder spitze, bereits am Donnerstag Feierabend gemacht haben, um 4 Tage lang den Tag der (nicht)Arbeit zu feiern, habe ich etwas Zeit für einen Bericht, über ein weiteres Beispiel für den alltäglichen Wahnsinn in Asien.

Außerdem habt ihr die Chance, zwei Geheimnisse von mir zu erfahren. Ich bin inzwischen alt genug, um während des Schreibens im Hintergrund  Nat King Cole und Count Basie zu lauschen. Das hat wohl einiges mit vorgeburtlicher Wahrnehmung im Mutterleib zu tun. Meine alte Dame liebte Nat. Wen wundert es da noch, wenn Embryos nach so einer Zwangsberieselung gegen die Zell(en)wand treten?

Das zweite Geheimnis hat mehr mit dem Thema zu tun, das die Überschrift vermuten läßt. Als praktizierender Atheist- ich hab‘ eine Flatrate zu Darwin und Dawkins- überkommt mich jedes Mal eine gewisse Schadenfreude, wenn ein Protz-Bischof als Parasiten Pater entlarvt wird, millionenschwere buddhistische Moneten-Mönche aus heiterem Himmel vom Lear-Jet auf den Boden der Tatsachen prallen, oder ein Papst seinen Job an den Nagel hängt, um künftig von Vatikan IV zu leben, sofern das klerikale Arbeitsamt so etwas für arbeitslose alte Männer, die die Designer Klamotten ihrer Mütter auftragen, vorgesehen hat.

In Anlehnung an ein Zitat von Willie dem Shakespeare:

Die Kappe (in diesem Fall Glatze) macht den Mönch nicht aus. Um es mit den Worten des Lehrers und Stadtschreibers Christoph Lehmann (um 1570 – 1638) zu sagen – Wären alle Träume und Wünsche wahr, dann wär‘ kein Mönch mehr da.

Es ist nicht so, dass ich gänzlich ungläubig bin, oder „unfidel“ wie man im Mittleren Osten sagt. Mein Glaube ist sogar unerschütterlich. Etwa daran, dass die Chancen in BangCock´s Innenstadt einen Eskimoschlitten samt Huskies zu mieten größer sind, als einem ehrlichen Bettel-Mönch zu begegnen. Aber, um nicht einseitig zu erscheinen, stelle ich Katholiken die Frage: Weiß der Papst, was im Zeltlager läuft? Es ist eine bekannte Tatsache in Thailand, dass viele polizeilich gesuchte Kriminelle als Mönch auf Zeit in den Tempeln Unterschlupf finden, bis genügend „Grass“ über die Sache gewachsen ist.

Purple Rain Phuket style (ohne Prince)

Fünf Saffrankittel Träger wurden am 30. April ihres Amtes (?) als Mönch enthoben und zu ersten Entzugsentscheidungen in einem Trockendock gedrängt, nachdem sie einen von den Cops veranstalteten „Phuket-Purple-Pee Contest“ gewonnen hatten. Dabei handelt es sich um eine wenig beliebte Unterhaltungs-Unterbrechung, die gerne in Diskotheken veranstaltet wird, um zahlungskräftigen Touristen der Insel, mit pharmazeutisch bedingten Regenbogen im Urin, etwas Hartgeld aus der Blase zu melken. 11 weitere Highlights der Frömmigkeit wurden von ihrem Abt, der freundlicher Weise die Untersuchung von den überarbeiteten Cops übernahm, wegen unangemessenen Verhaltens diszipliniert, während zwei Bewusstseinserweiterten die Flucht gelang.

Isarn-monks-drug-abuse

Glaube, Liebe, Hoffnung. Oder anders gesagt: Nüchtern betrachtet, war es stoned und besoffen wohl doch besser

Die zuvor genannten Touristen, kämen nach Konsum von Tanzdragees und Kräutern der Bronx, in der Regel nicht so leicht vom Haken der chronisch unterbezahlten Uniformierten. Aber von denen hat auch niemand einen Abt als Bewährungshelfer.

Holy smoke und Kristallnächte im Garten Eden

„Erleuchtung“ fanden die Boys in Brown durch den Besitzer eines Gartens, auf dessen Gelände sich die Freizeitdrogisten zur allabendlichen Kristallnacht versammelten. Anwohnern fiel auf, dass die Jungs ihre, normaler Weise für frühmorgens angesetzten Almosen-Sammlungen, immer erst am frühen Nachmittag starteten. Sie hegten Zweifel an der „Echtheit“ der Mönche. Immerhin ist die Insel bekannt dafür, eine Anzahl von „Mönchs-Imitatoren“ mit chronisch offenen Händen zu beherbergen. Dagegen ist jeder noch so miese Elvis-Nachahmer eine ehrliche Haut.

heisenberg_271Die gerufene Polizei besuchte den Garten und fand eine provisorische Wellblechhütte mit Kochutensilien (Heisenberg lässt grüßen) und jede Menge leere Alkoholflaschen. Offensichtlich ist es nur ein kleiner barfüssiger Schritt vom Buddhisten, zum Buddellisten. 16 Liebhaber spirituellen Wassers wurden zurück zum Tempel gebracht, wo der Abt die Untersuchung übernahm, während einige der heiligen Männer offensichtlich noch stoned oder besoffen waren.

Beim von den Cops verlangten Urintest, vielen 5 Mönche positiv auf und glänzten mit pharmazeutischen Kenntnissen, indem sie behaupteten, bestimmte Medikamente genommen zu haben, die ebenfalls zu „Purple Pee“ Ergebnissen führen. Erst nach einem Bluttest im Krankenhaus, räumten sie den Drogenkonsum ein. 11 Saffranfaris wurden daraufhin in ihre Heimattempel zurückbeordert.

Die gute Nachricht für alle gläubigen Thais ist, dass sämtliche der klerikalen Phuket-Touristen aus dem Isarn stammen, wo die Uhren ohnehin anders ticken und wo Leute leben, die Fidel Castro für den Erfinder des Geigenkastens halten. Damit kann man leben.

Der Gartenbesitzer verzichtete auf eine Anzeige wegen unerlaubten Betretens seines Gartens. Ein sonst in Thailand gern gestarteter Versuch, eine Art Kompensation zu erhalten, wäre ohnehin absurd. Geld von Gläubigen, fließt im Land of smiles zum Tempel und nicht etwa umgekehrt.

Als „religionsbefreiter“ Zeitgenosse habe ich gottseidank (!?) kein Alkoholproblem. Ich weiß immer noch, wo ich welchen herbekomme…

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