Blood, Sweat & Beers

Durchschnittlich 330 Verkehrstote in

Thailands 7 wahnsinnigen Tagen!

Bei der alljährlichen Songkran-Kaltverformung der Produkte von Firmen wie Toyota, Suzuki, Chevrolet oder Ford, beweisen Thais, dass sie in etwa ebenso phantasiebegabt sind, wie der Designer der japanischen Flagge… Bild1

Thailands Statistiken, besonders wenn sie aus „offiziellen Quellen“ stammen, sind mit äußerster Vorsicht zu genießen. Glaubt man zum Beispiel den wöchentlich gebetsmühlenartig in der Presse erscheinenden Zahlen und Prognosen der Tourismusbehörde, müsste es im Land unabhängig der Saison, fast mehr Auslandsbesucher als Einheimische geben. Statistiken gelten erst dann als gelungen, wenn sie wie beim Lotto die „richtigen“ Zahlen aufweisen. Aber in den meisten Ländern Asiens gilt- wer mit einem Fuß auf der Herdplatte steht und mit dem anderen im Eimer mit Eiswasser, hat statistisch gesehen warme Füße.

Eine erbauliche Story zum Thema „Lotto in Thailand‘ findet ihr auf Low’s Blog.

Gesichtsverlust wird im Land meist schon mit Blasphemie gleichgestellt. Es gilt das alte Sprichwort: Statistik ist eine Hure,- und damit sollte man sich hier ja nun wirklich auskennen, selbst wenn es sich dabei um rein theoretisches Wissen handelt, da Prostitution im Land ja verboten ist. Das soll sogar für die Kondom-Condominiums in Pattaya gelten.

Am 18. April erschien eine Meldung zu einer Untersuchung, wonach Thailand beim Alkoholkonsum weltweit den vierten Platz belegt. Sicher, da gibt es Nachfülllbedarf, aber das schlucken die Thais locker ‘runter.

617097

Links, die vorläufig letzte „offizielle“ Unfall-Statistik. Sie zeigt Zahlen von 2 Tagen an, obwohl die Orgie bis einschliesslich 17. April stattfindet. Das sieht doch schon viel besser aus als im Vorjahr, könnte man glauben. Aber genau das soll die kreative Zahlendreherei wohl auch vermitteln, denn die große Rückreisewelle wird erst zum kommenden Wochenende (18/19/20 April) erwartet und da lassen es die Lenkradbeißer und Fluchtwagenfahrer nach einer Woche Flatrate Saufen gewiss noch einmal heftig krachen. Es ist also anzunehmen, dass man auf der Zielgeraden nicht hinter den Verkehrstoten des letzten Jahres herhinken wird. Zu Songkran heißt es hier: „wer vor der Kurve bremst, war auf der Geraden ´ne Schwuchtel!“

Wollte man die Zustände auf Thailands Straßen, gegen die das Wagenrennens in „Ben Hur“ wie eine Fiakerfahrt im Wiener Prater wirkt, in Filmtiteln widerspiegeln kommt einem folgendes in den Sinn :

Ein Käfig voller Narren

Auf dem Highway ist die Hölle los

Hunde wollt ihr ewig leben

The fast and Führerscheinlos.

Die letzten Zahlen vom 22. April beweisen, es gelang in mehrfacher Hinsicht den „Pegel“ des Vorjahres zu halten: 322 Tote in 7 Tagen – 46 pro Tag! Nicht in der Statistik enthalten, die vorläufig „Untoten“ unter den 3,225 Verletzten, die den Tag nach der Erhebung wohl nicht erlebten. Schätzungen gehen davon aus, die Zahl der Todesopfer könnte nach einiger Zeit durchaus 500 betragen.

Hier ein paar Ungereimtheiten zum Thema:

In der von ´convenience Journalisten´ beherrschten Presse, steht häufig zu lesen, dass es viele Todesopfer bei den Unfällen gibt, weil Motoradfahrer keinen Helm tragen. Man hat kein Problem damit, das Ergebnis vor die Tatsache zu stellen, dass die Unfälle zumeist von sturzbetrunkenen Fahrern verursacht wurden.

Eine der Ursachen für das unerwartete, aber einkalkulierte vorzeitige Ableben auf  Thailands Straßen, liegt in der laschen und korruptionsbehafteten Handhabung der Fälle durch die Polizei. Während man in zivilisierten Ländern von Promille-Prinzen verursachte Unfälle mit tödlichem Ausgang heftig bestraft, geht es hier mehr um die Frage, ob die eigene Familie wichtig genug ist, um nicht unnötig mit Lapalien belästigt zu werden und sich ein paar Verkehrstote leisten kann. Ein aktuelles Beispiel:

Die damals 16-jahrige Orachorn „Praewa“ Thehasadin na Ayudhya, Spross eines reichen Bangkok-Elite Clans, fuhr ohne Führerschein 9 Menschen in den Tod. Sie bekam eine Bewährungsstrafe…

Die Chance nach einem Unfall mit nicht imminenter tödlicher Verletzung am Straßenrand unter Millionen Fruchtfliegen von der Besatzung einer der rollenden Schaschlikbuden aufgelesen zu werden, stehen eher schlecht. Unabhängig von Dezibel der Sirenen, oder Anzahl der Flashlights auf dem Dach, macht hier kein Mensch Platz für einen Unfallwagen, um nicht seine Pole-Position vor dem Hintermann aufzugeben. Man greift hinter dem Lenkrad schnell an seine Amulette und setzt ein Stoßgebet ab: „Lass‘ es keinen meiner Familie treffen. Aber wenn es denn unvermeidlich ist, lass‘ es den reichen Erbonkel sein.“

Advertisements

Eine Antwort to “Blood, Sweat & Beers”

  1. Cristof Cuntze Says:

    Mal wieder sehr gut unterhalten

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: