Golfer gehen (leider) nicht nur mir auf den Sack

Das knallt mir voll aufs Skrotum: Hundehoden für den „Golfsport“

Ein altes Zitat, dass zum Sport anregen soll lautet: Mens sana in corpore sano, eine lateinische Redewendung. Sie stammt vom römischen Dichter Juvenal (60-140 n.Chr.) und bedeutet „ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“. Der Mann war auch als recht ironischer Satiriker seiner Zeit bekannt. Dies sei nur erwähnt, um den Spruch nicht missverständlich als Postulat zu interpretieren. Es scheint einige „Sportenthusiasten“ zu geben, an deren mentaler Gesundheit ernsthafte Zweifel angebracht sind.

Nun, was Sport angeht, bin ich eher konservativ. Wie man Schach, Skat, Eisstock Schiessen und neuerdings auch noch online gaming (E-sport) als sportliche Betätigung einstufen kann, geht mir beim besten Willen nicht in den Kopf. Dagegen wirken Hallen-JoJo und selbst die österreichische Bart-Olympiade geradezu schweißtreibend.

Auch die beliebte Freizeitbeschäftigung elitärer Besserverdiener- Golf, gehört zu den „Sportarten“ die ich allein wegen der vielen fettleibigen älteren Herrschaften, die riesige Parkanlagen vor der Öffentlichkeit abschotten, zur Pflege ihrer Marotte selbst in Trockengebieten, ohne eigene H²O Resourssen wie etwa Singapur, Millionen Liter Wasser verbrauchen, um unter Gleichgesinnten auf endlosen Rasenflächen kleine Bälle in ein Loch zu schubsen, nicht ausstehen kann. Golf ist so ziemlich die unsozialste Beschäftigung, weil sie eindeutig auf Kosten derer stattfindet, die man wegen ihrer sozialen Schicht und ihres geringeren Einkommens rigoros ausschließt, wie schon die horrenden Preise für Mitgliedschaften in Golf-Clubs belegen. Aber was soll man schon von Leuten erwarten, die propagieren: zwei Dinge im Leben kann man genießen ohne darin gut zu sein: Sex und Golf. Bevor ich nocheinmal, wie in Singapur, ein Haus dirkt am Golfplatz miete, wohne ich lieber in einem Hochhaussilo mit Migrantenhintergrund. Wegen der netteren Menschen in der Umgebung.

Hugo Chavez, Venezuelas verstorbener Präsident, brachte es auf den Punkt, er sagte: Golfer sind Ungeziefer.  Bereits 2006 plante er den 30 Hektar grossen Golfplatz  inmitten der Hauptstadt Caracas kurzerhand in eine Siedlung mit erschwinglichen Mieten und öffentlichem Park umzuwandeln. Angesichts der Tatsache daß es Mangel an Wohnraum für die Armen gibt, sagte er: „Ein Golfplatz in der Stadtmitte, auf dem lediglich eine kleine Gruppe bürgerlicher und kleinbürgerlicher Leute gehen kann um Golf zu spielen,  ist unsozial.“ I go Hugo!

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Die Überheblichkeit dieses „Sports“ und seiner Anhänger dokumentiert sich aber auch noch auf andere Weise. Zwei Tatsachen vorweg: Hunde auf dem Golfplatz sind ein absolutes ‚No-No‘. Vierbeiner die sich hierher verirren werden gejagt, vergiftet und erschossen. Das akzeptieren selbst Golfer, die Mutti zum Geburtstag einen Golden Retriever geschenkt haben, damit sie nicht so allein ist, während er mit seinen Bällchen spielt. Keiner der rund 400.000 ausländischen Golfer in Thailand würde sich dazu hinreißen lassen einem der vielen Straßenköter (Soi dogs) die Eier zu kraulen. Nicht einmal der Bodensatz der Zunft, die e-bay Golfer. Man könnte sich ja sonst was holen. Aber jetzt kommts:

In Sakon Nakhon, im Nord-Osten Thailands, wurden im April 2014 Häute und Knochen von hunderten Hunden im Dschungel an der Grenze zu Laos gefunden. Schmuggler hatten sie dort abgelegt, um sie bei Nacht und Nebel über die Grenze zu bringen. In Vietnam gilt das Fleisch als Delikatesse und in China werden die Häute zu Lederprodukten verarbeitet. Am beliebtesten ist die Haut der Hoden, aus der vornehmlich Golf-Handschuhe gemacht werden.  Würde man andernorts die verhätschelten Pandas zu Bettvorlegern verarbeiten, würden Millionen Liebhaber von „Nashorn-Medizin“ in Kriegsstimmung auf die Barrikaden gehen. Die Klassifizierung in „gute“ und minderwertige Arten, ist halt Chinas ureigene Version von  Rassismus.

Allein im Jahr 2011 wurden mehr als eine halbe Million Hunde von Thailands Klötentötern in die Nachbarländer geschmuggelt. Wenn bis zu 2.000 Hunde auf einem LKW transportiert werden, hat der Haustier und Soi Dog Tourismus auch noch einen anderen Effekt. Einigen der generell ungeimpften Tiere gelingt die Flucht, was zur Verbreitung der ohnehin grassierenden Tollwut beiträgt. In Vietnam sterben jährlich rund 100 Personen an Tollwut, die von Hunden übertragen wurde. Wie viele Golfer darunter sind ist nicht bekannt.

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Während das Thema in der britischen und amerikanischen Presse abgefeiert wurde, würdigte man es in Thailand mit keiner Zeile. Das wäre dem Image als Hub der Rechtschaffenheit abträglich. Doch das könnte sich bald ändern, wenn sich herumspricht, dass es sich bei den Hunden immer seltener um Straßenköter handelt. Inzwischen haben sich die Schmuggler auf den Klau von Haushunden spezialisiert, weil diese einfacher zu fangen sind. So gesehen kommt Muttis Golden Retriever vielleicht doch noch irgendwie auf den Golfplatz.

Excuse-me

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