Vorher nur dicht dran- nun endgültig dicht!

Ich werde nie verstehen warum Thais generell davon überzeugt sind, sie müßten ständig der oder die Erste, die Nummer Eins sein. Das gilt jedoch nur wenn sich das auf bequeme Weise einrichten lässt. Vielleicht liegt es am Einfluß der zahllosen chinesischen Einwanderer, die im Lauf der Geschichte das Land überrollt und die ethnische Abgrenzung unterwandert haben. Aber Chinesen haben wenigstens einen Begriff für die Macke, die eine Spazierfahrt auf den Strassen Singapurs  zum Überlebenskampf macht: Kiasu!

Für Thais gilt es als optimal, wenn der Run auf die Poolposition im T.E.A.M. erreicht werden kann. Wobei das Wort für „Toll Ein Anderer Machts“ steht.

Tagtäglich wird in den Medien gemeldet, dass die Nation entweder bestrebt ist in Rekordzeit der Hub für alles Mögliche zu sein, oder es schon ist. Dass dieser Anspruch in einem Schwellenland nur selten in allgemein als positiv eingeschätzten Disziplinen zu realisieren ist, scheint zwischen Hat Yai und Chiang Mai so gut wie unbekannt zu sein.

Aber Gestern hatte die geplagte Nation endlich einen Grund ausgelassen zu feiern. Noch vor vier Tagen wurde in den Zeitungen verkündet, dass Thailand weltweit den 3ten Rang bei jährlichen Verkehrstoten hält. Nun ja, immerhin die Bronze Medaille.

Nur einen Tag später ging es jedoch aufwärts: Thailand belegt den 2ten Platz unter den asiatischen Ländern in der Disziplin Teenager-Schwangerschaften. 54 Schwangerschaften unter 1.000 Mädchen unter 18 Jahren. Gestern überraschten die Medien nun endlich mit einer Platzierung auf dem Siegertreppchen: Thailand Nummer 1 im Alkoholkonsum unter den ASEAN Staaten.

Endlich No. One!

Endlich No. One!

Damit dürfte auch geklärt sein, wie es zu den anderen zwei Platzierungen gekommen ist. Die unter den Mädels so beliebeten Dosenöffner Bacardi Breezer und Spy, Post-alkoholische Geilheit (PaG), in Kombination mit der Tatsache, dass die Buben gern die allgegenwärtigen Plastiktüten für Suppen als Kondome benutzen, helfen dem Isan  das Problem der vorzeitigen Vergreisung zu umgehen.

Promille-Prinzen, die wie Wirrtuosen gut im vergorenen Reiswasser liegend über die Landstrassen brettern, legen das Fundament für den 3ten Rekord. Alles nach dem IKEA-Motto: Entdecke die Möglichkeiten. Oder auch: Juhu, wir sind wieder nüchtern! Das muss gefeiert werden!

Wenn das kein Grund zum Feiern ist...

Die Welt Gesundheits Organisation (WHO) hat die Lorbeer Wacholder-Daten vom Center for Alcohol Studies (CAS) zusammenfliessen lassen. Nach dieser Rechnung stehen 31.5 %, oder 17 Millionen Thais über 15 Jahre, regelmäßig unter Strom. Geht man jedoch von der aktuellen Einwohnerzahl von 64 Mio. Bürgern aus, werden wohl sogar 20,1 Millionen Spritliebhaber im Land of Smiles herumtorkeln.

Die Mitglieder im Rekord-Club der Erdbeernasen zogen sich 2013 die stattliche Menge von 7,1 Litern reinen Alkohols durch die Kiemen. Das entspricht, etwas konsumfreundlicher ausgedrückt, 226 Flaschen Bier, oder 25 Flaschen Randalierwasser mit mindestens 38 Volt.

Zum Vergleich: Deutschland hat 80,5 Mio. Einwohner von denen insgesamt 7,4 Millionen Bundesbürger mehr als die von Experten empfohlene Höchstmenge trinken.

Mit besonderem Stolz kann die Nation nun auch endlich auf die sonst eher als Abklingbecken angesehene Provinz Isan, im Nord-Osten an den Grenzen zu Laos und Kambodscha, blicken. Die einzig blühenden Landschaften sind dort die Glühweinwiesen. In der Heimat Boozillas gibt es 6,7 Millionen Krass-Alkis, die 40 % Anteil am Rekord haben. Dagegen wirkt Bangkok, mit geschätzten 20 Millionen Einwohnern, von denen sich nur 1,3 Millionen (8%) Kampftrinker gewohnheitsmäßig anschädeln, wie ein Trockendock. Immerhin werden in der Hauptstadt Designer-Marken wie  Black und Red Lable bevorzugt hinter den Knorpel gegossen. Im Isan stammen die Tuschwasser für dehydrierte Reisbauern oft aus dubiosen Quellen und wenn gar nichts mehr geht- aus Muttis Sato-Eimer.

Die Spitzenposition des Isan, wirft nüchtern betrachtet (aber wer macht das hier schon?) doch eine Frage auf: Wie ist es möglich, dass in einer der ärmsten Regionen des Landes so viele Buddhisten gleichzeitig Buddellisten werden und sich permanent einen Hirsch ins Geweih saufen? Ich gebe zu, dass die Tristesse dieses Landstrichs schon einen gewissen Suffdruck („Champagne For The Pain“) erzeugen kann. Aber auch hier muß selbst der letzte Gossenchiller für ein Fläschchen Brandbeschleuniger die Kopeken ´raustun. Die Horde der herangezüchteten Nachwuchs-Säufer lebt nach der Devise: Arbeit ist Scheisse- da kannste Pappi fragen.

Chalerm

Die heitere Seite des Land of Smiles

Die sozialen Probleme des Isan, die die Provinz umgeben wie das dazugehörige Mäntelchen des Schweigens, wenn es um charakterliche, oder moralische Verfehlungen geht, sorgen jedoch für ein gewisses Verständnis und Toleranz gegenüber Randgruppen. So wird es verständnisvoll hingenommen, dass der ehemalige Vize Premierminister und aktuell Arbeitsminister der Übergangsregierung, Chalerm Yubamrung, gelegentlich Lall,- und Torkeleinlagen im Parlament mit der Einnahme von Ohrenmedizin erklärt. Aber was soll man schon erwarten, wenn jemand in einem Ort geboren wurde, dessen Namen man eher auf dem Etikett einer Flasche Absinth erwartet hätte: Bang Bon!

Nach einem offiziellen Besuch im moslemischen Malaysia gab er zu, bei einem Empfang betrunken gewesen zu sein. Er schob sogar noch die Statistik hinterher: 5 Personen hätten zum gegebenen Anlaß 8 Flaschen Rotwein konsumiert. In Isans fröhlichen Dörfern, wo man nach 2 Flaschen erst anfängt zu trinken, wird sowas mit dem Spruch kommentiert: Alkohol in kleinen Dosen ist Verschwendung!

Meine persönliche Lehre daraus:

Ich trinke nur noch allein, oder in guter Gesellschaft. Aber nie wieder im Isan-

und

Der Fisch stinkt vom Kopf

Der Fisch stinkt vom Kopf

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Eine Antwort to “Vorher nur dicht dran- nun endgültig dicht!”

  1. Die Chinesen haben mit dem Faulheitssyndrom oder der Denke ‚lass den Andren man machen‘ am wenigsten zu tun, eher ganz im Gegenteil. Gaebe es die Chinesen nicht im Land, wer wuerde dann die Arbeit machen? Wer will es ihnen uebel nehmen, dass diese fleissigen, egoistischen Menschen die Thais unterwandern, und das nicht erst seit gestern, sondern auch gegenwaertig und in der Zukunft noch vielmehr.
    Das mit dem Alkohol ist so eine Sache, denn dieses Dillema beruht auf den Metabolismus der Asiaten generell. (Siehe die Katastrophe mit den nativen Amerikanern, die ja auch zur asiatischen Rasse gehoeren!) Asiaten sind von Geburt an Alkoholiker; anders gesagt, ihre Leber ist nicht in der Lage Hochprozentiges zu absobieren, jedenfalls nicht adaequat und der automatische Alkoholabschalter funktioniert nicht so, wie er sollteHier in Thailand hat das groessere Ausmasse, weil die Thai lieber Spass haben und dazu gehoert das Trinken! Arbeiten tun ja schon die anderen, die Chinesen und die Inder! Eine Flasche die auf dem Tisch steht muss geleert werden, auch dann, wenn das Stehen bereits unmoeglich geworden ist. (Zu Hause gibt es dann Haue von der Frau, mit dem Zepter, welches sie streng in der Hand hat. (Das wissen die wenigsten Europaeer!)
    Was die fruehen Schwangerschaften angeht, so liegt das, unter anderem an der Unfaehigkeit der Lehrer und Eltern ueber Sex oder Verhuetung zu sprechen, da muesste man ja gerade heraus mit den Tatsachen. Das aber stellt ein sehr grosses, anderes Problem dar. Der beruehmte Gesichtsverlust. Dinge unter den Tisch zu kehren oder schlicht zu luegen ist da viel bequemer.
    Ergo: Es ist einfacher, ein unwissendes Maedchen, moeglichst noch minderjaehrig, zu schwaengern, als eine erwachsene, womoeglich gebildete Frau. Daher bekommt eine gebildete Frau ueber 26 eh keinen Mann, jedenfalls keinen Thaimann mehr ab. Sie ist ihm zu gescheit. Ja, und sie sind gescheit! Frauen sitzen in den hoechsten Positionen und Frauen, auch chinesische, tun die meiste Arbeit in diesem Land! Ohne die Frauen herrschte hier immer noch dritte Welt Klima.
    Aber keine Panik! Ein echter Thaimann hat trotzdem oder gerade deshalb ein unuebertreffliches Ego und ein beneidenswertes Selbstbewusstsein, welches er mit durchweg bankfinanzierten Statussybolen zu untermauern sucht.
    Motto: Vor die abbruchreife Huette gehoert der dickste Pickup oder SUV und in den multifunktionalen Wohn-, Schlaf- Essbereich, gehoert ein grosser Flachbild Fernseher, das Display zur Strasse zeigend und die Lautstaerke so aufgedreht, dass einem Normaleuropaeer die Trommelfelle platzen.
    Die Bemerkung, dass die Thai immer die Nummer eins sein wollen, liegt hauptsaechlich darin begruendet, dass sie nichts vorzuzeigen haben, denn in diesem Land wurde bisher keine einzige Erfindung gemacht, es gibt auch keine anderen nennenswerten Leistungen. Die Korruption hat unertraegliche Ausmasse angenommen und findet auf allen Ebenen der Politik und Wirtschaft statt. Die Polizei ist organisiert wie die Mafia, d.h. ohne Zahlung von ‚Schutzgeld‘ keine Dienstleistung. Einige hohe Offiziere sind oder waren am Drogenhandel beteiligt. Lug und Trug sind ein Volkssport unjd das ist keine Uebertreibung!
    Der Nobelpreis ist dem Durchschnittsthai unbekannt.
    Wie es um die Organisationsfaehigkeit und dem Willen Nummer eins zu sein in Wirklichkeit steht zeigt sich in einer Meldung vom Maerz letzten Jahres:
    Mit viel Pomp und Tralala eroeffnete die Marine in Sattahip einen grossen U-Boothafen. Dabei ignorierte die Fuehrung und die Politik, dass Thailand seit 1951 kein einziges U-Boot mehr besitzt.
    Ende des Kommentars

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