Deutschlands Protz-Bischof ist ein Chorknabe gegen Thailands Moneten-Mönch

Es war soweit kein gutes Jahr für die Deutschen: Spritpreis bei 1,50 Euro angelangt, der halbe Pony-Hof landet in der Mikrowelle, die NSA entpuppt sich als Obama’s Stethoskop und dann noch ein Religionsanbieter im Kopeken-Rausch, der über seinen Amtssitz den Kübel der (V)Erbaulichkeit ausschüttet. Aber, zumindest im letzten Fall, hätte alles viel schlimmer kommen können, wie es das Beispiel vom anderen Ende der Welt zeigt. ProtzBishof-350Da glaubt man in der Bundesrepublik nun einen handfesten Skandal zu erleben, weil ein Typ der nie im Leben mit seiner Hände Arbeit seinen Unterhalt bestritten, oder etwas produziert hat, das Geld von Millionen blindgläubigen in seinem Amtsitz als Bischof verbrät. Statt veranschlagter 2,5 Millionen Euro, kostet der klerikale Tapenwechsel nun mal eben etwas über 40 Millonen Euro. Seitdem ist Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, inzwischen als Protzbischof und Prassprediger bekannt , zwischen Limburg, Rom und der Benediktinerabtei Metten in Niederbayern, in einer Art “Missionar-sucht-Stellung-Tour” unterwegs. Die einzig erkennbare heilige Handlung aus der Umgebung des Angehörigen des Beichtstuhl-Hochadels, wurde jedoch von seinen Schäfchen vollzogen, als sie beschlossen, die Verschwendungssucht des Herren mit der Flatrate zu Gott, an die ganz große Glocke zu hängen.

Kurios eigentlich, zumal man schon im Mittelalter wusste:

Pfaffen, Mäuse, Ratten, Maden Scheiden selten ohne Schaden.

Immerhin hat der Limburger (das allein klingt schon irgendwie etwas anrüchig) nicht die Hälfte des Geldes für Schnaps und Nutten ausgeben, um den Rest einfach zu verprassen, sondern in gewisser Weise ja auch Werte geschaffen, wie man das in der Immobilienbranche nennt. Und was soll man schon erwarten, wenn der Weihwasserbarsch schon als Kind mit Bildern seines zukünftigen Domizils auf 1000-Mark Scheinen konfrontiert wurde und die Rückseite des 500ers ausgerechnet die Burg Eltz, in Rheinland-Pfalz, als Symbol deutscher Ritterlichkeit zierte? So etwas muss einen Messdiener doch traumatisieren.

D_Mark_600

„Schöner Wohnen“ feuchte Träume eines Messdieners?

Nachdem Franz-Peter Tebartz-van Gelds nun eine ganze Nation wegen seiner zwar beeindruckenden, jedoch als einen Hauch luxurierend empfundenen Luftbauten gegen sich aufgebracht hat, bleibt ihm immerhin der Trost: Auch Jesus wurde genagelt und hängengelassen.

Aus der Ferne betrachtet, in diesem Fall aus Thailand, kann ich Euch versichern, der Protzi-Franz ist ein Amateur, ein Domspatz, ein Klingelbeutel-Azubi und Chorknabe, im Vergleich zum ehemaligen thailändischen Mönch eines buddhistischen Klosters: Luang Pu Nen Kham Chattiko, gutbürgerlich als Herr Wirapol Sukphol bekannt. Der Saffrankittel hat so viel Geld angeschafft, der benutzt seine Notebooks als Fliegenklatschen!

Im wahrsten Sinn des Wortes aufgeflogen, ist der Bursche durch ein Video, dass ein zunächst der Öffentlichkeit Unbekannter Clip-Enthusiast aufgenommen und auf Facebook gepostet hat, bevor es auf Youtube landete. Darauf zusehen gab es zwei Bettelmönche mit Rayban Brillen, iPhones und Louis Vitton Taschen, auf einer Reise in einem Privat-Jet. Grund genug für einen ersten, noch verhaltenen Holy-Shitstorm in den Social Networks. Selbst in einem Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung vom Buddhismus zum Bahtismus konvertiert ist, war der Trip ein Affront. Denn es war kaum anzunehmen, dass diese Designer-Monks barfüssig im Morgengrauen durch die Sois schlendern, um vom Penunzen-Pöbel Allmosen und Essen zu erbetteln, wie es sich laut klerikalen Vorschriften für buddhistische Mönche geziemt.

Bequem reisen – entspannt ankommen. Ob das Buddha gefallen hätte?

Bequem reisen – entspannt ankommen- das ist kaum buddhismuskompatibel

Zunächst liess der Moneten-Mönch verlauten, dass die Himmelstour von einem Gläubigen gesponsert wurde. Später kam jedoch heraus, dass der Jet von ihm gechartert wurde. Und neben seinem Kloster liess der Überflieger auch noch einen Heliport errichten, für seine gelegentlichen Dienstreisen im  Hubschrauber. Dem Kutten-Kalli waren seine Landpartien, immer mit gesponserter VIP (oder sollte es besser VIM –Very Important Monk heissen?) Polizei-Eskorte, wahrscheinlich zu bodenständig.

Holy Heli-Monks. Die kommerzielle Seite des Buddhismus: einfliegen, viel Wind machen, Almosen einsammeln- und Abflug. Man beachte das Wappen auf der Tür.

Holy Heli-Monks. Die kommerzielle Seite des Buddhismus: einfliegen, viel Wind machen, Almosen einsammeln- und Abflug. Man beachte das Wappen auf der Tür.

Nun war Buddha, nachdem er sein Elternhaus verliess, ja schon zu seinen Lebzeiten als Asket und äusserst friedliebender Mensch bekannt. Ansonsten hätte wohl ein aus dem Nirwana kommender Entenschwarm den Jet-Setter per Vogelschlag aus den Wolken geholt.

Aber der Clip von zwei Bettelmönchen bei ihrem Jet Set Ausflug in den Himmel, war nur die Spitze der Pagode. Bis dahin hatte kaum jemand ein Vorstellung, wie dreist es der Barfüsser mit dem Glücksradgesicht getrieben hat. Langsam aber stetig, kamen schier unglaubliche Dinge über den vermeintlich Erleuchteten ans Licht.

3. Juli 2013

Das  Anti-Geldwäsche-Büro (AMLO) hat 10 Bankkonten unter dem Namen Luang Pu Nenkham, der sich der Abt von Si Sa Ket des „Wat Pa Khanti Dhamma“ Klosters nennt gefunden, über die täglich über 467170,- Euro geflossen sind.

6.Juli 2013 Mehr illegale Luxus Vermögenswerte, die angeblich dem Jet-Set-Mönch Luang Pu Nenkham gehören, wurden in einer gemeinsamen Untersuchung durch das Department of Special Investigation (DSI) und dem Office of National Buddhismus (ONB) ausgegraben. Die Vermögenswerte umfassen mehrere Luxus-Autos  und eine große Menge an Bargeld, das auf 41 getrennten Bankkonten gebunkert wurde. Darüber hinaus gab es Nachrichten, dass bis zu 470.000 Euro an Spendengeldern auf Bankkonten seiner Wohlfahrtsorganisation gefunden  wurden. Gemäß der DSI Liste, gehören zu den Vermögenswerten des Mönchs zwei Luxus-Wohnungen – eine in Ubon Ratchathani und die andere in Si Sa Ket, 13 Fahrzeuge, darunter ein Rolls Royce, Chevrolet, Ferrari, Hummer, Toyota Camry, vier Pick-up-Trucks und vier Motorräder. Dafür hätte Deutschlands Protzbischof containerweise getrüffelte Hostien, original Kreuzsplitter, und die beliebten INRI Kits für Kinder (zwei Balken, drei Nägel ein Hammer) verkaufen müssen. Nach der Entdeckung hat sich das Mönchlein in Richtung Frankreich aus dem Staub gemacht.

7.Juli 2013

Ein Platz an der Nonne. Millionen auf dem Konto, aber kein Geld für Präser

Das Department of Special Investigation gab bekannt, dass sich der umstrittene Mönch 20 Jahre Gefängnis einhandeln könnte, nachdem bekannt wurde, dass er Sex mit einem minderjährigen Mädchen (14) hatte. Es ist wahrscheinlich, dass er in Abwesenheit seines Amtes enthoben wird, da die DSI klare Beweise für seine intime Beziehung mit mindestens einer von acht in Frage kommenden Frauen hatte. Die Frau behauptet, dass Phra Wirapol angeboten hat, ihr Wertgegenstände zu geben, wenn sie seine Freundin sein möchte. Sie und der Mönch hatten darauf später sexuelle Beziehungen. Den Eltern des Mädchens schien der freigiebige Freier ihrer minderjährigen Tochter wohl eher willkommen. In Thailand gibt’s einfach mehr Frau fürs Geld.

Nachdem sie schwanger wurde, brachte der Mönch sie in den Warin Chamrap Stadtteil  von Ubon Ratchathani, wo er ein Haus für sie gemietet hatte. Der Mönch hatte ihre Großmutter gebeten, bei ihr zu bleiben, um sich um ihren Jungen zu kümmern. Was das wohl wieder gekostet hat? Das Kind ist jetzt 11 Jahre alt.

Wieso kommt mir jetzt das Märchen der unbefleckten Empfängnis in den Sinn, dass wahrscheinlich von pädophilen Geistlichen mit einer Vorliebe für „strammen Max“ in die Welt gesetzt wurde?

8.Juli 2013

Der whistleblower packt aus, die Turbulenzen nehmen zu

Leute mit Geld und guten Verbindungen haben in Thailand den Status der „untouchables.“ Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass das von Piya Tregalnon, Pilot im Rang eines Wing Commanders, gepostete Video bereits 3 Jahre auf Facebook schlummerte, bevor es Gangnam Kasper Psy in Thailand vom Platz 1 auf Youtube fegte.  Der Flieger entschloss sich zu dem Schritt, nachdem er gebeten wurde einen 7-sitzigen Jet für gelegentliches Abheben des Mönchs zwischen Ubon und Bangkok (Flugzeit 1 Std.) zu besorgen.

Der Mönch hat immer in bar bezahlt – etwa 300.000 Baht (€ 6,969.37) für jede Vermietung, sagte Piya. Zum Vergleich, ein Flug von Bangkok nach Ubon kostet mit AirAsia aktuell 1.760 Baht (€40.88)

Nach den Regeln ist es einem buddhistischen Mönch nicht erlaubt weder Geld noch Frauen zu berühren. Wahrscheinlich hielt er das für eine Anweisung von „Konfusius dem Schrecklichen.“

Nach den Regeln ist es einem buddhistischen Mönch nicht erlaubt weder Geld noch Frauen zu berühren. Wahrscheinlich hielt er das für eine Anweisung von „Konfusius dem Schrecklichen.“

Der Herr mit der Kopekenkutte zeigte auch Interesse am Kauf eines eigenen Privat-Jets, die 500-700.000.000 Baht (circa 11, 6 bis 16,3 Millionen Euro) für ein neues Flugzeug und mindestens 100 Millionen Baht (2,3 Millionen Euro) für einen Second-Hand-Flieger betragen. Er prahlte oft damit, dass er in einer Super-Luxus-Limousine Marke Maybach, einem Mercedes-Benz S500, einem BMW X6 und einem Mini Cooper, lediglich auf dem inneren Gelände seines Tempels spazierenfährt . Er behauptete auch, eine Yacht zu haben, sagte Wg Cdr Piya.

Unser Kommerz-Kleriker zeigte auch gern Bündel von 100 US-Dollar (3.129 Baht) Banknoten in seinem Mönchssack herum und behauptete, er habe auch immer Goldbarren dabei. Er zeigte dem Piloten zwei Scheckbücher von US-Banken mit seinem Namen auf jedem Scheck gedruckt. Ganz bescheiden, wie es sich für einen Mönch gehört ,wies er darauf hin, erkönne mehr als 10 Millionen Dollar mit jedem dieser Checks einlösen, weil er eine Menge Geld in den Banken deponiert hatte, berichtete der Pilot.

Um die Dimensionen hier zu erkennen, sollte man sich vor Augen halten, dass es in Thailand noch immer einen Streit über die Einführung eines Mindestlohns von 300 Baht (€6.96) pro Tag für Arbeiter gibt.

Die Geschichte geht noch weiter und wird noch weitaus haarsträubender. Also wird baldmöglichst eine Fortsetzung erscheinen. Denn nun muss ich erstmal in den Tempel eilen, um mir vom Mönch meines Vertrauens die Lotto-Zahlen zu holen.

Aber einen hab‘ ich noch. Wenn es denn eine religiöse Schöpfungsgeschichte gibt, sah sie meiner Meinung nach eher so aus:

religiöse Schöpfungsgeschichte

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Eine Antwort to “Deutschlands Protz-Bischof ist ein Chorknabe gegen Thailands Moneten-Mönch”

  1. Wahrlich eine erbauliche Geschichte über das Schicksal frommer Männer.

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