Thailand- Jeder Tag Freitag der 13.

aberglaube-hSorry, ich kann es nicht lassen über abergläubische Hillbillies zu lästern. Könnte glatt ein neues Hobby von mir werden. Aber, ich fühle mich mit meinen Ansichten über das Thema in bester Gesellschaft, wie diese zwei Zitate belegen:

Die einzigen echten Feinde, die ein Land bedrohen findet man zu Hause, diese sind Unwissenheit, Aberglauben und Inkompetenz. (Elbert Green Hubbard, amerikanischer Schriftsteller, Essayist, Philosoph und Verleger)

Aberglaube ist die Religion der Schwachköpfe. (Edmund Burke, irisch-britischer Schriftsteller, Staatsphilosoph und Politiker in der Zeit der Aufklärung. Er gilt als geistiger Vater des Konservatismus)

Natürlich ist es Pech, ausgerechnet am „Casual Friday“ aus einem Fenster im dreizehnten Stockwerk zu fallen. Aber daraus einen Kult zu machen, der den Freitag generell und die Numerologie zu einem Tabu erklärt, halte ich gelinde gesagt für etwas übertrieben. Ich sehe das eher pragmatisch: Live fast, die young and leave a good-looking carpaccio. Auch Groucho Marx hatte etwas zum Thema anzubieten. Er sagte: „Die Tatsache, dass eine schwarze Katze deinen Weg kreuzt, bedeutet lediglich, dass das Tier irgendwo hin will.“

cat from left

Einige Wissenschaftler, wahrscheinlich diejenigen, die nie in Thailands Provinz  waren, vermuten hinter seltsam anmutenden Ritualen eine archaische Strategie des Gehirns, die Welt zu verstehen. Sie glauben, dass Aberglaube in der Evolution half, Gefahren zu erkennen und Probleme zu vermeiden. Träfe das zu, müsste Thailand den Beinamen „The hub of null problemo“ tragen. Weit gefehlt! Ich glaube noch nicht einmal mehr, dass die Hirne der Holzhupen unter der Landbevölkerung zur Entwicklung irgendeiner brauchbaren Strategie fähig sind.

Hier ein paar aufschlussreiche Beispiele, die kaum einer regional begrenzten Beliebtheit unterliegen:

  • Nahezu jedes Auto wird mit TipEx Symbolen und Blattgold von Mönchen gegen Honorar am Fahrzeughimmel dekoriert. Das soll Glück bringen. Besonders die unzähligen Hirnis, die im Thai-style mit Babies auf dem Schoß unangeschnallt hinterm Lenkrad sitzen, werden es brauchen.
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Mit so vielen Glücksbringern kann man dann auch fahren wie eine gesengte Sau

  • Bei jedem Verkehrsunfall laufen die Passanten zusammen. Nicht etwa um Verletzten Erste Hilfe zu leisten, sondern um die Fahrzeugnummer für die Lotterie aufzuschreiben. Würden die „Glückszahlen“ wirklich gewinnen, müsste es laut Unfallstatistik (Unfälle mit 360.000 Schwerverletzten pro Jahr- 550% mehr als Deutschland) im Land von Lottogewinnern nur so wimmeln.
  • Kleine Mädchen und Jungen tragen oft einen Haarknoten „kwan“ genannt auf dem rasierten Schädel. Den Eltern eines Mädchens wurde von Mönchen prophezeit, das Neugeborene sei verflucht und müsste bis zum 13. Lebensjahr diesen Haarknoten tragen. Schneidet  man den Zopf ab  wird das Kind erkranken und sterben.

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  • In einigen Dörfern hängen die Bewohner vor dem Haus Hemden und Kleider an Stangen um den Geistern mitzuteilen, dass keiner im Haushalt am Unglückstag (Mittwoch) geboren wurde.
Thai Tempel (Wat) oder watt is hier los?

Thai Tempel (Wat) oder,- watt is hier los?

  • Ein „wahrsagender“ Mönch hat unter Einbeziehung von Astrologie die Voraussage gemacht, dass die Ehefrau eines Ausländers im Dorf demnächst sterben würde. Als der Mönch davon erfuhr, dass der Ehemann nach ihm suchte, um ihn um den Tempel zu jagen, änderte er seine Vorhersage. Um ihren vorzeiteigen Tod zu vermeiden, müsste die Frau lediglich unter einem Baum der Tempelanlage meditieren. Natürlich liess er sich die erneute Aussage honorieren. Der Ausgang der Geschichte klingt wie eine Anleihe aus Goethe’s Erlkönig: Die Dame lebt,- der Mönch ist tot.
  • Haareschneiden und neue Klamotten zum ersten Mal am Mittwoch tragen bringt Unglück
  • Um nicht Opfer von explodierenden Reiskochern und Gangnam-Klatscher durch den Tanz auf der Bananenschale zu werden, dürfen menstruierende Frauen nicht die Haare waschen oder Eiscreme verzehren.
  • Schwangere Frauen tragen oft eine Sicherheitsnadel an ihrer Kleidung, um böse Geister von ihrem Embryo fern zu halten.
  • Um eine Begegnung mit Wesen aus der twilightzone zu vermeiden, sollen Frauen bis zu einem Monat nach der Niederkunft selbst bei 38 C° bei einem offenen Feuer im Haus verweilen. Auch duschen ist während dieser Zeit nicht möglich. Räuchermuttis im eigenen Saft.
  • Bei Gewitter soll man keine Mobiltelefone benutzen und die Spiegel im Haus verhängen
  • Ein etwa 10-jähriger Junge wurde von einem tollwütigen Hund gebissen. Anstatt das Kind ins Krankenhaus zu bringen wurde ein Zauber-Quacksalber bestellt. Er kaute Betelnüsse und spuckte den Saft über den Jungen. Nach 10-tägigem Todeskampf starb der Junge.

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  • Ein 13-jähriges Mädchen litt an Epilepsie. Während eines Anfalls sollte ein Zauber-Doktor ihr die Geister austreiben. Während der „Zeremonie“ kamen die Nachbarn in Scharen und baten den Geisterbeschwörer das Mädchen zu fragen, welche Nummern in der Lotterie gewinnen werden.
  • Eine Kellnerin stolpert im Restaurant über einen schlafenden Hund. Eine halbe Stunde lang versuchten Gäste des Lokals in der Anordnung der am Boden liegenden Nudeln die Lotterienummern zu entdecken.
  • Ein Ausländer hielt sich ein Dutzend Enten auf seinem Grundstück. Er wollte die überschüssigen Eier an seine Nachbarn verschenken. Keiner wollte sie annehmen, da die Geste zu einem großen Streit zwischen dem Gönner und seinen Nachbarn zur Folge haben würde. Er wurde gebeten ein Dutzend Eier zum symbolischen Preis von 5 Baht an die Nachbarn zu verhökern. Damit wäre alles in Ordnung.

Buddha II

Was mich wirklich irritiert ist die Tatsache, dass sich gleichzeitig hier alle für gläubige Buddhisten halten und dabei ständig die einfachsten Regeln des Buddhismus missachten. Eine wohlgemeinte Erklärung dazu, wie die Fusion von Spökenkiekerei und Buddhismus funktioniert findet man hier

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Lesenswertes zum Thema auch hier

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