Frau Chinchaiphum – das Huhn das goldene Eier legt?

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Ich habe in Thailand während der letzten Jahre nicht einen einzigen Tag erlebt, an dem ich nicht wenigstens mit einem Pisa-Opfer, Vollpfosten, oder Intelligenz-Allergiker konfrontiert wurde. Da wird man leicht unvorsichtig, oder gar überheblich und bildet sich ein, selbst behinderte Delfine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen und Arroganz sieht nur von unten als solche aus. Kein feiner Zug,- ich weiß.

Aber dann zaubern die Tütenschnüffler- Bewohner eines intellektuellen Sandstreifens in der Provinz- wieder Dinger aus dem Hut, die in keiner Weise werktagskompatibel sind. Das erklärt auch, warum ich es so lange hier ausgehalten habe: es gibt kein Land, das auf bemitleidenswerte Art so unterhaltsam sein kann. Um dem Schlimmsten zu entgehen, habe ich vorsorglich dieses Schild an der Tür installiert:

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Jemand erzählte mir unlängst diese Theorie über Thailands Kalender: Nimmt man die erste Zahl des laufenden Jahres (2556), ändert diese Zahl in eine 1, hat man in etwa die Zeit ermittelt, in der die meisten der fast 70 Mio. Thais tatsächlich leben. Demnach kann man erwarten, dass in 200 Jahren mit ihrer industriellen Revolution zu rechnen ist. Wenn ich sage: die Meisten, dann wegen der vielleicht naiven Hoffnung, dass Piloten, Tankschiffkapitäne und alle die irgendwo in diesem Land vor einem roten Alarmbutton sitzen, zum aufgeklärten Rest der Bevölkerung zählen.

Das klingt arrogant,- nicht wahr?

Als Lady Gaga den Scherz machte, sie wolle in Bangkok eine getürkte Rolex kaufen, ging ein Aufschrei der Empörung durchs Land. Selbst Minister waren mit dusseligen Statements nicht zu bremsen und behaupteten, so eine Aussage würde den guten Ruf des Landes als hub of hubs weltweit schädigen. Und nun dies:

Hier etwas Aufklärung, die helfen soll sich eine eigene Meinung darüber zu bilden, ob das Land dem Rest der Welt tatsächlich um 543 Jahre voraus ist:

Eiergeburt in Thailand – mehr Dummheit geht einfach nicht!

Eiergeburt

Wie stillt man eigentlich so’n Ding?

Eine vierzigjährige Frau über deren Identität zwei Versionen in den Medien kursieren, hat angeblich ein Ei geboren und das wundersame Objekt auf einem Podest mit einem weißen Tuch dekoriert und lädt Dorfbewohner ein, dem Überraschungsei ihre Referenz zu erweisen. Die Mutter von vier Kindern behauptet, dass sie vor der mysteriösen Niederkunft einen Traum hatte, in dem ihr ein Engel erschien, der ihr ein Ei und das weiße Tuch überreichte. Sorry, aber Engelserscheinungen unter Buddhisten machen mich immer irgendwie stutzig. Ich selbst träume seit Jahren von einem ungeheuren Goldschatz, der sich aber nie materialisieren will,- was mache bloß falsch? Bin ich zu gierig? Sollte ich vielleicht meine nächtlichen Begierden auf ein Swiss Army Knife reduzieren?

Die Frau und ihr Ehemann haben dem großen Andrang von devoten Halbintelligenzlern jedoch bisher widerstehen können und erlaubten nicht, dass sich die Dotterfreunde vor dem Ei, dass auf erstaunliche Weise einem Hühnerei ähnelt in den Staub werfen, um die nächsten Gewinnzahlen der Lotterie zu erfragen. Ganz so blöd, wie es zunächst den Anschein hat, können die Eierfrau und ihr Hühnerhugo jedoch nicht sein, denn sie agieren im weiteren Verlauf ziemlich trickreich, um vorsorglich einer Betrugsklage zu entgehen. Einen Straftatbestand- Volksverdummung- gibt es im Land nicht, sonst müsste man das „Bangkok Hilton“ (Umgangssprache für den berühmten Hauptstadt-Knast) auf die Höhe des Burj Khalifa (828m), ausgerechnet erbaut im Exilparadies eines Herrn Thaksin, aufstocken.

Fehlgeburt

Na wenigstens war es keine Fehlgeburt

Der Ehemann und Hahn im Korb, Mr. Prayuth gab an, dass seine seit 9 Monaten schwangere Frau um 9 Uhr morgens am 16. August (Denk?) Wehen verspürte und zur Geburt bereit war. Er rief einen Krankenwagen, doch seine Frau weigerte sich ins Hospital zu fahren. Gegen 11 Uhr rief ihn seine Frau, um ihm mitzuteilen, dass sie gerade niedergekommen sei. Doch der federlose Gockel fand lediglich ein 3 cm großes eiförmiges, mit Blut bedecktes Objekt. Er wusch das Ei, bedeckte es mit Talcum-Puder und platzierte es auf besagtem Podest. Die Nachricht des Osterwunders im August verbreitete sich rasch und die ersten Pilger strömten aus dem Dorf zur Begutachtung. Aber die Mutter des Ei’s erlaubte niemandem es zu sehen.

Kommen wir zum trickreichen Teil der Geschichte. Nachdem 3 Polizeioffiziere das Haus inspizierten, (in welchem zivilisierten Land würde ein Polizist wegen so etwas vom Schreibtisch aufstehen?) behaupteten die Ommelett-Eltern nun, dass es irgendjemandem gelungen sein muß, ein Foto von ihrem Nachwuchs gemacht zu haben. Kopien werden inzwischen zum Preis von 10 Baht verkauft. Wenngleich es wohl kaum eines der obligatorischen „unser Spross auf dem Eisbärfell-Fotos“ war. Die Cops warnten den vermeintlichen Samenspender (Mr. Rooster) davor, dass wenn es sich um eine erfundene Geschichte handelt, man das Ehepaar wegen „Täuschung der Öffentlichkeit“ belangen könnte. (Mir gefällt besonders die Einschränkung „wenn“).

schlimmer

Danach sah sich der Polizei Oberst der Tha Sala Polizeistation zu einem weiteren Höhepunkt an Pressemitteilungen genötigt. Er sagte: „Meine Offiziere haben herausgefunden, dass es sich um ein Hühnerei handelt und nichts Besonderes daran zu finden war.“ Aber dann gab der Dorfsheriff noch einen drauf: „Ich vermute, der ganze Haushalt ist nicht normal“, sagte er. „Sie sagen, sie gebar ein Ei. Es ist aber noch zu früh zu sagen, ob dies ein Betrug ist, oder nicht.“

Der Mann wäre doch prädestiniert die Frage: Was war so besonders am Ei des Columbus‘- und wieso hatte er bloß eins, endgültig zu beantworten.

Dr. Wiwat Korwiriyakamon des Loei Public Health Office, sagte, dass er, die örtliche Polizei und der Landrat, das Paar besuchen würden, um die wirklichen Fakten hinter der Geschichte zu entdecken.

Kitti Rattanasombat, der Direktor des Tha Sala Hospital, sagte der Thai Zeitung Khao Sod, dass „normale Menschen keine Eier gebären“. Aber wer ist hier schon normal?

Also, zurück zur Frage, ob ich arrogant bin. Wenn so etwas passiert und ein Polizeioberst, ein Arzt und ein Angestellter der Gesundheitsbehörde solche Aussagen machen, bleibe ich dabei: ich bin von Leuten mit maximalen IQ-Optimierungsbedarf umgeben. Um es einmal nett auszudrücken. Ansonsten gilt vielleicht dieser Hinweis:

Irrenanstalt

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