Was ist das größte Problem der Thai Polizei?

Inspiration zu diesem Thema gäbe es eigentlich im Übermaß. Die Meldungen über Probleme mit der Thai Polizei nehmen kein Ende und irgendwann interessieren sie einen auch nicht mehr, weil man zu dem Schluss kommt: So isses eben! Wäre da nicht vor drei Tagen ein Bericht unter dem Motto: „Pattaya Polizei besorgt über die Belästigungen von Touristen“ erschienen. Das übliche BlahBlah war uninteressant, aber ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Neben dem Artikel befand sich ein Foto, auf dem ein Cop einen Passanten auf der Straße filzt. Und hier kommt‘s: es handelte sich dabei natürlich um einen ausländischen Touristen!!! Vielleicht ist bei der Einsatzbesprechung der Punkt, wer hier eigentlich von wem belästigt wird, untergegangen. Vielleicht sehen die BiB das Thema ja unter dem Aspekt: wenn schon Touristenbelästigung,- dann aber richtig und in der Form, daß etwas dabei für uns herausspringt! Typischer kann man die Boys in Brown nicht charakterisieren.

...ob der wirklich weiss, wo's langgeht?

…ob der wirklich weiss, wo’s langgeht?

Das größte Problem der thailändischen Polizei sind die Polizisten!

blogarticle published in The Nation newspaper last Saturday 2007So eine Equipe Cornichon muss man sich nervlich erst mal leisten können! Korrupt bis in die Knochen bieten die Hüter ihrer eigenen Ordnung eher eine Art Aldi-Security, aber auch nur, wenn man sie dafür extra bezahlt. Die meisten von denen, die in  brauner Uniform auf Thailands Straßen, mit Ordensspangen und Fallschirmspringer Wings an der Brust herumlaufen, würden in Europa vielleicht gerade mal einen Job als Paletten-Patrick an Land ziehen und nicht etwa als Knöllchen-König an der Kreuzung, oder gar Helikopter- und Motorradkosaken in Erscheinung treten.

Zur Geschichte:

Phao Sriyanond. Oberster Ordnungshuter, oder „war lord?“

1950 gründete ein ehemaliger Armee General, Phao Sriyanond, die erste Generation der braunen Brigade Lord Helmchens. Der General kam nach einem Militärputsch 1947 zu genügend Macht, um eine Polizeitruppe aufzustellen, die in erster Linie zu seinem Machterhalt und persönlicher Bereicherung ins Leben gerufen wurde. Zu ihren Aufgaben zählten Drogenhandel, Entführungen und Mord, um Phao’s Position und die seiner Getreuen zu festigen. Nun kann man sich gut vorstellen, daß selbst über Dekaden hinweg, der Verein an seinen erworbenen Einkommensquellen, der gewohnten Struktur und dem Umgang mit unliebsamen Mitbürgern, keinen Reformbedarf erkennen mag.

1980 avancierten die „Braunen Maden“, wie man sie inzwischen nannte, zur meist gehassten und verachteten Berufsgruppe des Landes. Einige Kritiker gingen so weit, sie als Parasiten des Elends zu bezeichnen. Phao selbst sagte über seine Privat-Polizei: „Es gibt nichts unter der Sonne, was die thailändische Polizei nicht tun kann.“ Ein Zitat, das 2003 von Premierminister Thaksin Shinawatra, selbst ehemaliger Polizeioffizier und Bruder der amtierenden Premierministerin Yingluck Shinawatra, aufgenommen wurde, Downloadum seinen außergerichtlichen Kampf gegen Drogen zu führen. In der ihm eigenen populistischen Manier setzte er noch einen drauf: „Von nun an, wenn illegale Drogenkarawanen unseren Boden betreten, werden wir nicht unsere Zeit verschwenden sie festzunehmen, wir werden einfach töten.“ Interessant ist dabei, daß er im üblichen Thai-Style versucht hat den Eindruck zu erwecken, alle Drogen kämen aus dem Ausland. Bleibt die Frage offen, warum bei den extrem kurzen Prozessen der Polizei-Schwadronen dann 2000 Thais ihr Leben lassen mussten?

Wie ein ehemaliger Polizei Oberst anonym preisgab, hat der aus dem Amt gejagte Premier den großen Polizeistationen monatlich 200.000 Baht und den kleinen immerhin 100.000 Baht zukommen lassen.  Ob es sich dabei um sein Privatvermögen handelte, oder ob die paar Steuerzahler im Land die inoffiziellen Gratifikationen bestritten ist nicht bekannt…

Und weil er ja selbst ein ehemaliger Polizeioffizier ist, schiebt der Informant, ganz  im Thai Style, zumindest einen Teil der Verantwortung weiter. Nur gut, daß man in diesem Fall nicht wie üblich die „farrangs“ verantwortlich machen kann!  Auf die Frage: Was würden sie Ausländern raten,  die durch korrupte Polizei eingeschüchtert und erpresst werden  antwortete er: „Sie müssen sicherstellen, dass diese Polizisten echte Polizisten sind. Es gibt Fälle in denen Kriminelle als Polizisten verkleidet  Ausländer bedrohen, um von ihnen Geld zu erpressen.“ Es würde ja schon helfen, wenn man den Originalcops unter Strafandrohung verbieten würde ihre Uniformen an Familienmitglieder zu vermieten.

Zu den spektakulärsten Stunts der Cops zählten 2012 nicht etwa die beliebte Motorrad-Akrobatik, sondern diese:

Chef der Polizeistation als Boss einer Räuberbande 

Hotzenplotz in Thailand untergetaucht?

26. März 2012 Am helllichten Tag überfielen vier bewaffnete Räuber einen Geldtransport der Kasikornbank in Sing Buri und erbeuteten 2 Mio. Baht. Einen Monat später verhaftet die Polizei zwei Gangster (Polizei Offiziere),  als tatverdächtige Räuber. Es stellt sich heraus, daß ein Polizei Oberst den Coup ausgeheckt hat, der als Chef einer Polizeistation arbeitete.  Er gehört zum Dunstkreis einer „Einflussreichen Person“ und ist auf der Flucht. Alles unter dem Motto: „Ich mach’s wie der liebe Gott. Der lässt sich auch nicht so oft blicken und hat trotzdem Freunde in hohen Positionen.“

Früh übt sich… Betrug schon vor dem offiziellen Polizeidienst

2013-01-04_092754

Tea money for all the tea in China…

12. Juni 2012 Die Bangkok Post meldet, daß fünf Personen einer Bande verhaftet wurden, die mit Hilfe eines modifizierten Mini Kurzwellen Empfängers die Multiple Choice Fragen bei den Eingangs-Prüfungen zum Polizeidienst an die Prüflinge übermittelte. Insgesamt zahlten die angehenden Cops über 10.5 Mio. Baht an die private Prüfungskommission. Rund 350,000 pro Prüfling. Da es auch gängige Praxis ist für Beförderungen zu zahlen, kann man sich ausrechnen, daß man mit 7.500 Baht Anfangsgehalt eine Menge Tea Money kassieren muß, um erst einmal aus den Schulden herauszukommen.

-//- Sommerpause??? -//-

IN1041_JEKYLL_HYDE_134Polizeiarzt als Dr. Jeckyll & Mr. Hyde

Am 15. September 2012 wurde Polizei Oberst Dr. Supat Laohawattana, ein Arzt des Polizei General Hospitals in Bangkok, als Hauptverdächtiger an dem Mord eines Ehepaares, beide 27 Jahre alt, festgenommen. Nach einmonatiger Suche auf dem Grundstück des Doktors, wurde zwar nicht das Ehepaar gefunden, dafür aber drei Skelette ehemaliger Hausangestellter des Arztes, von denen man annimmt, sie waren Tatzeugen des Doppelmordes.

Polizei Offizier heuert Drogenkurier an

McCop-350Im Oktober 2012 wurde ein Drogenkurier mit 1,28 Mio. Amphetamin Tabletten und 5 Kg Crystal meth in Lampang von der Polizei geschnappt. Da gab es wohl ein bedauerliches Missverständnis, denn der Auftraggeber des Kuriers war ein Kollege, Polizei Offizier der Pracha Chuen Polizeistation in Bangkok. Er zahlte 100.000 Baht für den Transport der Pillen nach Bangkok. Es wurde gegen sechs weitere Personen, darunter ein weiterer Polizist und seine Gattin, Haftbefehl erlassen. Alle leitenden Polizeioffiziere der Polizeistation wurden auf „inaktive Posten“ versetzt. Da spart man sich den Papierkram mit Entlassungsschreiben und braucht auch nicht mehr weiter zu ermitteln…

Über dem Gesetz muss die Freiheit wohl grenzenlos sein

2013-01-07_112358September 2012 Eigentlich müsste diese Geschichte jedem Streifen-Polizisten ohne Gehirnkaries zu denken geben. Andernorts, sagen wir mal in Nebraska, Arizona, Missouri oder New York ist es nicht unüblich, daß Cop-Killer die nach Gerichtsverfahren wegen Formfehlern freigesprochen werden, oft tragischen Unfällen im eigenen Haushalt zum Opfer fallen. Sie fallen beim Tapezieren von der Leiter, schlafen besoffen im Auto mit laufenden Motoren in der geschlossenen Garage ein, oder purzeln beim Angeln vom Steg in die brandungsumtosten Fluten des  Feuerwehrteichs.

Wer jedoch wie Vorayuth Yoovidhya aus einer einflussreichen Familie in Thailand stammt, muß sich über den im Suff und Kokainrausch totgefahrenen Polizisten, keine grauen Haare wachsen lassen. Nähere Auskünfte darüber könnte der Erbe des Red Bull Imperiums, der 4. reichsten Familie des Landes mit einem laut Forbes geschätzten Vermögen von 5.23 Milliarden US$ geben,- wenn er es denn wollte.

Der rasende Red Bull hat morgens um 5:30 Uhr in Bangkoks Innenstadt mit 200 Km/h einen Streifenpolizisten auf seinem Motorrad von hinten gerammt, den Cop 64,8 m und das Motorrad 200 m mitgeschleift. Er machte sich aus dem Staub, aber hinterließ eine Ölspur bis zu seinem Haus. Erst sechs Stunden später tauchte die Polizei bei ihm auf und sein Anwalt erklärte, daß sein Mandant erst nach dem Unfall Alkohol getrunken hätte. Der Polizist, der als erster das Haus des Unfallflüchtigen besuchte, präsentierte dann auch noch einen Angestellten, der angeblich den 30 Millionen Baht Ferrari chauffiert haben soll. Das wurde durch Verletzungen an der Schulter des Erben durch den Sicherheitsgurt widerlegt. Natürlich kam der Red Bull Erbe nach der Vernehmung mit Zahlung einer Kaution von 500.000 Baht auf freien Fuß. Er zahlte den Hinterbliebenen 3 Millionen Baht (ein Zehntel des Ferrari Preises) um einer Zivilklage zu entgehen. Seitdem hat man von dem Unfall und dem Fahrer nichts mehr gehört…

Maschendrahtzaun Thai Style To serve and 

Es geht auch anders,- aber so geht’s auch

Am 10 Dezember 2012 wurden Düngemittelhändler Pallop Trinprisada und sein Anwalt erschossen. Die beiden hatten eine Verabredung mit dem Nachbarn Pallops, um einen 2 Jahre andauernden Streit um einen Landverkauf zu schlichten. Die Polizei glaubt, daß der missglückte Schlichtungsversuch zur Tat führte. Der Nachbar, ein Polizist, behauptet er habe die beiden nie getroffen, weder persönlich noch mit den Kugeln einer Waffe.

Kasikorn-bankTo serve and protect??? 

Am 12. Dezember 2012 wurde in der Nakhon Phanom Provinz eine Bande von vier Polizei Unteroffizieren wegen des Überfalls auf einen Thai Mann und zwei Lao Geschwister verhaftet, bei dem sie 3,5 Millionen Baht in bar, erbeutet hatten. Der Mann hatte das Geld gerade von der Bank erhalten. Auch ein 41-jähriger Bankangestellter wurde verhaftet, der dem Quartett einen Tipp gegeben haben soll.

serve-To serve and deliver

Am 13. Dezember 2012 verhaftete die Polizei fünf weitere Kollegen. Sie benutzten einen Pick-up Truck der Polizei um 1 Million Amphetamin Pillen durch Ayutthaya zu schmuggeln.

Die Presse schreibt: Diese Polizei-Verbrechen haben den Ruf der Truppe beschädigt. Aber das kann man auch unter dem Motto: „und ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert“ betrachten.

Diese Verbrechen stellen auch eine große Herausforderung für den nationalen Polizeichef Adul Saengsingkaew dar. Er versprach  in der Brigade Lord Helmchens aufzuräumen und die schwarzen Schafe unter den Offizieren loszuwerden. Ob er die Worte „der Letzte macht das Licht aus“ benutzt hat ist nicht bekannt.

mental-links-ran-fahrenHier bitte mal eben mental links ranfahren…

Zum Schluss noch etwas aus der Reihe „dem Bullen einen blasen.“

Eine Inspektion der Alkoholtester  der Bangkok Polizei, durch das Department of Medical Sciences durchgeführt, hat ergeben, dass fast die Hälfte der breathalyzer die Bangkok Cops herumtragen, eigentlich gar nicht arbeiten.

Niphon Popattanacha, Generaldirektor der Abteilung für Medizinische Wissenschaften, sagte, dass bei 2.558 Geräten seiner Abteilung nur 1.338 oder 52,3%, funktionierten. Die restlichen 1.220 waren entweder defekt oder funktionieren gar nicht! Na dann, Chok dee!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: